Bericht eines deutschen Tiger-Panzerbesatzungsmitglieds über die erbitterte Schlacht um Târgu Frumos im Frühjahr 1944.
Key Takeaways
- Die Schlacht um Târgu Frumos war ein brutaler Kampf unter extremen Bedingungen.
- Tiger-Panzer waren mächtige, aber anfällige Maschinen, deren Bedienung hohe Anforderungen stellte.
- Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Panzertypen war entscheidend für den Kampferfolg.
- Die strategische Lage und Ressourcen wie Ölfelder bestimmten die Kriegsführung maßgeblich.
- Trotz taktischer Erfolge war die deutsche Front im Frühjahr 1944 überfordert und dem Untergang geweiht.
What the video covers
- Der Bericht schildert den unerwarteten Befehl zum Vormarsch der Division Großdeutschland gegen die sowjetische Einnahme von Târgu Frumos im April 1944.
- Der Erzähler beschreibt seine Rolle als Richtschütze im Tiger-Panzer und die schwierigen Bedingungen durch Schlamm und Wetter.
- Die schwere Panzertechnik und die enge Zusammenarbeit mit leichteren Panther-Panzern werden erläutert.
- Die strategische Bedeutung von Târgu Frumos als Schlüsselpunkt zum Schutz der rumänischen Ölfelder wird hervorgehoben.
- Die Gefechte gegen sowjetische T-34-Panzer werden detailliert beschrieben, inklusive der emotionalen und physischen Belastungen.
- Die Erzählung vermittelt die Angst, den Stress und die Kameradschaft der Besatzung in einem beweglichen 'eisernen Sarg'.
- Es wird die Übermacht der sowjetischen Truppen und die verzweifelte Lage der deutschen Verteidiger thematisiert.
- Der Bericht endet mit der Erkenntnis, dass der erkämpfte Sieg nur ein temporärer Erfolg war und die Front im Sommer zusammenbrechen würde.
Chapters
- 00:00Befehl zum Vormarsch und Ausgangslage
- 02:38Fahrer Z und der Tiger-Panzer
- 05:28Strategische Bedeutung von Târgu Frumos
- 08:10Erster Kontakt mit feindlichen Panzern
- 10:39Zerschlagung des Feindstoßes
- 13:05Kesslers Führung und Gefechtsverlauf
- 18:35Panzergefechte und Verluste
- 20:38Folgen des Kampfes und Ausblick
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Speaker A
Der Befehl erreichte uns am frühen Morgen, und er kam ohne jede Vorwarnung. Wir lagen seit Tagen in einem aufgeweichten Dorf im Raum westlich von Iași, die Panzer bis über die Laufrollen im Schlamm, und keiner von uns rechnete damit, dass wir noch vor
Speaker A
Sonnenaufgang die Motoren würden anlassen müssen. Dann stand der Melder in der Tür der Bauernkate, in der wir schliefen, das Gesicht grau vom Regen, und sagte nur, dass die Abteilung geschlossen antreten solle.
Speaker A
Die Sowjets hätten Târgu Frumos genommen. Die Division Großdeutschland habe den Auftrag, nach Târgu Frumos vorzustoßen, den russischen Angriff zum Stehen zu bringen und die Stadt zurückzunehmen.
Speaker A
Sofort. Es war Anfang April 1944, und ich erinnere mich, dass ich, während ich mir die feuchten Stiefel überzog, dachte, dass dieser Frühling uns alle umbringen würde. Ich war der Richtschütze auf unserem Tiger. Und wenn ich sage unser Tiger, [Musik] dann meine ich,
Speaker A
diese 57 Tonnen aus Stahl, in denen wir fünf Mann lebten, schwitzten und uns fürchteten wie in einem eisernen Sarg, der sich noch bewegen konnte. Der Wagen war mein Platz, meine Aufgabe war das Rohr, die lange 88, und mein Blick durch
Speaker A
das Zielfernrohr war für mich in jenen Wochen mehr Heimat als alles, was ich zurückgelassen hatte. Öl, kaltes Metall, [Musik] altes Kordit, der säuerliche Schweiß von Männern, die zu wenig schliefen. Das war meine Welt geworden. Als wir hinaus in
Speaker A
den Hof traten, [Musik] war es noch dunkel, und der Regen hatte sich zu einem feinen, kalten Nieseln beruhigt, der alles durchdrang. Der Kommandant war schon vor uns draußen. "Los, aufsitzen, wir haben keine Zeit!", rief er, und seine Stimme hatte diesen belegten,
Speaker A
harten Klang, den sie immer bekam, [Musik] wenn er selbst nicht recht wusste, was uns erwartete. Kessler hieß er, Feldwebel Kessler, ein ruhiger Mann aus Ostpreußen, [Musik] der selten mehr sagte als nötig war und der genau deshalb Vertrauen einflößte.
Speaker A
Ich zog mich an der nassen Panzerung hoch, ließ mich durch [Musik] die Turmluke in meinen Sitz gleiten und spürte sofort die würgende Enge, die einen umschloss, sobald man drinnen war.
Speaker A
Über mir schwang Kessler [Musik] sich in die Kommandantenkuppel. Unter mir und vorn hörte ich schon das Klappern und Fluchen der anderen.
Speaker A
"Motor", sagte Kessler in die Bordsprechanlage, und vorn im Bug antwortete eine mürrische Stimme, die ich unter tausend anderen erkannt hätte.
Speaker A
Z, unser Fahrer, ein Bayer mit Händen wie Schaufeln, der seinen Tiger fuhr, als wäre der Panzer ein bockiges Pferd, [Musik] das nur ihm gehorchte.
Speaker A
Der Anlasser heulte, der Motor im Heck hustete, spuckte, fing sich, und dann fiel dieses schwere malende Dröhnen ein, das man nicht nur hörte, sondern das durch den Sitz, durch die Knochen, durch die Zähne ging und einen den ganzen Tag
Speaker A
nicht mehr verließ. "Läuft!", brummte Z, und in seiner Stimme lag beinahe so etwas wie Zärtlichkeit für die Maschine. Wir rollten aus dem Dorf in die Dunkelheit, und schon nach wenigen hundert Metern begriff ich, warum dieser Vormarsch zur Qual werden würde.
Speaker A
Der Boden der Moldau war im Frühjahr kein Boden mehr, sondern ein zäher, bodenloser Brei, in dem die breiten Ketten des Tigers zwar besseren Halt fanden als die schmalen Räder der Lastwagen, in dem aber selbst wir uns [Musik] quälten.
Speaker A
Zwischen den ineinander verschachtelten Laufrollen [Musik] dieser klugen und verfluchten Konstruktion presste sich der Schlamm, [Musik] verhärtete, verklebte alles, und Z musste immer wieder rangieren, vor und zurück, um den Dreck herauszuarbeiten.
Speaker A
Der Motor heulte auf, die Ketten warfen ganze Fontänen brauner Erde hoch, und wir krochen mehr, als dass wir fuhren, durch eine Landschaft aus sanften Hügeln, kahlen Feldern und verstreuten Baumgruppen. [Musik] Über Funk kamen die ersten Meldungen der anderen Wagen. Unser Funker gab sie an
Speaker A
Kessler weiter, ruhig, gleichmäßig, mit dieser fast [Musik] gelangweilten Präzision, die ihm eigen war. Willie war ein schmaler Junge aus dem [Musik] Rheinland, der die Kopfhörer trug wie eine zweite Haut und der aus dem Rauschen und Knacken im Äther Sätze
Speaker A
herausfischte, [Musik] die für mich reines Chaos gewesen wären. "Zweiter Zug meldet einen Wagen liegen geblieben. Getriebe", sagte Willi. Kessler fluchte leise.
Speaker A
"Weiterfahren. Die Werkstatt soll sich darum kümmern." [Musik] Wir müssen vor. Vor uns auf der besseren Straße rechts schoben sich die niedrigeren, flacheren Silhouetten der Panther [Musik] der ersten Abteilung unseres Regiments durch das Zwielicht, gut 10 Tonnen leichter als
Speaker A
wir, schneller, [Musik] mit ihren langen Rohren, die aus der Ferne wirkten wie Lanzen. Sie waren die bewegliche Faust, wir das schwere Rückgrat, und über die nächsten Wochen sollten wir lernen, wie eng wir aufeinander angewiesen waren.
Speaker A
Die Wahrheit, die keiner laut aussprach, war, dass wir gegen die [Musik] Zeit fuhren und gegen eine Übermacht, deren Ausmaß wir nur ahnten.
Speaker A
Die Sowjets hatten im Frühjahr mit einer Wucht angegriffen, die alles zermalmte, was ihnen im Weg stand. Und Târgu Frumos, dieser kleine Marktflecken an der Straße nach Iași, lag genau dort, wo sie durchbrechen wollten, hinein in die rumänische Tiefebene, zu den
Speaker A
Ölfeldern, ins Herz dessen, was uns noch am Leben hielt. Die Stadt selbst war unscheinbar. Ein paar tausend Häuser, eine Bahnstation, Kirchen mit Zwiebeltürmen und rings um diese langen, wellenförmigen Höhenzüge, die das Land wie erstarrte Wogen durchzogen.
Speaker A
Wer diese Höhen hielt, hielt das Land. Das lernte ich in den nächsten Wochen so gründlich, dass ich es nie wieder vergaß.
Speaker A
Gegen Mittag hatte der Regen aufgehört, und eine bleiche Sonne stand über dem Dunst, als wir in Sichtweite der ersten Höhen kamen. [Musik] Kessler ließ halten und beobachtete lange durch sein Glas.
Speaker A
Ich saß in meinem Sitz, das Auge am Zielfernrohr, und schwenkte das Rohr langsam über die Hügelkuppen vor uns.
Speaker A
Ich spürte diesen bekannten, trockenen Geschmack im Mund, der immer kam, [Musik] bevor es losging.
Speaker A
"Da vorn auf der Kuppe", sagte Kessler. "11 Uhr." [Musik] "Seht ihr die Bewegung?" Ich drehte am Handrad des Turms, dieses schwere hydraulische Malen unter mir, [Musik] und dann sah ich sie auch.
Speaker A
Dunkle, flache Umrisse zwischen den Sträuchern. Feindpanzer. "T-34", sagte Kessler [Musik] nüchtern. "Ich zähle drei, vielleicht mehr. Sie haben uns noch nicht." Und dann, das erste Mal an diesem Tag, sprach er den Befehl, der mir in den kommenden Wochen so oft ins
Speaker A
Ohr dringen sollte, dass ich ihn im Schlaf hörte: "Panzergranate." Unter mir riss der Ladeschütze eine Granate aus dem Halter, und ich hörte das satte metallische Klacken, mit dem sie in den Verschluss glitt. "Geladen", rief er, und der Verschlussblock schnappte zu.
Speaker A
Der Junge, der [Musik] Lut war der Jüngste von uns, kaum 18, mit einem Gesicht, das noch keinen richtigen Bart trug, und wir nannten ihn nur Rudi. Er war schnell. Seine Hände flogen zwischen den Munitionshaltern hin und her, als
Speaker A
hätte er nie etwas anderes getan. "Richtschütze 11 Uhr, der vordere Wagen", kommandierte Kessler, und ich hatte [Musik] ihn schon. Das Zielfernrohr zeigte mir den T-34 scharf und nah, als könnte ich die Hand ausstrecken, obwohl er gut 800 m entfernt stand. Ich brachte
Speaker A
das Fadenkreuz auf die Wanne, ein Stück unter den Turm, korrigierte für die Entfernung, hielt den Atem an.
Speaker A
"Feuererlaubnis", sagte Kessler. Ich trat den Abzug. Nichts auf der Welt bereitet einen wirklich darauf vor, was in diesem Augenblick im Turm geschieht.
Speaker A
Der Knall ist kein Geräusch mehr. Er ist ein körperlicher Schlag, der einem die Luft aus der Brust presst und die Ohren mit einem hohen, singenden Pfeifen füllt.
Speaker A
Der ganze Panzer bäumte sich auf, als das Rohr zurückschlug. Die Rohrbremse fing den Rückstoß, und für einen Sekundenbruchteil war der Turm gefüllt mit einem beißenden Qualm, der einem die Kehle zuschnürte.
Speaker A
Der leere Kartuschenboden fiel klirrend in den Fangsack. [Musik] Ich riss das Auge wieder ans Fernrohr und sah durch den verwehenden Rauch den Treffer.
Speaker A
Der T-34 stand still. Ein kurzer, greller Blitz war an seiner Flanke aufgezuckt. Dann quoll schwarzer Rauch aus den Luken. Die
Speaker A
10 Uhr in Bewegung. [musik] Während ich schwenkte, fasßte und feuerte, und Rudy Lut, ohne dass ich es bewußt wahrnahm, geschah zu unserer Rechten etwas, das mir zeigte, wie dieser Krieg der Panzer wirklich geführt wurde. Willly meldete es zuerst.
Speaker A
Pantherabteilung schwenkt aus. Sie gehen den Russen in die Flanke. Kessler richtete sein Glas nach rechts. Sehr gut, wir binden Sie von vorn. Die Panther nehmen sie von der Seite. Und so war es. Während wir aus unserer Bodenwelle heraus, die vordersten T34
Speaker A
Band und Schuss um Schuss abgab, sodass sie stehen blieben und ihre Rohre auf uns richteten, jagten die Panther in weitem Bogen über das offene Feld nach rechts, schneller als ein Tiger es je gekonnt hätte und schlugen den Sowjets
Speaker A
in die ungeschützte Flanke. Ihre langen Rohre, die Kanone mit 7,5 cm schossen so flach und so hart, dass ihre Granaten die T34 auf große Entfernung durchschlugen, als wären sie aus Blech.
Speaker A
Ich sah durch mein Fernrohr, wie ein sowjetischer Wagen nach dem anderen aufblühte, getroffen von einer Seite, gegen die er sich nicht wehren konnte, weil er auf uns starrte.
Speaker A
In wenigen Minuten war der Feindstoß zerschlagen. Das war die Handschrift, die uns retten sollte.
Speaker A
Der Amboss und der Hammer. Der Feind [musik] wich nicht kampflos zurück. Immer wieder tauchten aus Senken und hinter Höhenrücken Packstellungen auf, die man erst erkannte, wenn ihre Geschosse an unserer Panzerung entlang kreischten. Ich werde das erste Mal nie
Speaker A
vergessen, als ein Treffer uns streifte. Es war als schlüge ein Riese mit einem Vorschlaghammer gegen den Turm. Ein ohrenbetäubendes metallisches Krachen, das durch den ganzen Wagen fuhr und imselben Augenblick duckten wir uns alle instinktiv, als könnte das Ducken uns
Speaker A
retten. Die Platte hielt. Panzerabwehrkanone halb rechts brüllte Kessler. Richtschütze 2 Uhr am Waldrand. Ich sehe den Rauch. Ich schwenkte herum, das Herz jetzt hämmernd.
Speaker A
Sprenggranate, kommandierte Kessler, denn gegen [musik] eine Pack und ihre Bedienung war die Sprenggranate die richtige Wahl. Sprenggranate geladen!
Speaker A
Wiederholte Rudi. Ich legte auf den Waldrand an, ein Stück über die Stelle, wo der Rauch gestanden [musik] hatte und feuerte.
Speaker A
Eine Fontäne aus Erde, Rauch [musik] und splitterndem Holz stieg auf und danach kam von dort kein Feuer mehr.
Speaker A
Am nächsten Morgen gingen wir in die Stadt hinein und das war eine ganz andere Art von Kampf als der offene Vormarsch über die Felder.
Speaker A
In den Straßen war der Tiger kein König mehr, sondern ein blindes, schwerfälliges Ungetüm, das an jeder Ecke, aus jedem Fenster, aus jedem Keller den Tod fürchten musste. Ein Trupp mit einer Panzerbüchse, ein in einen Hausflur gezerrtes Parkgeschütz, ein Mann mit einer Brandflasche oder
Speaker A
einem Bündel Handgranaten [musik] dicht unter unsere Wanne geworfen. Das alles konnte uns aufbrechen. Kessler stand halb aus der Kuppel, riskierte seinen Kopf, weil er sehen musste, weil ich durch mein enges Fernrohr fast nichts sah, was näher als ein paar Häuser war. Die Grenadiere
Speaker A
gingen vor uns und neben uns, sprangen von Deckung zu Deckung, säuberten die Häuser und wir folgten Schritt für Schritt, deckten sie mit dem Bugmaschinengewehr, das Willlie bediente und mit der 88 [musik] dort, wo eine ganze Häuserfront zum Widerstandsnest
Speaker A
geworden war. Halt! rief Kessler plötzlich. "Sp, halt!" Sofort. Der Wagen ruckte, blieb stehen. "Ein Rohr! Links aus dem Torbogen, drittes Haus." Ich schwenkte, aber ich sah nur eine dunkle Öffnung im Schatten.
Speaker A
"Ich hab's [musik] nicht", presste ich hervor und die Sekunden dehnten sich. Jede eine kleine Ewigkeit, in der der andere zuerst schießen konnte.
Speaker A
2 m tiefer im Dunkeln", sagte Kessler ganz ruhig und dann sah [musik] ich das stumpfe Glänzen einer Panzerabwehrkanone in den Torbogen gezogen, direkt auf uns gerichtet.
Speaker A
"Sprenggranate ist geladen", rief Rudi, [musik] der schon gewechselt hatte, ohne dass es befohlen war, und ich feuerte, [musik] ohne den Befehl abzuwarten. Und das war gegen alle Regeln, und Kessler sagte nichts, weil es das Richtige war.
Speaker A
Der Torbogen verschwand in einer Wolke aus Staub und [musik] Splittern. Wir nahmen Tagu Frumos zurück, Haus um Haus, Straße um Straße, in einem Kampf, der Stunden dauerte und uns keine Panzer, aber Nerven kostete. Und ich [musik] glaube, das ist eine Währung, in
Speaker A
der man am Ende teurer bezahlt. Als wir am Nachmittag am nördlichen Stadtrand herauskamen und der Feind sich über die Höhen zurückzog, waren wir alle fünf leer, ausgehöht mit dieser dumpfen Taubheit, die kommt, wenn [musik] die Angst zu lange gedauert hat.
Speaker A
Von unserer Kompanie fehlten zwei Wagen. Einer war liegen geblieben, der andere abgeschossen. Und über diesen zweiten sprach niemand, denn [musik] wir kannten die Besatzung.
Speaker A
Die erste Nacht in der zurückeroberten Stadt war kalt und unruhig. Wir zogen den Wagen in den Schutz einer ausgebrannten Häuserzeile am Rand, [musik] tarnten ihn mit Balken und Trümmern und wechselten uns bei der Wache ab. Immer zwei wach. Einer im
Speaker A
Turm, einer außen. Willi hatte irgendwo eine Konservendose Fleisch aufgetrieben [musik] und wir aßen sie kalt zu fünft mit dem Löffel herumgereicht und für ein paar [musik] Minuten war es fast, als wären wir nur fünf müde Männer und keine Besatzung
Speaker A
eines Panzers. Sepzählte von seinem Hof daheim, von den Kühen, die jetzt niemand mollk. Rudi hörte zu wie ein Kind, das eine Geschichte will, und Kessler saß dabei und sagte nichts und rauchte im Hohlen seiner Hand, damit der Feind die
Speaker A
Glut nicht [musik] sah. Aus der Ferne, von jenseits der Höhen, trug der Wind hin und wieder das blecherne Krächzen sowjetischer Lautsprecher zu uns herüber, [musik] die in gebrochenem Deutsch zum Überlaufen aufforderten und uns sagten, dass wir verloren hätten.
Speaker A
Niemand hörte richtig hin. Wir kannten die Rechnung ohnehin besser als jeder Lautsprecher. Wir wenige [musik] und sie viele. Aber an diesem Abend, mit der warmen Dose in der Hand und den Stimmen der Kameraden im Dunkeln, [musik] war die Rechnung für eine Weile
Speaker A
weit weg. In den Tagen danach begann das, was ich im Rückblick für den schwersten Teil halte, obwohl kein Schuss fiel.
Speaker A
Das Warten [musik] und das Graben. Die Division hatte die Stadt genommen, aber wir alle wussten, dass die Sowjets wiederkommen würden in einer [musik] Stärke, gegen die unser Angriff nur ein Nadelstich gewesen war.
Speaker A
Also gruben wir uns ein. Wir suchten die langen Rücken vor der Stadt aus und die Pioniere schoben Panzergräben aus, in die wir unsere Tiger hineinsetzten, so tief, dass nur der Turm herausschaute, manchmal nur die Rohrmündung und das Zielfernrohr. [musik] Eine
Speaker A
Wechselstellung dahinter, eine zweite noch weiter zurück, damit wir zurückweichen [musik] konnten, ohne uns dem Feind offen zu zeigen. Das war die Handschrift unseres Kommandeurs, dieses Denken in Tiefe, in Rückhalten, in beweglicher Verteidigung.
Speaker A
Von Mannteufel hieß der General, [musik] der die Division führte, und obwohl ich ihn nur ein einziges Mal aus der Ferne sah, an einem Kartentisch unter einer Zeltbahn, spürten wir alle seine [musik] Hand in der Art, wie wir kämpften.
Speaker A
Die Tiger als eingegrabener [musik] Ambos auf den Höhen, die Panther als bewegliche Reserve dahinter, bereit dorthinzustoßen, wo der [musik] Feind einbrach.
Speaker A
Nicht Stark Kuppe halten bis zum letzten Mann, sondern nachgeben, wo es weh tat und zuschlagen, wo der Feind sich blöste.
Speaker A
Das Tarnen und Einmessen war eine Wissenschaft für sich. Wir warfen Zweige und Netze über den Turm, damit die Silhouette verschwand, [musik] und ich maß die Entfernungen zu markanten Punkten im Vorfeld, zu einem Gehöft, einer Baumgruppe, einer Wegkreuzung und prägte mir diese Zahlen
Speaker A
ein wie ein Gebet, [musik] denn wenn es losging, würde ich keine Zeit zum Messen haben.
Speaker A
800 m bis zur Scheune, 1100 bis zum Kreuz am Weg, 500 bis zur Baumreihe.
Speaker A
Wenn ein Feindpanzer die Scheune erreichte, wußte ich, wie hoch ich halten musste, ohne nachzudenken. In diesem Wissen lag Leben [musik] und Tod.
Speaker A
Der Nachschub kam in diesen Tagen nur tröpfelnd über die [musik] verstopften, aufgeweichten Straßen. Ein Tanklastwagen brachte Kraftstoff, den wir mit Kanistern und Eimern von Hand in die Tanks schöpften. Ein anderer, die Granaten, die wir sorgsam in die Halter im Turm und in der Wanne
Speaker A
verstauten, jede an ihren Platz, denn im Gefecht musste Rudi blind danach greifen können. Ich putzte das Rohr mit dem langen Wischer, bis es innen wieder blank war, prüfte den Verschluss, die Rücklaufbremse und das Zielfernrohr, dessen Gummipolster längst durchgescheuert war und das mir bei
Speaker A
jedem Schuss gegen die Stirn schlug. In den wenigen ruhigen Stunden schrieben manche Männer nach Hause, kurze Zeilen, in denen nichts von dem stand, was wirklich war.
Speaker A
Rudi bat mich einmal, ihm bei einem Brief an seine Mutter zu helfen, weil ihm die Worte fehlten, [musik] und ich diktierte ihm ein paar harmlose Sätze über gutes Wetter und ausreichend Essen, und wir logen beide gern, weil die
Speaker A
Wahrheit keiner Mutter zuzumuten war. Zwischen dem Graben lag das Warten und das war das Zermürbende.
Speaker A
Wir startten nach Norden in die weite hügelige Ferne, aus der der Feind kommen würde.
Speaker A
Ich verbrachte Stunden am Zielfernrohr, schwenkte das Rohr langsam über das Vorfeld, suchte nach der kleinsten Bewegung, einem Staubfähnchen, dem Kopf eines Spättrups, über einem Feld rein.
Speaker A
Nach einer Weile begannen die Augen einem Streiche zu spielen [musik] und dann, wenn wirklich etwas kam, glaubte man es zuerst nicht. Willly hörte in diesen Tagen unablässig den Äter ab und vermittelte uns das größere Bild, das wir sonst nie erfahren hätten.
Speaker A
"Sie stellen etwas Großes zusammen", [musik] sagte er einmal am Abend, während er sich die Kopfhörer von den geröteten Ohren zog.
Speaker A
Die Aufklärung meldet immer mehr Panzer hinter den Höhen und es sollen neue dabei sein, schwere.
Speaker A
Wir wussten damals noch nicht genau, was er meinte. Wir sollten es bald erfahren. Der Wagen machte uns in dieser Wartezeit Sorgen. Ein Tiger war ein Wunderwerk, aber ein empfindliches und der Vormarsch durch den Schlamm hatte seine Spuren hinterlassen. Z verbrachte jede freie
Speaker A
Stunde am Heck, in die Wartungsklappen gekrochen, die Hände schwarz bis zu den Ellbogen. "Das Getriebe", brummte er und die Lenkbremsen. "Ich traue ihnen nicht.
Speaker A
Wenn wir voll raus müssen in schnellem Wechsel, dann weiß ich [musik] nicht, ob sie halten." Kessler hörte ihm zu.
Speaker A
Ernst, denn ein liegen gebliebener Tiger war ein toter Tiger. Ersatzteile [musik] kamen kaum durch und wir behalfen uns, wie wir konnten, mit Draht, mit List, mit der beinahe zärtlichen Geduld, die Z seiner Maschine entgegenbrachte. Nachts träumte ich schlecht, immer wieder
Speaker A
[musik] von dem Torbogen mit der Pack, nur dass ich zu spät feuerte und der Abzug sich nicht bewegen ließ.
Speaker A
Rudi sprach im Schlaf, rief manchmal nach seiner Mutter und keiner von uns machte je eine Bemerkung darüber, denn jeder von uns hätte im Schlaf nach etwas gerufen, wenn er sich getraut hätte.
Speaker A
Zwischen den beiden großen Schlachten lag keine [musik] Ruhe, nur ein Wechsel der Bedrohung. Fast täglich tasteten sowjetische Spättrups und kleinere Panzerrudel unsere Höhen ab, suchten nach der schwachen Stelle und wir mussten sie abweisen, [musik] ohne uns zu verausgaben, ohne die Munition zu
Speaker A
vergeuden, die wir für den großen Tag brauchten. Einmal in [musik] der grauen Dämmerung schoben sich oder 8 T34 aus dem Morgendunst gegen unseren Abschnitt vor und ich weckte Kessler mit einem einzigen Wort in die Bordsprechanlage.
Speaker A
Wir ließen sie herankommen, ganz nah, [musik] bis auf 600 m, bis auf 500, hielten den Atem an in unseren eingegrabenen Wagen und dann eröffneten wir alle zugleich das Feuer aus der Deckung und die vordersten brannten, bevor sie begriffen, woher die Schläge
Speaker A
kamen. Die übrigen wandten und flohen und ich schoss einem in die Heckpanzerung in den Motorraum und er blieb qualmend stehen. Es war kein großer Kampf, aber er lehrte den Feind Vorsicht und Vorsicht kostete ihn Zeit und Zeit war das einzige, was wir
Speaker A
gewinnen konnten. An einem anderen Tag brach ein sowjetischer Stoß weiter links beim Nachbarregiment tatsächlich [musik] in unsere Stellungen ein, und da sah ich, wozu die bewegliche Reserve gut war. Über Funk kam der Ruf und aus ihren [musik] gedeckten Bereitstellungen
Speaker A
hinter den Höhen brachen die Panther hervor. Leutnand Adler an der Spitze und stießen dem eingedrungenen Feind in die offene [musik] Flanke, so schnell und so hart, dass der Einbruch schon zerschlagen war, ehe er sich ausweiten konnte.
Speaker A
Wir hörten es mehr, als wir es sahen, das rasche, harte Bällen der langen Rohre, ganz anders als der schwere, dröhnende Schlag unserer 88. Und als es vorbei war, meldete Willly trocken, dass die Reserve die Lage bereinigt [musik] habe.
Speaker A
So arbeiteten wir Woche um Woche, der Amboss und der Hammer. Und langsam begann [musik] ich zu begreifen, dass unser Überleben nicht allein an der Dicke unserer Panzerung hing, sondern an diesem Zusammenspiel, an der Ruhe unseres Kommandeurs und an der Kunst,
Speaker A
[musik] im richtigen Moment nicht dort zu sein, wo der Feind zuschlug. Dann in den ersten Maien [musik] begann die zweite Schlacht und sie begann größer, schwerer und entschlossener als alles zuvor. Sie begann, wie solche Schlachten immer begannen, mit dem Trommelfuer. [musik]
Speaker A
Ich lag im Halbschlaf in meinem Sitz, als das erste dumpfe Grollen aufkam, weit weg und im ersten Moment hielt es für das übliche ferne Störfeuer.
Speaker A
Doch es hörte nicht auf. Es schwoll an, wurde zu einem einzigen ununterbrochenen Rollen, das den Boden erzittern ließ.
Speaker A
Und dann kamen die Einschläge näher, wanderten die Höhe herauf zu uns und mit einem Mal war die Welt nur noch Lärm und Erde und [musik] bärstende Luft. Sie beschossen uns mit einer Masse an Rohren, die ich mir nicht vorstellen
Speaker A
konnte. Die Einschläge lagen so dicht, dass die einzelnen Detonationen zu einem einzigen unerträglichen [musik] Dröhnen verschmolzen.
Speaker A
Erde prasselte auf unsere Panzerung, Splitter kreischten über den Stahl und wir kauerten in unserem Wagen tief unten [musik] die Luken dicht.
Speaker A
Es gibt kein Gefühl der Hilflosigkeit, das größer wäre, als im Trommelfuer im Panzer zu sitzen. Man kann nichts tun, man kann nicht schießen. Man sieht keinen Feind. Man kann sich nur klein machen und lauschen, ob der nächste Einschlag der ist, der einen [musik]
Speaker A
findet. Brud hatte die Augen geschlossen und die Lippen bewegten sich. Z hielt beide Hände am Lenkwerk, als wollte er losfahren und wusste doch, dass es keinen Ort gab, an den man fahren konnte. Es hört gleich auf", sagte Kessler in die Bordsprechanlage, ruhig,
Speaker A
fast beiläufig. [musik] "Und ich weiß bis heute nicht, ob er es glaubte oder ob er es nur sagte, damit wir es glaubten, aber es half." Seine Ruhe war unser Anker. Und dann hörte es auf, so plötzlich wie es begonnen hatte.
Speaker A
[schnauben] Und in die dröhnende Stille hinein sagte Willly mit einer Stimme, die zum ersten Mal ihre Gleichmäßigkeit verloren hatte.
Speaker A
Sie kommen. Alle Wagen Feindpanzer im Vorfeld. Sie greifen an. Ich riss mich am Fernrohr zurecht, [musik] wischte mir den Schweiß aus den Augen und da waren sie. Aus dem sich lichtenden Staub schellten sich dutzende dunkler Umrisse, breit über die ganze Front verteilt,
Speaker A
eine Woge aus Stahl, die die Höhe heraufrollte. T34 Reihe um [musik] Reihe. Und diesmal viele von der neuen Art mit dem größeren Turm und dem längeren Rohr, gefährlicher als die alten, denn ihre Kanone konnte uns auf kurze Entfernung von vorn
Speaker A
aufbrechen. Und dazwischen [musik] langsam und schwer, gedrungene Gestalten, die alles überragten. Feindpanzer, Front in Masse, meldete Kessler kurz. Richtschütze, wir nehmen zuerst die T34. von rechts nach links.
Speaker A
Panzergranate geladen! Rief Rudy [musik] und seine Stimme zitterte nicht mehr. Jetzt wo es losging, denn im Handeln lag Rettung.
Speaker A
Ich fasste den ersten Wagen, [musik] brachte das Fadenkreuz auf ihn, korrigierte, hielt den Atem an, feuerte.
Speaker A
[musik] Der Schlag, der Qualm, der klirrende Kartuschenboden, der Ruck durch den ganzen Wagen. Was dann folgte, war kein Kampf mehr im Sinne einzelner Duelle. Es war Arbeit, verzweifelte, keuchende, nicht endende Arbeit am Rohr.
Speaker A
Ich schwenkte, fasste, feuerte, schwenkte, fasste, feuerte und unter mir riss Rudy Granate um Granate aus den Haltern, geladen, geladen, geladen. Und der Turm füllte sich mit Qualm, [musik] der nicht mehr abzog und die Hitze stieg, bis das Hemd mir am Leib klebte
Speaker A
und der Schweiß mir ins Fernrohr tropfte. Meine Ohren waren längst nur noch ein einziges Klingeln, in das die Befehle wie aus großer Ferne [musik] drangen.
Speaker A
Die T34 kamen weiter, obwohl wir Wagen um Wagen abschossen. Sie rollten über ihre eigenen brennenden Kameraden hinweg und ihre Zahl schien nicht abzunehmen.
Speaker A
Das war das Furchtbare an ihnen. Man vernichtete drei [musik] und es kamen fünf nach. Der erste Volltreffer auf unseren Turm kam, als der Feind auf vielleicht 700 m heran war und er warf uns alle herum. Das Krachen war so laut, dass ich für einen Moment
Speaker A
gar nichts mehr [musik] hörte und der ganze Wagen sprang und Rostflocken rieselten von der Turmdecke auf uns herab. "Halten", brüllte Kessler. "Die Platte hält weiter!" Und wir machten weiter. Der Qualm im Turm war jetzt so dicht, dass ich den Ladeschützen kaum
Speaker A
noch sah. Nur seine Umrisse, wie er sich zwischen den Haltern bückte und streckte. Und meine Augen tränten, und jeder Atemzug schmeckte nach verbranntem Pulver.
Speaker A
Zwischen den Schüssen suchte ich das Vorfeld ab nach dem nächsten Ziel. Und in dem wandernden, wogenden Rauch draußen war es schwer, Freund von Feind zu unterscheiden. Das brennende Wrack vom noch fahrenden Wagen. Einmal hätte ich beinahe auf einen der unseren
Speaker A
gefeuert, einen Panzer vier des zweiten Regiments, der sich unerwartet von der Seite ins Bild schob. Und nur, weil Kessler im letzten Moment das schwarz-weiße Balkenkreuz an seiner Wanne erkannte und mir zurf, ließ ich den Finger vom Abzug. Solche
Speaker A
Augenblicke, in denen man um Haaresbreite den eigenen Kameraden erschießt, gehören zu den Dingen, von denen später niemand spricht und die einen doch nachts nicht loslassen.
Speaker A
Es war dann, [musik] dass sich einer der Schweren löste und uns entgegenschob und ich begriff zum ersten [musik] Mal richtig, was Willly mit den Neuen gemeint hatte.
Speaker A
Er war größer als ein T34, klobiger mit einem gewaltigen gedrungenen Turm und einem Rohr, das [musik] dicker war als alles, was ich an einem Panzer je gesehen hatte.
Speaker A
"Ein schwerer", sagte Kessler und in seiner Stimme lag zum ersten Mal ein winziger Riss von Unsicherheit.
Speaker A
Ein Josef Stalin vom neuen Typ. So nannten wir sie nach dem Namen, [musik] den sie trugen. Ich fasste ihn ins Fernrohr 900 m, brachte das Kreuz auf seinen Turm unter die Blende.
Speaker A
Panzergranate [musik] auf den Turm, hatte Kessler befohlen. Ich feuerte und ich sah mit einem Entsetzen, das mir in die Glieder fuhr, wie meine Granate von der schrägen Stirn [musik] abprallte. Ein gr Funkenstrahl.
Speaker A
Ein Kreischen. Und der Josef Stalin stand unbeindruckt, [musik] als hätte ich ihn mit einem Kieselstein beworfen. "Abgeprallt", presste ich hervor. "Noch mal tiefer", sagte Kessler, aber ich wusste schon, dass es nichts nützte. Seine Stirn war zu dick und zu schräg für unsere 88 auf diese
Speaker A
Entfernung. Der Josef Stalin feuerte zuerst. Ich sah das Mündungsfeuer aufblitzen, riesig, und der Einschlag, der uns traf, war anders als alles zuvor.
Speaker A
Es war [musik] als hätte ein Gott mit der Faust auf uns eingeschlagen. Der ganze Panzer wurde herumgerissen. Ich flog aus meinem Sitz, schlug mir den Kopf am Zielfernrohr auf und für einen Moment war alles schwarz [musik] und rot.
Speaker A
Als ich wieder sehen konnte, war der Turm voller Rauch und Rudi schrie. Eine abgeplatzte Metallschuppe von der Innenseite der [räuspern] Panzerung hatte ihn an der Schulter getroffen und er blutete, [musik] aber er lebte und schon nach wenigen Sekunden griff er mit dem heilen Arm
Speaker A
nach der nächsten Granate. "Ich kann noch", keuchte er. Die Platte hatte gehalten, das Geschoss war an der Turmkante abgeglitten und hatte eine tiefe glänzende Furche in den Stahl gerissen. Ein Handbreit anders und wir wären alle tot gewesen.
Speaker A
"Zurück", entschied Kessler. "Sep, in die Wechselstellung rückwärts. Wir zeigen ihm nicht die Flanke." Und Z ließ den Wagen mit einer Geschicklichkeit zurückrollen, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte. hinunter hinter die Kuppe aus dem Feuer. Es war jetzt
Speaker A
[musik] in dieser höchsten Not, dass die Panther kamen. Willly drückte sich die Kopfhörer an und rief: "Die erste Abteilung stößt vor.
Speaker A
Sie nehmen die Schweren in die Flanke. Alle Tiger sollen sie binden." Und dann hörte ich die Stimme selbst im Klarfunk ruhig und knapp. Ein Leutnand, den wir Adler nannten, weil das sein Rufname war.
Speaker A
Haltet ihre Aufmerksamkeit auf euch. Wir kommen von rechts. Also taten wir genau das. Wir schoben uns wieder halb über die Kuppe, gerade s weit, daß der Josef Stalin uns sah und sein schweres Rohr auf uns richtete, [musik] und wir zogen
Speaker A
sein Feuer auf uns, während links von uns die anderen Tiger dasselbe taten. Und der große russische Panzer begin den Fehler, den wir brauchten. Er blieb auf uns fixiert. [musik] Sein Rohr feuerte langsam, quälend langsam, denn seine gewaltigen Granaten mussten in zwei
Speaker A
Teilen geladen werden, und zwischen den Schüssen lagen lange Sekunden, in denen er wehrlos war.
Speaker A
In genau diesen Sekunden brachen die Panther aus einer Bodenfalte rechts von ihm hervor. Ich sah es durch mein Fernrohr, denn Kessler hatte mich auf die Stelle gerichtet.
Speaker A
Die Panther jagten heran, tief geduckt, ihre langen Rohre gesenkt und der erste von ihnen feuerte im kurzen Halt und seine Granate schlug in die Flanke des Josef Stalin, dorthin, wo auch der schwere russische Panzer verwundbar war.
Speaker A
Ein Blitz, [musik] ein Ruck und der große Turm hob sich einen halben Meter an, als es in ihm zu brennen begann.
Speaker A
Sitzt, sagte Kessler [musik] leise, aber es war nicht unser Schuss. Doch der Feind gab [musik] die Antwort sofort.
Speaker A
Ein zweiter Josef Stalin weiter hinten hatte den vorstoßenden Panther die Flanke abgewonnen und sein Rohr fand den führenden Wagen. Der Einschlag riss dem Panther den Turm halb aus dem Ring und der Panzer rollte noch ein Stück brennend und blieb dann [musik] stehen.
Speaker A
Und aus den Luken kam nur einer heraus und der bewegte sich nicht [musik] mehr, als er im Gras lag. Über Funk hörte ich Adlers Stimme einen Augenblick [musik] lang, wie sie brach, und dann war sie wieder ruhig.
Speaker A
Weiter, wir haben ihn. Links von euch gebt uns Deckung. Und wir gaben ihnen [musik] Deckung. Und die übrigen Panther zerschlugen mit ihren langen, harten Rohren die Flanke des feindlichen Stoßes, während wir die Front hielten.
Speaker A
Und so brach der Angriff auf unserem Abschnitt zusammen. Das war der Krieg, wie wir ihn führten.
Speaker A
Keiner von uns hätte allein überlebt. Der Tiger [musik] allein war zu langsam, der Panther allein zu verwundbar an der Seite. Nur zusammen taugten wir etwas.
Speaker A
Der Angriffte nicht ab, er verlagerte sich nur. Kaum war der eine Stoß zerschlagen, [musik] meldete Willi nächsten weiter rechts und wir mussten hinüber, von Stellung zu Stellung, immer bedacht, im Rücken der Höhe zu bleiben, wo der Feind uns nicht sah.
Speaker A
Zweimal an diesem Tag tauchten wir neben den Panthern auf und kämpften Seite an Seite. Sie mit ihren schnellen, flachen Schüssen, wir mit dem schweren Schlag der 8. Und einmal gelang es mir selbst, einen der Josef Stalin zu erwischen, als
Speaker A
er sich vor einem Panther zur Seite drehte und mir dabei die Flanke zeigte, [musik] für einen Wimpernschlag nur. Ich feuerte, ehe ich richtig gezielt hatte, aus dem Gefühl heraus, wie man einen Ball fängt, ohne nachzudenken. Und die Granate schlug in die Seite [musik] und
Speaker A
der große Panzer stand und begann zu brennen. Kessler sagte nichts, aber er legte mir für einen Moment die Hand auf die Schulter. von oben aus der Kuppel und das war mehr wert als jedes Wort. So lernten [musik] wir sie zu schlagen, die
Speaker A
Schweren, nicht mit roher Kraft, sondern mit Geduld und mit dem Zusammenspiel, dass der Feind uns nie ganz nachmachte, so viele Panzer er auch ins Feld führte.
Speaker A
Doch die Schlacht war nicht zu Ende und für uns kam das Schlimmste erst noch. In der Hitze des [musik] Gefechts, als wir erneut die Stellung wechseln wollten, geschah was Seb seit Wochen befürchtet hatte. Er legte den Gang ein, gab Gas
Speaker A
[musik] und statt des vertrauten Rucks kam ein hässliches malendes Kreischen aus dem Getriebe und der Wagen bewegte sich nicht. "Nein!", brüllte Sep. "Nicht jetzt, du verfluchtes Stück Blech." "Nicht jetzt." [musik] Er kämpfte mit den Hebeln und wieder das Kreischen und
Speaker A
der Tiger stand fest. 57 Tonnen Tod mitten im Gefecht. Ein Ziel, [musik] das nicht weichen konnte. Ich spürte die Kälte in den Bauchfahren, kälter als jede Angst zuvor.
Speaker A
"Getriebe" [musik] meldete Sepresster Stimme. "ich bekomme ihn nicht mehr weg. Wir stehen." Für einen Augenblick war es still im [musik] Turm. "Wir bleiben und kämpfen", entschied Kessler. "Von hier aus. Der Graben schützt die Wanne. Richtschütze, du bleibst am Rohr. Wir halten diese
Speaker A
Stelle. Willly, meld unsere Lage. Wir brauchen einen Bergepanter. Die Stunden, die folgten, gehören zu den schrecklichsten meines Lebens.
Speaker A
Wir standen fest, ein unbeweglicher Punkt, und der Feind bemerkte bald, dass wir uns nicht mehr bewegten und begann uns gezielt zu bekämpfen.
Speaker A
Der Treffer des Josef Stalin hatte auch die Turmdrehung beschädigt, sodass die Hydraulik streikte und ich den Turm nur noch von Hand kurbeln konnte, um Drehung, um Umdrehung, während irgendwo da draußen ein Feindpanzer sein Rohr auf mich richtete. Wir schossen auf alles,
Speaker A
was in unsere Feuerbahn kam und trafen. Und trotzdem war klar, dass es nur eine Frage der Zeit war. Ein Geschoss schlug direkt vor uns in den Erdwal des Grabens. Ein anderes streifte die Wanne und riss ein Kettenblech ab. "Wo bleibt
Speaker A
der Bergepanther?", [musik] Prste ich hervor zwischen zwei Schüssen und Willly, dessen Stimme jetzt völlig heiser war, antwortete nur unterwegs.
Speaker A
[musik] Sie kommen so schnell Sie können. Kessler war halb aus der Kuppel und führte mich mit der Stimme. 11 Uhr, ein T34, er will an unsere Seite.
Speaker A
Ich kurbelte verzweifelt, viel zu langsam, meine Arme brannten und da endlich hatte ich ihn, feuerte und traf gerade noch, bevor er uns die Flanke aufreißen konnte.
Speaker A
Es war später Nachmittag, als der Bergepanter endlich kam, unter Feuer, ein tapferes, [musik] wahnsinniges Manöver, denn er fuhr in die tödlichste Zone der ganzen Front, nur um uns herauszuholen.
Speaker A
Die Männer machten das schwere Zugseil fest, [musik] unter Beschuss mit einer Ruhe, die mir den Atem nahm, und dann zogen sie uns quälend langsam rückwärts aus dem Graben hinunter hinter die Kuppe. Ich hielt das Rohr auf die Höhe
Speaker A
gerichtet, [musik] deckte den Rückzug, so gut es mit meinem von hand geschwenkten Turm ging, und feuerte auf die Silhouetten, die [musik] über die Kuppe zu kommen versuchten.
Speaker A
Als wir außer Sicht kamen und der direkte Beschuss abriss, brach in unserem Wagen etwas zusammen, eine Anspannung, die uns Stunden aufrecht gehalten hatte. Und ich hörte, [musik] wie Rudi zu weinen begann, leise und niemand sagte ein Wort darüber, denn wir
Speaker A
hätten alle weinen können. Die zweite Schlacht endete, [musik] wie es kaum einer von uns zu hoffen gewagt hatte.
Speaker A
Wir hielten, die Höhen blieben unser, [musik] die Stadt lag noch hinter unseren Linien und das Vorfeld war übersht mit den Wracks der Feindpanzer, mehr als ich je an einem Ort gesehen hatte. Ein ganzer verbrannter Wald aus Stahl. Dazwischen die schweren klobigen
Speaker A
Leiber der Josef Stalin, die man doch hatte schlagen können, wenn man sie in die Flanke bekam.
Speaker A
Wir hatten den größten Stoß standgehalten, den sie gegen uns geführt hatten. Und für einen kurzen, kostbaren Augenblick war die Front an dieser Stelle zur Ruhe gekommen.
Speaker A
Aber wir wussten, was [musik] dieser Sieg gekostet hatte. Von unserer Kompanie war nur ein Bruchteil kampffähig. die meisten Wagen abgeschossen oder liegen geblieben, die Besatzungen tot oder verwundet. Und bei den Panthern sah es nicht besser aus.
Speaker A
Wir hatten gehalten. Ja, aber wir waren ausgeblutet. Unser Wagen wurde zur Instandsetzung zurückgeschleppt und Z verbrachte Tage damit, das Getriebe wiederherzurichten.
Speaker A
Gemeinsam mit den Männern der Werkstatt, [musik] die aus abgeschossenen Wracks ausbauten, was noch zu gebrauchen war.
Speaker A
Ein Kannibalismus der Maschinen, der uns am Leben und im Kampf hielt. In diesen öligen, ruhigen Stunden in der halbfallenen Scheune, die uns [musik] als Werkstatt diente, kam mir zum ersten Mal richtig zu bewusstsein, wie sehr wir verändert waren. Wir fünf.
Speaker A
Rudi, der Junge, [musik] der im Schlaf nach seiner Mutter gerufen hatte, sprach jetzt weniger. Sein Blick war älter geworden, als hätte er in kurzer Zeit ein ganzes Leben durchmessen.
Speaker A
Willly hatte tiefe Ringe unter den Augen vom ewigen Horchen im Äter. Sep fluchte noch aber leiser und Kessler, unser Fels, trug eine Müdigkeit im Gesicht, die er nur zeigte, wenn er glaubte, dass keiner ihn sah.
Speaker A
Dann kam der Befehl, unsere zerschlagene Abteilung aus der Front zu ziehen. Nicht in Panik, nicht als Flucht, sondern geordnet. Denn was von uns kämpfen konnte, ließ sich an einer Hand abzählen. Und ohne Ruhe, ohne Ersatz, ohne neue Wagen wären wir beim nächsten
Speaker A
großen Stoß nur noch Brennstoff gewesen. Andere frischere Verbände lösten uns auf den Höhen ab und wir rollten in einer traurigen kurzen Kolonne nach hinten.
Speaker A
Die wenigen Tiger und Panther, die es aus dem Feuer geschafft hatten, um in der Etappe wieder aufgefüllt zu werden.
Speaker A
Es ist eine [musik] seltsame Bitterkeit, einen Boden im Rücken zu lassen, den man verteidigt hat, für den Kameraden [musik] gestorben sind, den man mit den Fingern kennt. Jede Bodenwelle, jede Baumgruppe, jede Entfernung eingeprägt wie ein Gebet. Wir gaben ihn nicht auf
Speaker A
an jenem Tag. Wir hatten ihn gehalten. Aber tief in uns wusste jeder, dass das nur ein Aufschub war.
Speaker A
Was wir mit so viel Blut [musik] bewahrt hatten, würde später fallen im Sommer, wenn die ganze Front in Bewegung geriet und dann würde es kein Halten mehr geben. Wir ahnten es, ohne es aussprechen zu können. Ich weiß nicht,
Speaker A
wie viele Feindpanzer [musik] wir in diesen Wochen um Targu Frumos abgeschossen haben. Wir zählten nicht [musik] und ich bin heute froh darüber, denn jede Zahl wäre eine Lüge über das, was wirklich geschah. Jede Zahl würde aus dem Grauen eine Bilanz machen und es
Speaker A
war keine [musik] Bilanz. Es war das Ende einer Welt für sehr viele Menschen auf beiden Seiten der Höhen.
Speaker A
Ich denke oft an die russischen Besatzungen, die aus ihren brennenden Wagen sprangen, an die kleinen dunklen Gestalten, die im Schlamm liegen blieben.
Speaker A
Sie waren nicht anders als wir. Sie saßen in ihren engen Türmen, schwitzten, fürchteten [musik] sich, hörten ihre Kommandanten, dachten an ihre Mütter.
Speaker A
Der einzige Unterschied war an jenem Tag, an jener Stelle, wer den anderen zuerst im Fernrohr hatte.
Speaker A
[musik] Das ist keine Heldengeschichte. Es hat nichts Erhabenes. Es war nur eine Frage des Überlebens, Tag für Tag in der stickigen, dröhnenden, nach Pulver und Schweißstinkenden Enge eines Panzers [musik] gegen einen Feind, der immer immer in der Überzahl war. Wir kamen alle fünf
Speaker A
heraus aus Targu Frumos und das ist das einzige, was am Ende zählt, wenn ich zurückblicke über all die Jahre.
Speaker A
Kessler, der uns führte und der seine Angst nie [musik] zeigte, damit wir unsere überwinden konnten.
Speaker A
Sep, der unseren Wagen mit Fluchen und Zärtlichkeit am Leben hielt über das hinaus, was diese Maschine ertragen konnte. Willi, der aus dem Rauschen des Ethers unser Überleben herausfischte.
Speaker A
Rudi, der Junge, der zum Mann wurde in Wochen, in denen andere es in Jahren nicht schaffen. Und ich, [musik] der Richtschütze, der durch sein enges Fernrohr die ganze Zeit über einen winzigen Ausschnitt des Krieges sah und der doch genug sah für ein ganzes Leben
Speaker A
und darüber hinaus. Wenn ich heute die Augen schließe, höre ich noch immer das malende Dröhnen des Motors, spüre den Schlag des Rohres in den Knochen, rieche das Kordit. Und ich höre die ruhige Stimme aus der Kuppel, die durch alles hindurchklang durch den
Speaker A
Lärm und die Angst und den Tod. Richtschütze Uhr Panzergranate. Und ich lege an und ich halte den Atem an und für einen Augenblick sind wir wieder alle fünf lebendig. Dort oben auf den Höhen der Moldau, im Frühjahr, als
Speaker A
die Obstbäume blühten und die Welt brannte.
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