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Debatte im Ethik-Unterricht zum Thema «Flüchtlinge» - Kategorie 1 (20'10)

Schülerdebatte im Ethik-Unterricht zum Thema Flüchtlinge: Pro und Contra zur Grenzschließung, Hilfe vor Ort und Integration in der Schweiz.

Key Takeaways

  • Hilfe vor Ort wird von mehreren Teilnehmenden als effizienter und humaner angesehen.
  • Eine vollständige Grenzschließung wird mehrheitlich abgelehnt, da sie Menschenleben gefährdet und neue Probleme schafft.
  • Integrationsschwierigkeiten und Sozialkosten sind zentrale Argumente der Befürworter einer restriktiven Politik.
  • Die Flüchtlingsfrage wird als gemeinsame europäische Verantwortung verstanden.

What the video covers

  • Schülerinnen und Schüler debattieren im Ethik-Unterricht über den Umgang mit Flüchtlingen in Europa und der Schweiz.
  • Ein Sprecher argumentiert, dass Flucht lebensgefährlich ist (3700 Tote allein im Mittelmeer) und hohe Kosten verursacht (40.000 bis 100.000 € pro Flüchtling).
  • Er plädiert dafür, vor Ort in den Herkunftsregionen zu helfen, da dies effizienter und weniger traumatisch sei.
  • Eine Gegenposition betont, die Flüchtlingskrise sei ein gesamteuropäisches Problem und Grenzen dürften nicht egoistisch geschlossen werden.
  • Es wird ein Fallbeispiel einer Frau an der türkischen Grenze genannt, die lieber sterben würde als zurückzukehren.
  • Ein Teilnehmer befürwortet die Grenzschließung mit Verweis auf schwierige Integration (Sprache, Kultur, Arbeitsmarkt) und Belastung der Sozialhilfe.
  • Diskutiert werden Kosten von Grenzkontrollen: Schengen-Abkommen, Stau, Wirtschaftsfolgen und die Frage, ob 100 % Kontrolle möglich ist.
  • Weitere Themen sind Wohnraumknappheit, Landnutzung und die Verteilung der Flüchtlinge auf die Kantone (z. B. Tessin vs. Uri).
  • Mehrere Redner stimmen darin überein, dass die Schweiz noch Kapazitäten zur Aufnahme hat und Unterkünfte nicht ausgelastet sind.
  • Die Debatte zeigt, dass Argumente aus humanitärer, ökonomischer und gesellschaftlicher Perspektive gegeneinander abgewogen werden.

Answers

Questions about this video

Welche Position vertritt der Sprecher zur Hilfe für Flüchtlinge?

Er argumentiert, dass es effizienter und weniger traumatisch ist, vor Ort in den Krisenregionen zu helfen. Die Kosten pro Flüchtling in Europa seien sehr hoch.

Warum wird die Grenzschließung in der Debatte abgelehnt?

Die Gegner verweisen auf die Lebensgefahr für Flüchtlinge und darauf, dass Grenzzäune Menschen auf der Flucht nicht aufhalten. Zudem würden neue Probleme wie Staus und Wirtschaftsschäden entstehen.

Welche Argumente werden gegen eine schnelle Integration vorgebracht?

Genannt werden fehlende Sprachkenntnisse, kulturelle Unterschiede, nicht anerkannte Berufsabschlüsse und daraus folgende Abhängigkeit von Sozialhilfe, die aus Steuern finanziert wird.

Full Transcript — Download SRT & Markdown

00:02
Speaker A
Ich muss die Transkription zeilenweise bearbeiten. Hier sind die Segmente:
00:43
Speaker A
ganze Familie rechnet dann wird das sehr viel und das kann sich nicht jeder leisten außerdem ist es eine körperliche und seelische Anstrengung also viele kommen da gar nicht mehr ohne ein Trauma raus und eben deshalb finde ich dass man
00:59
Speaker A
[Musik] [Musik] Eine hohe Lebensgefahr für die Flüchtlinge. Allein im Mittelmeer gab es schon 3700 Tote.
01:20
Speaker A
Außerdem ist die Finanzierung ein großes Problem, denn für einen Flüchtling kostet es 40.000 bis 100.000 €.
01:41
Speaker A
Und wenn man das auf eine ganze Familie rechnet, dann wird das sehr viel, und das kann sich nicht jeder leisten.
01:59
Speaker A
Außerdem ist es eine körperliche und seelische Anstrengung, also viele kommen da gar nicht mehr ohne ein Trauma raus.
02:15
Speaker A
Und eben deshalb finde ich, dass man vor Ort helfen sollte.
02:33
Speaker A
Und bis 2022 werden voraussichtlich 55 Milliarden Franken oder Euro, ähm, für Flüchtlinge ausgegeben, für Flüchtlingsheime und all das, um sie aufzunehmen.
02:58
Speaker A
Ich denke, wenn man die 55 Milliarden mit all den Aufwänden zusammenführt und sich kurz auf dieses Thema befasst, dann kann man vor Ort helfen, versuchen, den Krieg zu beenden und die politische Situation wieder zu stabilisieren.
03:16
Speaker A
Meine Schlussfolgerung daraus ist: Es ist effizienter und weniger traumatisch, vor Ort zu helfen.
03:33
Speaker A
Ich bin gegen die Schließung der Schweizer Grenzen.
03:52
Speaker A
Eine Flüchtlingskrise kann man nicht lösen, indem man einen Flüchtlingszaun oder Grenzenzaun errichtet.
04:10
Speaker A
Man kann auch nicht einfach ein paar Grenzkontrollposten erbauen.
04:23
Speaker A
Menschen, die vor Krieg, Not und Verfolgung flüchten, lassen sich durch so eine Grenze nicht aufhalten.
04:43
Speaker A
In der Rundschau habe ich z. B. ein Beispiel gesehen: Eine Frau ist seit drei Wochen vor der türkischen Grenze.
04:58
Speaker A
Sie konnte seit 25 Tagen nicht mehr duschen und hatte am ganzen Körper einen Ausschlag.
05:11
Speaker A
Und sie sagte, sie würde sich nun lieber einen Stein an den Fuß binden und sich ins Wasser werfen, als in ihr Heimatland zurückzukehren.
05:25
Speaker A
Es ist also: Die Flüchtlingskrise ist ein europäisches Problem, eine Krise von ganz Europa.
05:41
Speaker A
Da können wir uns nicht aus der Verantwortung ziehen und egoistisch unsere Grenzen schließen.
05:57
Speaker A
Wir können unsere Augen nicht schließen vor den Leiden der Flüchtlinge.
06:10
Speaker A
Es ist eine gemeinsame Herausforderung aller europäischen Staaten, schnell eine Lösung zu finden.
06:28
Speaker A
Das ist unsere Pflicht.
06:45
Speaker A
Es kann nicht sein, dass Menschen vor verschlossenen Grenzen ohne Nahrung, Wasser und medizinische Versorgung warten müssen, vor den Zäunen der Unmenschlichkeit.
07:08
Speaker A
Ich bin für die Grenzschließung der Schweiz,
07:22
Speaker A
dass sich Flüchtlinge sprachlich, kulturell und wirtschaftlich sehr schlecht integrieren lassen.
07:34
Speaker A
Sie kommen aus einem völlig fremden Land, sie können keine Sprache, sie haben vielleicht keine oder eine andere Ausbildung, als hier erwartet wird, und sie haben kein Geld.
07:49
Speaker A
Sie kommen an mit nichts.
08:04
Speaker A
Auch wenn z. B. ein Flüchtling früher mal ein hochbeliebter oder gutverdienender Arzt war, kommt er hierher und hat nichts mehr.
08:19
Speaker A
Das führt dann meistens dazu, dass sie hierherkommen, keinen Job haben und wirtschaftliche Sozialhilfe beantragen.
08:34
Speaker A
Das heißt, diese wirtschaftliche Sozialhilfe, das ist Geld vom Staat, also Steuern, die von uns, dem Volk, gezahlt werden müssen.
08:51
Speaker A
Das Volk ist aber dann nicht so dafür und wehrt sich dagegen.
09:03
Speaker A
Sie wollen nicht mehr Steuern zahlen.
09:16
Speaker A
Und wenn das so ist, dann gibt es natürlich Streitigkeiten in unserem Volk, und das wollen wir nicht, weil das unserem Volk nicht gut tut.
09:30
Speaker A
Ich bin dagegen, die Grenzen zu schließen, da es unsere Aufgabe ist, schutzbedürftigen Menschen zu helfen.
09:42
Speaker A
Unser allerziel ist, den Krieg zu beenden, und wenn es schwierig wird, im Land, wo Krieg herrscht, zu helfen, müssen wir versuchen, den Menschen zu helfen.
09:57
Speaker A
Im Moment ist die Welt im Wandel, und wir müssen versuchen, globaler zu denken.
10:08
Speaker A
Außerdem kann die Schweiz von der Vermischung der Mentalitäten profitieren.
10:24
Speaker A
Also, Lena, du hast gesagt, man soll den Flüchtlingen vor Ort helfen.
10:38
Speaker A
Ich finde, es sind schon so viele Menschen auf der Flucht, also sind gar nicht mehr z. B. in Syrien, es ist schon halb Syrien auf der Flucht.
10:55
Speaker A
Und vor Ort ist es allgemein viel zu gefährlich, gerade jetzt in Syrien.
11:13
Speaker A
In diesem Kriegsgebiet können praktisch keine Journalisten momentan hinreisen, weil es einfach praktisch nicht möglich ist, dort zu helfen.
11:32
Speaker A
Und diese Flüchtlinge, die jetzt schon auf der Flucht sind, können wir jetzt nicht einfach wieder zurückschicken nach all diesen Schikanen, die sie jetzt auf der Flucht erlebt haben.
11:50
Speaker A
Das mit dem Zurückschicken gebe ich dir recht: Diese Flüchtlinge, die schon all das auf sich genommen haben, dürfen nicht mehr zurück.
12:04
Speaker A
Das ist einfach Unsinn, weil sie all diesen Aufwand schon betrieben haben.
12:20
Speaker A
Aber ich denke, es würde mehr Sinn ergeben, wenn man in den Nachbarländern hilft und sich wirklich auf dieses Land, auf Syrien, fokussiert.
12:35
Speaker A
Und dass ich eben mit diesen 55 Milliarden, die bis dahin ausgegeben werden, nicht das Wegrennen bezahlt, sondern das Helfen.
12:48
Speaker A
Wenn sich die ganze Welt mal kurz auf dieses Thema konzentrieren würde, ohne noch hier Geld, da Geld, sonst was, dann würde man das hinkriegen, und dann könnte man das wieder aufbauen.
12:59
Speaker A
Also, ich finde, es ist wichtig, vor Ort zu helfen, aber ich finde, die Menschen, die schon auf der Flucht sind oder die es nicht in diesem Land schaffen, dort zu bleiben, denen muss man auch helfen.
13:13
Speaker A
Ich finde, es ist keine Lösung, die Grenzen zu schließen, denn viele Menschen leiden dann darunter.
13:28
Speaker A
Und ich finde, man sollte natürlich vor Ort helfen, aber vor allem auch den Menschen helfen, die jetzt auf der Flucht sind.
13:42
Speaker A
Denn wenn man die Grenzen jetzt schließen würde, haben wir 750 57 000 Grenzübertritte pro Tag.
14:05
Speaker A
Und wenn wir die jetzt einfach schließen würden, werden ja auch unsere Probleme, also wir bekommen neue Probleme.
14:17
Speaker A
Z. B. haben wir viele Tagestouristen, die einfach für einen Tag in die Schweiz kommen.
14:33
Speaker A
Es gäbe ganz viel Stau an den Grenzen, und auch die Industriewirtschaft in der Schweiz würde zusammenfallen, weil alle Lastwagen kontrolliert werden würden.
14:50
Speaker A
Und es ist ja so, dass vor dem Schengenabkommen 5 % von allen Grenzübertritten kontrolliert wurden, und jetzt soll man plötzlich 100 % kontrollieren.
15:04
Speaker A
Das ist absolut unmöglich.
15:19
Speaker A
Aber wenn man die Grenzen nicht schließen würde, dann würde das genauso viele Kosten verursachen, da mit der Zeit öffentliche Gelder gezahlt werden, also die Steuern.
15:34
Speaker A
Und wenn das irgendwann das Volk genug davon bekommt und nicht mehr selber das zahlen will,
15:50
Speaker A
und es ist auch so, für die Unterbringung der Flüchtlinge braucht es auch noch mal Wohnungen.
16:08
Speaker A
Das braucht wieder Geld, weil wir nicht genügend Wohnungen haben für all diese Flüchtlinge.
16:25
Speaker A
Das heißt, wir müssen neue bauen, das heißt, wir brauchen Land, und da kommt wieder das Volk und möchte nicht, dass das Land verbaut wird, und da gibt es schon, es bietet eine schlechte Stimmung im Land.
16:44
Speaker A
Ja, und das mit der Wirtschaft: Irgendwann ist die Schweiz ein kleines Land. Sie hat verhältnismäßig schon sehr viele Flüchtlinge aufgenommen.
16:58
Speaker A
Stell dir vor, mit einer Wiese: Da ist eine leere Wiese, und du hast immer mehr Flüchtlinge, und dann musst du diese Wiese benutzen.
17:23
Speaker A
Und das ist wieder dasselbe mit der Wirtschaft: Diese Wiese könntest du auch für Landwirtschaft oder sonst etwas benutzen, für etwas, was auch die Wirtschaft vorantreibt.
17:42
Speaker A
Darum ist das Argument mit den jetzt, ja.
18:03
Speaker A
Also, ich gebe dir recht, wir haben schon sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, vor allem jetzt im Tessin ist die Lage angespannt.
18:22
Speaker A
Wir haben schon doppelt so viele Flüchtlinge wie vor einem Jahr.
18:36
Speaker A
Aber wir müssen halt diese Flüchtlinge wirklich gleichmäßig auf alle Kantone verteilen, weil wir haben z. B. in Uri noch nicht viele Flüchtlinge.
18:54
Speaker A
Und es ist auch nicht so, dass alle unsere Flüchtlingsunterkünfte, die wir schon erbaut haben, ausgelastet sind.
19:18
Speaker A
Also, wir können eigentlich noch viel mehr aufnehmen.
Topics:FlüchtlingeEthik-UnterrichtDebatteMigrationGrenzschließungSchweizSchengenIntegrationHilfe vor OrtAsylpolitik

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