körperliche Untersuchung des Ellenbogen — Transcript

Strukturierte klinische Untersuchung des Ellbogengelenks mit Demonstration wichtiger Tests und Manöver zur Diagnostik häufiger Pathologien.

Key Takeaways

  • Eine strukturierte Untersuchung des Ellbogengelenks umfasst Inspektion, Palpation und spezifische Funktionstests.
  • Die Diagnostik der ulnaren Seitenbandinstabilität erfolgt mittels Valgus-Stresstest, Milking- und Moving Valgus-Stresstest.
  • Posterolaterale Bandinstabilitäten sind klinisch schwer zu objektivieren und erfordern oft ergänzende Untersuchungen wie Arthroskopie.
  • Apprehension-Tests sind wichtige Werkzeuge zur Erkennung von Subluxationen und Instabilitäten im Ellbogengelenk.
  • Spezielle Provokationstests helfen bei der Diagnose von Epicondylitiden und osteochondralen Läsionen.

Summary

  • Vorstellung einer strukturierten klinischen Untersuchung des Ellbogengelenks durch das Ellbogenkomitee der AGA.
  • Inspektion der Weichteile und knöchernen Landmarken sowie Prüfung der Beweglichkeit im Seitenvergleich.
  • Detaillierte Tastuntersuchung der Ansatz- und Ursprungsorte der Ellbogengelenksmuskeln und Sehnen.
  • Dokumentation des Nervus ulnaris und möglicher Luxationstendenzen im Kubitaltunnel.
  • Vorstellung verschiedener Tests zur Prüfung der ulnaren Seitenbandintegrität, wie Valgus-Stresstest, Milking-Manöver und Moving Valgus-Stresstest.
  • Demonstration von Apprehension-Tests zur Diagnostik der posterolateralen Bandinstabilität, z.B. Stand-up-Test, Push-up-Test und Tabletop-Relocation-Test.
  • Beschreibung des posterolateral rotatory Apprehension-Tests als sensitiver Test für posterolaterale Rotationsinstabilität.
  • Erläuterung des Lateral Pivot Shift Tests und des posterolateralen Schubladentests zur Diagnosesicherung.
  • Vorstellung des osteochondralen Sheer-Tests zur Erkennung osteochondraler Läsionen im capituloradialen Kompartiment.
  • Erklärung von Provokationstests zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose Epicondylitis.

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Speaker A
Das Ellbogenkomitee der AGA möchte im Folgenden eine strukturierte klinische Untersuchung des Ellbogengelenkes demonstrieren und die wichtigsten Manöver zusammenfassen. Wir bedanken uns für die technische Unterstützung bei Andreas Lüscher und der Schulthess Klinik Zürich. Die Inspektion der Weichteile und knöchernen Landmarken erfolgt wie die
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Speaker A
Prüfung der aktiven und passiven Beweglichkeit im Seitenvergleich. Die Flexion und Extension werden in subinierter Stellung dokumentiert, um eine Überschätzung des Bewegungsumfanges durch Innenrotation des Armes zu vermeiden. Das Ausmaß der Umwendbewegung soll mit ausgelegten Armen in 90° flektierter Ellbogenstellung festgehalten
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Speaker A
werden. Im Fokus der Tastuntersuchung stehen die Ansatz- bzw. Ursprungsorte der Ellbogengelenks- und Muskeln und Sehnen. Neben den Epikondylen soll auch die Trizepsinnervation auf Druckschmerzen überprüft werden. Nicht zuletzt im Hinblick auf eine spätere arthroskopische Intervention muss der Verlauf des Nervus
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Speaker A
ulnaris und eventuell vorhandene Luxationstendenz im Kubitaltunnelbereich dokumentiert werden.
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Speaker A
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Speaker A
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Speaker A
Werden im Bereich des sogenannten Softspots, begrenzt durch Olekranon, Radiuskopf und Capitulum humeri, lässt sich ein Volumenplus als Ausdruck eines intraartikulären Ergusses am besten erkennen. Die distale Bizepssehne ist der
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Speaker A
Tastuntersuchung ebenfalls gut zugänglich. Eine kursorische Überprüfung der Sensomotorik bildet den Abschluss dieses Untersuchungsschrittes. Ein strukturierter Ablauf der Funktionsprüfung soll im Folgenden demonstriert werden. Dabei stehen die häufigsten Pathologien bzw. Strukturen im Zentrum: die ulnare und posteroradiale Instabilität, das Plica-Impingement, die
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Speaker A
Epicondylitiden, der Nervus ulnaris und die distale Bizepssehne.
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Speaker A
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Speaker A
Zur klinischen Prüfung der ulnaren Seitenbandintegrität stehen dem Untersucher folgende Tests zur Verfügung: der Valgus-Stresstest, das Milking-Manöver und der Moving Valgus-Stresstest. Der Valgus-Stresstest wird bei auswärts rotierter Schulter und supiniertem
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Speaker A
Unterarm in 15 und 30° Flexion ausgeübt. Dadurch wird eine Blockierung des Olekranons durch die Fossa olecrani vermieden. Während des Tests lässt sich das mediale Kollateralband palpieren. Im Seitenvergleich sollen sowohl Schmerzprovokation als auch Aufklappbarkeit beurteilt werden.
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Speaker A
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Speaker A
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Speaker A
Das Milking-Manöver wird am
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Speaker A
aufrechten Oberkörper durchgeführt. In Flexionsstellung des Ellbogens wird durch Zug am Daumen des Patienten der Unterarm maximal subiniert. Dadurch baut sich eine gezielte Belastung des Innenbandkomplexes auf. Schmerzprovokation und Aufklappbarkeit sollen wiederum im Seitenvergleich dokumentiert werden. Der Moving Valgus-Stresstest stellt eine dynamische
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Speaker A
Erweiterung des Milking-Manövers dar. Durch die Imitation einer Wurfbewegung wird er vor allem bei Überkopf- und Wurfsportlern angewendet. Wie beim Milking-Manöver erfolgt der Test bei aufrechtem Oberkörper, um 90° abduzierter Schulter. Der Ellbogen wird vollständig gebeugt und unter konstantem
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Speaker A
Valgus-Stress bringt der Untersucher das Gelenk anschließend in die Extension. Der Test wird als positiv gewertet, wenn sich dadurch die medialen Ellbogenschmerzen des Patienten reproduzieren lassen. Typischerweise liegt das Schmerzmaximum zwischen 120 und 70°. Der Sheer Angle beschreibt dabei den
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Speaker A
Winkel des maximalen Schmerzes, die Sheer Range den schmerzhaften Bewegungsumfang. In aller Regel kommt es zu einem plötzlichen Schmerz, auf den der Patient mit einer Abwehrbewegung reagiert. Die klinische Objektivierung einer posterolateralen Bandinstabilität am wachen Patienten ist schwierig. Auch in geübten Händen kann zur Diagnosesicherung eine Untersuchung in Narkose bzw. mittels Arthroskopie notwendig sein. Verschiedene aktive und passive Manöver sollen im Folgenden dargestellt
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Speaker A
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Speaker A
werden. Der Stand-up-Test zählt zu den sogenannten Apprehension-Tests und ist einfach und aktiv durch den Patienten durchführbar. Durch eine aktive axiale
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Speaker A
Kompression mit Subinations- und Valguskomponente im betroffenen Ellbogengelenk wird eine Subluxation des Radiuskopfes provoziert. Ein positives Apprehensionzeichen liegt vor, wenn der Patient vermeidet, das betroffene Ellbogengelenk beim Herausdrücken aus dem Stuhl zu extendieren. Der Push-up-Test ist ein weiteres Apprehension-Manöver, welches
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Speaker A
eine aktive axiale Kompression mit Subinations- und Valguskomponente im betroffenen Gelenk beinhaltet. Die Ellbogen sind 90° flektiert, die Unterarme maximal subiniert und weiter als schulterbreit positioniert. Wird die aktive Extension vermieden, gilt der Test als positiv. Der Tabletop-Relocation-Test stellt eine
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Speaker A
weitere Entwicklung der beiden zuvor beschriebenen Press-Tests dar und versucht gezielt, die Integrität des lateralen ulnaren Kollateralbandes zu prüfen. Der Test gliedert sich in drei Abschnitte: initial übt der Patient ein Press-up-Manöver mit auf dem Tisch gestütztem Arm aus, wobei der betroffene
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Speaker A
Ellbogen nach außen zeigt. Im zweiten Schritt forciert der Patient den Druck auf den Tisch, indem er den Ellbogen flektiert. Im dritten Teil der Untersuchung wird das oben beschriebene Manöver wiederholt, jedoch übt der Untersucher mit seinem Daumen während der Flexionsbewegung Druck auf den
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Speaker A
Radiuskopf aus und verhindert damit eine Subluxation desselben. Bei fehlendem Daumendruck kommt es zur Reproduktion des Schmerzereignisses. Das Schmerzmaximum wird typischerweise bei 40° Flexion erreicht. Die Patienten berichten während des modifizierten Manövers mit Stabilisierung des Radiuskopfes über eine deutliche Beschwerdereduktion.
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Speaker A
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Speaker A
Der posterolateral rotatory Apprehension-Test stellt eine Modifikation des Lateral Pivot Shift Tests dar und ist entsprechend der Erstbeschreibung von Shan Riskel der sensitivste klinische Test für die Diagnose einer posterolateralen Rotationsinstabilität. Der Lateral Pivot Shift Test ist aufgrund der
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Speaker A
Schmerzhaftigkeit am wachen Patienten oft nicht vollständig durchführbar. Der Patient befindet sich in Rückenlage. Aus kompletter Streckung wird nun der Ellbogen unter Subination, Valgusstress und axialer Kompression in Flexion gebracht. Bei ca. 40 bis 70° Flexion kommt es im Falle einer posterolateralen
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Speaker A
Rotationsinstabilität zur Subluxation des Radiuskopfes mit einer häufig sichtbaren Einziehung der Haut proximal. Bei weiterer Flexion im Ellbogengelenk und adäquater Relaxation des Patienten kommt es zur Reposition des Radiuskopfes. Der posterolaterale Schubladentest ist ein weiteres Manöver zur Diagnose einer PLRI. Die Positionierung des Patienten
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Speaker A
ist dabei identisch zu derjenigen des Pivot Shift Tests. Der Ellbogen selbst wird wie ein Knie beim Lachmann-Test gehalten. Eine Hand hält den Oberarm, die zweite Hand umfasst den Unterarm in maximaler Subination. Bei einer Dorsaltranslation des Unterarmes gegen
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Speaker A
den Oberarm in maximaler Ination kann es dann zum Pivotieren des Unterarmes um das noch intakte Innenband kommen. Im klinischen Alltag bewährt sich zusätzlich die Untersuchung mittels Pinzettengriff. Dabei umfassen Daumen und Zeigefinger des Untersuchers den proximalen Radius und führen eine Translations- und
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Speaker A
Subinationsbewegung aus. An diesem Patienten lässt sich dabei die posterolaterale Rotationsinstabilität infolge einer Homanoperation eindrücklich demonstrieren. Die arthroskopische Untersuchung bestätigte in diesem Fall die klinischen Befunde ohne Zweifel. Somit war die Indikation zur offenen Bandrekonstruktion klar gegeben. Der osteochondrale Sheer-Test
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Speaker A
oder auch nach Mury Grip and Grind Test genannt, sucht nach einer osteochondralen Läsion im capituloradialen Kompartiment. Dabei wird der Unterarm aktiv proniert und subiniert, während durch den Untersucher eine axiale Kompression auf das Ellbogengelenk ausgeübt wird. Ein positives Testergebnis liegt vor,
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Speaker A
wenn der Patient über dem capituloradialen Gelenk Schmerzen
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Speaker A
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Speaker A
angibt. Neben der charakteristischen Druckschmerzhaftigkeit über den Sehnenansätzen an den Epikondylen bestätigen verschiedene Provokationstests die Verdachtsdiagnose einer Epicondylitis. Der Cozen-Test prüft die aktive Dorsalextension des Handgelenks gegen Widerstand. Bei radialer
Topics:Ellbogenuntersuchungklinische UntersuchungValgus-StresstestMilking-Manöverposterolaterale InstabilitätEpicondylitisNervus ulnarisarthroskopische DiagnostikEllbogengelenkFunktionsprüfung

Frequently Asked Questions

Welche Tests werden zur Prüfung der ulnaren Seitenbandintegrität empfohlen?

Zur Prüfung der ulnaren Seitenbandintegrität werden der Valgus-Stresstest, das Milking-Manöver und der Moving Valgus-Stresstest empfohlen, die Schmerzprovokation und Aufklappbarkeit im Seitenvergleich beurteilen.

Wie wird eine posterolaterale Rotationsinstabilität klinisch untersucht?

Die posterolaterale Rotationsinstabilität wird mittels des posterolateral rotatory Apprehension-Tests, Lateral Pivot Shift Tests und posterolateralen Schubladentests untersucht, wobei Subluxationen des Radiuskopfes provoziert und beobachtet werden.

Welche Bedeutung hat die Dokumentation des Nervus ulnaris bei der Ellbogenuntersuchung?

Die Dokumentation des Nervus ulnaris ist wichtig, um Druckschmerzen und mögliche Luxationstendenzen im Kubitaltunnel zu erkennen, was insbesondere vor arthroskopischen Interventionen relevant ist.

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