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Landwirte WEIGERN SICH, 650.000€-Mähdrescher zu kaufen — Und Claas steckt in ERNSTEN Schwierigkeiten

Landwirte lehnen teure Mähdrescher wegen Softwarebindung und Kosten ab, Claas und Branche kämpfen mit Umsatzrückgängen.

Key Takeaways

  • Der Rückgang bei Großmaschinen trifft die Branche und Händler besonders hart.
  • Softwarebindung und Händlerabhängigkeit sind Hauptgründe für Kaufzurückhaltung trotz ausreichender finanzieller Mittel.
  • Der Gebrauchtmarkt profitiert von der Zurückhaltung bei Neumaschinenkäufen.
  • Händler versuchen Verluste durch höhere Werkstatt- und Ersatzteilpreise auszugleichen.
  • Landwirte setzen auf Kontrolle und Zuverlässigkeit durch ältere, selbst wartbare Maschinen.

What the video covers

  • Große Mähdrescher kosten heute 600.000 bis 700.000 €, viele Landwirte lehnen den Kauf trotz finanzieller Möglichkeiten ab.
  • Der VDMA meldet für 2024 einen Einbruch beim Auftragswert von 28 %, Traktor-Neuzulassungen sind stark rückläufig.
  • Die teuersten Maschinen, besonders große Mähdrescher und Traktoren über 300 PS, sind am stärksten betroffen.
  • Claas meldet für 2024 einen Umsatzrückgang von 19 % und Gewinnrückgang von 27 %, ähnlich bei AGCO/Fendt.
  • Finanzierungskosten für unverkäufliche Maschinen drücken Händler, was zu höheren Ersatzteilpreisen und Werkstattkosten führt.
  • Landwirte lehnen neue Maschinen nicht wegen des Preises ab, sondern wegen der Softwarebindung und Händlerabhängigkeit.
  • Der Gebrauchtmaschinenmarkt boomt, besonders bei jüngeren Traktoren mit wenig Betriebsstunden steigen die Preise stark.
  • Viele Landwirte investieren lieber in Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz als in neue Großmaschinen.
  • Händler reagieren auf Absatzrückgänge mit höheren Preisen bei Ersatzteilen und vorsichtiger Inzahlungnahme.
  • Landwirte bevorzugen ältere Maschinen, die sie selbst reparieren können, um Kontrolle und Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Answers

Questions about this video

Warum lehnen Landwirte den Kauf von teuren Mähdreschern ab?

Landwirte lehnen den Kauf nicht primär wegen des Preises ab, sondern wegen der Softwarebindung und der damit verbundenen Abhängigkeit von Händlern für Reparaturen und Wartung.

Wie wirkt sich der Rückgang bei Großmaschinen auf Händler aus?

Händler verlieren durch den Rückgang bei margenstarken Großmaschinen einen großen Teil ihres Gewinns, was zu höheren Preisen bei Ersatzteilen und Werkstattstunden führt, um die Finanzierungskosten zu decken.

Wie entwickelt sich der Gebrauchtmaschinenmarkt im Vergleich zum Neumaschinenmarkt?

Der Gebrauchtmaschinenmarkt ist sehr gefragt, besonders bei jüngeren Traktoren unter 5 Jahren mit wenig Betriebsstunden steigen die Preise, da Landwirte weiterhin investieren, aber gezielter und kontrollierter.

Full Transcript — Download SRT & Markdown

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Speaker A
Fahr mal an einem großen Landmaschinenhof vorbei und zähl die Mähdrescher, nicht die Traktoren, die Mähdrescher. Große Klasse 678 Schüttler.
00:09
Speaker A
Die Maschinen für den ganz großen Betrieb. Sie stehen da in Rhein. Bereifung sauber, manche mit Folien noch am Schneidwerk. Ein paar davon haben noch keine einzige Stunde auf dem Zähler. Eine ordentlich ausgestattete Großmaschine kostet heute je nach Ausstattung locker 600.000 bis 700.000
00:26
Speaker A
€. Und die Landwirte in Deutschland schauen sich diese Zahl an, schauen sich an, was so eine Maschine heute alles mitbringt, an Software, an Bindung an den Händler, an Dingen, die sie selbst nicht mehr anfassen dürfen. Und viele sagen, nein, jetzt nicht. Die Zahlen
00:40
Speaker A
dazu sind kein Bauchgefühl. Der VDMA Landtechnik hat für 2024 einen Einbruch beim Auftragswert von 28 % gemeldet auf noch 11,1 Milliarden Euro. Allein im Februar 2025 sind die Traktor-Neuzulassungen in Deutschland um 24 % eingebrochen. Das ist nicht irgendein Ausrutscher in einem Monat, das zieht
01:02
Speaker A
sich durch die ganze Branche. Punkt 1: Der Rückgang trifft nicht alle gleich. Am härtesten hat es genau die teuersten Maschinen erwischt. Die großen Traktoren mit über 300 PS und die großen Mähdrescher. Das ist das Geschäft, an dem die Händler am meisten verdienen. Wenn
01:16
Speaker A
genau dieses Segment stehen bleibt, verliert ein Händler nicht einfach ein Drittel seiner Stückzahlen. Er verliert einen viel größeren Teil seines eigentlichen Gewinns. Und das sieht man auch bei den großen Herstellern selbst.
01:27
Speaker A
Claas hat für das Geschäftsjahr 2024 einen Umsatzrückgang von 19 % gemeldet auf noch 5 Milliarden Euro. Der Gewinn ist sogar um 27 % eingebrochen, auf 253 Millionen Euro. Bei AGCO, dem Mutterkonzern von Fendt, sah es nicht anders aus. -19,1 % Umsatz weltweit. Der Mähdrescher-Absatz
01:48
Speaker A
ist um 22 % zurückgegangen. Das ist also kein Einzelfall bei einer Marke, das ist die ganze Branche. Jetzt zeige ich euch, warum ein Landwirt eine Maschine ablehnt, die er sich eigentlich leisten könnte, denn ums Geld allein geht es nur
02:01
Speaker A
zur Hälfte. Ich weiß, wie ein Händler tickt, wenn so ein Einbruch in den Büchern auftaucht. Und das fängt lange an, bevor irgendjemand im Verkaufsraum das Problem zugibt. Die meisten Maschinen auf so einem Hof gehören dem Händler gar nicht komplett. Die stehen
02:14
Speaker A
auf Finanzierung und jeden Monat, den ein Mähdrescher nicht verkauft wird, laufen Zinsen, die irgendjemand tragen muss. Also wandert der Druck, er wandert zu den Ersatzteilpreisen, er wandert zu den Stundensätzen in der Werkstatt und am Ende landet er bei euch am Tresen mit
02:28
Speaker A
einer defekten Häxeltrommel mitten in der Ernte. Das ist der Grund, warum Werkstatttermine gerade länger dauern und Ersatzteile teilweise spürbar teurer geworden sind, obwohl die Inflation sich längst wieder beruhigt hat. Ein Händler, der auf einem Hof voller unverkäuflicher Großmaschinen sitzt, muss die
02:43
Speaker A
Finanzierungskosten dafür irgendwo reinholen. Und das einzige, was bei ihm garantiert läuft, ist die Werkstatt, weil die Maschinen draußen bei euch nun mal kaputtgehen, egal wie die Verkaufszahlen aussehen. Deshalb wird genau dort nachgezogen. Ich habe neulich mit einem Nachbarn drüber gesprochen,
02:58
Speaker A
der hat sich im letzten Jahr eine neue Großmaschine angeschaut, durchgerechnet und am Ende doch die alte Maschine noch eine Saison weiterlaufen lassen. Nicht, weil er das Geld nicht gehabt hätte, sondern weil er sich gefragt hat, was er eigentlich kauft, wenn er unterschreibt.
03:11
Speaker A
Aber die eigentliche Ursache steht nicht auf dem Preisschild, denn Landwirte schauen sich nicht 650.000 € an und sagen einfach, das ist zu viel Geld.
03:18
Speaker A
Große Zahlen haben sie schon vorher bezahlt. Sie schauen sich 650.000 € an für eine Maschine, die mit Bedingungen kommt, die es früher so nicht gab. Eine Maschine voller Software, die man selbst nicht reparieren darf. Eine Maschine, die einen an genau einen Händler bindet
03:32
Speaker A
für jede Reparatur. Die eigentliche Ablehnung ist also gar nicht wirklich der Preis. Es ist die Frage, was der Preis heute überhaupt noch kauft.
03:39
Speaker A
650.000 € haben früher eine Maschine gekauft. Heute kaufen sie aus Sicht vieler Betriebe eher ein sehr teures Abo auf eine Maschine, die jemand anderes noch mitsteuert. Und man merkt genau daran, dass es so ist, dass die Landwirte nicht aufgehört haben, Geld
03:53
Speaker A
auszugeben. Sie haben es nur verschoben. Wäre es reine Geldnot, müssten die Gebrauchtmaschinenhöfe voll sein mit Maschinen, die keiner kauft. Sind sie aber nicht. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind die Neupreise für Zugmaschinen in den letzten 3 Jahren um rund 25 % gestiegen.
04:08
Speaker A
Und im Gebrauchtmarkt sieht man das Gegenteil vom Neumaschinenmarkt. Jüngere Traktoren unter 5 Jahre alt mit wenig Betriebsstunden sind so gefragt, dass die Preise dort im Jahresvergleich um rund 30 % gestiegen sind. Landwirte kaufen also weiter. Sie kaufen nur nicht
04:23
Speaker A
mehr die Neumaschine zum neuen Preis mit den neuen Bedingungen. Sie stecken ihr Geld woanders hin. Und hier ist ein Detail, das die Hersteller nervös machen sollte, weil es zeigt, dass das Geld nicht einfach stillsteht. Bei AGCO gab
04:34
Speaker A
es zuletzt sogar Berichte, dass Deutschland und Großbritannien wieder zulegen, während der Rest von Europa noch im Minus steckt. Das heißt, es findet auch eine Verschiebung zwischen Märkten und zwischen Anbietern statt.
04:44
Speaker A
Manche Betriebe steigen nicht komplett aus dem Neuverkauf aus. Sie kaufen einfach gezielter, dort wo sie das Gefühl haben, noch die Kontrolle über die Maschinen zu behalten. Und das Bild ist nicht überall gleich. Bei den älteren einfachen Maschinen, den echten
04:56
Speaker A
Youngtimern ohne viel Elektronik, ist das Angebot inzwischen viel größer, weil viele Betriebe in den letzten Jahren aufgestockt oder verkleinert haben. Bei den jungen Gebrauchten dagegen, den Maschinen mit wenig Stunden aus den letzten 4 Jahren, ist es umgekehrt. Da
05:09
Speaker A
gibt's kaum was auf dem Markt und wer was Vernünftiges anbietet, bekommt praktisch sofort mehrere Anrufe. Jetzt nehme ich euch noch mal mit auf den Hof des Händlers, denn die Kaufzurückhaltung macht den Betrieb selbst etwas, das die wenigsten von euch sehen. Wenn die
05:23
Speaker A
margenstarken Großmaschinen nicht mehr laufen, drückt das nicht einfach nur auf die Zahlen. Es zwingt den Händler, an anderen Stellen nachzuziehen. Die Ersatzteile werden teurer kalkuliert, die Werkstatt soll mehr Stunden pro Techniker abrechnen und die Inzahlungnahme wird vorsichtiger, weil
05:38
Speaker A
der Händler es sich nicht mehr leisten kann, ein Risiko auf euren Gebrauchten zu nehmen, wenn er selbst schon einen Hof voller unverkäuflicher Neumaschinen hat. Der Landwirt, der die 650.000 € Maschine ablehnt und der Landwirt, der nur ein Ersatzteil für 40 € braucht,
05:51
Speaker A
hängen also zusammen, ob sie es wissen oder nicht. Die Ablehnung ganz oben treibt die Preise ganz unten. Was macht ein Betrieb also, wenn die Ernte reinkommen muss, die Neumaschine aber 650.000 € kostet und mit einer Leine kommt?
06:03
Speaker A
Denn die neue Maschine abzulehnen ist auch eine Entscheidung mit Folgen und die klugen Betriebe denken das zu Ende, statt einfach nur verärgert wegzugehen.
06:09
Speaker A
Der erste Weg ist der, für den der Markt gerade selbst stimmt. Die ältere Maschine. Eine Maschine von vor der Softwarebindung kann man selbst in der eigenen Werkstatt reparieren, ohne Diagnosegerät vom Händler, ohne Freigabe.
06:20
Speaker A
Für viele Betriebe, gerade die, die schon mal wegen eines Ausfalls in der Erntewoche Zeit verloren haben, ist eine gut gepflegte ältere Maschine, die sie komplett selbst kontrollieren, mehr wert als eine neue, die im Zweifel den Dienst verweigert. Das ist keine Nostalgie, das
06:34
Speaker A
ist eine nüchterne Rechnung, wer die Maschine kontrolliert, wenn das Wetterfenster zugeht. Der zweite Weg, die aktuelle Maschine länger fahren.
06:42
Speaker A
Viele Betriebe haben entschieden, einfach, dass der Mähdrescher noch ein, zwei Jahre gut ist und investieren stattdessen in Bodenbearbeitung und Pflanzenschutztechnik, wo die Nachfrage laut VDMA sogar wieder anzieht. Das ist kein Verzicht aus Not. Das ist ein Betrieb, der weiter wirtschaften will
06:56
Speaker A
und genau abwägt, wo sich eine Investition jetzt lohnt und wo ni
07:13
Speaker A
nach den Marken um, bei der sie das Gefühl haben, im September wirklich schnell einen Servicetechniker zu bekommen. Die wechseln nicht wegen der Lackfarbe, die wechseln, weil ein Ausfall zur Erntezeit die ganze Saison kosten kann. Wenn du bis hier geschaut
07:24
Speaker A
hast, abonniere jetzt schon mal unseren Kanal. Jetzt der ehrliche Teil und da sind drei Dinge, die ich klar sagen muss, weil das genau die Art der Geschichte ist, die man leicht überzieht. Erstens, das ist kein Problem einer einzigen Marke. Class AGCO mit
07:37
Speaker A
Fend, alle großen Hersteller haben 2024 Rückgänge gemeldet. Wenn ich euch jetzt den Eindruck gebe, nur ein Hersteller hätte Probleme und alle anderen würden boomen, würde ich euch etwas verkaufen, was nicht stimmt. Die ganze Branche ist eingebrochen. Zweitens, und das ist der
07:50
Speaker A
wichtigste Punkt, der eigentliche Treiber ist nicht nur Frust über Software, sind auch schlicht die Erzeugerpreise und die Finanzierungskosten. Die EZB hat den Lightzins zwischen Juli 2022 und September 2023 in 10 Schritten auf 4,5 % angehoben, den höchsten Stand seit
08:05
Speaker A
vielen Jahren. Erst ab Mitte 2024 ging es in mehreren Schritten wieder runter auf zuletzt 2,15%. Eine Maschine wird über Kredit finanziert. Wenn das Fremdkapital über ein Jahr lang deutlich teurer ist, verschiebt sich natürlich die Kaufentscheidung schon allein deshalb ganz ohne das Software oder
08:21
Speaker A
Reparaturrecht überhaupt eine Rolle spielen. Ein gutes Stück von diesem Rückgang erklärt sich allein über die Zinsen der letzten Jahre. Und drittens, die 650.000 1000 € sind die obere Ausstattungsklasse. Eine Basismaschine kostet deutlich weniger. Ich beschreibe euch hier das obere Ende des Marktes,
08:36
Speaker A
weil genau dort der Einbruch am stärksten war. Wie seht ihr das? Schreibt es in die Kommentare, abonniert den Kanal und klickt jetzt auf unser letztes Video.
Topics:MähdrescherLandmaschinenClaasLandwirtschaftTraktorenLandtechnikFinanzierungSoftwarebindungGebrauchtmaschinenmarktHändler

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