Speaker A
[Musik] Dies ist ein Demonstrationsvideo über die körperliche Untersuchung der Schulter am gesunden Individuum. Neben unseren Untersuchungs-Videos haben wir diese Quellen verwendet. Wie jede Gelenk-Untersuchung beginnt auch diejenige der Schulter mit der Inspektion am entkleideten Oberkörper mit der Kontur der Clavicula, des Glenkes, allfällige Narben, Schwellungen oder muskuläre Atrophie beschrieben. Der Pectoralis major bildet die Kontur der vorderen Achselfalte. Die Kontur des Oberarmes wird durch den prominenten Bizepsmuskel gebildet. Maximal lässt sich die Sehne gut palpieren. Bei einem Abriss kommt es zu der typischen Blickdiagnose und Popeye-Deformität. Vom Landraum betrachtet lassen sich die drei Anteile des Muskeltonus differenzieren: die Pars clavicularis, die Pars acromialis und die Pars spinalis. Bei der Inspektion der Schulter möchten wir die Stellung der Scapula in Bezug auf den Thorax und die Rotatorenmanschettenmuskulatur begutachten. [Musik] Der nächste Schritt der klinischen Untersuchung nach der Inspektion besteht in der Palpation der anatomischen Landmarken. Sie beginnt am Sternum, Clavicula, Glenk, Acromioclaviculargelenk, von dort zum Processus coracoideus und dem Tuberculum minus sowie dann von neutral auf das Werkelum. Von der Schulter palpieren wir die Spina scapulae und das gesamte Glenoid, gefolgt von der medialen und inferioren Begrenzung der Scapula. [Musik] Ein klinisches Beispiel: Eine Art Segelband-Sprengung ist bereits durch die Inspektion diagnostizierbar. In diesem Fall stürzte der Patient mit dem Fahrrad und zog sich eine Art Seegerluxation zu. Die laterale Clavicula ist sowohl in der Krakauer, aber auch in anderen postarealen Richtungen deutlich verschoben. Die stabilisierte radiologisch zeigt sie in der Panoramaaufnahme, dass die neutrale Clavicula den Kontakt zu Maximieren verloren hat. Durch die Operation wird die laterale Clavicula wieder an den korrekten Ort deponiert. Im Rahmen der Aktion erfolgt auch eine chronische neurologische Untersuchung. Dabei werden insbesondere die Pars infraclavicularis des Plexus brachialis untersucht. Das Versorgungsgebiet des Niveaus C5 lateral ist superior, ein Ausfall des Nerven C6 liegt im Bereich der lateralen Kontur des Deltamuskels. Bei einer Auskühlung des Schultergelenks kann genau dieser Nerv beeinträchtigt werden. Sie sehen den sensiblen Ast des Nervus axillaris. Nach der Inspektion und Palpation folgt nun die Untersuchung der Funktion. Dabei werden im ersten Schritt der aktive und passive Bewegungsumfang erfasst. Im zweiten Schritt geht es um die gezielte Prüfung der Muskel-Sehnen-Einheiten und der Gelenk-Stabilität. Von dorsal betrachtet können wir die Beweglichkeit im scapulothorakalen Gelenk erfassen. Die Scapula kann sich heben und senken, pro- und reponieren sowie eine Schwenkbewegung ausführen. Arm und Scapula bewegen sich dabei in einem Verhältnis von 2:1. Dies bedeutet, dass 90 Grad Abduktion sich auf 60 Grad Glenohumeral- und 30 Grad scapulothorakale Beweglichkeit zusammensetzen. Bei Schultererkrankungen bewegt die Scapula meist früher als normal mit. Grundsätzlich trennen wir die aktive von der passiven Beweglichkeit. Unter der aktiven Beweglichkeit verstehen wir denjenigen Bewegungsumfang, welchen der Patient ohne fremde Hilfe erreicht. Die passive Beweglichkeit beschreibt den Bewegungsumfang, welcher der Untersucher am Arm erreicht, ohne Mithilfe des Patienten. Geprüft werden die Abduktion und Retroversion sowie die Adduktion und Anteversion. Eine komplette Abduktion ist lediglich in Außenrotation möglich. Der Nackenunterstützungsgriff gibt einen guten kursorischen Überblick über die mögliche Beweglichkeit. Die Rotationsfähigkeit nach außen und innen wird einerseits bei angelegtem Arm geprüft, andererseits in applizierter Anteversion. Um die passive Möglichkeit zu erfassen, wird mit einer untersuchenden Hand die Clavicula am Thorax stabilisiert und mit der anderen Hand die Elevation, Abduktion und Rotation sanft objektiviert. Ist die passive Beweglichkeit besser beziehungsweise größer als die aktive Beweglichkeit, bezeichnen wir das als "aktive Einschränkung". Kann der Patient lediglich bis 45 Grad abduzieren, während die passive Abduktion voll erreicht wird, ist das ein Hinweis auf eine aktive Einschränkung. Gleiches gilt bei der Außenrotation, wie hier demonstriert: Passiv kann der Arm bis 90 Grad außen rotiert werden, der Patient kann dies aktiv jedoch nicht halten. Dies ist meist ein Ausdruck eines Muskel-Sehnenrisses. Gleiches Phänomen wird nun in applizierter Anteversion demonstriert: Die passive erreichte volle Außenrotation kann aktiv durch den Patienten nicht gehalten werden. Ist der Test positiv, ist sowohl die aktive als auch die passive Beweglichkeit eingeschränkt, sprechen wir von einem steifen Gelenk oder auf Englisch einer Frozen Shoulder. Aktiv, aber auch passiv werden in diesem Beispiel lediglich 40 Grad Abduktion erreicht. Dann ist die Schulterbeweglichkeit blockiert, was zumeist durch eine Entzündung der Kapsel zustande kommt. Die zwei wichtigsten Motoren der Schulter sind einerseits die Rotatorenmanschette, gebildet durch den Teres minor, Infraspinatus, Supraspinatus und Subscapularis, und andererseits der Musculus deltoideus. Die gezielte Prüfung dieser einzelnen Muskeln soll nun im Zentrum stehen. [Musik] Der Subscapularis ist der kräftigste Innenrotator. Wie beim sogenannten Lift-off-Test wird der Arm in Rotation auch den Rücken gebracht und anschließend soll der Patient die Hand vom Körper abheben. Ist dies nicht möglich, muss von einer Verletzung des Subscapularis ausgegangen werden. Beim Bear-Hug-Test wird der zu untersuchende Arm auf die gegenüberliegende Schulter positioniert und anschließend gegen die Hand des Untersuchers gedrückt. Ein Kraftverlust oder eine Schmerzprovokation deutet auf eine Verletzung des Subscapularis hin. Der Supraspinatus unterstützt insbesondere während der ersten zehn Grad dieser Bewegung. Beim 0-Grad-Abduktionstest werden die gestreckten Arme gegen die Kraft des Untersuchers abduziert. Das Hochziehen der Schulter soll dabei eine Deaktivierung des Deltamuskels bewirken. Auch der sogenannte Jobe-Test untersucht den Supraspinatus. Hierbei wird nach Schmerzen oder Kraftminderung bei Abduktion des 90 Grad Abzugs und 30 Grad Flexion gefragt. Infraspinatus und Teres minor sind die verantwortlichen Außenrotatoren. Wir testen sie sowohl bei angelegtem Arm gegen Widerstand als auch bei Abduktion. Der Teres minor lässt sich zusätzlich mit dem sogenannten Hornblower-Zeichen evaluieren. Dabei wird der Patient aufgefordert, die Hand an den Mund zu führen. Bei einer Verletzung beider Außenrotatoren möchte der Arm in Innenrotation ab. Um die Hand am Mund halten zu können, muss der Patient den Ellbogen höher heben. Als die Hand in einer solchen Situation ist, ist auch das Ausnotationszeichen wieder positiv. Die Stabilität des Schultergelenks basiert auf dynamischen und statischen Stabilisatoren. Zu den statischen Stabilisatoren zählen die Kapsel, die knöchernen Strukturen, die Bänder und das Labrum. Im Sinne einer allgemeinen Laxitätzeit zu Untersuchung prüfen wir zunächst schulterunspezifische Hypermobilitätsparameter wie die Überstreckbarkeit der Ellbogen- oder Fingergelenke. Für die schulter-spezifische Prüfung der Laxität stehen der Fokus-Zeichen und der Untergasse-Test. Beim Fokus-Zeichen wird der sitzende oder stehende Patient am entspannt hängenden Arm gezogen, um dadurch die Achse nach unten zu verlagern. Im positiven Falle zeigt sich unterhalb des Akromions eine Einziehung der Scapula. Das Zeichen kann bei einer passiven Abduktion des Glenohumeralgelenks über 105 Grad Aktion gebracht werden. Spricht dies für eine Hypermobilität der inferioren Kapsel-Band-Strukturen, was auch als positiver Gagey-Test bezeichnet wird. Eine nach vorne oder nach hinten gerichtete Instabilität wird mittels Apprehension-Test geprüft. Als Apprehension wird die Angst des Patienten vor einer Auskugelung beschrieben. Dabei wird der Arm in Außenrotation und Abduktion zu...