StreitClub #18 “Medienkrise” mit Tilo Jung & Anne Hähnig — Transcript

Diskussion über die Medienkrise, den Strukturwandel durch das Internet und die Herausforderungen für Qualitätsjournalismus in Deutschland.

Key Takeaways

  • Das traditionelle Medienmonopol ist durch das Internet gebrochen, was neue Chancen und Risiken schafft.
  • Qualitätsjournalismus muss trotz Marktzwängen seine Gestaltungsverantwortung wahrnehmen.
  • Digitale Medien fördern die Verbreitung extremer Positionen und Desinformation.
  • Vertrauen in Medien bleibt wichtig, wird aber durch politische Vorwürfe belastet.
  • Soziale Medien bieten sowohl Chancen für demokratische Teilhabe als auch Herausforderungen durch Polarisierung.

Summary

  • Die Tagesschau als traditionelles 'Lagerfeuer der Nation' verliert an Bedeutung durch Zersplitterung der Medienlandschaft.
  • Das Internet hat einen Strukturbruch im Medienwesen verursacht und demokratisiert Information, bringt aber auch Herausforderungen wie Fake News und Hatespeech mit sich.
  • Früher hatten Medien ein Monopol auf Massenöffentlichkeit, heute können auch extreme und verrückte Positionen durch digitale Vernetzung Macht gewinnen.
  • Qualitätsmedien passen sich zunehmend kommerziellen Interessen und Nutzerverhalten an, was sich in der Themenwahl und Überschriften widerspiegelt.
  • Trotz Marktanpassungen behalten Medien eine Verantwortung, auch weniger populäre, aber relevante Themen zu behandeln.
  • Die Debattenkultur verändert sich durch digitale Medien, was auch zu einer stärkeren Boulevardisierung führt.
  • Es gibt Kritik an der Nähe der Medien zur politischen Macht und Vorwürfe wie 'Lügenpresse', gleichzeitig bleibt das Vertrauen in Qualitätsmedien relativ stabil.
  • Soziale Medien bieten Chancen für mehr Bewusstsein und aktive Teilhabe, bergen aber auch Risiken durch Desinformation und Polarisierung.
  • Die Rolle autoritärer Parteien bei der Nutzung von Medienmanipulation wird kritisch betrachtet.
  • Die Zukunft des Journalismus steht vor der Herausforderung, zwischen Marktinteressen, gesellschaftlicher Verantwortung und digitaler Transformation zu balancieren.

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Speaker A
[Applaus] [Applaus] Die Tagesschau wurde lange als das Lagerfeuer der Nation verstanden, um das sich jeden Abend um 20 Uhr pünktlich die Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bürger versammelte, um sich über die wesentlichen Nachrichten und Entwicklungen zu informieren und dann
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Speaker A
darüber austauschen zu können und Meinungen darüber auszubilden. Heute scheint es ausgedient zu haben, nicht die prasselnde Wärme eines gemeinsamen Feuers, sondern klirrende Kälte durch Zersplitterung der Medienlandschaft und des Medienkonsums. Hatespeech, Fake News oder die Lügenpresse werden allerorts
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Speaker A
beklagt. Ist das Lagerfeuer der Nation also erloschen? Gab es das überhaupt mal oder glimmt es durchaus noch und vielleicht ganz woanders? Wie steht es also um die Krise der Medien? Ja, Frau Henig, gibt's so etwas wie eine Krise der
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Speaker A
Medien überhaupt? Ja, es gibt schon. Wissenschaftler würden etwas langweilig wahrscheinlich einen Strukturbruch nennen. Also früher, in einer Zeit, an die sich manche im Publikum wahrscheinlich insbesondere die Schüler, die da noch dazu kommen, überhaupt nicht mehr erinnern, hatten Medien ja mal ein Monopol. Also, sie
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Speaker A
waren die einzigen, die eine Massenöffentlichkeit herstellen konnten. Äh, sie hatten die Fähigkeiten und das Geld und die Lizenz, um Zeitung zu drucken oder ähm ähm ähm Fernsehbeiträge zu machen, Fernsehsender zu bespielen, und das ist heute nicht mehr so. Gibt
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Speaker A
einfach das Internet. Das ist eine große Revolution in der Geschichte der Menschheit, ähnlich der Wissenschaftsrevolution oder der industriellen Revolution. Auch eine Informationsrevolution.
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Speaker A
Wie bitte? Auch eine Informationsrevolution. Ja, genau. Es ist positiv. Ähm, na ja, wir dachten, es ist positiv, weil es Information demokratisiert, weil jeder daran nicht nur passiv, sondern aktiv teilhaben kann. Aber ich kann jetzt auch nicht umhin zu sagen und zu
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Speaker A
sehen, dass es ähm echt nachteilige Wirkung hat, weil es ja nicht so ist, ähm, dass jeder Einzelne gleichermaßen mitmacht, sondern es ähm auch so ist, dass besonders verrückte Positionen, die früher niemals eine Öffentlichkeit gefunden hätten, weil es nur einen im Dorf gab, der so
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Speaker A
dachte, der irgendwelchen Verschwörungstheorien anhing. Das war manchmal auch zwei, drei, manchmal auch zwei, drei, aber sie waren irrelevant. Und wenn sich aber, wenn in jedem Dorf zwei, ich sag's jetzt mal übertrieben, zwei Verrückte sind und es tun sich alle Verrückte aus allen
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Speaker A
Dörfern zusammen, dann haben die eine ganz schöne Macht. Und das heißt nicht, dass sie gute Argumente haben, aber sie haben eine Macht durch Zusammenschlussmöglichkeit und deswegen ähm es ist nichts, was ich nicht rückgängig machen kann, aber ich
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Speaker A
ja, ich beobachte aber auch, dass ob die Zeit, die FAZ, der Spiegel sind ja alle auch jetzt digital geworden. Wenn man das mal verfolgt und man hat mal so die Headlines alle überprüft, merkt man, dass die Headlines äh auch die Auswahl,
04:00
Speaker A
was nach vorne und nach unten kommt, übrigens auch der Trash, der plötzlich mit verwaltet wird. Also die Zeit gibt mittlerweile sexualtherapeutische Anmerkungen.
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Speaker A
Wieso ist es Trash? Äh, weil sie auch Klatsch und Tratsch produzieren und das war eigentlich Boulevard. Das gilt auch für die FAZ. Sie sind, aber sexualtherapeutisch ist was anderes als Klatsch und Tratsch. Na ja, sie ich nehme Ihnen beides. Also ich ich wäre
04:25
Speaker A
ich wäre ich verstehe Ihre Abwehr, aber wir duzen uns, haben wir gesagt. Bitte, wir duzen uns.
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Speaker A
Ah ja, entschuldige, ich verstehe, das ist der Respekt. Siehst du, es ist Respekt. Also ich verstehe deine Abwehr, aber wir wissen ja alle, von was wir reden. Spätestens bei den Überschriften und was gewählt wird, hat eine gewisse veränderte Anpassung zwischen dem
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Speaker A
Druckprodukt und dem digitalen Produkt. Ich habe es noch nicht bewertet. Ich will es aber feststellen, wie empfinden Sie das denn?
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Speaker A
Ähm, also das kann ich gut sagen, weil das habe ich jetzt wirklich ein paar Jahre lang selber hauptberuflich gemacht. Ich war die, frage ich ja, die kompetente Kollegin.
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Speaker A
Ich war diejenige bei der Zeit, die auf der Homepage die Überschriften ähm geprüft und abgenommen hat und im Zweifel auch verändert hat. Und was sich verändert hat, ist tatsächlich die Tatsache, dass wir genau sehen, was wird gelesen und was nicht.
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Speaker A
Mhm. Und früher haben wir das so genau nicht gesehen. Es gab zwar Erhebungsmethoden, da hat man Leuten so einen Stift gegeben und dann mussten die immer anzeichen anzeigen, wo sie jetzt aus einem Text aussteigen. Ganz kompliziert. Readerscan hieß das, hat irrsinnig viel Geld
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Speaker A
gekostet. Braucht man heute nicht mehr auszugeben, weil wir genau auswerten können, welche Texte werden gelesen und welche nicht. Und wir schreiben die Überschriften so in der Hoffnung, dass möglichst viele das lesen, weil es uns nichts bringt, wenn Leute fernbleiben.
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Speaker A
Nein, es bringt Ihnen nur etwas, wenn Sie dabei bleiben, um es mal so zu sagen. Aber was Sie beschreiben, hört man ja auch an der Kritik der Politik, nämlich eine Anpassung an dem jetzt in dem Sinne kommerziell gedacht, was der User, was der Kunde,
06:07
Speaker A
was der Wähler, die Wählerin will. Ähm, nun haben ja gerade ähm Qualitätsmedien immer auch den Anspruch gehabt, äh in den Debattenkulturen auch die nach ganz nach vorne zu bringen, die nicht unbedingt, wie Sie jetzt sagen, als Themen angeklickt
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Speaker A
werden, ist da. Und noch einmal, ich versuche, da, wir sind jetzt an einem Stadium, wo wir vielleicht nur Beobachtungen austauschen, aber an dieser Beobachtung ist das nicht auch eines dieser Dinge, die insgesamt stattgefunden haben in den letzten 10,
06:41
Speaker A
15 Jahren, nämlich ähm die Anpassung an den Markt, die Anpassung an den parteipolitischen Markt, an an welche Märkte auch immer und damit ein Stück Weggabe der Gestaltungsverantwortung, die man ja als Journalist und Journalistin auch hat. Also jetzt nicht
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Speaker A
sein eigenes Thema nach vorne zu bringen, aber gestalten, wie die Debatten äh plural und auch Themen, die nicht so populär sind, in die Debattenkultur eindringen. Ist da auch im Journalismus dadurch etwas zu finden, was am Ende dann das beliebig macht,
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Speaker A
weil das können andere dann irgendwann auch. Also, wenn wir nur danach gehen würden, für welche Region z.B. interessieren sich interessiert sich die Masse unserer Leser, dann hätten wir in mehreren ähm Ländern keine Korrespondenten, ne?
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Speaker A
Davon machen wir diese Entscheidung aber nicht abhängig. Und wenn es nur darum gehen würde, was wird gelesen, dann hätten wir über manche Krisen dieser Welt keine Berichterstattung. Ich weiß genau, bestimmte Texte. Inzwischen mach ich was anderes. Inzwischen bin ich nicht
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Speaker A
mehr für die Homepage verantwortlich, sondern für die Politikberichterstattung. Aber ich weiß genau, bestimmte Texte finden keine riesige Leserschaft und trotzdem machen wir das. Da hast du schon recht. Wir müssen ähm wir sind in der Verantwortung, nicht nur dem Publikum
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Speaker A
akut zu gefallen, was will es heute lesen, sondern was halten wir für richtig? Und da gibt es da gibt es auch, ich will mal sagen, Perversionen, in die sich die deutsche Öffentlichkeit hineinsteigert. Z.B.
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Speaker A
der Wahl-Timmy. Alle hier werden es wissen. Früher, glaube ich, im Zeitalter vor dem Internet hätte das auch ein bisschen Aufmerksamkeit gegeben, vielleicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, vielleicht auch bundesweit, aber es wäre keine riesen Boulevard, es wäre keine Riesengeschichte geworden.
08:35
Speaker A
Jetzt ist es so, dass man gesehen hat, die Welt ist kompliziert, es laufen Kriege, die schon lange laufen, Gas, Ukraine, Iran, Probleme, die wir schon lange haben und Probleme, die schon lange laufen, die bringen auch Medien sozusagen ein Problem, weil das
08:55
Speaker A
Interesse irgendwann nachlässt, obwohl die Relevanz nicht kleiner wird. Und äh man hat dann gemerkt, die Leute wollen mal ein bisschen durchatmen, sie lesen Geschichten über den Wahl so gerne. Da liegt darum, warum liegt er darum? Kann man dem noch helfen? Ist das ein
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Speaker A
Männchen? Ist das ein Weibchen? Wie kommt er überhaupt dahin? Wie lebt der? Und so weiter. Man sah, da ist ein Interesse und wenn ein Interesse ist, gibt es noch mehr Beri
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Speaker A
groß und relevant sein und irgendwann ähm passt die Zahl der Texte nicht mehr zur Relevanz des Themas. Das stimmt schon. Nicht nur ein sozusagen Problem, dass es Dinge gibt, die Menschen begeistern wie ein Wahl, der irgendwo vor Schleswig Holsteins oder dann
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Speaker A
Mecklenburg Vorpumanns Küste rumkurft, sondern es sind ja schon auch die Medien, die versuchen das ein bisschen zu steuern. Also, wenn einem irgendetwas auffällt, wenn man auch digitale Medien sich anschaut oder die digitalen Auftrete, dann sind es ja die Inflation
09:55
Speaker A
wahrscheinlich der Eilmeldung. Und die Eilmeldung ist ja heute nicht nur, ob der Wahl Timmy gerade 2 m weitergeschwommen ist, sondern auch die Krawatenauswahl des Bundeskanzlers. Da wird ja schon versucht schon über dieses Konzept der Eilmeldung sozusagen Traffic zu erreichen und damit natürlich auch
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Speaker A
ein Thema größer zu machen, das ist vielleicht das ist kapitalistisch und vielleicht will ich diesen Begriff einführen.
10:18
Speaker A
Journalismus, wenn er nicht öffentlichrechtlich subventioniert ist, ist immer auch ein Privatunternehmen und immer war ein Geschäftsführer, die ich teilweise ja auch kenne im Sinne mit Chefredaktion Redakteure Redakteurinnen in einem Konflikt. Es ist Kapital, es ist kapitalistisch. Äh und
10:36
Speaker A
dann dann geht es sowohl in den Printauflagen, in den Werbeeinnahmen und das geht beim Print immer weniger. Es geht um noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, aber früher hat man ja wenigstens, weil man blind war, vielleicht leichte strukturelle Blindheit, was die Leser
10:51
Speaker A
wirklich wollen, musste man sich auf andere Kriterien verlassen, wie z.B. die Qualität der eigenen des eigenen Journalismus. Man hat Werbung. Man ja, aber die hat nicht trotzdem nicht so eine große Rolle gespielt, während heute einfach dieses Cash um jeden einzelnen
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Speaker A
Aufruf, jeden einzelnen Klick einfach sehr viel bedeutender geworden ist. Mus mal fragen, was liest du denn, dass die Krawatte des Bundeskanzlers eine Eilmeldung ist? Also ja, war eine leichte [gelächter] das war vielleicht eine Überspitzung, aber ich bin sehr sicher, dass es bei
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Speaker A
Timmy gab's eine ganze Serie von Meldung, als dieser Quatsch hochkam, dass Hendrik Wüst irgendwie die Übernahme der Kanzlerschaft plant auch.
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Speaker A
Und was war jetzt gerade zuletzt wieder die ein war wieder was komplett absurdes, wo ich vor ein paar Jahren nie im Leben eine Einmeldung gesehen hätte und diese Einmeldung sind einfach die neue Währung geworden und da guckt man
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Speaker A
erstmal hin und man also es ist sehr häufig einfach total Quatsch. Was betrachtet jemand, der ja in der Tagesberichterstattung nicht drinnen ist wie du? M hast ja ein Privil, also das was wir uns jetzt hier unterhalten, kannst d zurücklehnen und
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Speaker A
sagen, du ich habe mit all diesem furchtbaren Tages und Geld verdienen und noch ein Redakteur noch ein Korrespondenten habe ich wenig zu tun.
12:04
Speaker A
Aber der Blick auf das, was diese Medienlandschaft ist für jemanden, der auch in Medien arbeitet, wie analysierst du denn den Zustand der Gegenwart?
12:16
Speaker A
Erstmal würde ich sagen, so viel neu ist gar nicht, wie wir das jetzt gerade in Runde gebracht haben. Ich habe hat mich gerade so ein bisschen erinnert an meine Anfänger bei einer Regionalzeitung. Du du kommst auch aus dem Osten, bei mir
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Speaker A
hieß das der Nordkurier in in Mecklenburg Vorpommern und da hat mir damals schon mein mein Chefredakteur beigebracht, wie wichtig die Überschriften sind und dass das, was ich in Überschrift schreibe, soll ganz am Ende im Text kommen, damit der Text
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Speaker A
gelesen wird, weil die allermeisten aufgrund von irgendwelchen Analysemethoden auch schon damals äh gezeigt haben, dass die Leute meistens den Text bis dahin lesen, bis der Teil aus der Überschrift kommt und Also den Teil bitte immer am Ende machen, damit
12:58
Speaker A
der Text geschrieben wird. Also diese Analysemethoden gab [räuspern] schon vorher. Die Analysemethoden hatten wir auch im Fernsehen schon. Darum gibt es Einschaltmethoden, darum sind die da.
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Speaker A
Mein Chef hat mir damals auch erklärt, die Zeitungen werden gedruckt, damit die Leute alle hier, die sitzen, die Anzeigen sehen. Der Rest ist einfach Content. Der der soll quasi dazu bringen, dass du die Zeitung aufpasst und die Anzeigen anguckst. Das verkauft
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Speaker A
der Verlag. Damit verdienen sie Geld. Das was Geld kostet ist der Journalismus und der und das soll natürlich so billig wie möglich produziert werden und darum erklärt sich das auch warum dann quasi so Timmy Sachen oder wie auch immer der
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Speaker A
Wahl heißt. Ich habe das übrigens alles vollkommen ignoriert. Ich bin auch sehr froh drum.
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Speaker A
War aber sehr interessant das und es ist mir völlig egal, ob das jetzt interessant war oder nicht. Ich man muss sich bei einer bei einer Nachrichtendiät auch manchmal für Dinge entscheiden, die man ignoriert oder nicht. Was mir aber
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Speaker A
aufgefallen ist bei dieser bei diesem Wahlding ist, dass man ja aus journalistischer Sicht auch äh das weiter hätte denken können. Wir haben ja ein riesiges Problem in Sachen äh tote Tiere, Arten sterben neben dem Klimawandel und so weiter. ein riesiges
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Speaker A
Problem für unsere gesamte Zivilisation, dass aber der Journalismus, also der der was auf sich hält eben nicht dann auf das große Thema Attensterben kommt, das strukturelle Problem angeht auf dieser Welt, sondern beim Individuum bleibt, beim individuellen äh Tier, das ist das
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Speaker A
Krisen können. Ist das denn aber ist das dann neu oder ist das schon immer so gewesen?
14:27
Speaker A
Das weiß ich nicht. Da da bin ich vielleicht viel zu jung. Mich würde aber nicht wundern, wenn das mich würde nicht [gelächter] mehr mich würde aber oder mich würde aber nicht wundern, wenn kommerzielle Medien äh das strukturelle natürlich hauptsächlich ausblenden. Wir
14:44
Speaker A
können nachher noch mal über die Strukturen auch in unserer privaten Medienlandschaft reden, darum darüber sollten wir auch reden, aber diese dieses Aufmerksamkeitsgehasche, das ist nicht neu. Es gab auch schon vor 100 Jahren äh junge Männer auf den Straßen mit extra Blatt, extra Blatt
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Speaker A
extra Blatt. Das war damals auch schon Aufmerksamkeitsgeharsche mit riesengroßen Überschriften. Was Neues ist halt noch eine Meldung am Tag und noch eine Meldung am Tag und noch eine Meldung am Tag und das muss aufhören, weil das unsere Aufmerksamkeit
15:16
Speaker A
ausbeutet. Es beutet unsere Freizeit aus. Das was wir früher als Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vielleicht noch hatten, dass wir nur quasi am Arbeitsplatz unsere Arbeitskraft sozusagen ausgebeutet werden, weil du gerade beim Kapitalismus warst, ist jetzt auch nach der Arbeit der Fall.
15:30
Speaker A
Unsere Freizeit wird ausgebeutet und worauf wir achten und worauf wir nicht achten, worauf wir klicken oder worauf wir nicht klicken, wie weit wir weiter scrollen, wo wir und wo wir aufhören zu scrollen, welches Video wir uns angucken und welches Video uns nicht angucken.
15:44
Speaker A
Und da haben dann die Konzerne und nicht die kleinen Konzerne wie in Deutschland, sondern die großen Techkonzerne, die groß die Zeit ein Verlag.
15:52
Speaker A
Aber wenn ich wenn ich jetzt einmal kurz einhaken darf, du argumentierst natürlich sehr erzieherisch, ne? Du argumentierst so, dass es irgendwo eine Redaktion gibt, die entscheidet, was [räuspern] ist die die Menge von Nachrichten, die unseren Lesern heute womit sollen sie unsere Leser in ihrer
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Speaker A
Freizeit beschäftigen? Wie viel ihrer Zeit wollen wir dafür in Anspruch nehmen? Und auch wenn sie länger bleiben würden, das sollen sie nicht. Sie sollen mit ihrer Freizeit was besseres anfangen. Das finde ich das übrigens das Prinzip von New York
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Speaker A
Times war früher. All the news that are fit to print. alle Nachrichten, die hier reinpassen. Also muss man auch immer Nachrichten rauslassen.
16:29
Speaker A
W aber gern dialektisch was dagegenstellen. Die Zeit hatte jedenfalls einige Jahrzehnte den Anspruch, ein in Anführungsstrichen Qualitätsmedium zu sein. Das genau nicht in Anführungsstrichen, also [gelächter] Entschuldigung, das na ja, ich kann es für die Vergangenheit nur bestätigen, dass sie den Anspruch hatte,
16:49
Speaker A
nicht dass sie es war. Und äh was [räuspern] da passiert nicht auch der Spiegel hatte diesen Anspruch.
16:55
Speaker A
Also du du bist jetzt wir haben ihn natürlich auch. [räuspern] Wir haben ihn nicht nur wir sind es gut. Das haben wir jetzt zur Kenntnis genommen, aber ich will ich will auf ein anderen Punkt raus und da im Gegenteil
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Speaker A
zu dem, was du gesagt hast, war sehr viel pädagogisches dabei, sehr viel Moment sehr viel zumutendes.
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Speaker A
Man erlaubte sich so vier, sechs Seiten, weil eben Frau Professorin Nicole Deitelhof was zu sagen.
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Speaker A
Frau Professorin Nicole Deitelhoff musste in der elften Klasse Strafarbeiten über Zeitartikel. Ich bin, weil du, weil du unserem Freund hier kritisierst, er sei pädagogisch. Ich kann dir sagen, die Zeit hatte das eine lange Zeit inkludiert, dass sie mehr ist
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Speaker A
als nur die Reproduktion der Bedürfnisse der Leser und Leser. Ich bewerte auch das nicht nur die Wahrheit ist meist nicht das aber ja, sie muss replizieren. Es gab bei uns es, ich glaube es gab früher mal den äh
17:54
Speaker A
nur halbernst gemeinten Leitspruch, in jedem Text muss mindestens ein Wort vorkommen, dass man nicht versteht, dass man nachschlagen muss. Das ist heute, also damit bin ich jetzt nicht mehr groß geworden als Journalistin. Es gibt schon ähm die Tendenz hin zur
18:12
Speaker A
Verständlichkeit und zum nichtzieherischen. das schon und das ist natürlich verstärkt durch den Markt den den Markt und die Mechanismen des Online Journalismus, die sozusagen schon off inklusives ist inklusiver. Also die frühere Zeit hat sich um Exklusivität auch bemüht. Sie wollte ein bestimmtes
18:31
Speaker A
Publikum ansprechen und ein bestimmtes Publikum auch nicht. Und natürlich ist der ist der Hang jetzt zur Verständlichkeit sorgt dafür, dass man inklusiver ist, aber es geht vielleicht eben auch was verloren.
18:41
Speaker A
Da du aber sehr speziell auch gerade im Onlinebereich tätig bist, also mit YouTube und alles.
18:47
Speaker A
Es gibt ja jetzt diese Redaktionen, die alle zusammengeworfen werden, also Print und die Kollegen von online und alles.
18:53
Speaker A
Da würde ich gerne euch beide hören. Hat das die Qualität aller Beteiligten dadurch verbessert oder verwässert?
19:03
Speaker A
Weiß ich nicht. Die habe ich nie mitgemacht. Da warst du schon zu alt. Wir als du dann [räuspern] raus bist von Nordkourier.
19:11
Speaker A
Es gab damals noch keine Online Redaktion be Nordkore, das heißt, du bist doch schon etwas älter als vorbereit.
19:17
Speaker A
Nee, der dieser Verlag und diese Zeitung waren ziemlich alt und die sind auch ziemlich alt und was aus den geworden ist, ist ein ist ein Trauerspiel. Sie sie bieden sich der AfD und der AfD Wählerschaft an, aber das ist ein ganz
19:29
Speaker A
anderes Thema. Ich wollte ich wollte nur drauf hinweisen, ich habe damals gelernt Journalismus und Unterschied zwischen Journalismus und Boulevard, also Unterschied zwischen Bildzeitung und sagen wir mal Weltzeitung Springer.
19:42
Speaker A
Das eine gibt dir das, was du hörinnen und sehen willst und das andere gibt dir das, was du wofür du dich interessieren sollst, weil ich als Journalist, du als Journalist, nein, wir haben ja eine Perspektive auf die Welt und wir sehen
19:56
Speaker A
ey Mich, das ist interessant, das sollte Michelle sich mal angucken, da darüber möchte ich Nicole mal informieren. Warum führe ich jetzt dieses Interview über Gaza oder? Weil weil ich finde Michelle muss und du und das unbekannte Publikum.
20:13
Speaker A
Ich ich als Journalist habe genug dazu recherchiert und kann das so formulieren oder mit einem Gast so aufarbeiten, dass damit das interessant wird. Also es soll nicht nur Relevanz haben, sondern meine meine Aufgabe Journalist ist auch das äh
20:26
Speaker A
relevant und interessant. Aber damit beschreibt ihr doch eure Haltung. Ja hoffentlich. Absolut. Absolut. Dann seid ihr euch ja wieder einig. Also ähm ich ich würde jetzt mal weiß ich nicht dreiviertel der Texte in der Zeitung Minimum ist es ist geschätzt ähm das
20:44
Speaker A
dafür entscheiden wir uns, weil wir der Meinung sind, das ist aus Gründen ähm die definiert werden, das ist relevant.
20:52
Speaker A
Aber ganz ausblenden, wofür sich die große Masse der Leute interessiert und womit sie sich beschäftigen, sollten wir es schon deswegen nicht, weil wir Journalisten, da sage ich niemandem was Neues, aus einer Bubble kommen, weil wir alle in Großstädten leben, in bestimmten
21:08
Speaker A
Vierteln dieser Großstädte, weil wir ein bestimmtes Einkommen haben, weil wir uns mit bestimmten Menschen umgeben und die Art, wie wir leben, nicht unbedingt repräsentativ ist für den Rest der Bevölkerung. Wir sind nicht, wir sind keine ökonomische Elite oder finanzielle
21:23
Speaker A
Elite, aber natürlich sind wir, kommen wir aus einem bestimmten ähm äh Babbel oder gehören plötzlich dazu, ich komme überhaupt nicht aus der Babble, ich komme aus dem äh Plattenbau, aber äh aber trotzdem äh wohne ich da jetzt nicht mehr und ähm wir müssen uns dafür
21:40
Speaker A
beschäftigen, wie unsere Leserinnen und Leser und nicht nur die, sondern auch das Publikum jenseits davon, wie sie denken, wofür sie sich interessieren.
21:49
Speaker A
was ihre Haltungen sind, denn manchmal geht's ja auch schief. Manchmal suggerieren wir Medien ja auch einen einen Meinungskonsens, der so überhaupt nicht existiert.
21:59
Speaker A
Ich würde ganz gerne, wenn du erlaubst, über die öffentlich recht über die öffentlich rechtlichen, weil du fängst ja mit der Tagesschau an.
22:06
Speaker A
Ich wollte noch mal kurz einen Punkt machen, weil wir ja z.B. Wir machen ja ähm wir haben keine Paywall, wir machen keine Werbung und so weiter und so fort.
22:14
Speaker A
Das heißt, ist junge Junge, mein mein ich will ja nicht so tun, als ob ich das alles alleine mache.
22:20
Speaker A
Arbeitest du, würdest du sagen, du arbeitest in diesem Podcast nach journalistischen Kriterien. Was denn sonst?
22:27
Speaker A
Das weißt du, weil du hast eine Ausbildung gemacht und du hast gerade uns erklärt, was Journalismus auch ist.
22:32
Speaker A
Die Leute, die mein die meinen Kram hassen, beton ja immer, dass ich keine journalistische Ausbildung gemacht habe, weil ich auf keiner Journalistenschule, die z.B. Anne war.
22:40
Speaker A
Natürlich habe ich journalistische Ausbildung, weil ich wurde bei der Zeitung ausgebildet und übrigens meiner Meinung nach die bestmögliche Ausbildung man fängt klein an. Ich werde noch mal die Frage, bist du der Meinung, dass dein Programm ein journalistisches Programm ist? Auch das keine Wertung? Es
22:57
Speaker A
ist äh ist eine Frage. Ja, natürlich. Es ist ein journalistisch Programm. Wir zeichnen und archivieren und dokumentieren die Bundespressekonferenzen, was kein anderes Medium macht, äh was 55 Jahre lang immer nur stückchenweise in den äh in den deutschen Medien aufgekommen ist.
23:15
Speaker A
Und ich führe journalistisch geführte Gespräche. Natürlich ist das Journalistisch und ich wollte jetzt nur noch eine Sache sagen, was weil wir nicht auf Klicks angewiesen sind, weil das völlig egal ist. Natürlich ist immer schön, dass Gespräche mit dir und
23:29
Speaker A
anderen jede Menge Aufmerksamkeit haben, aber am Ende haben wir nichts davon, ob unser Gespräch jetzt von 50.000 oder 50 Millionen gesehen wird. Am Ende kommt's drauf an, ob die Leute freiwillig sagen, das ist toller Journalismus.
23:42
Speaker A
Je mehr zugucken, desto eher ist das Potenzial, dass ein Freiwilliger aufgebckt wird. Was ich aber sagen will, was ein Problem in unserer Demokratie mittlerweile geworden ist, diese Paywalls und das gibt's halt auch bei der Zeit und ich verstehe warum Paywall
23:56
Speaker A
und danach klicken und Top zum erklären, das sind die, wenn ich im Online bin, wo dann so ein Plus ist und ich kriege drei Zeilen und der Rest kostet 1,99.
24:06
Speaker A
So und wir wir dazu muss ich gleich was sagen, aber machst du auch gleich. [gelächter] Er spricht zu Ende.
24:11
Speaker A
Was was schade ist in unserem Land, ich verstehe die ökonomischen Gründe dafür. Aber das guter Journalismus von tollen Journalisten, was kostet und die Lügen, Fake News und Desinformation umsonst ist in unserem Land. Und wir wundern uns aufgrund der ökonomischen
24:30
Speaker A
Situation von vielen Menschen, die entweder arm sind, Angst vor Armut haben oder vor kurz davorstehen, vielleicht arm zu werden, dass sie sich diesen Journalismus, der hinter der Paywall versteckt ist, bei Spiegel, bei Zeit, bei allen großen Medien sich dann nicht
24:47
Speaker A
leisten können. Wie bitte? Deine Zeitung, in der du gearbeitet hast, hatte auch ein Kaufpreis am Kiosk damals, aber damals gab's ja auch nicht die ganzen Lügen, Desinformation gab immer. Also eine der Zeit, aber aber nicht in dieser Massenkopper,
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Speaker A
[räuspern] dar kann es nicht gehen. Das Argument ist stringent, wenn der Qualitätsjournalismus und das ist die einzige Möglichkeit kostenlos käme, es ist ja völlig egal, was sonst im Raum ist. Der wenig Geld hat, hat kein Geld. Und wie du das
25:17
Speaker A
sagst, z.B. 3 € 4 € oder 5 € für eine Tageszeitung oder in Klick zu bezahlen.
25:23
Speaker A
Das ist ein gewagter Gedanke, weil kostenloser Journalismus kann nur entstehen, wenn trotzdem Journalisten und Journalistinnen davon leben können.
25:32
Speaker A
Wer soll es ihnen bezahlen? Also, da interessiert jetzt mich, aber das aber das beste Beispiel sind doch ist doch dann jung und naiv. Wir machen ganz kurz, wir machen kostenlosen Journalismus. Niemand muss für unseren Kram bezahlen. Niemand bekommt Werbung
25:47
Speaker A
und so weit keine Korrespondenten. Also das ist vor all gar nicht das Problem. Das Modell fidicht aber deiner These, wie du gerade, aber das Modell funktioniert ja nur, wenn es eben eine Ausnahme ist. Also es würde nicht funktionieren, wenn wir den
25:59
Speaker A
kompletten Journalismus auf ein Spendenmodell umstellen würden, dann würde der das klassische Spiel nämlich anfangen, dass diejenigen, die am meisten sozusagen Zuschauer, Zuhörer oder Leser gewinnen, sind auch diejenigen, die sich am ersten behaupten können. Das heißt, das was wir jetzt
26:14
Speaker A
beklagen, dass man eben dann doch in den Überschriften und so weiter darauf angewiesen ist, möglich Unterhaltungswert zu erzeugen, würde dann dort auch passieren. Also ihr könnt euch durch wür gerne die Gegenposition mal hören. Ich würde gerne mal jetzt die
26:27
Speaker A
Gegenposition. Ja, das ist das macht mich immer so richtig, ich verstehe das Argument überhaupt nicht, diesen Vorwurf, das Journalismus was kostet. Ich glaub, das war do kein Vorwurf.
26:38
Speaker A
Doch, das war eindeutig ein. Nein, ich hab ich habe nur verglichen, dass äh Lügen, Desinformation und Fake News. War deutlich Kritik. Also ich ich komme jetzt mal zum Punkt.
26:50
Speaker A
Niemand käme auf die Idee zum Bäcker zu gehen und zu sagen, dieses Brötchen ist für mich überlebenswichtig, weil sonst habe ich ja nichts zu essen. Ich will dafür nichts bezahlen.
27:00
Speaker A
Mehr von Auslandsreise schon. Ja, niemand außer das schlechte brasilianische Brot. Niemand käme auf die Idee, ähm in die Apotheke zu gehen und zu sagen, dieses Medikament muss ich bitte kostenlos bekommen oder dieser Arzt muss mich kostenlos ähm operieren,
27:15
Speaker A
weil ich äh ich überlebe sonst nicht. Alles hat einen Preis. Es äh so ist das im Kapitalismus und ich [räuspern] anders als du finde ich ihn nicht schlecht und bin froh äh ähm in einer Marktwirtschaft zu leben.
27:32
Speaker A
Das ist was anderes. Gut, ich brauche jemanden, der mir meinen Gehalt bezahlt, weil ich würde es nicht machen äh in meiner Freizeit und ich hätte auch nicht, es dauert ein bisschen, bis man sozusagen Journalistin geworden ist, bis man genügend Erfahrung gesammelt hat,
27:48
Speaker A
bis man die Ausbildung absolviert hat. Ich hätte das alles nicht gemacht, wenn ich es in meiner Freizeit machen würde.
27:54
Speaker A
Und als das Internet aufgekommen ist, gab es ein bisschen die Idee, dass wir es jetzt bald mit Bürgerjournalisten zu tun haben. Also jetzt, da es so unkompliziert möglich ist, die ganze Welt zu erreichen, werden doch bestimmt viele Leute losziehen und
28:07
Speaker A
Bürgerjournalismus machen. Ich weiß nicht, ob sie einen Bürgerjournalisten kennen, aber das ist nicht passiert. Die großen relevanten Enthüllungen, die relevanten Meinungsjournalisten, das sind alles Profis, weil es ein Handwerk ist und ein Beruf ist, weil es gut ist, eine Redaktion im Hintergrund zu haben.
28:25
Speaker A
Du hast ja auch eine Redaktion und weil es gut ist mit bestimmten ein bestimmtes Handwerkszeug an der Hand zu haben und bestimmte Erfahrung zu sammeln und auch die Glaubwürdigkeit, die ein Medienhaus mit sich bringt und die Glaubwürdigkeit, die man selber dadurch erwirbt, dass man
28:41
Speaker A
halt regelmäßig als Journalist arbeitet. Und dass das Geld kostet, ist doch selbstverständlich. Nun könnte man sagen, müsst ihr alles mit Werbung finanzieren. Das ist aber nicht mehr die Realität in der Zeit, in der wir heute sind, sondern wir brauchen Abonnenten.
28:56
Speaker A
Wir brauchen Menschen, die sagen, ich bin bereit, das zu unterstützen bzw. der zu bezahlen, dass ich bei der Zeit, ist es ungefähr einmal Daniel Kehlmanns Vermessung der Welt, dass ich jede Woche einmal die Vermessung der Welt auf meinem Küchentisch liegen habe oder in
29:14
Speaker A
im Handy. Das ist der Preis dafür, dass Menschen das hauptberuflich machen. Also, wenn du das so erklärst, will ich vielleicht nur zur Aufklärung bringen.
29:20
Speaker A
Es gab immer bei Verlagshäusern diese Mischkalkulation Abonnenten am Kios kaufende und Werbung. So sehr, da bin ich bei dir, hat sich das Geschäftsmodell nicht verändert. Es gibt die Abonnenten, die Zufallsintrittsperson und natürlich gibt es auch in der digitalen Welt eine Einnahme über
29:39
Speaker A
Werbung. Ich würde aber jetzt dann doch noch mal, ich habe ja die Zustimmung, versuchen das Thema zu erweitern auf das Stichwort öffentlichrechtliches Programm. Die wiederum haben Spenden, die keine Spenden sind.
29:52
Speaker A
Steuergeld dafür, dass sie ein gebühren sagen. [gelächter] Ja, es ist äh untechnisch wieder mein Geld, dass der Staat mir äh ohne dass ich mich dagegen wenden kann äh abnimmt. So nenn es Gebühren, nenn es Steuer, wie auch immer. Und ich will mal
30:10
Speaker A
zur Grundthese zurückkommen. Gestern Abend haben ähm 70% der deutschen 22 Millionen sich dann doch äh versammelt.
30:21
Speaker A
und haben Fußball geschaut. Die Tagesschau ist nach wie vor eines der erfolgreichsten Sendungen. Der Unterschied ist, es ist nicht mehr 20 Uhr, sondern es verteilt sich, aber das ist jetzt wirklich eine Petitesse. Man versucht mit Wetten das und diesen
30:36
Speaker A
komischen Kaulitzbrüdern wieder so eine Art Gottschalk für neue und arme zu kreieren. Also die Idee, die Idee, dass im öffentlichrechtlichen Programm und das nicht ohne Zynismus sagt, gerade die ältere Bevölkerung äh vom Einschlafen bedient wird.
30:56
Speaker A
Bei allen dritten Programmen wissen wir, was das Durchschnittsalte ist. Ist eine Funktion in einer alten Gesellschaft, die ist wirklich auch sozialpolitisch notwendig. Warum ich das also erzähle, ist auf der anderen Seite, ich komme nur, weil das Stichwort gesagt hast,
31:11
Speaker A
spricht die AfD äh von links versifften Systemmedien. Damit seid ihr alle auch gemeint. Ähm, wie fühlt sich das denn an? Ist es gleichgeschaltet? Ist es Systemmedium? ist es wirklich in gar nicht parteipolitisch, aber so eine so eine Richtung orientiert, wo die meisten
31:33
Speaker A
Printmedien, Privatmedien oder das rechtwordentlich rechtliche Medien, die AfD schreibt ja auch, dass sie das abschaffen will. Jeder der Sachsenanhalt wählt muss wissen, dass die Kündigung des Staatsvertrages vor der Tür ist. Das dauert ein bisschen, aber es wäre das
31:46
Speaker A
Ende der AED, nicht des ZDFs übrigens. Also, ich stelle diese Frage im Raum. Ist Journalismus abgehoben?
31:54
Speaker A
Das wäre ja die Übersetzung der AfD abgehoben, hat eine politische Agenda und vertritt nicht mehr die Bürger und repräsentiert in ihrer Berichterstatzung, ihre Kommentaren, nicht mehr den Bürger, du hast es selbst gesagt, von Plattenbau bis weiß ich wohin.
32:12
Speaker A
Ihr könnt anfangen, wer will. Ich würde es mal grundsätzlich unterscheiden wollen, dass dass man zwischen Medien und Journalismus unterscheiden muss. Das allerwenigste in Medien ist Journalismus. Das allermeiste in Medien [räuspern] ist hat nichts mit Journalismus zu tun, sondern Content,
32:28
Speaker A
Unterhaltung, auch was die ARD und öffentlichrechtliche produzieren ist meistens nicht journalistisch. Shows äh Serien irgendwelche Service Sachen, äh FIFA, WM Kram und so weiter. Das hat wenig mit Journalismus zu tun. Also Sportalisten sind keine Journalisten.
32:45
Speaker A
Nein, das was wir da wir können deswegen stell ich die Frage. Ja, ich meine das.
32:49
Speaker A
Nein, nee, es gibt es gibt Sportdokus, wo Journalismus stattfindet, aber das was wir bei der WM sehen, das ist hat nichts mit Journalismus zu tun. Wir können auch nachher noch mal jetzt im Fernsehen oder überall im Fernsehen, was ich da was ich da sehe
33:02
Speaker A
und dass das über Jahre Milliarden an korrupte Organisation wie FIFA und IOC ausgegeben werden, wofür dann an anderer Stelle gesport, aber sonst sind das Journalisten gesport im Sport sind sie trotz also jetzt nicht WM nicht korrupt sie schimppfen sich Journalisten, aber
33:16
Speaker A
ich sehe da keinen Journalismusen sind per keine aber ich möchte ich möchte jetzt nicht über den über über den Kram reden, die Zum Glück bist du nicht derjenige, der die Presseausweise verteilt, muss ich sagen, wie bitte?
33:28
Speaker A
Zum Glück bist du nicht derjenige, der die Presseausweise verteilt. Ja. Ähm, wenn es so Nein, ich muss das diskutieren, weil das ist ja eine These wollte ich wollte deine ich wollte jetzt deine Frage beantworten oder auch die Ausgang was eingeworfen, was was eine
33:42
Speaker A
Grundlage für weiter ist. Wer ist also jetzt aus, du hast ja gesagt Medien und Journalismus, da bin ich dann schon ein Zuhörer.
33:50
Speaker A
Medien und Journalismus sind nicht identisch. Da habe ich diese komische Sportjournalistenfrage gestellt, geschenkt. Aber ähm was wer ist denn dann nur im Rahmen der Medien, ja, Präsenz und Angebote Journalist oder Journalistin nur die politischen Journalismus machen, die Berichterstattende
34:11
Speaker A
das sind das sind Journalist. Man kann ja auch über Sportereignisse Bericht erstatten kann man und das wäre dann aber doch kann man aber guck dir doch mal an was Basan Schweinschecker und Koda machen, wie sie das präsentieren. Die verkaufen
34:21
Speaker A
die kommentieren ja auch nur ein Spiel oder viel mehr dürfen die ja gar nicht machen.
34:26
Speaker A
Die kommentieren doch nur ein Spiel, aber gleichzeitig haben wir eine Bericht. Ich will mich da jetzt ich will mich da jetzt gar nicht verhdern. Ich will auf ich will auf die Frage von Michel zurückkommen und und ich will ich will
34:36
Speaker A
dem allgemein widersprechen, dass wir dass die Tagesschau jemals ein Lagerfeuer war. Wen wenn wir jetzt gerade davon hören, also ich ich habe auch noch mal nachgeguckt in der Regel, wenn man jetzt mit dritten und 20 Uhr AR und so weiter, wenn es gut kommt, gucken
34:50
Speaker A
10 Millionen Menschen in Deutschland jeden Tag die Tagesschau. sind ein krasse Minderheit in deutsche 35% Einschaltquote wäre das von den Leuten, die noch fernsehen gucken 80 haben 84 Millionen Menschen in Deutschland davon gucken 10 Millionen die Tagesschau das das hat das hat
35:08
Speaker A
nichts mit das hat nichts mit Lagerfeuer zu tun wir uns die die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland die ist unter 50 die sind 42 Millionen Menschen jetzt kurz ausreden die der Anteil der Tagesschau ist bei 1,35 Millionen die also der Junge junge
35:24
Speaker A
Teil der Gesellschaft. Guck, das sind 1,35 Millionen gucken die Tageschau. Das hat sich übrigens Vergleich zu von vor 20 Jahren ganz ganz wenig geändert.
35:34
Speaker A
Die Leute, das ist was das hast du glaube ich auch gerade gesagt. Die alten gucken das, die alten gucken Regionalmagazine, da würde ich sogar noch einigermaßen von Lagerfeuerstimmung reden. Also bei uns in MV ist das Nordmagazin, in Sachsen
35:48
Speaker A
ist der Sachsenspiegel und so weiter. Die haben noch 20, 30% Marktanteil. Natürlich auch Oma und Opa gucken das, aber die wollen halt wissen, was los ist, weil gleichzeitig die Lokalredaktion aussterben, was ein riesengroßes Problem ist. Und warum sterben sie aus?
36:02
Speaker A
Weil sie nicht mehr rentabel sind. Äh die sind nicht mehr rentabel, weil die Anzeigenkunden, die kleinen Anzeigen der Bäcker um die Ecke und so weiter sich das nicht mehr leisten könorten willst.
36:11
Speaker A
Ich wollte wissen, Systemmedien links versifft. Wenn du schon mal auf diese Frage dann doch noch mal fokussierst, das ist die Frage, sind die Vorwürfe, die von Rechtsextremisten kommen, die Vorwürfe von vielen Leuten, man wird ja gar nicht mehr objektiv
36:28
Speaker A
informiert. Ihr steckt alle unter einer Decke, auch ich, alle sind wir unter einer Decke. Ähm und gerade dem öffentlichrechtlichen immer wieder auch vorgehalten. Was ist eure Sichtweise?
36:41
Speaker A
Also, ich habe ja mal im Dresner Büro der Zeit gearbeitet. Da habe ich angefangen bei der Zeit und das war eine wirklich spannende Zeit, weil da Pegida anfingen sich zu formieren und loszulaufen.
36:54
Speaker A
Und man muss sich das so vorstellen, die hatten ihre Demoroute, die führten sie irgendwann auch bewusst am Haus der Presse vorbei, wo die sächsische Zeitung saß und auch die Zeit ihr Büro damals hatte. Und da läuft eine große Menge von
37:08
Speaker A
Menschen vorbei, die brüllt laut Lügenpresse. Wir kennen das inzwischen alles. Damals war das relativ neu. Ich bin natürlich auch immer zu diesen Demonstrationen gegangen, mich vorne hingestellt, zugehört, Leute gefragt. Am Anfang wollten sie ja gar nicht viel sprechen. Mich hat es schon getroffen,
37:25
Speaker A
dass sie uns Lügenpresse nennen, weil man ja genau aus dem entgegengesetzten Grundjournalist wird. Man wird ja, ich rede jetzt mal von Politikjournalisten jetzt nicht von weiß ich nicht Sportjournalisten oder anderes, ich rede von Politikjournalisten einmal ganz kurz Finger müssen einfach
37:42
Speaker A
mal vielleicht doch sagen, auch Sportjournalisten sind Menschen, das sind ja, also wir haben wir, also so be uns bei der Zeit gibt's ganz fantastische Fußballjournalisten zer jetzt wir einmal zur Bienpresse zurück und man wird ja Journalistin oder Journalist, weil man Lust daran hat ähm
38:03
Speaker A
sich zu fragen, ob das stimmt, was einem erzählt wird und im Falle von Politikjournalisten, ob es stimmt, was uns Bevölkerung erzählt wird, was was Politiker sagen. Gibt es andere Leute, die haben viel bessere Ideen als die Parteien, darum geht es. Und was mich
38:18
Speaker A
schockiert hat, ist nicht nur der Vorwurf, sondern mich hat auch schockiert, welche Annahme da herrschte.
38:24
Speaker A
Es ist uns passiert, dass ein gar nicht so kleiner Teil der Bevölkerung denkt, bei uns ruft irgendwie abends Friedrich Merz an oder damals Angela Merkel, um uns zu sagen, was ist okay, was können wir schreiben und was nicht. Und wirklich, also das
38:42
Speaker A
das Gegenteil ist der Fall. Natürlich kann es sich kein Politiker ertreisten, ähm uns zu sagen, was wir zu berichten haben. Der Bundespräsident Wolf hat bei Kai Dickmann um 2 Uhr morgens angerufen, das ihm aber nicht gut bekommen.
38:58
Speaker A
Das wollte ich gerade sagen, darum erwähne ich diese Geschichte. Ja, und das war dann wirklich der Sagn seiner Bundespräsentschaft und ich will das, also ich finde das richtig blöd, dass Leute so denken, aber natürlich muss man sich auch fragen, wie ist das eigentlich
39:13
Speaker A
überhaupt passiert, wenn eine Erzählung verfängt, die so vollkommen dem wieder unserem eigenen Selbstbild widerspricht, da sind offensichtlich ja auch Fehler gemacht worden. Und äh den Eindruck, den Leute hatten im Umfeld, es war ja der Beginn der der Migrationskrise. Den
39:30
Speaker A
Eindruck, den manche Leute hatten, ist es wird ähm ein Konsens suggeriert, der nicht in der Bevölkerung vorhanden ist, nämlich die Mehrheit will Zuwanderung möglichst ohne Begrenzung. Corona war auch so ein Breakven und das äh also da haben sich Medien ja
39:48
Speaker A
schon auch hinterfragt, stimmt etwas nicht mit der Art, wie wir Meinungsjournalismus organisieren, weil sich offensichtlich ein Teil der Bevölkerung nicht wiederfindet und es sich nicht anders erklären kann, als damit, dass wir Journalisten Vorgaben bekommen.
40:03
Speaker A
Aber ich will einmal was was Provokantes in den Raum stellen, einfach weil es für mir Freude macht. Jetzt könnte man ja, ich meine, das läuft so ein bisschen auf das Argument drauf, das hast du ja auch vorhin schon mal gemacht, dass du gesagt
40:12
Speaker A
hast, na ja, also wir Journalisten, wir leben ja dann auch in einer gewissen Blase. Wir stehen ziehen in bestimmte stätisch geprägte äh Räume, bestimmte Viertel noch dazu und irgendwie ist es vielleicht auch so ein so ein, ich will
40:24
Speaker A
nicht sagen linksgrün, aber eher so ein linksliberales Milieö, in dem wir uns aufhalten und das transportieren wir in den Medien. So, zack, ist das Problem da, weil sozusagen ein größer werden Teil der Bevölkerung vielleicht nicht in dem gleichen Milieu sich wehnt, wie ihr
40:36
Speaker A
das tut. kann sagen, dass auch ein größerer Teil der Bevölkerung mittlerweile denkt, dass Friedrich Merz bei uns in der Wissenschaft anruft und auch sagt, was wir sagen sollen. Auch das ist weit entfernt von der Realität.
40:45
Speaker A
Frage ist ja, wie geht man damit um? Also ist dann die Antwort, dass man ähm das Spektrum ausweiten muss, sozusagen die Bevölkerung da abholen muss, wo sie steht, oder ist die Antwort vielleicht, na ja, vielleicht ist es natürlich auch
41:00
Speaker A
ein bestimmtes Spektrum, das ähm die besseren Positionen hat und da sozusagen tatsächlich die Fakten für sich hat.
41:08
Speaker A
Also ist so ein bisschen die Frage, es begegnet einem ja immer wieder in letzter Zeit, dass man sagt, na ja, das linksliberale Milieu, das das muss äh das muss zurückgedrängt werden. Wir müssen die Breite des Spektrums abdecken. Ist das denn wirklich der
41:23
Speaker A
Fall? Wie plausibel ist eine solche Strategie? Also, worum geht es? Wir haben am Anfang über auch das didaktische Konzept von Zeitung früher gesprochen als Gatekeeper, die entschieden haben, was für Themen sind denn auch berichterstattungswürdig und müssen diskutiert werden. Und heute
41:38
Speaker A
scheint ja jetzt so ein bisschen das Konzept zu sein, ne genau das Gegenteil, sondern eigentlich muss die Bevölkerung in ihrer Breite und in ihren Ansichten genauso ernst genommen werden, wie sie geäußert werden. Und genau das muss ich dann in der Berichterstattung ab. Ist
41:51
Speaker A
das klug? Nein, natürlich nicht. Warum nicht? Weil Journalisten die öffentliche Sache, also Journalismus als Respublika verstehen müssen. So tue ich das. Es ist das ist halt wichtig zu verstehen, äh dass es am Ende um eine anonyme Masse geht, die ich bespiele. Ich versuche,
42:10
Speaker A
ich denke, ich denke mir eine Allgemeinheit. Ich fin also ich erfinde mir in meinem Kopf eine Allgemeinheit, zu der ich sende, zu der ich spreche, für die ich arbeite. Äh und das ist das Verständnis. Das ist die allgemein halt
42:23
Speaker A
zur Allgemeinheit auch die AfD, auch die AfD, alle Menschen. Ich ich glaube natürlich an ein an ein an ein an ein an erwachsene Bürger, die äh selbstständig denken wollen, die immer denken einfordern. Da muss ich also auch diese Menschen ansprechen, ob die mich
42:38
Speaker A
gucken, ob die das hören und so weiter, dafür dafür kann ich nicht. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Meine Aufgabe ist als Journalist die Macht zu kontrollieren, mächtige Menschen zu kontrollieren, die die entweder an der Macht sind oder an die Macht wollen und
42:50
Speaker A
eben Nähe zu vermeiden. Darum würde ich auch widersprechen, dass ich z.B. Teil von irgendwelchen Bubbles bin. Ich meide diese Bubbles. Äh, ich kann mit denen am wenigsten anfangen. Ich gehe zu Wo wohnst du?
43:02
Speaker A
In Berlin. Und wo? Na, in Mitte. [gelächter] Weil ich, weil ich Moment, aber weil ich irgendwo wohne, habe ich mit irgendwelchen anderen Journalisten zu tun eben nicht. Ich will mit denen nichts zu tun haben. Ich gehe zu keinen,
43:17
Speaker A
ich meinte ja nicht Journalisten, ich meinte eine bestimmtes Klientel, was ich in bestimmten Vierteln besonders oft auffällt, ein bestimmtes Einkommen. Ich hab 10 Jahre wedding gelebt. Ich kam ich kam als Lande aus McM nach Wedding arabischte.
43:30
Speaker A
Komm. Ja. Ja. Und weil mir weil es mir da gefällt, aber nicht, weil der weil der meine Sozialisierung stattfindet. Wie gesagt, mein mein Konzept ist die Kontrolle von Macht und Nähe zu vermeiden äh und die Themen aus Sicht
43:41
Speaker A
der Allgemeinheit anzugehen und äh die Macht und ihre Behauptungen zu überprüfen und auch wenn Experten z.B.
43:51
Speaker A
deren Interessen zu hinterfagen, deren Folgen, deren Widersprüche aufzuzeigen und dann nach Fakten, Tatsachen, wissenschaftlichen Erkenntnissen zu strukturieren und das findet aber auch Spektrum statt. Das Spektrum heißt Hofberichterstattung und Respublika. Und wer macht Hofberichterstattung?
44:10
Speaker A
Zu viele Menschen. Wer? Welche? Also dann bitte bei dem Bicht. Hofberichterstattung ist schon ein gutes Wort. Vor allen Dingen, nachdem man sich selbst so idealisiert hat.
44:19
Speaker A
Ja. Dann würde ich gerne wissen, welche Medien sind Hofberichterstattungs das will ich jetzt hier gar nicht rein.
44:27
Speaker A
Warum? [gelächter] Nein, nee, das das so das kann nicht stehen. Ich möchte jetzt erstmal erklären, was Hochberichterstattung heißt.
44:33
Speaker A
Die [räuspern] Übernahme von Sprache, Frames und Prioritäten der Politik. Gute F Sparzwang. Äh, das muss weg. Die Migration ist das Problem. Die Übernahme und kritische Übernahme dieser Frames macht aber auch als natürliche.
44:48
Speaker A
Wer macht das? [applaus] Es hilft ns nach so einer Aussage. Nur damit ich es verstehe, ich habe da auch keinen Hintergrund, wenn ich das frage. Welche Medien sind und nenn mir W ein Z sind Hofberichterstattungsmedien?
45:03
Speaker A
Ich habe doch gerade gesagt, das kommt auf den Evidzalismus an und es ist ein Spektrum.
45:08
Speaker A
Es kommt es gibt es gibt das in jedem Medium. Es gibt in jedem Medium Hofberichter Statter und es gibt die und die tollen die tollen Journalisten und ich werde dir keinen Namen nennen, weil jeder und das ist genau das Ding,
45:20
Speaker A
warum ich das hier sage, weil jeder der hier im Publikum sitzt selber damit damit was anfangen kann, wenn ich kurz erkläre was das heißt, nämlich Hofberichterstatter äh sehen die Macht als eine natürliche Autorität.
45:32
Speaker A
Es ist immer wichtig für Hochberichterstatter zu berichten, was die Regierung sagt, egal zu welchem Thema. Es ist immer wichtig und das finden wir auch in der Tagesschau übrigens, welche Termine der Bundeskanzler hat, welches Statement er schon wieder wo abgegeben hat, welche
45:47
Speaker A
Personalien gerade ausgewechselt wurden und wer sich wo gerade inszeniert. Und es findet bei Hofberichterstattung keine grundsätzliche Kritik an Problemen an gesellschaftlichen Ursachen statt und das ist das Spektrum auf dem Journalismus stattfindet in diesem Land wie in jedem anderen Land. Aber die
46:07
Speaker A
Tagesschau ist ja jetzt auch kein journalistisches Medium, das für Langzeitrecherchen berühmt ist, sondern es soll ja zusammenfassen, was am Tag von Relevanz geschehen ist, oder?
46:20
Speaker A
Also von daher und trotzdem sollte man Hofberichterstellung dann vermeiden. Warum? Wenn jetzt bei der Tageschafrau 15 Minuten Zeit ist, also erstmal so, niemand zwingt sie 15 Minuten zu machen. Sie könnten auch 30 Minuten machen, aber sie machen 15
46:32
Speaker A
Minuten. Sie entscheiden sich davon Wetter andinhalb Minuten zu machen. Ja, es gibt doch z Nachrichtenformate auf und das sind Magazine, da sind Politikmagazine gibt Tagesthemen.
46:45
Speaker A
Aber aber jetzt müsst mich jetzt müsst ihr mich trotzdem mal ausreden, wenn jetzt die Frage redest schon, also es gehört zur Streitkultur ab und zu mal zu gönnen Luft einzuarten. [gelächter] Das tun wir aus Fürsorgegrund. Wenn wir jetzt mal bei der Tagesschu 20 Uhr
47:00
Speaker A
bleiben mit Wetter abgezogen, 14 Minuten Sendezeit, dann müssen Sie sich immer entscheiden, welche sieben Beiträge wir machen.
47:09
Speaker A
Und dann finde ich immer wieder fast jeden Tag irgendwelche Beiträge, wo irgendwie einfach nur irgendwer Friedrich März die Hände schüttelt oder Friedrich Meerz irgendwo hingeflogen ist und sagt, wo sich gerade wer die Hände geschüttelt hat und welches Statement
47:23
Speaker A
gerade abgegeben worden ist. Das heißt aber auch journalistisch, dass man dann andere Sachen weglassen muss und das ist das Problem.
47:31
Speaker A
Ich bitte, aber es geht ja, ich meine diese Berichte sind ja nicht dem Besuchsprogramm von Friedrich Merärz gewidmet. Ich meine, wir interessieren uns ja nicht darüber, ob er am Ost Sauerland gerade bei Bäcker A oder Bäcker Br Brötchen holt oder sonst wo,
47:44
Speaker A
sondern ist ja geschuldet, dass er zu den ukrainischen Präsidenten z.B. begrüßt oder zum Gesipfel nach Evion reist.
47:53
Speaker A
Aber das ist keine Nachricht. Doch, das ist die Nachricht. Die Nachricht ist, was hat also jetzt wen wenn beim G7 gefühl was rauskäme, was Ukraine hält, was neues wä, das ist Bericht. Das erfahren wir, wenn der Gipfel beschlossen ist. Normalerweise
48:10
Speaker A
warum interessiert un wir kommen jetzt an einen Punkt den wir to agree not to agree stehen lassen. Die Tatsache, dass es ein G7 Gipfel gibt, ist eine Nachricht und keine Hofberichterstattung.
48:24
Speaker A
Wie man die Nachricht verkleiden würde, da kann man sich bei dir mit Hofberichterstattung nähern. Aber die Tatsache, das zu berichten ist in einer geopolitischen Phase, in der wir uns befinden. Und übrigens kommt Trump oder kommt Trim. Es hat mit
48:39
Speaker A
Hofberichterstattung aus meiner Sicht nicht zu tun. Dann machst du aber hast du gerade Stroman aufgemah, das habe ich auch nicht gesagt.
48:44
Speaker A
Ich will ich doch das ist schwierig. Jedes Mal, wenn dann so eine Gegenbewegung kommt, sagst du, hast du so nicht gesagt. Lass ich auch mal stellen. Ich würde aber gerne du sollest das kritisieren, was ich gesagt habe und was ich gemeint habe. Das ist
48:57
Speaker A
über G7 ist Hofberichtserstattung. Das hast du gesagt. Wenn nur darüber berichtet wird, dass der G7 Gipfel stattfindet und dass deut sch angereist ist, dann ist das Hofberichterstattung nicht passiert. Wir können uns doch einigen, dass wir sich einigen. Ich halte es für eine
49:13
Speaker A
Nachricht, dass G7 in diesen Zeiten überhaupt stattgefunden haben konnte, aber geschenkt, ich würde gerne doch zurückkommen auf etwas, was ja inhaltlich äh argumentiert wurde, die Auswahl der Nachrichten, die Auswahl, was bringen wir in unserem Heft oder nicht? Ist das nicht gerade eigentlich
49:33
Speaker A
die auch Berufsfreiheit, dass man zwischen all dem, was alles da ist, entscheidet? Da komme ich zum Wahl zurück. Das hast du ja selbst angesprochen. Man entscheidet, welchen Schwerpunkt man setzt. Man entscheidet, welche Themen man in den Vordergrund nimmt. Nun leben wir aber in einer sehr
49:52
Speaker A
pluralistischen immer noch Medienlandschaft und damit meine ich jetzt nicht die sozialen Plattformen, sondern wirklich Medien und die unterscheiden ja ganz unterschiedlich ihre Schwerpunkte und es stimmt ja auch nicht, dass alle, die aus dieser Berlin Mittelblase kommen, links sind. Wenn ich
50:08
Speaker A
an die Kollegen der Welt denke, dann würde ich die jedenfalls nicht als Links bezeichnen. Das würden Sie auch wirklich zurecht zurückweisen, sondern der Pluralismus von politischen Angeboten auch im Journalistischen, die Tats, äh die Zeitungen von Herrn Friedrich und
50:23
Speaker A
alles ist ja alles im Medienbereich auch vorhanden. ist wirklich das Problem, dass die Auswahl, ein Ausdruck, das greife ich gerne auf, ein Ausdruck der Beliebigkeit oder sogar eines Programmes ist.
50:40
Speaker A
Also, ich habe auch, das ist mir wirklich wichtig, glaube ich, von dir gefallen. Ich habe nicht behauptet, dass wir uns alle in einem linksliberalen Milieu aufhalten, sondern nur, dass wir auf eine bestimmte Art und Weise leben, äh auf die andere leben. Und das ist so,
50:59
Speaker A
wenn es um Auswahl von Nachrichten geht, das ist ja nicht nur fürs Publikum relevant, sondern auch für uns als ähm Redaktionen relevant, weil wir ja entscheiden müssen, womit beschäftigen sich unsere Redakteure, wo und jedes Thema, mit dem man sich beschäftigt, ist
51:15
Speaker A
dann auch eins, bei dem man an ein an ähm an Expertise hinzugewinnt. Das ist ja das, was wir wollen. Wir wollen Journalisten, die sich auskennen mit einem Thema, die dann ähm schreibbereit sind oder bereit, sich schnell einzuarbeiten, wenn etwas groß und
51:29
Speaker A
relevant wird. Das heißt, das ist eine total sensible Frage. Womit beschäftigen wir uns und was lassen wir weg? Nicht nur womit behelligen wir das Publikum, sondern auch was wollen wir, was unsere Redakteure machen und die Kollegen machen. Und ähm
51:46
Speaker A
da finde ich entscheiden wir uns sehr oft für Themen, bei denen wir wissen, es wird kein Riesen Publikum finden oder noch nicht jetzt. Also, ich will nur daran erinnern, sämtliche deutsche Medien hatten lange Korrespondenten in Russland, ohne dass man davon ausgehen
52:03
Speaker A
konnte, ähm Deutschland freut sich auf die Berichte aus Russland. Als Wladimir Putin noch nicht ähm seine vielen Kriege führte, war das Interesse noch eher klein. Später, heute sind alle glücklich, dass sie Russlandkenner haben und Russlandkorrespondenten haben. Es ist
52:22
Speaker A
immer auch es ist immer auch eine Wette auf die Zukunft. Es ist immer auch, also ich meine, wir haben den Ethos ähm auf etwas hinweisen zu wollen, was die Bevölkerung noch nicht sieht oder was die Politik ähm um das jetzt hier mal so zu
52:39
Speaker A
verallgemeinern, was sie noch nicht sehen, das ja und gleichzeitig kann man nicht zu tun, als wäre es nicht so, dass das Interesse mit dem Grad der Beschäftigung wächst. Also, wenn wenn ich mich nie mit der Subsahara beschäftige, dann ist die
52:54
Speaker A
Hürde darüber etwas zu lesen erstmal höher, als wenn ich im letzten halben Jahr fünf Texte über die Subsahara gelesen habe. Das ist einfach so. Das heißt, wir sind in der Verantwortung ähm ähm überhaupt erstmal ein Interesse an gewissen Themen ähm wie und wie entsteht
53:12
Speaker A
Interesse durch Wiederholung indem das hat Springerpresse und die Rechten haben das perfektioniert, warum Migration und so weiter bei vielen anderen Themen.
53:21
Speaker A
Na ja, also es gibt noch die Süddeutsch, du musst Dinge, ne, du musst Lügen so oft wiederholen, bis sie zu wahrheit, aber ich w das jetzt nicht nur auf diese eine Seite, ne? Weil das ist das ist der das ist der
53:31
Speaker A
entscheidende Punkt. Wir haben in in Deutschland tollen Journalismus bei jedem erdenklichen Thema von Klimawandel, Völker, Ungleichheit und so weiter und sofort, aber das was bei den Leuten hängen bleibt, wo Interesse dann kommt für weitere Klicks, für weitere Zeitungskäufe, für weitere Podcasts und
53:49
Speaker A
so weiter ist, wenn sie wenn die Leute verstehen, das ist wichtig, weil verschiedene Medien ständig darüber berichten. So ist ja der Wahl zum Star gekommen. Aber ich will der Wahl zum Star. Ja, aber ich würde gerne die Kritik mal anders aufgreifen. Ich hatte
54:04
Speaker A
immer ein großes Problem und habe daran auch nie teilgenommen, die Begegnungen von Politik und Journalismus unter drei Hintergrundsgespräche, über die man aber nicht berichten darf.
54:18
Speaker A
Ähm, ich habe das bis heute nicht verstanden, weil ich glaube und ich kenne ja nun alle Bereiche, Politik manipuliert d mit Journalismus füttert sie. Da muss man ein bisschen auch nachdenken. Also, es wird gefüttert und gleichzeitig wird dir gesagt, du bist
54:33
Speaker A
sehr privilegiert, du gehörst zur Verantwortungselite, aber alles, was du jetzt weißt, darfst du nicht erzählen und berichten. Sind solche Verknüpfungen, ich habe das an diesem einen Beispiel nur gesagt, sind solche Verknüpfungen nicht tatsächlich erstens verführerisch und zweitens manipulativ und wie und warum muss das
54:54
Speaker A
sein? Also, erstens, das gibt's in jedem Bereich. Es gibt's nicht nur im Politikjournalismus, das gibt's auch im Wissenschaft und alles und ich, also würde mich jetzt auch interessieren, ob du wirklich noch nie mit einem Journalisten gesprochen hast, z.B. und ihm gesagt hast, du ich will
55:11
Speaker A
nicht, dass du das schreibst, aber ich will, dass du es weißt. Es gibt manchmal Themen, von denen will man, dass sie an die Öffentlichkeit geht von strukturierten nicht einzelfallbedingten Dialogen reden von einer Struktur, die sich in diesem Land, nicht nur in diesem
55:28
Speaker A
Land eingeführt hat. Und man sieht bei Trump, was diese Struktur bedeutet. Wenn so einer kommt, schmeißt er erstmal alle die raus, die er nicht will und die, die bleiben, brauche er gar nicht zu informieren, weil sie laufen ihm eh
55:39
Speaker A
hinterher. Es bleibt bei der strukturellen Frage und du hast recht, das in der Wirtschaft so überall, also Stadtreche, das wäre eine sehr kritische, distanzierte Arbeit, ist dieses regelmäßige Wir reden miteinander auch hier. Ich bewerte es nicht. Es fällt mir
55:56
Speaker A
nur auf, darüber nachdenken zu sollen nach dem Tilo diese Kritik dieses Man ist Hofberichterstattung bedeutet ja auch ein Hof. Es gibt einen Hof der Staat als so so mein ich das natürlich begegnet.
56:11
Speaker A
Also mir viel es übrigens schwer zu verstehen, was genau Hofbericht s, aber ich wollte Nebenaspekt jetzt nicht aufmachen. Was stimmt ist ja was stimmt ist? Es gibt ähm Hintergrundgespräche, es gibt diese unter drei, heißt das im im Journalismus. Also, wenn einem jemand
56:28
Speaker A
etwas unter ein sagt, dann darf man es schreiben. Inklusive inklusive der Information, wer hat einem das gesagt?
56:36
Speaker A
Unter zwei heißt, sie dürfen es schreiben, aber sie dürfen mich nicht als Quelle nennen.
56:39
Speaker A
Ein guter Freund, ein guter Freund des Bundeskanzlers und unter drei heißt, sie dürfen es nicht schreiben und es gibt relativ viele sogenannte Hintergrund Kreise, die sind nicht das ist keine, ich will will nicht sagen, es ist keine geheime Sache,
56:54
Speaker A
sondern das ist ritualisiert. ähm Fraktionen, Parteien laden dazu ein und man muss sich als Journalisten fragen, warum geht man dahin und man geht hin aus einem einfachen Grund, weil man nicht nur hören will, was Politiker sagen, sondern auch was sie denken. Und
57:12
Speaker A
oft denken sie Sachen, die sie nicht öffentlich sagen aus guten Gründen. Und ich glaube, dass es eher nachteilig für Politiker ist und Parteien. Sie hatten sich das mal gedacht als schon als Möglichkeit Journalisten zwar zu informieren, aber sicher auch zu
57:32
Speaker A
beeinflussen mit den eigenen Informationen. Natürlich ist es ein Versuch der Einflussnahme. Wir haben uns für diese und jene Spinoktor Punkte entschieden. Wir denken so aus diesen und jen Gründen [räuspern] und wir halten am Kanzler fest, weil deswegen geht man ja auch ähm zu allen
57:51
Speaker A
Parteien zur Hintergrundkreisen und nicht nur zu einer ich habe z.B. auch immer Hintergrundgespräche mit Vertreter der AfD geführt. Ich mache keine Unterschiede im Umgang mit Vertreter dieser Partei und ähm also jedenfalls im formalen Umgang und ähm ich finde, wir
58:06
Speaker A
haben davon was. Wir haben etwas davon, weil wir erfahren, wie diskutieren die, wie denken die, ähm warum haben die so entschieden, wie sie es getan haben. Wenn Hofberichtserstattung bei rauskommt, machen wir was falsch. Ich sehe in Deutschland jedenfalls von den größeren
58:24
Speaker A
ähm etablierten Medien nichts, wovon ich sagen würde, das ist Hofberichterstattung. Na ja, es ist ja wahrscheinlich so ein bisschen im Raum, dass sich über diese Hintergrundgespräche natürlich auch eine gewisse Vertrautheit einstellt und das ist ja auch ganz klar, man teilt
58:42
Speaker A
Informationen miteinander, die man zwar nicht publiziert, vielleicht ist es auch genau der Sinn des Ganzen, aber dadurch natürlich das Gefühl hat, dass man ein bisschen näher dran ist, ein bisschen mehr weiß, ein bisschen bedeutender auch Herrschaftswissen. Ja, und das was das
58:56
Speaker A
führt natürlich, ne, diese Vertrautheit heißt dann vielleicht auch, dass sozusagen die bisfähigkeit kann man das so sagen, ja, ne, dass so diese Angriffslust vielleicht auch so ein bisschen verloren geht, nicht? Man man schont sich dann vielleicht auch eher, dass man so
59:11
Speaker A
man möchte ja auch das gilt nicht für alle, aber man möchte ja auch wieder eingeladen werden. Das ist das sind ja nicht nur Hintergrundgespräche bei den Parteien, sondern auch ein Kanzleramt, wo das Kanzleramt übers BPA sich genau aussucht, wer eingeladen wird und wer
59:25
Speaker A
nicht. Ich ich w z.B. nie eingeladen. Ich bin stolz darauf. Äh Moment, das ist stolz.
59:32
Speaker A
Die Ministerie, das Kanzleramt entscheidet am Ende, wer auf diesen Auslandsflügen mitfliegt und so weiter.
59:38
Speaker A
Also, ihr könnt mal nachgucken in 13 Jahren, ich bin einmal mitgenommen worden mit dem auswigen Amt, dann habe ich darüber berichtet, wie so eine Reise stattfindet. Danach bin ich nie wieder eingeladen worden, weil ihn das nicht gefallen hat. Ich werde immer
59:50
Speaker A
lustigerweise zu spät eingeladen. Ich würde da ja immer gerne mal mit und dementsprechend ist mir das auch im Grunde wurscht.
59:57
Speaker A
Darum gibt es andere Kollegen, alle müssen nicht alles machen und ich finde, wir haben z.B. ein Job, die unter ein Sachen öffentlich zu machen, die vorher nicht öffentlich gemacht worden sind.
60:07
Speaker A
Also, das ist lustiges Gegenbeispiel. Die Bundespressekonferenz als Ort der Regierungspressekonferenz war 55 Jahre lang, wo ist das passiert? Also eine Business Business Veranstaltung zwischen Journalisten und den Regierungsvertretern. Am Ende ist ein Protokoll abends entweder erstellt worden, irgendwann ging es online und
60:24
Speaker A
das war's. Und dann haben wir aus einer Untersveranstaltung einfach das gemacht, was man als Journalist auch macht, dokumentieren und archivieren, online gestellt und die Leute, sowohl meine Kollegen und Kolleginnen als auch die Regierungsseite, hat sich gefragt, was soll das? Was machst du hier? Und ich
60:39
Speaker A
nur so Öffentlichkeit herstellen und der und dem der Öffentlichkeit zeigen, was hier gesagt und was hier nicht gesagt.
60:46
Speaker A
Ich will trotzdem noch eine weitere Idee in den Raum stellen, wo ich auch eingeladen bin. Deswegen ist mir das so bewusst. Es gibt überhaupt kein Medienhaus mehr, das nicht irgendein Sommerfest und sonstiges tut und sich damit in der Berichterstattung über sich
61:01
Speaker A
selbst rühmt, wer da alles gekommen ist. Und wenn der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin nicht gekommen wäre, dann wäre das mehr oder weniger ein Image Verlust für dieses Medien.
61:11
Speaker A
Aber das ist doch genau das Gegenteil. Ja sein wenn die Mächtigen gerne zu dir kommen.
61:16
Speaker A
Ich versuche eine andere Perspektive zu suchen, um das Gespräch, das selbstkritische und kritische möglich zu machen. Also, da ich dazu auch eingeladen werde, jetzt bin ich gerade wieder eingeladen worden, die Einladung hieß die 100 wichtigsten Entscheide aus Wirtschaft, Politik und was weiß ich.
61:35
Speaker A
habe ich mir gedacht, wenn ich eingeladen bin, stimmt was nicht an dieser Überschrift. Aber wir wissen, dass das äh auch mittlerweile so eine Art geiler Lache, äh [gelächter] dass das dass das mittlerweile so eine Art auch ja, wie wie will ich das
61:53
Speaker A
bezeichnen? Jedenfalls sitzen dann die Granten da und die Chefredaktionen sitzen drumrum und das ganze wird nachträglich berichtet als was eigentlich guckt, also wir sind wichtig, die kommen zu uns und äh die sind auch wichtig, also wir sind alle wichtig.
62:11
Speaker A
Das sind schon so Dinge, wo man sich manchmal fragt, und jetzt komme ich auf Nicoes Frage zurück, man kommt sich doch verdammt nah in der Übertragung, also so ein Image Transfer, der gegenseitig stattfindet.
62:26
Speaker A
Ich will gar nicht zur Hofberichterstattung kommen, nur warum um Gottes Willen lässt man sowas nicht?
62:32
Speaker A
Also zwei Punkte. Der erste Punkt ist, hat jemand wirklich den Eindruck, die deutschen Medien wären besonders vorsichtig mit Friedrich Merz oder mit Olaf Scholz? Hat jemand den Eindruck, die kommen aber wirklich gut weg?
62:48
Speaker A
Ähm und die werden wirklich zaghaft kritisiert? Aus meiner Sicht ist es nicht der Fall. Im Gegenteil, die Ampel ist heftig kritisiert worden. Die Regierung unter Friedrich März wird aus meiner Sicht zurecht auch heftig kritisiert.
63:01
Speaker A
Und streit. Das heißt, das was wir hier ähm konstruieren, nämlich wir Journalisten werden irgendwie eingewoben in einen Informations in eine Informationskorruption, so will ich es mal nennen. Wir erfahren Dinge, damit wir sie nicht schreiben und äh kommen uns nah, dürfen im Flieger sitzen und
63:17
Speaker A
dann schreiben wir nett über Friedrich Merz. In der Realität bildet es sich ja nicht ab, finde ich. Das ist der erste Punkt. Und der zweite Punkt ist, warum machen wir so Großveranstaltung?
63:28
Speaker A
Ähm, also ich kann jetzt für die Zeit am besten sprechen. Wir machen regelmäßig größere Veranstaltungen für unsere Leserinnen und Leser und für unsere Abonnenten. Als ich noch im Leipziger Büro war, haben wir dort alle dre vier Monate Leser empfangen.
63:47
Speaker A
Wir haben aber manchmal auch Politiker, wir haben manchmal auch Politiker eingeladen und gesagt, wir machen jetzt ein Hintergrund. Kreis mit den mit Bürgern. So und und unsere Kritik, das ist jetzt sehr spannend. Ich habe ganz konkret auf eine Art von verstein
64:04
Speaker A
Veranstaltung. Die Zeit macht intellektuelle Veranstaltung, Wissenschaftsveranstaltung. Dazu bin ich eingelangen. Alles nicht das Thema. Das Thema ist diese Show of Beziehung, wo dann welche Leute, also nach dem Motto, warum kann man das nicht lassen? Wozu braucht man das
64:21
Speaker A
wirklich? Und wenn es keine Begründung gibt, warum man sich dann in so einem dann wirklich in einer Blase trifft, dann müsste man es weglassen. Was ist die Begründung, dass man solche Sachen macht?
64:33
Speaker A
Ich kann halt schlecht für Medienhäuser sprechen, zu denen ich nicht gehöre und für die Zeit. Warum macht ihr das?
64:40
Speaker A
Wir machen sowas. Ja, also ich wüsste nicht, welche Veranstaltung es gibt, von der ich sagen würde, das finde ich unangemessen.
64:46
Speaker A
Okay, ich also ich wüsste nicht welche. Es gibt Veranstaltungen beispielsweise, da laden wir Politiker ein, eine Stunde Zeit mit und dann werden die eine Stunde lang auf der Bühne interview.
64:59
Speaker A
Man muss jetzt mal, es wundert mich, eurem Verlag gehört der Tagesspiegel. Der Tagesspiegel macht regelmäßig im Borchart Veranstaltungen, wo es ganz wichtig ist, dass alle wichtigen kommen.
65:10
Speaker A
Man zeigt sich miteinander, man berichtet darüber und meine gibt ganze Fotostrecken darüber und meine Frage ist, wer braucht das eigentlich? Also, man muss ja eine solche Idee begründen können und zwar aus journalistischer Perspektive. Und [räuspern][schnauben] wenn du mir eine Begründung lieferst,
65:25
Speaker A
höre ich die wirklich offen und gern. Nur mir ist bisher nie aufgefallen, was ist der journalistische Mehrwert, wenn man sich gegenseitig so also wenn ein Medienhaus Veranstaltung organisiert und dazu bestimmte Wissenschaftler, Politiker, Public Intellectual ein Warum sollen sie das nicht? Weil es nicht um
65:47
Speaker A
die geht, sondern man schmückt sich nicht, weil die was zu erzählen haben, sondern weil man einfach gesellig mit einander.
65:55
Speaker A
Wir waren vor wir waren wir waren vorhin beim Journalismus als Republika und da habe ich gesagt, die Aufgabe ist Kontrolle von Macht und Nähe zu vermeiden und das was du gerade beschreibst ist Nähe herstellen und darum ist das zu vermeiden. Darum geht
66:09
Speaker A
man da nicht hin. Ich gehe auch nicht zum Bundespressverall. Ich war in all den 13 Jahren, wo ich als Mitglied, ich war beim Zehnjährigen 10 Jahre war ich einmal da bescheuert.
66:19
Speaker A
Es war bescheuert. Hast dich gelangt. Das ist aber das ist der größte Müll. Da ist die Journalisten freuen sich, dass der Bundespräsident da ist und dass der Bundeskanzler da ist oder dass Oppositionsführen.
66:30
Speaker A
Ich meine, Moment mal, wir haben mit denen nicht zu feiern. Wir haben sie zu kontrollieren und am besten und am [applaus] besten äh aber sie sind doch auch nicht personer non gratisimer. Also ehrlich gesagt äh ich verstehe die Richtung, aber die
66:47
Speaker A
Radikalität würde je jeder also bei Beamten bei Beamten muss jeder Eindruck vermieden werden, dass man korrumpierbar ist. Dann wird's irgendwie äh 20 € 30 € Regeln schon und das sollte bei Journalisten gerade bei Hauptstadourist eben sein. Jeder ein jeder jede
67:03
Speaker A
Möglichkeit, dass ein Eindruck entstehen könnte, dass man eine Nähe hat und eine ungerechtfertigte Nähe, wie du gerade aus herausgearbeitet hast, ist zu vermeiden. Mhm.
67:13
Speaker A
Ganz einfach. Aber nehmen wir das mal hin. Nehmen wir das einfach mal. Nein, aber wir ich nehme das jetzt als Faktum. Ja, ich finde ich finde tatsächlich diese Zunahme dieser Formate dieser ganzen Sommerfeste, zu den ich auch mittlerweile eingeladen werde und auch
67:27
Speaker A
denke, da stimmt was nicht, ich finde die offensichtlich würde ich mir g ich wurde früher eingeladen, dann habe ich über Instagram und Twitter darüber kritisch berichtet haben sie mich nicht mal eingeladen.
67:42
Speaker A
Bist du jetzt wieder bereit? Was? Nein. Warum? So, aber könnten wir einmal zurückkommen? Ich würde gerne einmal darüber sprechen, dass trotz dieser ja auch durchaus problematischen Entwicklung, also tatsächlich würde man sich ein bisschen mehr Distanz häufig wünschen und fühlt
67:58
Speaker A
sich vielleicht wirklich unter jetzt also jetzt hat sich offensichtlich der Konsensus Ich muss wie einmal widersprechen, weil es es ist Unsinn. Es hat sich der Konsens hier eingeschlichen, dass Journalisten und Politiker grundsätzlich offensichtlich miteinander feiern, miteinander trinken, miteinander es tut
68:17
Speaker A
mir leid, überhaup der Fall ist eine Falle, die die nicht von uns get also von uns beiden nicht getrag, das wurde nicht gesagt, aber das gibt es auch [gelächter] aber darüber wollen wir gar nicht sparnetzwerking und so weiterung
68:32
Speaker A
als geläbe ist nicht auch andere Netzwerk, ich hab nur Beispiel gesagt, aber immer dieselben da jetzt Moment ist das journalistisch, wenn man von Netzwerken spricht, also ein Phänomen, ja, dann müsste man als Journalist, der verantwortlich über sowas reflektiert
68:48
Speaker A
einmal über seinen Springer hinauskommen können, denn die gibt es auch ein Arschuldigung, ich muss einmal sagen, ein Argument, warum Journalisten eine gute Arbeitsbeziehung zu entscheidern haben, ob in der Politik übrigens auch in der Polizei und anderswo ist, damit man etwas erfährt.
69:12
Speaker A
Du arbeitest, glaube ich, nicht als Investigativjournalist, wenn man das macht. Ist ja, du machst ihr macht einfach etwas anderes, aber wenn man das tut, wenn man wenn man etwas herausfinden will, dann braucht man Leute, die sagen, dieser Journalistin, diesen Journalisten
69:27
Speaker A
vertraue ich und ich z.B. hätte hätte paar investigative Recherchen habe ich gemacht, die hätte ich nie machen können, wenn ich nicht mit bestimmten Entscheidern und da geht's nicht nur um Politiker, da geht's um ganz andere Leute. W ich nicht ein
69:41
Speaker A
Vertrauensverhältnis zu denen aufgebaut hätte, da muss ich nicht beim Bundespresseball sein, aber die müssen darauf, die müssen mich mal gesehen haben, die für dies ist vielleicht auch ganz angenehm ungefähr zu wissen, woher komme ich, wo stehe ich, meine
69:58
Speaker A
das ist das, was du beschreibst ist handwerk. Das ma ich auch ich hab auch Kontakte zu Es geht aber darum moden.
70:10
Speaker A
Einmal ein Schritt weiterzukommen. Genau. Interessante ist, wir haben jetzt viel darüber gesprochen, wie Journalismus vielleicht sich verändert hat, was vielleicht draußen ankommt irgendwo in der Bevölkerung, Lügenpresse.
70:26
Speaker A
Oder zumindest gibt's eine zu große Nähe zur Macht. Daher kommt ja dieser ganze Vorwurf der Lügenpresse. Und was ich sehr interessant finde, nein, jetzt nicht, was ich sehr interessant finde, ist, dass aber gleichzeitig uns die Daten sagen, dass das Vertrauen in die
70:41
Speaker A
Medien immer noch recht stabil ist. Das klingt jetzt vielleicht überraschend, aber es gibt ja hier direkt in unserem Nachbarort Mains gibt es die Langzeitstudie Medienvertrauen und die zeigt, dass das Medienvertrauen relativ stabil ist. Im Gegensatz zu allem, was
70:57
Speaker A
man da draußen hört, man hat ja den Eindruck, keiner vertraut mit den Medien, alles furchtbar, Lagerfeuer ist erloschen und sowieso. Das ist aber gar nicht so. Was aber passiert ist, dass der Teil derer die medien skeptisch sind sich verhärtet, also sich radikalisiert.
71:12
Speaker A
Das ist viel eher das Problem. Und interessanterweise muss man sich eben fragen, sind die in bestimmten Spektren oder sind die auch an bestimmten Orten?
71:22
Speaker A
Du hast mal gesagt, das Problem in ostdeutschen Bundesländern sei nicht nur die mangelte Ostskompetenz in Zielen Redaktion, sondern was auch das Problem sei, ist, dass diese klassischen Medien, die traditionellen Medien dort gar nicht so fest verankert sind. Das heißt, dass
71:36
Speaker A
diese Medienkepsis, der Anteil derer, die medienskeptisch sind, vor allen Dingen dort zu suchen ist und dass man dafür eigentlich ein Weg müsste, wie man damit umgehen könnte. Also, die muss man ja irgendwie wieder wieder für sich öffnen oder irgendwie auf ihr Interesse
71:52
Speaker A
stoßen. Haben die Medien das inzwischen geschafft? Ich meine, das ist ja nichts, was wir irgendwie seit gestern beklagen, ist ja was, was wir irgendwie schon viel länger beklagen. Was ist da die Strategie? Ist übrigens nicht nur Medien passiert, auch
72:03
Speaker A
den großen Parteien. Absolut. Außen gibt's ja gar nicht mehr. Wir leben ja davon, dass Menschen Mitglieder von Parteien sind, ähm um sich dort zu beteiligen, damit sie überhaupt auch gehört werden, damit ihre ähm ähm ihre Interessen auch vertreten werden. Es
72:17
Speaker A
sind zu wenige Leute in Parteien und das hat schon ein bisschen was da, also ich bin glücklich über die Wiedervereinigung. Ich finde, es ist auch völlig normal, dass dabei Fehler passiert sind. Ähm, ein Fehler ist, glaube ich, gewesen, dass man nicht gut
72:30
Speaker A
problematisiert hat, bestimmte Dinge nicht, dass bestimmte Dinge nicht von allein geschehen. Zu DDR-Zeiten war man nicht in einer Partei. Das haben mir meine Eltern mitgegeben, man ist nicht in der SED und man ist auch nicht in einer der
72:44
Speaker A
Blogparteien. Ähm und nun hatten hatte man angenommen, es kommt die Freiheit, die ja auch herbeidemonstriert worden ist und die Leute strömen in Parteien.
72:55
Speaker A
Das haben sie aber nicht gemacht. Sie haben sich intuitiv fern gehalten und man muss auch sagen, in den 90ern hatten sie auch anderes zu tun, ihr über ihr Überleben zu sichern z.B. Und man hat auch gedacht, da sind jetzt wie viele
73:07
Speaker A
Millionen haben in der DDR gelebt? Ich meine 16 Millionen ähm ziemlich genau 16 Millionen, die werden jetzt alle potenzielle Abonnenten. Auch das ist nicht gleich passiert, weil sie auch gar keine richtige Übung mehr darin hatten, kritische Zeitungsleser zu sein. Es gab
73:22
Speaker A
ja keine vernünftige unabhängige Presse. Das hätte man irgendwann sehen und problematisieren müssen und versuchen müssen zu ändern. Man hat sich damit aber abgefunden, ähm weil es ja, weil das Problem gar nicht so groß war.
73:36
Speaker A
Damals gab's noch keine AfD. Leute haben noch nicht verrückt gewählt aus Sicht der etablierten Parteien und es war alles in Ordnung. Jetzt sieht man, da ist richtig was versäumt worden. Und wenn es um Parteien geht, z.B. müsste man, finde ich, über
73:52
Speaker A
äh ich will nicht sagen radikale Ideen, aber smarte Ideen nachdenken. Man müsste nachdenken, darüber äh jedes Jahr 1% der Bevölkerung ähm zu losen und den zu sagen, ihr müsst jetzt bitte in eine Partei eintreten. Ihr könnt nur entscheiden, welche. Ähm, zwei Jahre,
74:08
Speaker A
das könnte man im Westen auch versuchen, wäre auch nicht zustimmungsfähig, aber geschwei Jahre Problemgliedschaft ähm um sozusagen um dafür zu sorgen, dass Menschen sich daran beteiligen und was Journalismus betrifft, na ja, man muss halt vor Ort sein und es sind
74:26
Speaker A
das gilt für die Parteien übrigens auch. Es gab immer gute Reporter aus und in Ostdeutschland, aber es war dann doch zu häufig so, dass wenn etwas außergewöhnliches passierte, der Reporter aus München, Hamburg, Frankfurt dahinreiste, um zu gucken, was da
74:42
Speaker A
eigentlich wieder los ist. Mhm. Und das machte für mich damals, wir nicht zu viel Werbung machen, das ist ja auch peinlich für mich und für sie und für uns alle, aber das also die Zeit hat damals ein Büro in Dresden gegründet,
74:54
Speaker A
was dann nach Leipzig gezogen ist, um vor Ort zu sein, damit uns das eben nicht passiert, dass Journalisten, die diese Region vielleicht kaum kennen, innerhalb von zwei Tagen Recherche sich ein Urteil bilden über das, was da die letzten 30 Jahre schief gelaufen ist und
75:09
Speaker A
dafür bin ich ihr total dankbar. M was mal bevor du antwortest, weil wir reden jetzt schon mal z.B. über eine zumindest grobe Gruppe, die sich vielleicht nicht mehr hinreichend repräsentiert fühlt in der Medienlandschaft. Eine andere, über die wir noch kaum gesprochen haben. Tilo
75:25
Speaker A
hat es mal probiert, als er über die alten vor der Tagesschau gesprochen hab oder du über das Einschlaffernsehen, richtig Einschlafhilf. Ich würde gerne sozusagen die Jungen mal zu uns holen und ich glaube, dass hinter der Bühne für uns bereit stehen Lara Marie
75:37
Speaker A
Bodenheimer und Andy Jakupi und die würde ich jetzt gerne zu uns holen. [applaus] Hoffe zumindest die finden den Weg. Da sind sie. [applaus] So und wir halten beide jetzt die Klappe.
75:53
Speaker A
Du versuchst es und ich werde es machen. Da ich die Klappe halten will, da kann ich ja antworten drauf. Also gut, ihr habt das Wort.
76:03
Speaker A
Ja, wir haben den Stream bis hierhin ja auch interessiert mit verfolgt von hinter der Bühne und wenn wir das richtig verstanden haben, sagt Frau Hennig, dass wir vor allem einen Medienwandel erleben. Herr Jung spricht dagegen von einem Versagen großer Teile
76:18
Speaker A
des Journalismus. Beschreiben Sie hier eigentlich dasselbe Problem oder sehen Sie die Situation grundsätzlich unterschiedlich?
76:27
Speaker A
Du fängst an. Ich fange an. Nee. Acho, ich würde auch sagen, sie fängt an er soll anfangen. Die Frau nicht. Wir du uns übrigens.
76:36
Speaker A
Ah wirklich? Ne, Entschuldigung. And Andi und Lisa Marie. Also du Lara. Okay. Du Anne Tilock.
76:46
Speaker A
Perfekt. Also ein Versagen sehe ich nicht. Es tut mir leid. Ähm und ich habe es jetzt auch nicht so richtig ausbuchstabt. Wir haben glaub zwei verschiedene Dinge gesprochen. Sie hat glaube ich die das strukturelle angesprochen und ich ich meinte halt
77:04
Speaker A
inhaltlich insbesondere wenn es um die ganz großen Themen geht versagt auch der Journalismus in Deutschland. Also gerade in Sachen Klimawandeln z.B. da waren wir wieder äh bei grundsätzlich Kritik.
77:19
Speaker A
Wir müssen unser gesamtes Öko, unser gesamtes Wirtschaften umstellen. Wir können nicht mehr auf Wachstum setzen und so weiter und so for, weil uns das den Plan weil unsere Lebensgrundlagen zerstört werden. Das wird aber in unserer Medienlandschaft nicht abgebildet. Das wird vereinzelt
77:34
Speaker A
abgebildet. Es wird auf aufmerksam gezeigt, dass dieser Kapitalismus nicht weitergehen kann, dass wir dem überwinnen müssen. Aber im Grob im ganzen ist das kein Thema. Völkermord in Gaza, Israel und das ganze Thema, das ist in der deutschen Medienlandschaft
77:50
Speaker A
völlig unter äh unterreportet. Es wird wird teilweise falsch reportet. Das ist ein riesengroßes Thema. Genauso genauso wie beim Thema Ungleichheit. Wir haben eine massive Vermögensungleich in Deutschland, die Demokratie gefährt ist, die eine Ursache dafür war, dass die Nazis vor 100 Jahren an die Macht
78:07
Speaker A
gekommen sind. Diese Vermögensungleichheit wird im Grunde so an drei Beispielen haben wir es jetzt verstanden haben wir schon verstanden. Ja. Okay.
78:16
Speaker A
Das heißt nicht, dass wir uns einig sind. Ja hoffentlich. Es gibt so viel Berichterstattung über den Klimawandel, dass uns Leserinnen und Leser, Bürgerinnen und Bürger ständig sagen, ähm ihr redet ständig über den Klimawandel, habt ihr auch noch ein anderes Thema. Es gab so
78:31
Speaker A
viel Berichterstattung über Gasung und über die Zustände Gase und über den Krieg. in Israel führt, dass es mir wirklich schwer fällt zu verstehen, wie du zu der Erkenntnis kommst, Gaza sei under reported worden und Superreiche nur um einmal das zu erwähnen. Letzte
78:50
Speaker A
Woche gab ein mich nerven diese Stromanargumente. Also jetzt jetzt erzähl aus, aber jetzt mich reicht, dass du diese Stromanargumente ständig bringst, aber erzähl weiter.
78:57
Speaker A
Was meinst du jetzt mit Stromargum? Ich habe gerade beim Thema Völkermord davon gesprochen. Ich habe nicht von der Berichterstattung über Gaza gesprochen.
79:04
Speaker A
Ich rede über die deutsche Berichterstattung über den Völkermord in Gaza. Da ist die Berichterstattung völlig ungenügend. Es wird berichtet über Gasa. Es wird natürlich berichtet, was aber wir reden davon, wir reden davon, dass nach 80 Jahren Deutschland die deutsche Politik wieder
79:21
Speaker A
mitverantwortlich für ein Genozid ist. Hallo. Hallo. Moment. Und jetzt verlassen wir, das muss ich ehrlich sagen, die journalistische Ebene, was du jetzt sagst, ist eine Einstellung. Sag was sagen, was ist dazu muss ich dir als Philosophen.
79:41
Speaker A
Was ist nie Monopol der einen Betrachtung. Das stimmt. Ich sag ich sag ja aus meiner Sicht, was ist, aber aber Moment, du definierst das jetzt in Sinne und das es geht mir gar nicht um die Haltung eine Parteiinterpretation.
79:56
Speaker A
Du siehst das so mittlerweile ist das alles wieder es ist kein Genozid, es ist kein Völkermord Gegenposition. So und jetzt sind wir Parteien nimmst du jetzt ein?
80:07
Speaker A
Ich rede Parteien sind bei mir, entschuldige, wenn ich das sage, nicht nur Parteien wie CDU. Eine Partei heißt Partei nehmen für eine Sache, für eine Person.
80:15
Speaker A
Für welche Partei? Welche Partei hast Partei genommen, indem du formulierst, das sei eindeutig ein Genozid. Es ist aber nicht ein Genozid. auf wel Grundlage auf Grundlage ich weiß du und jetzt wird schwierig und das möchte ich jetzt du sagst nur das ist nicht so ich kann
80:32
Speaker A
sag ist so und jetzt die Gründe liefer wollen wir darüber diskutieren heute nicht entschuldige Ausreden gehört dazu.
80:42
Speaker A
behauptest etwas und darüber muss man streiten können und das wird in der Medien schon wieder unterbrichst du und das wird in der Medienlandschaft, wie ich finde, ausreichend getan und zwar teilweise mit Positionen, die aufeinander prallen und weh tun,
81:00
Speaker A
aber die eine Position, die gibt es Gott sei Dank nicht. Die eine Interpretation, die gibt es Gott sei Dank nicht. Egal welche und zu welchem Thema. Deswegen komme ich drauf noch mal zurück. Das sind ja sehr massive Behauptungen,
81:14
Speaker A
nämlich dass es eine ganz bestimmte Ausblendung gäbe, besonders bei der Frage arm und reich.
81:22
Speaker A
Ist das nachvollziehbar, nachweisbar? oder sind [schnauben] das eben Behauptungen, die aus der Perspektive einer ganz bestimmten Interpretation der Welt entsteht, wogegen man nicht sagen kann. Aber diese Behauptung kommt ja gerade auch aus rechtsextrem. Ihr zeichnet die Welt nicht wie sie ist. Ihr
81:45
Speaker A
zeichnet nicht unsere Realität. Und wenn man das dann alles so hört, zeichnet man die wichtigen Themen nicht.
81:52
Speaker A
Umwelt Gerechtigkeit Freiheit Menschenrechte. Ist das so, wie es behauptet wird? Ich kann nicht gelten lassen, dass wir über die Themen, die Tilo Jung gerade genannt hat, dass es darüber zu dass darüber zu wenig Öffentlichkeit hergestellt wird. Ich finde über den
82:10
Speaker A
Klimawandel, ich finde über Gasa. Du definierst es auf deine Weise, was dort passiert. Ähm, ich definiere es auf meine Weise auch über die Tatsache, dass es soziale Ungleichheit gibt, finden diese Themen nicht statt. Das kann man nicht sagen.
82:25
Speaker A
Das hab ich auch nicht gesagt. Jetzt jetzt geht das schon wieder los. Aber jetzt will ich auch mal aus. Ich hab dich gerade dein Problem will ich auch, aber du hast von Under Reporting gesprochen und darauf geht gerade ein.
82:36
Speaker A
Dein Problem ist, dass über die Themen nicht auf die Weise berichtet wird, wie es dir offensichtlich passt. Du willst, dass wir über den Klimawandel so berichten, äh so so würde ich jetzt dieses Stroman Argument will ich jetzt mal aufmachen, dass die Leute in Angst
82:50
Speaker A
und Schrecken zu Hause sitzen und sagen, ich fahr nie wieder Auto. Oder ich weiß nicht, wie du willst, dass wir über den Klimawandel berichten, nur du störst dich nicht daran du störst dich daran, dass wir nicht so berichten wie du oder
83:03
Speaker A
wie du es für richtig hältst. Das ist aber etwas ganz anderes als zu sagen, die Themen finden nicht sch so und jetzt haben die zwei Gäste jetzt haben die zwei Gäste wieder das Wort. Es ist ausgetauscht.
83:13
Speaker A
Sag ja rein. Ja, also vielleicht ziehen wir die Diskussion vielleicht erstmal in eine andere Richtung. Ich weiß es nicht.
83:20
Speaker A
[gelächter] Ganz ganz komplexes [applaus] Thema. Also, wir waren jetzt auch ein bisschen überfordert damit. Ähm so geht's uns ein. Ja, so geht's uns all. Vielleicht muss ich mich noch gewöhnen. Ähm, also ähm oft was wir auch von ihn Tilo
83:39
Speaker A
mitbekommen in ihrem Podcast. Also wir haben das auch alle in der Klasse ganz streng befolgt. Wir haben uns die Podcast oft angeschaut. Er ist recht das Format Jung und naiv. Kennen wir auch bereits vor dieser Diskussion. Ähm was
83:53
Speaker A
ich einfach noch mal vielleicht betonen wollen würde oder spezifizieren würde, ist dieser Begriff Qualitätsjournalismus.
84:00
Speaker A
Der kam [räuspern] jetzt oft in dieser Diskussion, der wird oft erwähnt, ähm der wird auch bei Ihnen oft erwähnt, also dass der Qualitätsjour Journalismus ausgestorben sei. Das haben sie so gesagt. Ähm ja und da würde ich vielleicht noch mal
84:16
Speaker A
nicht heute nicht heute denn? Das kam aus einem Part hier. Komm weiter lass dich nicht ein wirklich. Ich hab auch würdest du bitte wirklich die Fragen nicht kommentieren? Bitte, weil das ist schon sehr schwer es zu tun, wenn wir
84:31
Speaker A
uns da einmischen. Das ist du kannst ja antworten, bitte. Wir versuchen damit zurechtzukommen. Vielleicht erstmal zu [gelächter] Frau Henig. Ähm Frau Henig Anne, richtig. Ähm genau, sie haben ja sehr viele Erfahrung in diesem klassischen Journalismus, sie waren ja
84:46
Speaker A
auch auf der Münchner Journalistenschule. Ähm war noch eine lange Zeitredakteurin bei der Zeit sind sie vielleicht immer noch. Ähm was ist denn für Sie genau Qualitätsjournalismus? Also vielleicht im Publikum sind ja auch bestimmt viele Leute, die sich darunter nicht viel
85:00
Speaker A
vorstellen können. Genau unter diesen diesem Begriff vielleicht Faktoren, die dazu ähm gehören. Was könnten Sie uns da vielleicht sagen? Wir sehr gute wirklich eine sehr gute Frage.
85:10
Speaker A
Sehr gut. [applaus] erste mal heute Abend ist Frau Henig gefordert. [gelächter] Also das heißt, dass ähm Qualitätsjournalismus heißt für mich, dass wir uns an ein paar bestimmte journalistische Regeln halten, ähm die es gibt. Und ähm Regeln sind z.B. das
85:28
Speaker A
etwas, worüber wir berichten, ähm recherchier, also entweder man macht ein Meinungsbeitrag, dann muss man gute Argumente anbringen oder man hat etwas recherchiert. Und zwar hat man es beispielsweise nicht nur von einer Quelle gehört, sondern man hat zwei verschiedene Quellen für eine Behauptung
85:45
Speaker A
gefunden. Wenn mir jemand sagt, Tilo Jung hat gestern im Supermarkt ähm Äpfel geklaut, dann äh muss ich es gegen recherchieren und kann nicht einfach diese Behauptung verbreiten.
85:58
Speaker A
Ja, ähm das ist schon relevant und z.B. will, ich muss ihn konfrontieren. Wenn ich jemanden etwas vorwerfe, was er getan haben soll, dann frage ich, dann sage ich ihm, ihn wird dieses und jenes vorgeworfen. Sie haben 24 Stunden Zeit,
86:12
Speaker A
sich dazu zu äußern, manchmal auch mehr, wenn die Vorwürfe groß sind. Das ist z.B. ähm Teil von Qualitätsjournalismus, aber beispielsweise auch, dass Texte nicht einfach veröffentlicht werden, sondern sie mindestens zweimal redigiert werden. Und redigiert heißt, es gibt einen Redakteur, der hat mit der
86:29
Speaker A
Recherche nichts zu tun, mit dem Entstehungsprozess des Textes überhaupt nichts zu tun. Der setzt sich hin, liest den Text, fragt sich, ist es plausibel, stimmt es?
86:40
Speaker A
ähm checkt auch einzelne Fakten nach, fragt den Kollegen noch mal, wie hast du das herausgefunden? Und dann gibt es noch einen zweiten Redakteur, der eine zweite Redigeratur macht, bevor wir es noch aber das äh das wird euch einleuchten, bevor man es noch ähm ganz
86:55
Speaker A
am Ende auf Fehler überprüft. Ja, also so sachlich und neutral wie möglich oder sachlich und neutral wie möglich.
87:02
Speaker A
Also man versucht das zumindest. Ja. Und ich, also für mich gilt schon auch, ob ein gewisses Überwältigungsverbot.
87:10
Speaker A
Es geht auch darum, es geht schon darum manchmal Emotionen zu schüren, wenn man den Eindruck hat, das ist jetzt wichtig, hier auch eine emotionale Debatte aufzu ähm aufzumachen, aber ich habe Respekt davor, auch wenn ich einen Meinungsbeitrag schreibe, dass jemand
87:28
Speaker A
anders denken könnte als ich. Ich lege nicht meine Position als die einzig gültige an, z.B. Und ich lege Wert darauf, dass Leute journalistisch ausgebildet worden sind. Das muss nicht an den klassischen Journalistenschulen sein, das kann auch anderswo. Sie müssen
87:42
Speaker A
einfach wissen, was ist eine Nachricht, wie unterscheidet sie sich von einem Meiner Meinungsbeitrag und es ist schon auch wichtig, gehört für mich auch zu zur zu Qualitätsmedien dazu, dass man eine Redaktion hat, die sich selbst auch kritisch hinterfragt und die regelmäßige
87:57
Speaker A
Redaktionskonferenzen einberuft, in der wir uns heftig streiten, so ähnlich wie wir es hier auch tun. und in der wir nicht nur über politische Position streiten oder Fußballpolitische Position, sondern auch darüber äh und das war kein Witz, machen wir natürlich
88:13
Speaker A
auch, sondern auch darüber ähm wie wir berichten, ob die Art und Weise, wie wir berichten, richtig sind, ob wir den richtigen Ton getroffen haben. Das gehört für mich alles dazu.
88:23
Speaker A
Danke sehr. Okay. Kann ich auch, kann ich es auch Ja, wir haben dazu gerade noch eine Frage für Sie.
88:29
Speaker A
[gelächter] Genau, es wurde eben schon angesprochen. Interessant wird's ja auch, wenn wir jetzt von Ihnen hören, weil Sie eben nicht den typischen Weg hin zum Journalismus eingeschlagen haben, wie sie diesen Begriff eben definieren würde und vor allem, was genau qualifiziert
88:45
Speaker A
denn dann jemanden, diesen Qualitätsjournalismus betreiben zu dürfen? Na ja, also es gibt man kann auf eine Journalistenschule gehen, man kann aber auch direkt als Praktikant damal zehnte Klasse bei mir in der Zeitungsredaktion anfangen und dann über 6 Jahre durch
89:04
Speaker A
tolle Chefs an die Hand genommen werden und das Handwerk beigebracht bekommen und am Ende ist es ein Handwerk, was uns beigebracht wird und die Hand es gibt Prinzipien dieses Handwerks, die äh ein Qualitätsprodukt ausmachen, ne? Also so wie ein
89:19
Speaker A
Handwerker einen tollen Tisch bauen kann, der entweder qualitativ ansprechend ist oder nicht ansprechend, gibt's Prinzipien. Und ich hatte ja vorhin schon mein Prinzip, das respublika der öffentlichen Sache angesprochen. Ich habe es auch noch mal kurz rausgesucht. Es gibt, das heißt
89:33
Speaker A
diese acht Prinzipien des Journalismus findet ihr Elements of Journalism ist ein Standardwerk von Amerikanern. Bill Kck und Tom Rosenstiel haben das aufgeschrieben. Das sind acht Prinzipien. Ich bin sicher, Anne und ich haben da viele Übereinentscheidung.
89:46
Speaker A
Erstens die Verpflichtung zur Wahrheit. Zweitens die Loyalität gegenüber den Bürgern, also Loyalität gegenüber zum Gemeinwohl, nicht zu Verlegern, zu äh Besitzern, zu Politikern der dem Staat oder der Macht. Drittens, die Disziplin der Verifizierung, das Bag gründliche Recherche, Quellenüberprüfung und so
90:04
Speaker A
weiter und so fort. Unabhängigkeit zu Akteuren und den Bericht zu den Berichteten. Äh fünftens, Unparteiligkeit und Fairn. Man hat eine Wächterfunktion gegenüber der Kontrolle der Macht. Äh, sechstens Verantwortung und Rechenschaft, also Transparenzarbeiten, Fehler eingestehen und die aufarbeiten. Siebtens, das
90:21
Speaker A
Bedeutende interessant und relevante machen und das Unbedeutende weglassen und aussortieren und achtens Proportionalität und Antiilickbaiting, also z.B. Clickbait auf den Webseiten und so weiter ist nicht Qualitätsjournalismus und das ist wichtig und gleichzeitig und da hätten wir vielleicht einen gewissen Dessens äh
90:40
Speaker A
Journalismus und Aktivismus schließen sich nicht aus. Journalisten in einer Demokratie müssen für erstens Wahrheit aktiv sein.
90:50
Speaker A
Ich bin ein Aktivist für Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Ich bin ein Aktivist für die Demokratie in diesem Land. Ich bin ein Aktivist für Freiheit in diesem Land, für Menschenrecht und Menschenwürde. Ich bin gegen Autokratie, Diktatur, Völkermord. Das sind Aktivist
91:06
Speaker A
dein Aktivismus, den ich unterschreiben würde als Journalist und der sollte selbstverständlich sein. Das ist für mich Qualität schöne Worte.
91:14
Speaker A
Hier hat der Recht, ne? Ich meine das ernst. Also ja. Ja, ich meine das auch ernst. Nur ich muss noch einmal der allen stehen lassend der Wahrheit verpflichtet.
91:26
Speaker A
Ich denke alle nachdenklichen Menschen wissen, es gibt die Wahrheit nicht, richtig? Es gibt eine Wahrnehmung von Wahrheit.
91:33
Speaker A
Es gibt eine Konstruktion von Wahrheit. Ich wollte es nur ergänzen, weil das klingt so grandios. Gott sei Dank gibt es sie nicht. Und deswegen gibt es viele Menschen, Gott sei Dank, die an ihren Vorstellungen von Wahrheiten arbeiten.
91:48
Speaker A
Und es ist in einer freien Gesellschaft im Journalismus notwendig, das immer wieder zu berücksichtigen, sonst gibt es das, was wir auch Tendenzjournalismus nennen. Also, man kann Springer nicht dauernd vorwerfen. Sie haben einen aktivistischen Hintergrund und selbst über Aktivismus positiv dann sprechen.
92:08
Speaker A
finde ich dürfen wir ganz kurz am Ende noch mal zu Springer kommen und dem und dem Problem ich würde sagen, du hast völlig recht.
92:13
Speaker A
Wahit ist eine subjektive äh Einschätzung, aber dafür braucht es Fakten und Tatsachen und dann muss am Ende jeder basiert auf seine eigene Perspektive, auf die Welt seine Wahrheit für sich bauen.
92:26
Speaker A
Und dieser Wettbewerb, das war auch da, es ist ein Wettbewerb und es gibt nicht das absolute und deswegen hast du zurecht gesagt, es ist beeindruckend, ist es auch und trotzdem ist es im Kerngedanken nicht differenziert genug dargestellt. nur einmal einwerfen, dass
92:41
Speaker A
ich dass ich da einen leichten Dessenz habe und dass ich schon der Meinung bin, dass zumindest die Idee der Wahrheit bedeutsam ist und dass wir dass wir immer die Vorstellung haben, dass wir uns auf eine Wahrheit zubewegen könnten,
92:54
Speaker A
sie erkennen könnten, wenn wir uns nur genügend anstrengen. Das mag das mag, ich möchte nicht die eine Wahrheit, auf die wir uns zubewegen, weil dann ist es eine Definitionsmacht. Es gibt viele Wahrheiten, auf die wir uns zubewegen und aus der wir heraus immer wieder
93:10
Speaker A
soziale Konstruktion machen. Gott und Gott zählt hier nicht. Ja, das ist eine wunderbare philosophische Position. Ich habe ja nur eine andere möchte einfach nur sagen, dass ja, das sehe ich ein, dass ich die Idee der Wahrheit als regulative Idee wichtig
93:23
Speaker A
finde, weil ich glaube ich sonst ein Problem damit hätte zu erkennen, woran wir eigentlich z.B. festmachen, was wir für gute Gründe halten, aber das ist wahrscheinlich eine Diskussion, die wir jetzt gar nicht führen können, aber wir soll wir sollten führen.
93:37
Speaker A
Wir sollten sie führen. Aber jetzt zu euch ein letzter Zusatz, die die am meisten von diesem Gedanken Missbrauch, ich sage bewusst Missbrauch tun, sind die autoritären Parteien.
93:49
Speaker A
Ja. So, wunderbar. Missbrauch, bewusst Missbrauch, Missbrauch. Wunderbar. Also nicht Missbrauch wunderbar, aber weiter. Aber darüber sind wir uns glaube ich hier alle einig. Das ist wichtig auch zu kommunig.
94:02
Speaker A
Ja, wenn wir jetzt den Begriff schon definiert haben, würden wir Sie gerne fragen, Anne, ähm würden Sie denn die Arbeit von Tilo Jungern als Qualitätsjournalismus beschreiben? Gemein, gemeine Frage.
94:17
Speaker A
Ich das ist keine Ausrede, wenn ich es ist wirklich keine Ausrede, wenn ich sage, dass ich mich damit zu wenig auskenne.
94:25
Speaker A
Ich kenne mich wirklich zu wenig mit der Arbeit von Tilo Jung aus, um sagen zu können, ist das quali es ist Journalismus äh mit Sicherheit. Ähm und ähm ich ich kann auch sagen, warum ich mich vielleicht ein bisschen zu wenig
94:40
Speaker A
dafür interessiere. Und das liegt, das ist überhaupt nicht böse gemeint. Das liegt an dem Punkt, den du gerade gemacht hast. Du siehst dich als Aktivist äh einer höheren Sache und dann hast du dir erwähnt. Ähm ich finde, nee, ich hab gesagt, Journalisten können
94:54
Speaker A
auch Aktivisten sein. Man entscheidet sich. Ja. Ja. Und man entscheidet sich nicht nur für einen Beruf, sondern auch für eine Rolle. Und wenn ich ich finde, dass Journalisten keine Aktivisten sind, sondern ich hab bin in einer privilegierten Position.
95:11
Speaker A
Die privilegierte Position ist, dass ich in einer Redaktion arbeite mit 600.000 1000 Lesern und ich kann dort auf Seite 1 meine Meinung hinschreiben in einen Kommentar und ich kann Menschen interviewen und ich kann auf dieser Bühne sitzen und mit ihnen sprechen und
95:25
Speaker A
manchmal sitzt man im Fernsehen und manchmal redet man auf anderen Bühnen. Ich kann schreiben, das ist eine privilegierte Position. Ganz kurz dazu vielleicht, wenn man in ein privilegierten Situation ist, also auch Sie als Journalistin, muss man dann nicht in gewisser Weise auch Aktivismus
95:39
Speaker A
betreiben? Also sich für gewisse Leute, darf ich ein Wort einführen, damit das Gespräch vielleicht klarer wird, eine Haltung.
95:48
Speaker A
Also, ich glaube nicht, dass es z.B. Neutralität geben darf als Journalist, was die Demokratie angeht.
95:55
Speaker A
Also nehmen wir mal Aktivismus weg und versuchen das mit einem Worth zu erweitern. Haltung gehört aber auch zu wie jedem Beruf auch zum journalistischen.
96:06
Speaker A
Haltung gehört dazu, aber ich ringe darum ähm [räuspern] zum Ich versuche, um meine eigene Objektivität oft genug zu ringen und mich jeden Morgen zu fragen, stimmt das, was ich glaube?
96:19
Speaker A
Mhm. Ähm und zwar auch, weil ich Journalistin bin und weil ich es mir nicht leicht machen will. Und wenn ich schnell damit bin zu sagen, das gefährdet die Demokratie, das ist jetzt ein Völkermord. Oh Gottes Willen, ich will
96:32
Speaker A
jetzt die Diskussion nicht noch mal aufmachen, aber ähm dann bin, dann habe ich schnell eine Schublade geöffnet, das Problem hineingepackt und die Schublade wieder zugemacht. Ähm und bin zufrieden mit meiner aktivistischen Rolle. Das ist ich will Journalisten haben, die täglich
96:49
Speaker A
mit Zweifeln durch die Welt gehen und weniger mit einem Impetus. die Welt zu verändern, wenn der Journal, wenn die Erkenntnisse, die ich gewinne und die Argumente, die ich mache, wenn die dazu beitragen, die Welt zu verändern, ist gut, ist schön, aber
97:05
Speaker A
Aktivistin bin ich nicht. Du kannst in einer Autokratie, in einer Diktatur keinen Journalismus machen.
97:10
Speaker A
Dementsprechend musst du als Journalistin für die Demokratie einstellen und für sie aktiv sein. Indem ich Journalist bin, bin ich, weil ich es bin in dieser bin ich ja schon ein Teil dieser dieser Öffentlichkeit und dieser Ich ermögliche mit Demokratie. Das
97:26
Speaker A
stimmt, aber nur weil es Demokratie gibt, kannst du Journalistin sein und ich will in keinem Land journalistisch aktiv sein und am Ende ein Sterbebegleiter einer zweiten deutschen Demokratie sein, die untergeht. Ich werde alles in meiner journalistischen Macht tun, damit damit wir nicht
97:43
Speaker A
wirklich wirklich alleine, also das unterstelle ich wirklich wirklich. Na ja, aber aber sie sie ich verstehe das ja, warum sie das mit Aktivismus und so weiter. Ich wollte ja einfach nur diesen krassen Gegensatz von einigen auch in der in der in der Medienlandschaft
97:56
Speaker A
aufgebaut, dass man nicht aktivistisch Natürlich muss man aktivistisch sein. Ich hab bewusst von Haltung versucht etwas einzubringen. Warum?
98:05
Speaker A
Weil du hast eine Haltung. Ich habe eine Haltung. Wir haben ja alle Haltungen. Es gibt ja keine Objektivität. Fr. Anne gerade aber es gibt das Ringend. Die Frage ist, ob ich in meinem Beruf den Beruf mache, um die Haltung allgemeingültig werden zu
98:19
Speaker A
lassen, dass wir Aktivismus, egal zu welchem Thema, oder ob ich in einem Beruf wie z.B. dem qualifizierten Journalismus meine Haltung habe, aber in der Darstellung und Interpretation dessen, was in dieser Welt passiert, zulasse, dass es auch ganz andere Perspektiven gibt, die ich,
98:37
Speaker A
weil ich es erzähle, ja nicht, aber auf jeden Fall nicht weglasse, weil das wäre dann subjektiv aus meinem Aktivismus. Ich will dieses Argument erst gar nicht in die Öffentlichkeit bringen. So, jetzt haben wir das Thema aber auch alle durchgearbeitet und ihr
98:54
Speaker A
habt viele noch Fragen, das Nein, wir können darüber Stunden reden. Ich würde gerim stimmt. Ja, klar.
98:59
Speaker A
So, okay, dann sind wir doch schon wieder ein Schritt weiter. Ja, jetzt ist das Wort Demokratie auch schon gefallen und wir sind ja auch hier die Stimme der Jugend. Deswegen wollten wir sie auch fragen, ähm was Sie davon
99:14
Speaker A
halten, dass für viele junge Menschen heutzutage die sozialen Medien die wichtigste Nachrichtenquelle geworden ist und ob sie das mehr als Chance für die Jugend sehen oder viel mehr doch als Gefahr.
99:26
Speaker A
Ich finde erstmal grundsätzlich sind soziale Medien so wie sie konzipiert waren eine riesengroße Chance. Äh, du hattest ja von mit den Gatekeepern schon mal angesprochen. war immer der Gedanke, dieser Bottom up, also was von unten von Grassroots mäßig, wie es früher genannt
99:42
Speaker A
wurde, hochgekommen ist, hat die Herrschenden erreicht, was früher vielleicht nicht möglich war aufgrund von Lokalournalisten, Regionaljournalisten irgendwelchen Zeitungsredakteuren, Journalisten und so weiter, die sagen, interessiert uns nicht, dass äh die Masse äh macht das gleichzeitig sind aber diese sozialen
100:02
Speaker A
Medien absolut in absoluter Gefahr bzw. Also jetzt können ins undemokratische abstürzen, wenn wir uns die Eigentumsverhältnisse angucken dieser sozialen Medien. Und in Deutschland sind das insbesondere X, also Ex oder Twitter TikTok Instagram Facebook WhatsApp und Twitch. Das die großen
100:20
Speaker A
sozialen Medien, die in eurer Altersklasse relevant sind. Sie werden allamt von Milliardären besessen. Elon Musk besitzt X. In TikTok gehört in Amerika Larry Allison. In ansonsten Rest der Welt China. Facebook, Instagram, WhatsApp gehört Mark Zuckerberg. Twitch gehört Jeff Besos dem dem
100:40
Speaker A
Amazon Grund. Das all infiltriert von Propaganda von Staat. So ganz kurz. Das sind alles Trump nahe aus meiner Sicht Faschismus nahe Milliardäre.
100:50
Speaker A
Die gab's aber schon vor Trump. Die gab's auch schon vor Trump. Also, sie brauchten nicht Trump.
100:55
Speaker A
Natürlich, aber sie suchen seine Nähe, damit sie nicht reguliert werden. Sie suchen auch die Nähe unserer Politik in Brüssel und so weiter, weil die EU regulieren möchte, aber sie drohen, dass sie nicht reguliert werden. Elon Elon Musk macht das z.B. damit, dass er sagt,
101:11
Speaker A
na gut, dann mache ich hier mein mein Tesla Werk in Brandenburg zu. Das will dann die hiesige Politik nicht. Darum werden sie wen sind sie weniger regulierungswig. Und trotzdem, wir haben ganz kurz den Clue, die Macht der Milliardäre bei den sozialen Medien, die
101:26
Speaker A
außerhalb unserer zu unserer verfüg Verfügungsgewalt sind, weil sie in Amerika sind, haben wir das Problem aber auch hier in Deutschland. Guckt euch an, wer die großen privaten Medienkonzerne, wem die gehören. Bertelsmann gehört Familie Mond, Springer gehört Friedesspringer und Matthias Döpfner.
101:44
Speaker A
Border gehört Hubert Border Holzbring gehört die Zeit Tagesspiegel alles Milliardäre die Ippengruppe Dirkpen ich weiß nicht ob er Milliardär ist äh hat groß mit Merkur und Frankfurter runschau die Funke Mediengruppe Watz und so weiter gehört Milliard Mazza gehört
101:59
Speaker A
Millardi haben wir verstanden die Milliard der private Medienbesitz der private Medienbesitz in Deutschland wird von Milliardären gemacht und deren und die Existenz von Milliardären ist Demokratie gefährt. Und gleichzeitig für sie hat eine Frage gestellt und so gerne ich
102:20
Speaker A
über Milliardäre wirklich konfliktmäßig diskutiere, keine Frage. Die Frage war eine andere Wie erklärt man sich, dass die Jugend in den sonstigen Presseoten mal Medien aber noch ganz kurz jetzt so nicht so ich will nur zurückholen. Ja, weil sie
102:41
Speaker A
haben jetzt gezielt YouTube oder du hast jetzt gezielt YouTube nicht mit erwähnt. Ich denke vor allem, weil du aktiv auf der Plattform bist.
102:48
Speaker A
Nein weil ich hab sogar aufgeschrieben gehabt, aber YouTube gehört zu Google und Google gehört keinem einzelnen Milliardär und ich wollte den Punkt machen, dass die Ja, ist das aber Google ist ein Monopolist im Aktienmarken und unterliegt deine kapitalistischen Prinzipien, die du
103:07
Speaker A
vernein gerade die Frage ist eine der größten Firmen nicht so aber Das W jetzt und du bist Monopol, aber du arbeitest mit einem Monopolisten aus Amerika, der hier nicht kontrollierbar ist.
103:26
Speaker A
Ja, aber das Interessante ist ja, dass obwohl ich vollkommen recht, dass bei euch sozusagen oder in eurer Generation eine der wichtigsten Nachrichtenquellen tatsächlich die sozialen Medien eher sind. Ich find es ganz interessant, dass man aber gleichzeitig sieht, dass der
103:40
Speaker A
Medienkonsum und das sind eben nicht nur Katzenvideos tatsächlich ja gestiegen ist. Das heißt, auch wenn man tatsächlich guckt, was wird denn geschaut, ihr mehr Nachrichten wahrnimmt als die älteren Generation. Das finde ich sehr interessant und gleich es auch
103:56
Speaker A
so ist, dass ihr pluralere Nachrichtenquellen wandel. Also alles erstmal Dinge, von denen wir ja sagen würden, ist doch prima. wird ja eher sozusagen Zweifel kultiviert. Man schaut auf verschiedene Quellen, also nicht nur in die eine Richtung, nicht nur
104:07
Speaker A
sozusagen Filterblasen verstärken, sondern eigentlich sehen wir, dass bei jungen Menschen, die mehr in den sozialen Medien unterwegs sind, mehr unterschiedliche Nachrichtenquellen konsumiert werden. Das finde ich erstmal ganz interessant. Ich würde gerne die Frage weitergeben, weil wir ja nun bei
104:22
Speaker A
TikTok wissen, der größte Teil ist Propaganda manipuliert aus welchen Interessengruppen auch immer. Aber und das ist ein ein Konflikt, den ich immer wieder auch höre und verstehe, die Tagesschau, weil wir von ihr Sprache Nachrichtensendung auf TikTok so sind
104:39
Speaker A
auf TikTok. Mhm. Mehrere Qualitätsprodukte arbeiten sich auch über diese Plattform um. Und das Dilemma oder der Konflikt in dem wir sind, wir wissen, TikTok ist eine Propagandamaschine.
104:54
Speaker A
Wir wissen, dass wir aber auf der anderen Seite uns mit in den Content begeben wollen, weil sie eine so starke, gar nicht bewertbar jüngere Zielgruppe haben. Ähm und gleichzeitig machen wir dadurch aber TikTok seriöse, alltäglich.
105:14
Speaker A
Wie würdest du denn die Frage diskutieren über die Entfernung dessen, was so Medien Presse Angebote angeht und das was die nach 50% nach allen Anfragen Umfragen die Jugend unter 18-Jährigen verstehen TikTok als Informationsmedium.
105:35
Speaker A
Ist das gut? Ist das schlecht? Wie kann man es verändern? Auf jeden Fall ist die Zeit nicht unbedingt dabei. Die FAZ ist nicht unbedingt dabei, der Spiegel ist nicht unbedingt dabei. Also sind hier kann ich dir was Neues sagen. Das
105:48
Speaker A
stimmt richtig, was du sagst. Wir haben eine sehr große Hochkantredaktion heißt es. Also Hochkantvideos sind ja nichts anderes als Videos, die spezialisiert aufgenommen wurden für TikTok und ähm äh die sind auch auf unserer Homepage zu sehen. Das sind wir sind mehrere
106:04
Speaker A
Redakteure und dieses Abteilung wächst, die nichts anderes machen als diese Art von Videos und die auch ähm da sind schon auch mal ältere Kollegen dabei, aber in in der Regel sind es jüngere Kolleginnen und Kollegen, von denen man
106:18
Speaker A
jetzt annehmen würde. Ihr interessiert euch oder ihr hört vor allem denen zu, die eurem Alter noch so ein bisschen näher sind, ähm um das mal vorsichtig zu formulieren. Und das machen wir natürlich haben wir darüber nachgedacht, ist es richtig, diese Plattform zu
106:32
Speaker A
unterstützen oder nicht, aber ich finde, es geht darum, dahinzugehen, wo im Zweifel das Publikum ist. Und ähm da sind wir wieder bei dem Punkt, den wir hier schon einmal hatten, die Idee, dass man sich das Publikum so richtig zurecht
106:46
Speaker A
erzieht und den Leuten sagt, ihr müsst dahingehen, wenn ihr euch informieren wollt und ihr müsst das lesen heute und nicht das dir das da glaube ich nur begrenzt dran. Natürlich treffen wir eine Auswahl und treffen Entscheidung auch für unsere Leser, aber ich will ich
107:04
Speaker A
will eure Generation nicht bevormunden, wo ihr hin sollt, aber ich will euch schon sensibilisieren dafür. Diese Plattformen, die mischen nicht unbedingt nach Relevanzkriterien im Sinne von, du hast jetzt ein CDU, da werden ja auch viele Videos von Politikern gezeigt, du
107:19
Speaker A
hast jetzt ein CDU Video geguckt, dann sollten wir dir mal noch SPD, Grüne, AfD und Linke zeigen, damit du dann hinterher so richtig umfassend informiert bist. So, so funktionieren die nicht, sondern die denken sich, du hast was, weiß ich nicht, vielleicht
107:31
Speaker A
zufällig von der AfD geschaut, jetzt spüle ich dir ganz viel AfD mit rein, weil du dich dafür ja offensichtlich interessierst, weil es dir gute Gefühle macht und wenn es dir gute Gefühle macht, dann bleibst du hier und du sollst hier bleiben. Du sollst
107:44
Speaker A
dich nicht aufregen, sollst hier bleiben. Wie viel ästhetische und inhaltliche Kompromisse muss und ich sag das ohne Ironie, ein wirklich seriöses Medienhaus wie die Zeit machen, um in die ästhetische und inhaltliche Kategorisierung gesehen und gehört zu werden, also geklickt zu werden bei
108:06
Speaker A
TikTok machen, die reduziert. Ab welchem Punkt ist die Reduktion das Ende? Ich gebe dir ein Beispiel. Wir machen vorwahl äh in im wenn eine Wahl ansteht, erklären wir das Wahlprogramm einer Partei in einer Minute.
108:23
Speaker A
Mhm. Das fin ich gut. Und das jetzt könntest du sagen, das ja Wahnsinn. Ich hab gar nichts gesagt.
108:28
Speaker A
Wie soll man Nein, du könntest es sagen. Das ist ja Wahnsinn. Eine Minute, was soll man da rein? Wir könnten niemals so einen kurzen Text in die Zeit rucken.
108:36
Speaker A
Ja, ehrlich gesagt, wenn wir fragen würden von Wahlprogramm, könnte hier kaum jemand länger als eine Minute erzählen.
108:43
Speaker A
Ich würde aber gern euch was fragen, wenn wir bei dem Thema sind. Ähm, ihr konsumiert das und ich bewerte das überhaupt nicht. Ähm, habt ihr da irgendeine Hast du gerade?
108:54
Speaker A
Nein, ich finde es völlig arrogant zu bewerten, ob die Leute TikTok schauen oder nicht oder Zeit lesen. Bin ich wirklich nicht. Mich interessiert aber etwas. Ähm, wie ist die Beziehung zu dem, was man durch die Algorithmen da angeboten bekommt? Gibt es einen
109:09
Speaker A
kritischen Blick? Wird darüber diskutiert? Also ist TikTok als nur jetzt eendierend, verändert sich das mit dem Alter? Also 13, 14, 15, dann ist man jetzt wie ihr 17, ihr macht Pobi. Also auch da, ich glaube an den selbstkritischen
109:28
Speaker A
Konsumenten, sonst können wir es ganz sein lassen. Dasselbe muss ja auch für sowas gelten.
109:34
Speaker A
Also, ich denke, vor allem wir gehören zu der Art von Jugendlichen, die da mehr Bewusstsein haben, weil wir uns eben auch mit so Themen befassen. Deswegen sitzen wir ja auch heute hier. Ähm, deswegen kann ich nicht für die
109:47
Speaker A
Allgemeinheit sprechen, aber ich achte darauf, durch soziale Medien wie TikTok mir kein politisches Wissen anzueignen.
109:56
Speaker A
Also ich versuche da zu differenzieren wirklich zwischen dem freizeitlichen Gebrauch, um runterzukommen oder ich persönlich benutze auch während dem Sport, damit es schneller rumgeht.
110:09
Speaker A
Ähm, aber politisch versuche ich mich da eigentlich fernzuhalten und es gibt den Algorithmus, aber man kann ja auch gegen den Algorithmus arbeiten, indem man dieses Bewusstsein hat und so eben aktiv darauf eingeht, sich die Videos erst gar nicht anzugucken
110:26
Speaker A
und so dem Problem entgegenzutreten. Würdest du sagen, es gibt in der Schule einen wirklichen Bedarf und es ist ein Fehler, dass im Unterricht grundsätzlich äh junge Menschen und zwar sehr junge Menschen schon zu wenig begleitet werden im Sinne von Information, mündig machen,
110:43
Speaker A
damit umzugehen. Ähm, also wie Lara eben schon gesagt hat, kann ich aber nicht für die Allgemeinheit reden. Ähm, ich habe zwar die Schule auch sehr oft vertreten beim Stadschüler oder so. Ähm, und wir persönlich an unserer Schule ähm was bei
110:58
Speaker A
uns sehr gut lief, ist ähm die Steigerung der Medienkompetenz, also, dass man uns wirklich beigebracht hat, was auf den sozialen Medien passiert, wie der Algorithmus funktioniert, das damit beschäftigen wir uns auch die ganze Zeit im ähm Politikunterricht. Ähm
111:13
Speaker A
und deswegen würde ich für uns jetzt in der Klasse z.B. nicht sagen, dass wir uns stark von den sozialen Medien beeinflussen lassen für jüngere Personen. Ich meine, bei uns im Gymnasium haben wir auch fünf Kläsler, da kann es ganz anders sein.
111:27
Speaker A
Mediinkompetenz steigt mit dem Alter. Ähm deswegen kann es da sehr ähm gut sein, dass jüngere Personen von den sozialen Medien stark beeinflusst werden, was auch eine starke Gefahr ist.
111:41
Speaker A
Ähm, hier sehe ich aber dann auch irgendwie das Problem oder die Verantwortung eher beim Staat oder bei Institution als bei uns Schülern eben. Ähm, also, dass die Schule uns solche Dinge beibringt, auch ähm die klassischen Medien, dass die
111:58
Speaker A
darüber aufklären ähm was auf den sozialen Medien passiert. Auch mal die Familie nennen. Ja, aber wo sie versagt.
112:04
Speaker A
Ja, ja, ja. nicht desto weniger neigen wir immer dazu. Alles start. Du wolltest jetzt auch noch was dazu sagen.
112:10
Speaker A
Die es geht am Ende immer um die Algorithmen und solange die TikTok sowie die amerikanischen sozialen Netzwerke übrigens darum bin ich da, weil das Publikum da ist. Das war ja auch dein Argument. Darum bin ich da. Ich muss
112:24
Speaker A
irgendwo sein, sonst sonst könnte ich nicht senden und mein Journalismus manieren. Ich will jetzt aber was für ein Algorithmen sagen. Sie kontrollieren unsere Aufmerksamkeit. Sie, das ist die Programmierung, wie wie wir dran bleiben, wie wir weiter süchtig gemacht
112:40
Speaker A
werden. Am Ende ist es ein Suchtprodukt, was diese privaten Algorithmen, also von wenigen gesteuert äh machen. Und darum ist es wichtig, egal, ob es um TikTok geht, um Instagram, um Facebook, um YouTube, um alle sozialen Netzwerke, dass sie einer demokratischen
112:58
Speaker A
Verfügungsgewalt unterwen, dass wir demokratisch transparent bestimmen, wie sie zu funktioniert haben und nicht wie Milliardäre oder Konzerne wie Google das selber machen können, weil sie werden immer auf Profitmaximierung gehen, immer auf süchtig machen von uns allen und das ist
113:18
Speaker A
Problem. Aber ich meine das jetzt [applaus] nicht, ich meine das wirklich jetzt weder ironisch noch kritisch, sondern ich respektiere das sehr, was du sagst. Nur was ich dann nicht verstehe, ist, dass man ein Teil der Suchtpotentiale wird, wie du das mit
113:34
Speaker A
deinen Programmen machst. Also ich meine das wirklich bitte nicht an eine offene Frage, wie bringt man und ich finde die Analysen ja richtig, es ist Sucht, das wissen wir oder die wollen ja diese Sucht, aber du bist ein Suchtangebot
113:49
Speaker A
und übrigens gerade dein Angebot 3 4 5 Stunden dran zu bleiben, jedenfalls lässt du dich von einer von einem Dealer instrumentalisieren, wenn wir deinen Begriff nehmen.
114:03
Speaker A
Also das den möchte ich massiv widersprechen. Das ist mir klar. Süchtige gucken keine fünfstündigen Interviews. Sie gucken sie gucken kurze kleine Clips. Kommt auf das Suchtmittel.
114:14
Speaker A
Jetzt lässt du mich mal ausreden, weil das ist ein schwerwiegender Vorruf, den ich hier nicht äh zulasse, den ich heftig widerspreche, weil ich das unanständlich finde. Du warst selber mal bei mir in der Sendung, ich mache nichts süchtig machendes. Andere Talkformate,
114:27
Speaker A
guck dir die auf YouTube an, die machen diese krassen Überschriften mit. Du glaubst gar nicht, was Michael Friedmann wieder für ein Ding abgezogen hat. Das sind Überschriften, wie man dich auf ein Stunden Video bekommen will. Bei mir steht nur Folge so und so mit Michael
114:40
Speaker A
Fri, aber viele man es gibt schon es gibt sehr kurze Auszüge aus den einzelnen Sendungen, die man sich genauso angucken kann. Das gibt es schon und das ist ja, aber das das sind dann wieder andere Netzwerk oder [gelächter] was ist denn
114:52
Speaker A
hier der Vorwurf? Es gab es gibt keine demokratischen sozialen Netzwerke, wo die Alternative da ist. Ein Moment, aber weil es keine Alternative gibt, bleibe ich nicht in einem Instrument, in einer Organisation, in einem Konzern.
115:07
Speaker A
Was soll ich denn soll ich für zwei Leute produzieren für meine Mutter, meine Oma? Du denn nicht, was jetzt dein Argument ist?
115:14
Speaker A
Was ist denn dein Argument, dass ich auf von YouTube weg soll? Nein, ich glaube sein Argument [gelächter] war, dass du soziale Medien kritisierst aufgrund ihres Algorithmus, aber selber natürlich in ihnen präsent bist. Das ist nur der ganze Punkt. Ich
115:29
Speaker A
bin auch gegen den Kapitalismus und trotzdem kann ich nichts dagegen machen, dass wir kapitalistischen Strukturen leben. Also was ist denn das für das ist du hast betont im Hintergrundgespräch, dass du dich dem Kapitalismus entziehst und hier stellt sich die Frage und die
115:46
Speaker A
Frage ist gar nicht aggressiv gemeint. Wie bringt man es zusammen? eine Analyse, die du formuliert hast, nämlich, dass das Suchtinstrumente sind in so einem Instrument teilzunehmen. Ich würde z.B. was analoges angeht, auch nicht publizieren in irgendwelchen Blättern, von denen ich weiß, dass sie
116:09
Speaker A
z.B. antidemokratisch sind, auch wenn ich weiß, dass kein anderes Blatt mich publizieren will. Also mich interessiert das wirklich tiefer Neugiere und ohne Empung bei dir erstmal erstmal empört mich, dass du aus Hintergrund äh berichtest, was wir vorhin gerade mit unter Dre hatten.
116:25
Speaker A
Ja, gut, dann sag doch, wie du zum Kapitalism Hintergrund, du bist jetzt auch bei drei. Es war doch alles öffentlich. Wo ist da das Skandal?
116:32
Speaker A
Und wenn, dann solltest du mich auch nicht zitieren. Die anderen beiden waren ja dabei. Ich entziehe mich nicht in Kapitalismus. Ich bin Antikapitalist und agiere nicht kapitalistisch. Aber dann ist ja noch einverstanden korrigiert und noch radikaler, was dann YouTube angeht.
116:45
Speaker A
Da müsstest du Antiuber sein. Es geht nicht anders. Ich ich nutze Er ist ein Opfer der Verhältnisse.
116:53
Speaker A
Ich nutze die Werkzeuge des Kapitalismus, um diesen Kapitalismus zu überwinden. Verstehe. Stop. Ich hab verstanden.
117:05
Speaker A
Was denn sonst? Darüber können wir Stunden diskutieren. Das stimmt, aber es gibt aus am basiert auf der Auswahl der Möglichkeiten keine bessere Möglichkeit.
117:14
Speaker A
Ich würde gerne zu einem Ah, wunderbar. Um zurückzukommen zu der eigentlichen Frage, siehst du teilweise auch eine Chance in den sozialen Medien?
117:24
Speaker A
Sonst wäre ich ja gar nicht da. Das darauf basiert meine ganze journalistische Vita. Ohne sie könnte ich gar nicht. Ich könnte nie im Leben Teil dieser privaten Medien sein, die von Milliardärin in Deutschland äh äh besessen werden oder äh bei
117:41
Speaker A
öffentlichrechtlichen, weil diese Art von Journalismus, den ich mir wünsche, nämlich Linken, der ist in öffentlichrechtlichen ganz ganz schwer möglich. Darum ist es eine massive Lüge von den Rechtsextremen von linksgrün versiften Sachen. Sprich, wir haben eine liberale Blase vielleicht.
117:57
Speaker A
Okay, nächste Frage. Das Thema ist auch ausdiskutiert, aber kann ich einmal d auch euch fragen, wie ihr denn das seht, wir haben ja am Anfang über das Lagerfeuer der Nation gesprochen, diese Idee, dass ich irgendwie schon noch eine hinreichend
118:09
Speaker A
große Mehrheit findet, die gemeinsamen Problemizont hat, die also ähnlich gelagerte Nachrichten wahrnimmt und sich darüber austauschen kann. Hat das für euch als Bild irgendeine Bedeutung? sagt ihr totaler Quatsch und das braucht man nicht und es gibt's vor allen Dingen
118:27
Speaker A
auch nicht mehr. Oder habt ihr schon das Gefühl, dass selbst, obwohl ihr mein F die Tagesschau auf TikTok wahrnimmt, wenn ihr den Tagesschau dort wahrnimmt, dass ihr auch Teil eines solchen Lagerfeuers seid oder dass das diese Idee schon noch irgendwas für sich hat.
118:40
Speaker A
Das würde ich gerne einfach mal wissen. Wie seht ihr [gelächter] das überhaupt? Also die Idee vom Lagerfeuer an sich kann ich total nachvollziehen und ich denke, dass vor allem unter den Jugendlichen sich dieses Lagerfeuer mit den sozialen Medien vielleicht auch
118:53
Speaker A
einfach verschoben hat, dass es eben nicht mehr das typische gibt wie mit der Tagesschau um 20 Uhr, wo dann am nächsten Tag alle drüber reden. Aber es ist schon so, dass wir wissen, dass der Großteil der Jugendlichen alle soziale
119:09
Speaker A
Medien haben und dann wird da ein Thema angesprochen. Mhm. was dann eine gewisse Reichweite erfährt und dann ist das fast schon so ähnlich wie mit der Tagesschau, dass dann am nächsten Tag darüber alle reden.
119:24
Speaker A
Es kommt halt nur da darauf an, dass es halt oft Themen sind, die eigentlich nicht so wichtig sind wie die Themen, die in der Tagesschau angesprochen werden, sondern eben Themen, die auf den Plattform für mehr Konsum sorgen. Und der Unterschied ist, weil
119:43
Speaker A
Tilo das gesagt hat, da regeln die Algorithmen euren Aufmerksamkeitswert währenddessen im Journalismus, das schon noch hintertragbar ist. Woher kommt das alles? So, weitere kurze Fragen und ich freue mich auf äh was ihr noch da im Kartalkarten habt.
120:02
Speaker A
Ja, also noch mal kurz zu dieser Frage, da frage ich mich halt, wie wichtig ist es denn, genauso ein Lagerfeuer zu haben? Also, wieso müssen wir denn alle um 20 Uhr die Tagesshow schauen?
120:12
Speaker A
[gelächter] Ich persönlich mache das jeden Tag. Also, kann man glauben oder nicht, schaue jeden Abend um 20 Uhr die Tagess eben, das gibt es. Ähm, meine Familie ist da auch immer verwundert, weil ich dann immer um 20 Uhr wegschalte. Ähm,
120:26
Speaker A
aber mir hilft es halt sehr, weil ich dann im Unterricht immer die Sachen anwenden kann, aber das gibt es halt nicht bei jeden.
120:34
Speaker A
Ähm, und ich finde halt auch nicht, dass es irgendwie verpflichtend sein muss. Also und nicht jeder muss die Zoot Tagesschau sehen. Die Punkte, die dort genannt werden, bekommt man auch anderweitig auch auf den sozialen Medien, vielleicht sogar aus
120:46
Speaker A
verschiedenen Blickwinkeln. ähm nur halt nicht nur von der Tagesschau und ich sehe das dann auch wieder eher als Chance als irgendwelch irgendein Risiko.
120:55
Speaker A
Obwohl, na klar, wir haben Algorithmen. Ähm gegen die kann man versuchen, sich irgendwie ähm entgegenzusetzen, dagegen zu steuern, indem man aktiv versucht irgendwie etwas zu verändern, indem man vielleicht Videos der AfD kommentiert, damit man einfach mehr Videos hat und die immer wieder kritisch
121:13
Speaker A
hinterfragen kann. Ähm, aber nicht jeder macht das. Fragen an uns. Fragen an euch. Ähm was mich auch vielleicht ein bisschen ähm was ich noch mal hinterfragen wollte ist, dass sie oder Tilohm äh du forderst ähm auch eine Veränderung
121:33
Speaker A
des öffentlichrechtlichen. Erst recht für uns Jüngere wahrscheinlich, dass man dann auch irgendwas wie Podcasts hat, wie du es die meiste Zeit machst. Du hast ja eher Podcast. Ähm, das habe ich jetzt auch so mitbekommen.
121:45
Speaker A
Genau. Ähm, also das ist Giib gibt's doch schon so viele Podcasts anscheinend bei jung und naiv.
121:52
Speaker A
Nee, ich meine bei den öffentlichrechtlichen. Bei den öffentlichrechtlichen noch nicht. Genau. Ganz und Brech.
121:56
Speaker A
Boah, da gibt da gibt's do so viel. Ich meine, dass es eher darauf ausgelegt ist, die Nachrichten zu schauen, die Zeitung zu lesen, online vielleicht die Zeitung zu lesen. Ich persönlich, ich weiß nicht, wie es für Lara ist. Z.B.
122:09
Speaker A
Ich schaue nie Podcast, ich höre nie Podcast. Ähm weil mich das irgendwie irritiert. Ähm aber ähm aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist ähm wie stellst du dir diese Veränderung für junge Leute vor?
122:26
Speaker A
konkret für junge Leute, indem Leute wie ich und auch andere das einfach machen und sich dann dadurch eine Nachfrage in Markt ergibt. Ich wusste damals nicht, als mit Junge naiv angefangen hab, dass dass junge Menschen und unser Hauptpublikum ist warum auch
122:41
Speaker A
immer 20 bis 45 60% männlich, 40% weiblich. Ich war ich wusste damals, angefangen habt, nicht, dass Leute wie ihr sich drei bis vierstündige Gespräche mit Michelle und hoffentlich bald Nicole und so weiter antun wollen, weil mich weil mich das abgeschreckt hat, weil ich
123:00
Speaker A
das kann doch nicht so sein, ich wurde selbst nicht so erzogen. Darum habe ich mit Jungen Nativ angefangen, ihr müsst mal gucken, mit 8 bis 10 Minuten Videos, weil ich dachte, okay, wir müssen dann ein journalistisches Thema innerhalb von
123:10
Speaker A
8 bis 10 Minuten erklären. Länge halten die Leute gar nicht durch. Und dann habt Leute wie ihr uns über Wochen, Monate und danach Jahre dazu gebracht, immer mehr zu machen und zu sagen, das war schon alles, was ist denn mit dem Rest? Das war schon
123:26
Speaker A
alles, warum macht ihr nicht mehr? Das war schon alles aus der Pressekonferenz, nur deine Frage oder das die Frage von Anne, was ist mit dem Rest?
123:35
Speaker A
Aber meinst du denn, das ist Qualitätsjournalismus? Was denn? Aber das hatten wir doch schon ne?
123:39
Speaker A
Ja, das hatten wir schon. Aber ich wollte da noch mal kurz auf etwas zurückgehen und zwar ähm die Europa 2024, da hast du ja den EUpitzen Kandidat Maximilian Kohl eingeladen.
123:52
Speaker A
Krank genau AfD, sorry. Ähm und da hast du ja auch sehr heftig Kritik geerntet, weil du ihn eingeladen hast, weil du ja eigentlich dafür ähm keine Ahnung, du hast diese typische Form, wo du Leute versuchst zu entblößen. Bei ihm hat es
124:09
Speaker A
jetzt aber nicht so gut geklappt. Ähm also findest du also deine Art Podcast zu machen funktioniert gut und findest du sie informiert uns jüngere Leute auch richtig? Ja, also wenn ich das nur ergänzen war, war nicht die Tatsache,
124:22
Speaker A
dass K bei war, sondern die Kritik war, dass anders jetzt nur jetzt zitiert als bei Qualitätsjournalismus kritische Hinterfragen, das Hinterfragen von Tatsachen und Behauptungen nicht so stattgefunden hat, wie so die Behauptung, als wäre Kra bei irgendjemanden gelandet im
124:44
Speaker A
öffentlichrechtlichen Programm. Das nur aber noch mal das sind die Behauptungen. So und jetzt soll Tilo vielleicht darauf antworten.
124:50
Speaker A
Also erstens hatten wir ihn damals eingeladen, weil die AfD zumindest in Umfragen die stärkste Partei äh bei der Europawahl war. Er ist der Spitzenkandidat gewesen. Er war in den Medien kaum zu finden. Dementsprechend haben wir ihn eingeladen und ich bin anders als viele, die das
125:04
Speaker A
kritisiert haben, stolz. Eines ist eines der besten junge naiv und journalistischen Gespräche, die ich je geführt habe. Ich bin da absolut stolz drauf. diejenigen, die s die sich das angeguckt haben oder die die das kritisieren, waren entweder diejenigen,
125:19
Speaker A
die im AfD Lager waren, die aus jedem Interview, ein journalistischen Interview, das weißt du noch damals besser, einen Boxskampf inszenieren und sagen Michelle hat verloren und Kra hat gewonnen, Tilo hat verloren und die konnten dir das an keinem Beispiel
125:32
Speaker A
sagen, warum. Gleichzeitig muss es eine andere journalistische Gesprächsstrategie sein als mit anderen, weil man ihn natürlich auf eine Pferte locken musste, weil man ihn nicht wie sonst die AfD bei Talkschussen, bei oneonone Interviews sie immer dich quasi mit Nebelkerzen ableiten wollen, sondern
125:51
Speaker A
ich musste meine Strigett Gesprächsstrategie durchziehen und ich möchte, falls du es nicht angeguckt hast, guck dir das an. Ich bin da wahnsinnig stolz drauf. Wir haben aufgezeigt was allerdings sehr lang. Ja, das ist das stimmt auch meinte aber viereinhalb
126:04
Speaker A
Stunden, der Rest war auch noch mal zwei Stunden von Hans und so weiter, aber ist gerade er ist ein äh Nationalist der übelsten Sorte und das war wichtig aufzuzeigen, meiner Meinung nach. Warum und das ist leider im in einer Blase, die ich kenne, immer
126:21
Speaker A
noch der Haltung. Die AfD da sind Idioten einfach dumme Nazis und so weiter und so fort. Und es war wichtig bei K aufzuzeigen, wie auch bei einem Kubicheck und so weiter. Das sind Intellektuelle, die wissen genau, was sie tun. Sie haben eine krasse
126:35
Speaker A
Ideologie, die man verstehen muss und verstehen heißt nicht, dass äh unkritisch staatschen, aber wir müssen und darum war es das Ding wichtig sehen, dass bei der AfD intellektuelle, ich will nicht sagen Schwergewichte da sind, aber die machen sich genau Gedanken, wie
126:53
Speaker A
sie die CDU, wie sie die SPD und die demokratische Parteien zerlegen wollen. Und darum war es wichtig, ihn zu interviewen und ihm nicht eine Bühne zu bieten, sondern ihm clever in viereinhalb Stunden, was mein Job war, äh das einzurahmen. Und ich habe meiner
127:08
Speaker A
Meinung nach die Parallelen zur NSzeit aufgezeigt, zu sein völkischen Denken und so weiter und so fort. Also jetzt reden wir ganz schön lange über ein Interview, dass wir alle oder dass wir einige hier gar nicht gesehen haben.
127:18
Speaker A
Eure Frage war ja, warum ist es wichtig oder manche von uns jedenfalls nicht, deswegen fällt es mir schwer dann noch mitzukommen. Eure Frage war ja, was ist was warum sollte man eure Zielgruppe oder wie bringt man die in die
127:31
Speaker A
öffentlichrechtlichen? Und da war deine Antwort mehr wie jungen naiv sein. Also das was du machst sozusagen sollen die öffentlichrechtlichen auch machen. Das bei aller selbst hab ich gar nicht gesagt.
127:42
Speaker A
Ich fand die Antwort aber eigentlich ziemlich gut. Vielleicht können wir die Diskussion auch in eine andere Richtung.
127:46
Speaker A
finde ich finde die Ergänzung wichtig und ich würde noch eine in deiner Frage stand an ich nehmen.
127:52
Speaker A
Vielleicht unterschätzen wir die Konsumenten und die Menschen. Es stellt sich heraus, dass ein Qualitätsmedium, das eine Zumutung zum Lesen ist wie die Zeit, weil die Artikel dann doch mehrere Spalten auch haben. Jetzt du aber geht das wieder los.
128:07
Speaker A
[gelächter] Es war es war sehr freundschaftlich gemeint, aber da sieht man, wie nervös mittlerweile alle wohl so sind, wenn sie selbst mal gefragt werden. Also, sag's noch einmal, es ist eine es ist eine Zumutung, was die Zeit immer noch macht, nämlich unter
128:22
Speaker A
Umständen eine ganze Zeitungsseite oder zwei ein Artikel. Der Spiegel hat sich davon total verabschiedet im Print und trotzdem und das war das Kompliment und zwar nicht an der Zeit, sondern an den Konsumentinnen, wächst ja die Auflage, wächst der Markt. Wir erkennen, dass
128:39
Speaker A
selbst unsere Veranstaltung, du lobst dich, wir tun es jetzt mal kurz auch, wir haben ein Publikum und das ist nicht unproblematisch jetzt eineinhalb zwei Stunden zu sitzen. Wir sehen also, es gibt einen Bedarf an Qualität und trotzdem bedient der Markt den Trash
128:57
Speaker A
mehr. ist es nicht an der Zeit sehr auch was junge Leute angeht zu unterstellen, dass die Qualität haben wollen und dass man sie ihn auch liefern sollte und wenn man sie nicht liefert, nicht bei TikTok sich beschweren soll, dass man sie nicht
129:12
Speaker A
liefert. Aber gleichzeitig muss man da natürlich sagen, ich muss diesen Punkt einmal unterbringen, dass gerade äh der öffentlichrechtliche Rundfunk mit Blick auf nicht nur Jugendliche, sondern ehrlich gesagt auch mit Blick auf Kinder ja auch sein Programme eher zusammenstreichen, was gerade nicht so
129:26
Speaker A
ist, dass da die Aufmerksamkeit hinfließt und man tolle neue Formate machen könnte, sondern die andere Richtung, aber wir können da jetzt wir können da nicht mehr lange drüber reden, weil auch dieses Medium ein Ende finden.
129:39
Speaker A
Ich ja und trotzdem würde ich diese Frage gerne in den Raum stellen, weil sie nicht mit den öffentlichrecht alle von uns scheinen davon auszugehen, dass die Reduktion, die Verblödung, die Verkürzung die Zukunft ist. Ich stelle das Gegenteil in den Raum und frage, wie
130:00
Speaker A
übersetzt z.B. eine Journalistin wie du, vergiss jetzt dein dein Medium. Wie willst du zu einer jungen Generation, die dich auch anders wahrnimmt als Journalistin, wie willst du da Beziehungen entwickeln, damit TikTok existiert, aber Gegengewichte da sind?
130:19
Speaker A
Mit der Bitte mal eine kurze Antwort. GL, ich glaube gar nicht, dass die Zukunft in der in der Verblödung und der Reduktion liegt. Erstens, das ist nicht mein meine Haltung. Ich glaube ja, Journalisten hatten früher die Aufgabe, Informationen bereitzustellen. Jetzt
130:32
Speaker A
geht es mehr darum, den Leuten zu sagen, ihr seid alle überschüttet von Information. Hier sind die paar heute, die wirklich wichtig sind.
130:42
Speaker A
So, das widerspricht teilweise der Idee, dass man sich aufs Publikum einstellen muss, aber das wird schon die Zukunft sein. Ich wähle für dich aus. Und das Dritte ist, da hast du was Wichtiges angesprochen, im Journalismus werden Marken wichtiger und mit Marke meine ich
130:59
Speaker A
auch der einzelne bekannte Journalist Markus Feldenkirchen, Paul Ronzheimer, viele Medien, viele Medien machen das ins Warum machen sie das? Weil sie sich so gerne, weil sie so gerne ihr Gesicht irgendwo sehen oder ihren Namen da geschrieben stehen.
131:15
Speaker A
Kann sein, aber es gibt noch einen anderen Grund, nämlich den, dass wir wollen, dass das Publikum sagt, demjenigen oder derjenigen vertraue ich.
131:25
Speaker A
Die hat schon so oft oder der hat schon so oft gute Sachen gesagt, gute Interviews geführt, ähm gute Texte geschrieben, die hat mich noch nicht enttäuscht oder der dem vertraue ich jetzt und derwegen kaufe ich diese Zeitung. Und dessentwegen gucke ich mir
131:41
Speaker A
diese Videos bei YouTube an. Das ist schon eine Zukunft. Also, wie präsentieren wir auch diejenigen, die Journalismus machen? Früher war das ein bisschen ähm hat haben sich Medienhäuser damit, glaube ich, nicht wohlgefühlt, weil sie wollten, dass das Haus selber die Marke
131:59
Speaker A
ist und nicht der einzelne Journalist. Heute wandelt sich das um Glaubwürdigkeit zu bekommen und das finde ich auch legitim.
132:07
Speaker A
Mhm. Wunderbar. Dann ähm würde ich mich bei allen sehr herzlich bedanken, insbesondere bei euch für eine anregende Diskussion und heute auch einen sehr lebhaften Streit. Wir gehen jetzt in die verdiente Sommerpause. Wir sind am 7.
132:22
Speaker A
September, bin ich richtig, aber ob es verdient ist, könnten wir auch darüber könnten wir streiten, aber wir wollen ja nicht immer kritisch sein.
132:29
Speaker A
Drei Monate Sommerp. Ja, 7. September direkt nach einer vielleicht sehr interessanten Wahl wieder da und äh sprechen darüber, streiten darüber. Es steht wahrscheinlich auch schon da. Genau. Mit Hasin K7 und Matthias Quent.
132:45
Speaker A
Hoffen, dass Sie wieder dabei sind. Wünschen Ihnen jetzt eine fantastische Woche und streiten Sie weiter darüber, ob an einem oder an verschiedenen Lagerfeuern. Aber halten Sie sich warm.
132:55
Speaker A
Vielen Dank. [applaus] Dan
Topics:MedienkriseStrukturwandelQualitätsjournalismusFake NewsHatespeechDigitale MedienLügenpresseMedienvertrauenSoziale MedienInformationsrevolution

Frequently Asked Questions

Was versteht man unter der 'Medienkrise' im Kontext dieses Videos?

Die Medienkrise beschreibt den Strukturbruch durch das Internet, der das traditionelle Medienmonopol aufbricht und neue Herausforderungen wie Zersplitterung, Fake News und Hatespeech mit sich bringt.

Wie beeinflusst das Internet die Medienlandschaft laut den Diskussionsteilnehmern?

Das Internet demokratisiert Information, ermöglicht aktive Teilhabe, führt aber auch dazu, dass extreme Positionen leichter Öffentlichkeit finden und Qualitätsmedien sich stärker an Nutzerinteressen anpassen müssen.

Welche Verantwortung haben Qualitätsmedien trotz Marktanpassungen?

Qualitätsmedien müssen auch weniger populäre, aber relevante Themen behandeln und die Debattenkultur plural gestalten, anstatt sich nur nach kurzfristigen Nutzerinteressen zu richten.

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