Dokumentation über die Rettung eines mutterlosen Seehund-Jungtiers an der Nordseeküste und das Leben der Robben im Wattenmeer.
Key Takeaways
- Mutterlose Seehund-Jungtiere haben ohne menschliche Hilfe kaum Überlebenschancen.
- Ehrenamtliche Seehundjäger spielen eine wichtige Rolle beim Schutz und der Rettung der Tiere.
- Das Wattenmeer ist ein einzigartiger Lebensraum mit vielfältiger Tierwelt, darunter auch Raubtiere wie Seehunde.
- Frühe Erkennung und schnelle Hilfe sind entscheidend für das Überleben von Heulern.
- Die Zusammenarbeit zwischen Naturschützern, Wissenschaftlern und Freiwilligen ist essenziell für den Schutz der Robben.
What the video covers
- Begleitung der Tierschützerin Ilka bei der Rettung eines mutterlosen Seehund-Jungtiers, genannt Heuler.
- Erklärung der Lebensbedingungen und Besonderheiten des Wattenmeers an der Nordseeküste.
- Vorstellung der Arbeit von Seehundjäger Kalle, der ehrenamtlich nach Seehunden in Not sucht.
- Beschreibung der Gefahren für Seehund-Jungtiere, die ihre Mutter verlieren und ohne Hilfe nicht überleben können.
- Einblick in die Biologie und das Verhalten von Seehunden, inklusive ihrer Krallen und Jagdgewohnheiten.
- Darstellung der Zusammenarbeit zwischen Tierschützern, Rettungsstationen und Meeresbiologen.
- Erklärung der Bedeutung von Patrouillen zur Kontrolle der Küste während der Geburtenzeit.
- Beobachtung weiterer Tiere im Wattenmeer, wie Wattwürmer und Strandkrabben, als Teil des Ökosystems.
- Aufnahme und Untersuchung von toten Meerestieren am Institut für Meeresbiologie (ITAW).
- Abschluss mit Transport des geretteten Seehunds zur Seehundstation Friedrichskoog für weitere Pflege.
Chapters
- 00:00Einsatz an der Nordseeküste und erste Sichtung des Seehunds
- 02:27Untersuchung des Seehund-Jungtiers und seine Besonderheiten
- 03:32Rückblick: Entdeckung der wilden Tierwelt im Wattenmeer
- 04:31Lebensraum Wattenmeer und seine Bewohner
- 06:41Seehundjäger Kalle bei der Patrouille an der Küste
- 08:43Suche nach mutterlosen Seehund-Jungtieren (Heulern)
- 11:03Umgang mit toten Meerestieren und Transport zum Institut
- 12:09Notruf und Rettung des geschwächten Seehunds
- 13:31Transport zur Seehundstation und weitere Pflege
- 16:23Beobachtungen im Hafen und auf See – Seehundkolonien und Lebensweise
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Speaker A
Untertitelung: BR 2023 Einsatz an der Nordseeküste. So, jetzt bin ich ein bisschen aufgeregt. Du auch?
Speaker A
Nein. Ich mache das schon so lange. Ich freue mich nur, dass ich dem Tier helfen kann.
Speaker A
Jetzt geht's los, Leute. Wir müssen uns ein bisschen anschleichen.
Speaker A
Damit der nicht ins Wasser abhaut? - Genau.
Speaker A
Ich seh ihn immer noch nicht. - Das Hellgraue da. Oh ja, ich seh es.
Speaker A
Er atmet ganz stark. Pass auf, dass die Kiste stehen bleibt. Hey, alles gut. Alles gut, es passiert nichts.
Speaker A
Oh, die kleinen Äuglein. Zumachen? - Ja, zumachen. Dann tragen wir ihn zusammen hoch. - Der war relativ entspannt.
Speaker A
Ich helfe Tierschützerin Ilka bei einer Seehund-Rettung. Das Jungtier hat seine Mutter verloren und liegt seit Stunden einsam und hilflos am Ufer.
Speaker A
Wenn der einem in die Augen schaut, ist man verliebt. So, da gucken wir auch erst einmal rein, in die Augen.
Speaker A
Auf was achtest du da? Ob die eine Bindehautentzündung, also entzündete, rote Augen haben. Das sieht aber gut aus.
Speaker A
Jetzt ist er auch etwas wehrhaft, das ist schön. Da freu ich mich. Immer eine Hand um das Maul ...
Speaker A
... weil er beißen kann. Es sind Raubtiere. Genau, dann gucken wir die Flossen an.
Speaker A
Der hat richtige Krallen an der Flosse. Wofür braucht er die? Die sind richtig scharf, damit er sich auch auf Sand fortbewegen kann.
Speaker A
Ilka möchte einen Blick ins Maul werfen. Ich kann ein bisschen nachhelfen. Ja, super. Der hat nach seiner Mama geheult, oder?
Speaker A
Ja, das findet er gerade doof. Und weil die Geräusche nach Heulen klingen, wird er Heuler genannt.
Speaker A
Der kleine Seehund ist nur ein paar Tage alt. Ohne Mutter oder fremde Hilfe hat er keine Überlebenschance.
Speaker A
So bin ich der wilden Hilde begegnet. Aber Stopp! Bevor ich euch verrate, wie ihre Geschichte weitergeht, spulen wir ein paar Stunden zurück.
Speaker A
Ganz an den Anfang meines Abenteuers an der Nordsee. Juuuhuuuuu! Endlich Nordsee. Wohooo! Jetzt schauen wir mal, was es hier zu entdecken gibt. Kommt mit.
Speaker A
An der Nordsee ist gerade Ebbe, das Wasser hat sich weit zurückgezogen. Der freiliegende Grund heißt Watt.
Speaker A
Der gesamte Küstenbereich gehört zum Wattenmeer. Ein einzigartiger Lebensraum für kleine Tiere wie Quallen, Muscheln und Schnecken.
Speaker A
Aber wusstet ihr, dass hier auch ein großes Raubtier lebt? Vielleicht finden wir es ja.
Speaker A
Ha ha, eine Strandkrabbe. Okay, Leute, Mutprobe: Ich versuche, sie zu fangen. Das war gar nicht so schwer.
Speaker A
Aber vor den Scheren muss man sich in Acht nehmen. Eigentlich kommen die aus dem Atlantik, aber hier an der Nordsee fühlen sie sich auch ganz wohl.
Speaker A
Na gut, ich setze meinen kleinen Freund wieder zurück. Die Krabbe ist nicht das gesuchte Raubtier.
Speaker A
Wollen wir mal unter der schlammigen Erde schauen? Im Schlick wuseln abgefahrene Kreaturen herum. Wie lange muss man da ...
Speaker A
Da ist einer. Nicht gleich wieder eingraben! Tada, der Regenwurm des Watts. Der Wattwurm. Oh, der ist ganz schön dreckig, aber das stört ihn nicht.
Speaker A
Das fühlt sich lustig an, wie der sich bewegt. Ich muss den auf meine Hand setzen.
Speaker A
Wattwürmer fressen sich durch den Schlick, belüften den Boden, sorgen für frische Nährstoffe und sind selbst Nahrung für Vögel.
Speaker A
Aber ein Raubtier? Nee. Magst du dich wieder eingraben? Darfst du. Die Suche geht weiter. Aber nicht im Watt.
Speaker A
Ich mach mich lieber mal auf den Rückweg zum Strand, denn die Flut setzt ein.
Speaker A
Da sollte man sich besser in Sicherheit bringen. Ich bin mit dem Kalle verabredet, denn wir gehen gemeinsam auf Patrouille.
Speaker A
Auf Raubtier-Patrouille. Und die Raubtiere sind ... Robben. Sehen gar nicht so räuberisch aus, oder?
Speaker A
Aber weil sie Jagd machen, v.a. auf Fisch und Garnelen, gehören sie zur Ordnung der Raubtiere.
Speaker A
An der Nordsee leben zwei Arten von Robben: die Kegelrobbe, das größte Raubtier Deutschlands und der Seehund, eine etwas kleinere Robbenart.
Speaker A
Im Sommer, zwischen Juni und August, bekommen Seehunde Nachwuchs. Normalerweise wird das Jungtier 4 bis 6 Wochen lang von der Mutter gesäugt.
Speaker A
In dieser Zeit sind die beiden unzertrennlich. Doch hin und wieder verliert ein Jungtier seine Mama.
Speaker A
Dann ist sein Leben an der wilden Nordsee in Gefahr. Zurück auf dem Festland. Ahh, da ist er.
Speaker A
Servus, Kalle. - Moin. Ach stimmt, hier sagt man Moin. - Ja, das ist so.
Speaker A
Aber jetzt haben wir gar nicht mehr Morgen? Moin sagt man immer und das heißt Guten Tag.
Speaker A
Kalle ist Seehundjäger. Aber keine Angst, er jagt sie nicht. Das ist sowieso verboten. Nein, Kalle schützt sie.
Speaker A
Und was machst du da so? Jetzt ist ja die Hauptgeburtenzeit der Seehunde und wir fahren an der Küste längs und kontrollieren, ob hier ein kleiner Seehund seine Mama verloren hat.
Speaker A
Der liegt an den Steinen meistens. Gerade, wo du hergekommen bist. Durch Schlechtwetter werden die oft von der Mama getrennt und deshalb kontrollieren wir.
Speaker A
Wir halten also Ausschau nach Seehunden in Not. Los geht die wilde Fahrt. Wir befinden uns an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein, ganz in der Nähe von Kalles Heimatstadt Büsum.
Speaker A
Die Straße liegt zwischen Schutzdeich und Wasser. Aber wie soll man hier einen Seehund finden?
Speaker A
Also, auf den Steinen sind das helle Flecken. Die sind dann ungefähr so groß. - So groß schon?
Speaker A
Ein Seehund wiegt 8 bis 12 Kilo bei der Geburt und ist etwa 90 cm lang.
Speaker A
Wenn du die dann noch aus dem Watt zurücktragen musst, dann ist das schon ein bisschen Arbeit.
Speaker A
Verstehe. Aber Kalle macht die ehrenamtliche Arbeit gerne. Er hat eben ein Herz für Seehunde und fährt an seinen freien Tagen Patrouille.
Speaker A
Ja, manchmal liegen die hier unten in diesem Spül-Saum. Das ist alles Spülgut, was hier ankommt.
Speaker A
Dann liegen sie da unten, warten und rufen nach ihrer Mama. Wir würden sie vor allem hören?
Speaker A
Die würden wir jetzt hören. Der Ruf von jungen Seehunden nach ihrer Mutter klingt wie Heulen.
Speaker A
Deshalb werden sie in den ersten Lebenswochen Heuler genannt. Aber hier heult gerade niemand. Letztes Jahr konnte Kalle 20 mutterlose Heuler retten.
Speaker A
Dieses Jahr waren es schon sieben. Und die Geburtenzeit hat gerade erst begonnen. In der Ferne entdeckt er plötzlich etwas Helles auf den Steinen liegen.
Speaker A
Da vorne, hinter den Steinen. Da müssen wir mal aussteigen. Und? Da ist eine Boje, die haben wir gesehen. Das ist doof. - Ach, okay.
Speaker A
Kein Heuler. Dafür verärgertes Gezwitscher. Die Austernfischer schimpfen, da sind bestimmt Junge bei. Wir entdecken zwei Steinwälzer.
Speaker A
Sie sehen fast wie junge Austernfischer aus, sind es aber nicht. Und Heuler sind auch nicht in Sicht.
Speaker A
Steigen wir wieder ein. Die meisten Tage auf Patrouille muss Kalle keinen Heuler retten. Glücklicherweise geraten nicht täglich Seehunde in Not.
Speaker A
Geschieht es doch, muss das Tier erst gefunden werden. Reine Glückssache. Manchmal kommt jede Hilfe zu spät.
Speaker A
Oh, oh. Was ist das denn? - Oh Mann. Das ist ein Schweinswal, ein Schweinswalbaby.
Speaker A
Sieht nicht so schön aus. Das ist vorne ganz abgefressen. Die Fliegen sind schon ordentlich am Arbeiten, aber das ist die Natur.
Speaker A
Ja, genau. So wird der Kadaver entsorgt. Wir bringen ihn zum ITAW. Das ist das Institut für Meeresbiologie und da werden die aufgenommen und untersucht.
Speaker A
Die wollen wissen, warum der gestorben ist? Genau. Tierkadaver können Krankheitserreger verbreiten: Deswegen muss Kalle den toten Wal wegbringen.
Speaker A
Auch das gehört zu den Aufgaben eines Seehundjägers. Seine Schicht ist für heute vorbei. Aber er ist nicht der einzige Seehundretter in Büsum.
Speaker A
Für mich geht die Suche nach Heulern in Not mit Kollegin Ilka weiter. Keine 10 Minuten später klingelt das Notruf-Telefon.
Speaker A
* Robbengeräusche * Oh, eine Robbe ruft an. Hallo, Seehundjägerin Ilka Hasselmeier Büsum? "Hallo, ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin.
Speaker A
Ich habe am Strand einen Heuler gefunden, der ist alleine. Ich dachte, ich sag mal Bescheid." Da bist du genau richtig bei mir. Wo liegt er?
Speaker A
"In der Nähe von Büsum, hinter der Kartbahn. Da in den Steinen." Gut, dann komm ich gleich und schau mir das an. Danke!
Speaker A
Oh, Heuler-Alarm. - Ja. Dann auf geht's. Und jetzt sind wir wieder am Anfang der Geschichte.
Speaker A
Dank des Anrufers konnten wir diesen geschwächten Heuler finden. Bei der Untersuchung entscheidet Ilka über das Schicksal der Robbe.
Speaker A
Leidet sie zu sehr, muss sie erlöst werden.
Speaker A
Dann ab mit ihm ins Auto. - Das würde ich auch sagen. Ich bin echt überrascht, wie entspannt das vor sich ging.
Speaker A
Ich dachte, er ist viel wilder unterwegs. "David hier, von der Seehundstation. Moin." Hallo, hier ist Ilka aus Büsum.
Speaker A
Ilka informiert eine Rettungsstation für Seehunde. Bis gleich, Tschüss. Der Seehund-Transporter fährt los. Die Seehundstation Friedrichskoog ist eine Aufnahmestelle für kranke oder verletzte Robben und mutterlose Heuler.
Speaker A
Jährlich werden Hunderte Seehunde und Kegelrobben aufgepäppelt. Das Ziel: jedes Tier gesund und munter in die Nordsee auszuwildern.
Speaker A
Neuankömmlinge wie unser Seehund kommen zunächst in die Hände von Tierärztin Uli. 50 cm reduzierte Länge.
Speaker A
Jetzt messen wir den Umfang in der Achsel. Da sehen wir die Zähne. Die wachsen in den nächsten Tagen ganz gewaltig.
Speaker A
Die Stimmbänder funktionieren auch. Manche haben sich schon etwas heiser geschrien, wenn sie hier ankommen.
Speaker A
Das wird schon. Gleich hast du es geschafft. Jetzt setzen wir noch eine Flossenmarke. Dann ist die junge Dame eingeliefert.
Speaker A
Ein Weibchen? Darf ich ihr einen Namen geben? Ja, sehr gerne. Ich finde, sie sieht aus wie eine Hilde. Eine wilde Hilde.
Speaker A
Hilde hat schon länger nichts getrunken und bekommt über einen Schlauch Fischbrei eingeflößt. Ein Seehund-Energy-Drink. Den gibt's ab heute täglich.
Speaker A
Hilde, jetzt hast du deine Erstuntersuchung geschafft, was passiert mit ihr? Hilde kommt in die Transportkiste zurück, mit der sie auch ankam.
Speaker A
Dann geht's in die Quarantäne. Dort hat sie ein Erholungsbecken, wo sie in einer kleinen Gruppe wohnt.
Speaker A
Mit einer Wärmelampe und einem kleinen Becken. Dort hat sie Ruhe, bevor sie ins große Becken kommt, wo sie ihre Aufzucht verbringt.
Speaker A
Bei der Aufzucht werde ich sie begleiten. Tschüss, Hilde. Mach's gut. Jetzt heißt es für die Hilde, fressen und zunehmen, damit sie beim nächsten Mal fitter ist, wenn ich zurückkomme.
Speaker A
Ich schaue mir an, wie die Seehunde in der Wildnis leben. Früh morgens im Büsumer Hafen.
Speaker A
Ich bin mit André verabredet, einem Freund von Seehund-Retter Kalle. Treffpunkt ist der Liegeplatz seines Kutters Andrea.
Speaker A
Moin, André. Oder sagt man auf dem Schiff Ahoi? Moin Moin, sagen wir. Das Schiff ist ein Krabbenkutter.
Speaker A
Dann erst mal Leinen los. - Ja. André ist Krabbenfischer. Doch heute hat der Kapitän frei.
Speaker A
Wir melden uns bei der Schleuse an, damit er Bescheid weiß. Nicht, dass es einen Crash gibt.
Speaker A
Alles klar, nicht dass von draußen einer reinkommt. Büsum-Port von der Andrea. Guten Morgen, wir wollen gerne auslaufen.
Speaker A
Danke, gute Wache noch. In der Schifffahrt, also im Hafen und auf dem großen, weiten Meer, gelten Regeln, wie im Straßenverkehr.
Speaker A
So schnell sind wir auf offener See. Wo geht's überhaupt hin? Wir fahren zu einer kleinen Insel im Wattenmeer.
Speaker A
Vogelschutzinsel, deswegen dürfen wir die nicht betreten. Wir erhoffen uns, dass wir da Seehunde finden.
Speaker A
Warum hängen die jetzt ab? Wir haben gleich Niedrigwasser in ca. 1,5 Stunden. Die ruhen sich da auf der Sandbank aus, heutzutage würde man sagen: die chillen, die hängen da ab.
Speaker A
Und machen so ein bisschen nichts. - Nö, einfach nichts tun. Klingt gut, ich bin gespannt, ob das klappt.
Speaker A
1,5 Stunden Fahrt liegen vor uns. Genügend Zeit für eine kurze Fahrstunde. Jetzt darfst du das Steuerrad mal benutzen und hier mal Gas geben.
Speaker A
Wie schnell kannst du fahren? Ohne Strömung fahren wir so ungefähr 8 bis 9 Knoten.
Speaker A
Das sind wie viele Stundekilometer? - Also ein Knoten sind 1,85 km/h. Okay, das heißt, 8 Knoten sind 8 mal 1,8 km/h.
Speaker A
Also das sind ... äh 14 km/h. Eigentlich gar nicht so schnell. Wenn ich mit Auto 14 km/h fahre, ist das nicht schnell.
Speaker A
Geschwindigkeit ist nicht so wichtig. Den richtigen Kurs halten und die Wassertiefe im Auge behalten, schon eher.
Speaker A
Das macht schon Spaß. Darf jeder fahren? Nein, deswegen übernehme ich auch gleich wieder das Steuer.
Speaker A
Das machen wir ausnahmsweise auf hoher See, hier kann man keinen umfahren und ich bin auch dabei.
Speaker A
Dafür musst du normalerweise ein Fischereipatent haben. Ich bin dafür ein halbes Jahr zur Schule gegangen.
Speaker A
Also du hast einen Schifffahrtsführerschein. Also dann übernimm du lieber, nicht, dass es Ärger gibt.
Speaker A
Das wollen wir nicht. Dann kann ich vorne am Bug Ausschau nach Seehunden halten. Jetzt müssten wir eigentlich gleich da sein.
Speaker A
Bin schon nervös, ob Robben da sind. Wenn nicht, wäre ich ein bisschen enttäuscht. Aber mal gucken.
Speaker A
Auf der Steuerbordseite, also rechts, zeichnet sich ein heller Streifen im Wasser ab: die Sandbank.
Speaker A
Oh, ich glaube, ich sehe dahinten was. Ich glaube, da sind ganz viele. Ich sehe was robben, das ist doch ein gutes Zeichen.
Speaker A
Eine Sandbank voller Seehunde. Ein toller Anblick. Bei Ebbe versammeln sich Weibchen und Männchen auf dem trockenen Sand und hängen zusammen in Kolonien ab. Dabei tanken sie Sonne und Kraft.
Speaker A
Die haben ein Leben. Den Großteil ihres Lebens verbringen Seehunde aber im Wasser, wo sie Fisch und Garnelen jagen.
Speaker A
Scheinen sich von uns nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Jetzt erst sehe ich: Es sind nicht nur erwachsene Tiere da.
Speaker A
Hört ihr das Heulen? Eine Mutter mit Jungtier und noch eins. Sehr, sehr süß. Mutter und Heuler, dicht beieinander.
Speaker A
So sollte es in den ersten Lebenswochen sein. Leider haben nicht alle Jungtiere das Glück, bei ihrer Mutter aufzuwachsen.
Speaker A
So wie meine wilde Hilde. Umso schöner ist dieser Anblick. Na, was sagst du? - Richtig toll, André.
Speaker A
Da haben wir echt Glück gehabt. - Sehr schön. Was ich am tollsten finde: so viele Mamas mit Heulern.
Speaker A
Ich habe schon einen Heuler ohne Mama gefunden und weiß, wie wichtig das für die Heuler am Anfang ist.
Speaker A
Ja leider kommt das vor, dass bei Sturm die Mütter von den Babys getrennt werden.
Speaker A
Zum Glück haben wir Leute, die sich darum kümmern. Wie unseren Kalle und unsere Ilka.
Speaker A
Die sind zum Glück bei ihren Mamas. Da sind ein paar ganz Kleine dabei, die müssen ein paar Tage alt sein.
Speaker A
Das war ein tolles Erlebnis. Jetzt kommt bald die Flut, die Sandbänke werden überschwemmt und die Robben gehen ins Wasser.
Speaker A
Ich mache mich auf den Weg vom Wasser an Land. Zurück in den Hafen. Zurück durch die Schleuse und an den Liegeplatz.
Speaker A
Dort hat André noch eine Überraschung für mich parat. Wenn du Bock hast, die Andrea steht dir offen, wenn wir im Hafen sind.
Speaker A
Wir haben eine Hängematte, die kannst du nehmen. Bist herzlich eingeladen. Tolles Angebot. Danke schön.
Speaker A
Warum nicht? Gemütlich chillen kann ich auf dem Sonnendeck sicher gut. Perfekt. Wie die Seehunde auf der Sandbank.
Speaker A
Das waren zwei ereignisreiche Tage. Und aufregend geht es weiter: Ich zähle Seehunde an der Nordsee. Aus der Luft.
Speaker A
So klein, ich habe keine Ahnung, was da ein Heuler ist. In der Seehundstation langt die wilde Hilde beim Fischbrei ordentlich zu.
Speaker A
Schaut mal, wie gut die das macht. Nicht so beliebt ist der Schwimmunterricht. Unsere Hilde ist keine Wasserratte.
Speaker A
Schaut mal, die geht sofort wieder raus. Das müssen wir noch üben... Untertitelung: BR 2023
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