Die schläfrige Demokratie – Diana Kinnert über die Acht… — Transcript

Diana Kinnert diskutiert in diesem Podcast über Demokratie, Achtsamkeit und gesellschaftliche Herausforderungen in Zeiten von KI und Selbstoptimierung.

Key Takeaways

  • Demokratie darf nicht in Überwachung und Gehorsam verfallen, sondern muss wehrhafte Bürger fördern.
  • Der Fortschrittsbegriff in Europa muss neu definiert werden, um echte Wertschöpfung zu ermöglichen.
  • Politische Haltung ist komplex und ambivalent, klare Gut-Böse-Kategorien sind oft unzureichend.
  • Selbstoptimierung kann zur Falle werden, wenn sie zu einem Zwang und Kontrollmechanismus wird.
  • Soziale Diversität und Langsamkeit sind wichtige Werte für eine nachhaltige Gesellschaft.

Summary

  • Diana Kinnert kritisiert den Fortschrittsbegriff in Europa und fordert eine neue Definition von Wertschöpfung.
  • Sie warnt vor einer Demokratie, die Überwachung, Kontrolle und Gehorsam fördert, statt wehrhafte Bürger auszubilden.
  • Kinnert beschreibt die Schwierigkeit, klare Grenzen zwischen 'Gut' und 'Böse' in der Demokratie zu ziehen.
  • Sie reflektiert ihre politische Haltung als Mitglied der CDU und ihre Ambivalenz gegenüber Parteipositionen.
  • Das Gespräch beleuchtet die Herausforderungen der Selbstoptimierungsindustrie und deren Einfluss auf das Individuum.
  • Kinnert plädiert für mehr soziale Diversität und Langsamkeit als gesellschaftliche Werte.
  • Der Podcast thematisiert die Rolle von KI und Technologie in der Gesellschaft und deren ethische Implikationen.
  • Es wird ein Live-Event mit Michel Friedman angekündigt, das den Dialog über gesellschaftliche Themen vertieft.
  • Kinnert hebt hervor, dass politische Repräsentation immer eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft ist.
  • Der Podcast bietet einen tiefgründigen Einblick in aktuelle politische und gesellschaftliche Debatten aus Sicht einer engagierten Unternehmerin und Publizistin.

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Speaker A
Wir brauchen mehr KI und mehr Technologie und mehr Gründung und so, wo ich sage, aber was genau? Also, wo ist die Wertschöpfung? Und deswegen finde ich, müssen wir einen Fortschrittsbegriff in Europa definieren, von dem ich jetzt nicht sage, der ist jetzt BP unabhängig, aber
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Speaker A
der so ein bisschen mal sagt, irgendwie, okay, wir haben jetzt Zahnstocher und die sollen im Plastik verkauft werden und nach Himbeere schmecken und das verkaufen wir und das kommt aus Deutschland und das ist jetzt geil.
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Speaker A
Also, es gibt eine Verlagerung dessen, dass wir quasi den Menschen einreden. Auf einer individuellen Ebene ist das Versagen und nicht auf der systemischen.
00:33
Speaker A
Die lernen gerade Werte von Überwachung, Schlafkontrolle, Schlafgehorsam. [Musik] Schlaf. Also ich muss ja alles überwachen und tracken und dann mich danach verhalten. Und was sind das für Demokraten, die Kontrolle, Überwachen und Gehorsam lernen? Also ich glaube auch,
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Speaker A
dass da auf einer Softskill-Ebene nicht der wehrhafte, machtbewusste Demokrat ausgebildet wird, sondern eher der schläfrige Gehorsame. Wenn mir jemand sagt, hast du gesehen, was Peter T gestern im Podcast gesagt hat, da denke ich, oh, ist das ein trauriges Leben,
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Speaker A
dass du gestern Zeit hattest für den Peter Tcast. Was macht dir Mut? Ja, tatsächlich viele.
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Speaker A
[Musik] Herzlich willkommen zu Damit die Guten gewinnen, dem Interviewpodcast von ASK. Mein Name ist Thomas Mülnikel und ich spreche hier mit Menschen, die sich für unsere Gesellschaft engagieren und damit etwas bewegen. Mein heutiger Gast kenne ich schon ein paar Jahre und ich schätze sie
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Speaker A
sehr. Wenn man auf unsere politischen Biografien schaut, könnte man ja glauben, wir hätten uns nicht viel zu sagen. Ist aber genau andersrum. Wir reden immer gern miteinander. Diana Kinnert, selbständige Unternehmerin, Unternehmens- und Politikberaterin, Publizistin und seit 2026 mit
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Speaker A
Herausgeberin von The Pioneer. Eine Frau, die sich in keine Schublade stecken lässt und gern mit Erwartung bricht. Gerade ist ihr neues Buch erschienen, Die Achtsamkeitsfalle, eine Streitschrift gegen die Selbstoptimierungsindustrie.
02:06
Speaker A
Diana ist eine echte Tausendsasserin. Ich habe mich riesig gefreut, sie nach langer Zeit mal wiederzusehen und es hat sich gelohnt. Ein wilder Ritt durch die Herausforderungen unserer Zeit und vor allem, wie wir es besser machen können.
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Speaker A
Einfach Mensch sein. Ein großartiger Rat von Diana. Viel Freude beim Hören. Diana Kinnert, schön, dass du da bist.
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Speaker A
Schön, dass ich da sein darf. Ist gerade eben unterhalten. 6, 7 Jahre nicht gesehen, ne?
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Speaker A
Ich habe gerade überlegt, es muss vor Corona gewesen sein, aber ich kenne die Räumlichkeiten hier noch. Ich kann mich an den Innenhof erinnern.
02:35
Speaker A
Es war eine Veranstaltung, ich glaube, mit Christina Lunz und Wolfgang Gründinger, weil ich weiß, dass die beiden, die da gesprochen haben, die kannte ich dann auch noch und dann hat man halben Freundeskreis so ein bisschen getroffen, der im politischen Berlin
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Speaker A
aktiv ist. Es war noch wilder, wirklich lustig. Wolfgang war sogar letztes Jahr schon hier im Podcast. Der war aber damals nicht auf der Veranstaltung, sondern es waren Lars Klingbell und Kevin Küh tatsächlich. Lars Kling war damals der junge Generalsekretär der SPD und Kevin
02:58
Speaker A
Küh dann noch viel jüngere Jusoche-Chef in der SPD. Stimmt. Küh war dann da, kleine war da, aber vielleicht nicht als Podiumsgast oder so. Podiumsgast zu viert gesprochen und Christina, ich glaube, das verrate ich jetzt auch demnächst hier. Ah,
03:12
Speaker A
tatsächlich. Ja. [Räuspern] Und trifft sich immer mehrfach im Leben. Ja. Ja. Äh, das heißt ja hier, damit die Guten gewinnen. Diana, wer sind denn für dich eigentlich die Guten?
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Speaker A
Es ist eine sehr schwierige Frage. Ich ähm bin der Meinung, dass ich das in der Figur und in der Rolle, die ich öffentlich ausübe, nicht entscheiden muss.
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Speaker A
Mhm. Es gibt vielleicht Prinzipien, an denen ich mich orientiere und auf Basis dieser Prinzipien kann ich zumindest überlegen, wer sich zu mir in der Gegnerschaft positioniert oder nicht.
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Speaker A
Ich würde sagen, ich will liberale Demokratie verteidigen. Mir ist Rechtsstaatlichkeit wichtig. Mir ist aber auch innerhalb Rechtsstaatlichkeit Menschenwürde wichtig, wobei ich genau weiß, dass auf der Art und Weise, wie wir hier systemisch mit Menschenwürde hantieren, mir die Menschenwürde am
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Speaker A
anderen Ende der Welt da nicht genauso verantwortlich oder aktiv sein kann, obwohl sie mir auch wichtig wäre. Also das ist ja dann alles ein bisschen relativ am Ende des Tages innerhalb dieser systemischen Ebene. Aber ich würde sagen, es gibt für mich nicht
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Speaker A
klassisch gut und böse. Mm. Man kann in die Sozialpsychologie gucken, dann haben wir alle gute und böse Anteile. Wer integriert sie, wer spaltet sie ab, wo wird kompensiert. Es gibt gewissermaßen auf gewisse Art und Weise Menschen, von denen ich sage, ich kann
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Speaker A
nicht mal innerhalb von Demokratie sie als Gegner wahrnehmen, weil sie sich gar nicht nach demokratischen Spielregeln irgendwie behaupten. Und dann habe ich das Gefühl, dann tritt man ein System an, das ich glaube. Das heißt, da würde ich vielleicht schon sagen, da gibt's eine
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Speaker A
Art von Feindschaft auf die Art und Weise, dass sie das System verlassen, aber es ist eine hochphilosophische Frage, bei der ich das Gefühl habe, dass ich sie nicht so leicht beantworten kann.
04:53
Speaker A
Und jetzt kurz eine Werbung in eigener [Musik] Sache. Wenn du immer schon einmal bei Damit die Guten gewinnen live dabei sein wolltest, [Musik] hast du jetzt die Chance. Am 9. Oktober wird es abends eine Live-Folge im Rahmen der
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Speaker A
Zoom Podcast Week in Düsseldorf geben. Ich freue mich schon sehr auf diesen Abend mit vielen von euch im Publikum und ganz besonders freue ich mich auf meinen Gast. Es wird kein Geringerer sein als Michel Friedman. Ich kenne Michel Friedman schon viele Jahre und
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Speaker A
freue mich immer, ihn zu treffen und mit ihm zu sprechen. Ich bin mir sicher, dass das ein sehr spannender Abend wird.
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Speaker A
Wenn du Lust hast, am 9. Oktober in Düsseldorf dabei zu sein, sind Karten ab sofort [Musik] unter zoom-podcast-week.de erhältlich. Ich hoffe, wir sehen uns in Düsseldorf. [Musik] Ich finde das einen ganz interessanten Ansatz, den jetzt 35 Gäste vor dir so
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Speaker A
noch nicht gebracht haben, auch zu überlegen, ist nicht jeder von uns mal gut und mal nicht gut und wie kriegen wir es eigentlich hin, den guten Anteil in uns zu erhöhen und wer definiert es überhaupt?
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Speaker A
Ja, und die Frage ist ja schon, dass in dem Moment, indem wir alle vielleicht hier vermehrt über Politik sprechen, im politischen Betrieb unterwegs sind, ist es in der Demokratie automatisch so, dass du eine Repräsentationsaufgabe für andere übernimmst? Das heißt, die Frage ist
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Speaker A
sowieso, warum sind wir 100 Nasen, die hier in der Bundeshauptstadt mit Politik zu tun haben? Warum dürfen wir über 82 Millionen andere entscheiden und inwiefern? Und insofern gibt's bei mir auch immer mal wieder irgendwie fast libertäre, anarchische Ansätze, wo ich
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Speaker A
sage, nicht zu viel. Der Staat ist irgendwie Herr über den Menschen als Bürger, aber nicht über den Menschen als Menschen. Und da bin ich dann zu übergriffig, weil ich sage, ich möchte, dass der Staat eigentlich noch mehr macht. Und auf gewisse Art und Weise
06:39
Speaker A
denke ich dann in etwas Libertärem, das System, das wir haben, ist so ungleich verteilt und so ausbeuterisch per se auch, dass mein Zurückziehen nicht neutral ist, sondern das ist ein Aushalten von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und insofern ist das natürlich immer von
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Speaker A
Situation zu Situation etwas, was sich individuell und neu bei mir entscheidet und ehrlicherweise auch in meinen Partnerschaften, irgendwie Freundschaften, privat auch etwas, das ich immer neu aushandle. Ich bin immer noch Mitglied der CDU, habe mit einer Friedrich-März-CDU auch immer noch große
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Speaker A
Probleme und trotzdem würde ich sagen, das hat auch nach der Zeit, die ich da schon seit fast 15 Jahren jetzt irgendwie Mitglied bin, noch nicht den Punkt erreicht, wo ich sage, ich glaube, jetzt wird's für mich destruktiv und
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Speaker A
jetzt irgendwie unterstütze ich eine Partei, an die ich auch nicht mehr glaube, dann wäre
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Speaker A
glaube ich, arbeitet meine Partei nicht mehr für Demokratie, sondern gegen Demokratie. Dann würde ich austreten und dieses immer neu irgendwie situativ entscheiden, wo ist eine rote Linie in Ordnung, wo nicht, wo glaube ich ist es noch konstruktiv. Das kann man auch
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Speaker A
objektiv gar nicht feststellen, weil unterschiedliche Leute zu einer sehr individuellen Sicht dann irgendwie zu einem anderen Schluss kommen. Das ist schon die Frage, die mich natürlich beschäftigt jeden Tag.
08:03
Speaker A
Wie bist du vergangenes Jahr im Januar mit dieser gemeinsamen Abstimmung dieser Mitwirkung im im Bundestag umgegangen, als Friedrich Merzes in Kauf genommen hat, dass die AfD für einen Vorschlag mitstimmen, weil er ein andere Mehrheit auch nicht hatte und dann stimmen sie halt mit. So ist es
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Speaker A
halt. Gab's eine riesigen Aufschreibenland. Große Demonstration. Michel Friedmann ist aus der CDU ausgetreten in diesen Tagen.
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Speaker A
Wie ging's dir da damals mit deiner Partei? Ist interessant, dass du es ansprichst, weil ich viele andere Situationen gar nicht mehr so bewusst wahrgenommen habe oder sie für mich dann auch irgendwie unwichtig waren. Die war mir extrem wichtig, die Situation. Ich habe damals
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Speaker A
im Spiegel mit meinem CDU Austritt gedroht und da gibt's bestimmte Dinge an dieser Gesamtsituation, die ich schwierig fand.
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Speaker A
Ich fand grundsätzlich schwierig, der Entschließungsantrag war anders als Fredrich Merz und andere das formuliert haben, der hat nicht zu irgendeiner Art von Regierungshandeln geführt. Mm.
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Speaker A
Also es wäre noch mal was anderes, finde ich, wenn quasi, und das würde ich argumentativ nicht mitgehen, aber wenn jemand methodisch sagt, wir sind jetzt in der Regierung und wir müssen wegen Anschlag und blablabla und so und dann
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Speaker A
passiert auch wirklich was. Aber es war ein reinisch symbolisches Instrument und dann finde ich, dann finde ich sowieso populistisch.
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Speaker A
Da standen ja auch so Sachen drin, wie ähm dass Doppelstatler, die straffällig werden, ausgewiesen werden können.
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Speaker A
Das ist für mich nichts anderes als Remigration. Also eigentlich ein Prinzipium oder eine Position, die ja damals dann schon auch zu diesen Millionen Demos geführt haben, weil das irgendwie, weil das da in wo war das im Potz damals die AfD da so halt beraten
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Speaker A
hatte und so irgendwie rauskam und dass man dann so als Volkspartei irgendwie äh im deutschen Parlament etwas in der Position beschreibt, von dem ich sage, das ist eigentlich Remigration, da ist jemand Deutsch und weil er straffällig geworden ist, kannst du ihm
09:55
Speaker A
das Deutsch sein entziehen und der hat dann nur noch die andere Staatsbürgerschaft. Das ist die Entwertung auch von Heimat. Du nimmst die mal eine Heimat weg und da habe ich auch, also da könnte ich jetzt 100 Stunden drüber reden, dass ich finde,
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Speaker A
das gehört nicht in eine konservative Partei, da bin ich 1usend mal konservativer als jeder, der dafür abstimmt, so ungefähr. Aber ich finde eben auch irgendwie das geht in eine echt irgendwie falsche Richtung. Ich habe mir dann davor und danach mehrere
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Speaker A
Reden von Friedrich März angehört, wo er finde ich auch unwissenschaftlich Zahlen vermengt. Wer sind die Gruppenvergewaltiger?
10:27
Speaker A
Irgendwo sagt er, das sind die Asylbewerber, dann sind es irgendwie so stattbildmäßig, man weiß schon, wer es ist. Dann sind es irgendwie die Asyl irgendwie weiß ich nicht die irgendwie die das die da die ein Asyl beantragt haben, dann die die wo es abgelehnt
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Speaker A
wurde, dann geht's um die noch geduldet werden. Also es geht alles zus an der Grenze holt man die raus, die komisch aussehen.
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Speaker A
So genau. Also das da kommt da kommt was populistisches, was unwissenschaftliches hinter auch eben was symbolisches und mit dieser Migrationnummer irgendwie was auch schwierig. Und dann fand ich am verstörendsten, dass das ja an diesem Tag im deutschen Parlament passiert ist,
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Speaker A
wo es um Gedenken ging. Also die Bühnen oben waren voll auch noch mal mit mit Zeitzeugen, mit irgendwie Holocaust Betroffenen auf gewisse Art und Weise.
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Speaker A
Und als Friedrich März dann diesen Entschließungsantrag dargestellt hatte, ist ja fast jeder CDUler aufgestanden, hat 10 Minuten Standing Ovations gegeben und da habe ich gedacht, ich bin komplett im falschen Film und das hatte ich so noch nie. Ich bin
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Speaker A
eingetreten in die CDU, ich glaube 2008, 2009, also ewig her, mit einer ganzen Era von Merkel, mit auch irgendwie Roland Koch mal da, dann mit Laschet mal da, dann mit irgendwie auch Guttenbergzeiten, also da war alles mögliche habe ich erlebt und auch
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Speaker A
irgendwie erlebt von, dass es auf eine Art und Weise einen gesunden Wettstreit gibt. Also es gibt einen Merkelflügel, es gibt irgendwie Jimile Jusuf, Serap Güla, wir haben liberale Leute so ungefähr. Und als ich da saß und gesehen habe, ey, da kommt sowas wie Remigration
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Speaker A
vor, es ist Holocaust Gedenktag und meine Partei gibt irgendwie so einem Schwachsinn am Ende des Tages 10 Minuten Standing Ovations, habe ich gesagt, das ist dann doch nicht meine Partei.
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Speaker A
Wahlkampfetöse drei Wochen vor der Bundestagswahl und irgendwie auf die billigste Art und Weise. Und ich meine, ich wünsche äh Deutschland, Europa, der Demokratie, Friedrich Merzen, guten Erfolg. Ich wünsche mir, dass das immer noch irgendwie besser wird. Also ich sitze
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Speaker A
nicht hier, um gegen ihn zu arbeiten, aber da hatte ich das Gefühl, das lohnt sich gerade nicht, das funktioniert nicht für mich und hätte es nicht danach wirklich auch große Gespräche und Momente gegeben mit anderen Leuten in der Partei, dann hätte ich vielleicht
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Speaker A
sogar da schon gesagt, also das da fühle ich mich nicht mehr wohl. Unabhängig von diesem aktuellen Konflikt mit der sehr konservativ nach rechts gedrückten CDU. Kannst du es überhaupt noch hören, dass du immer so als diese untypische Christdemokratin bezeichnet
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Speaker A
wirst? Na ja, also [räuspern] zwei Dinge. Erstens, ich finde nicht, dass die CDU jetzt gerade konservativ geworden ist.
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Speaker A
Ich finde, sie ist auf eine fast passive Art und Weise in so einem kulturellen neoliberalen Gehorsam wirklich passiv am Ende des Tages.
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Speaker A
Und diese wirklich irgendwie komplette Rechten sehe ich auch gerade gar nicht in der Partei, sondern die Linnemanns und den den es um Inflation und irgendwie sowas geht. Es ist ja eher auf einer wirtschaftlichen Ebene zu verorten, bei der ich aber das Gefühl
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Speaker A
habe, es ist intergenerationell nicht zu Ende gedacht und so weiter. [japst] Also ich würde jetzt jedenfalls nicht sagen, auf einer auf einer einfachen Achse von links und rechts, das ist jetzt klassisch rechts alles finde ich nicht.
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Speaker A
Zweitens, ich habe mich äh in den vergangenen Jahren, zumindest in der Art und Weise, wie ich in die Partei integriert war, ja, distanziert. Ich würde immer noch sagen, ich bin CDUler, ich arbeite dafür, wo ich kann, dass die
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Speaker A
CDU sich so reformiert und die Positionen, die mir richtig sind oder die Argumente irgendwie stärker ins Zentrum stellt. Aber ich habe da auch irgendwie ein Stück weit durch diese Märzwende auch ein bisschen meine Mitspieler verloren, würde ich sagen. Es
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Speaker A
waren andere Integration in Ausschüssen, in Flügeln, in Vereinigungen, die ich damals noch hatte. Und äh insofern passiert mir das nicht mehr so oft. Es passiert mir nicht, dass ich überall als CDUle eingeladen werde, sondern ich mache meine Bücher, ich mache meine
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Speaker A
Beratung, ich habe so andere Rollen. Aber es kommt natürlich hin und wieder vor und die Frage, warum ich noch Mitglied bin, die wird genauso scharf, wenn ich sogar noch schärfer gestellt hast schon.
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Speaker A
Ähm, wir bist du da geschnitten und gemieden? Kann man nicht so ganz beurteilen, würde ich sagen. Also, es gibt bestimmt ein Z d Leute, die sich richtig auch über mich aufregen und vielleicht über einer Gästeliste und sagen, wir wollen die
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Speaker A
ander nicht hier haben. Das kann sein, das weiß ich nicht, weil ich nicht dabei sitze. Es ist aber schon auch so, dass einfach wirklich ein Haufen neuer Abgeordnete, ein Haufen neue Akteure da sind, die ich gar nicht kenne, deren
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Speaker A
Mitarbeiter ich nicht kenne, die ich vielleicht auf dem Sommerfest an der Bar stehen drei von denen neben mir. Ich weiß aber gar nicht, dass sie sie sind und dann kommt man gar nicht ins Gespräch. Also es, ich kann nicht so
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Speaker A
genau sagen, was mit einer Eigenverantwortung zu tun hat, dass ich mich ein bisschen entferne, was damit zu tun hat, dass man klar nicht mit mir sprechen will. Es gibt aber auch die Momente, da will man klar mit mir
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Speaker A
sprechen. Ich hatte jetzt zuletzt ein schönes Gespräch mit Akk, die jetzt in der Adenauer Stiftung ja noch mal anders Verantwortung übernimmt. Der habe ich drüber gesprochen, dass ich irgendwie, weil ich ja auch weiß, dass sie so eine starke Katholikin ist oder dass das
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Speaker A
christliche hier so wichtig ist. Und da habe ich gesagt, also finden Sie nicht komisch, dass diese gesamte katholische oder christliche Szene, sobald es um Sexualmoral, Gleichberechtigung und so geht, sofort aufspringt, wenn aber dieser Transhumanismus von Peter Til und
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Speaker A
so da ist, wie der Mensch nur noch Maschine ist, wie er optimierbar ist, wie all diese menschenfeindlichen Dinge in dieser ganzen KI und Produktivitätswelt propagiert werden, dass die Kirche irgendwie, finde ich, weniger einen Störgefühl damit hat. die Enzyklika jetzt irgendwie vor zi d
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Speaker A
Wochen hat ja noch mal das Gegenteil gezeigt, also vielleicht passiert das jetzt größer. Und da hat sie gesagt, ja, ja, da haben Sie recht. So und das fand ich interessant. Also da da wünsche ich mir eine Offenheit, da sehe ich sie auch.
15:52
Speaker A
Aber ich habe vor zwei Wochen mit Thomas L Müller hier gesprochen und wir kamen auch zu diesem Punkt gerade die SPD und die CDU als die beiden tragenden Volksparteien brauchen eine Breite in der Partei und die brauchen viele
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Speaker A
Meinung und die müssen auch viel sollten auch viel aushalten müssen und einfach auch diese was mal so fies als Richtungsstreit diskutiert wird, aber die brauchen genau diese diesen diesen Konflikt in der Partei, um zu gucken, was ist der Weg, den wir gehen wollen,
16:18
Speaker A
was ist der richtige Weg für uns alle miteinander. braucht doch gerade jetzt Leute für dich.
16:24
Speaker A
Ich würde das auf einer theoretischen Ebene gan genauso sehen. Es gibt nur eine Ebene, in der ich natürlich persönlich betroffen bin und da sehe ich halt irgendwie sieht es nicht so aus und auf der Art und Weise, wie ich auch
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Speaker A
viel jetzt in den letzten Wochen tatsächlich mit ehemaligen Abgeordneten gesprochen habe, die gesagt haben, wollen wir nicht mehr und so weiter, ich sehe es nicht so richtig. Ich finde, dafür haben wir ja auch die politischen Stiftungen als Denkfabriken, dass das
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Speaker A
dort passiert. Ich habe es in der Lammerzeit auch nicht gesehen. Ich finde auch, dass die Stiftung auch noch mal mehr sind als nur Kampagnenwerkstätten der Parteien, sondern da geht's schon auch noch mal um übergeordnete Prinzipien so oder Themen, aber da finde
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Speaker A
ich es viel viel zu wenig. Und dann irgendwie wenn man dann mal kurz ein Foto von der irgendwie Sommerparty hat, wo dann mal Ricarda Lang mit einem Paulimiac telefoniert, dann gibt's wieder zwei Wochen lang Schlagzeahlen, schwarz-grün könnte das werden und so
17:14
Speaker A
ungefähr und dann wieder nicht. Also, das hat nicht keinen intellektuellen Vorbau, das ist nicht in Hintergrundgesprächen, in Werkstätten aufbereitet. [schnauben] Ich sehe auch, ich bin großer Fan der Jungen Union, immer wenn es um diese intergenerationellen Themen geht und
17:28
Speaker A
jetzt gerade bei tatsächlich irgendwie diesen den Staatsausgaben, wo jetzt beim Sondervermögen rauskommt, durch unabhängige Wirtschaftsinstitute 95% Zweckentfremdet, so das ist einfach das ist grausam für mich. So und ich bin damals auch in die CDU eingetreten, weil die CDU immer gesagt hat,
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Speaker A
Haushaltskonsolidierung und so ist uns alles wichtig. Und dann zu sehen, dass die CDU unter März unter Lindemann das anders beschließt, dass die junge Union ja ein bisschen rebelliert hat, aber am Ende weiß man auch nicht irgendwie, ob das nur so ein bisschen Getöse ist, weil
17:58
Speaker A
richtig durchsetzungsstark sind die dann am Ende nicht. Und also ich habe das Gefühl, es ist deutlich linienströmiger, gleichförmiger als in der Merkelzeit.
18:08
Speaker A
Und in der Merkelzeit hat man ihr ja vorgeworfen, der konservative Flügel kommt hier nicht zur Sprache und es hat sich eigentlich im Wochentag eine Werteunion und alles andere gegründet und die haben auch immer wieder ihre Medienschauplätze bekommen und ich
18:19
Speaker A
finde, dass die Art und Weise nicht da ist. Vor wem ich großen Respekt habe, ist Dennis Ratke, mein Held in der CDA, der immer so als einziger irgendwie dann dagegen brüllt, so. Und das ist aber natürlich auch nicht richtig konstruktiv, weil du
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Speaker A
brauchst eine Integration, du brauchst den ganzen Flügel, der da mitarbeitet, der auch aus den Sozialausschüssen dich unterstützt und so weiter und das finde ich schwierig. Aber heißt das, dass wir vor lauter Achtsamkeitsökonomie, vor lauter Machtpolitik, vor Tagespolitik, vor Krisenmanagement
18:48
Speaker A
den Intellekt und das Intellektuelle und das über den Tag hinausdenken gerade verlernt haben in der Politik. Ich glaube, dass über den Tag hinausdenken haben wir schon seit längerer Zeit verlernt. Sagt ja auch Merkel immer mal wieder selbstkritisch, dass sie da auf
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Speaker A
bestimmte Dinge, die da ist man so in der Reaktion so in der Krisenabwehr irgendwie da kommt's kaum dazu und das sagen ja viele Leute heute auch mit irgendwie Russland und was überall alles passiert Zoll und so und trotzdem habe
19:14
Speaker A
ich das Gefühl, dass es eher der Modus ist. Das ist ein Modus der Ängstlichkeit, so des getrieben seins, der irgendwie sagt, wir haben jetzt keine Zeit dafür und wir müssen jetzt hier alle, weil was verlieren wir? Und natürlich ist das das große Dilemma
19:29
Speaker A
immer einer großen Koalition. So, ich glaube, dass die meisten in der CDU sagen, das soziale kommt ja von der SPD, deswegen brauchen wir es bei uns nicht.
19:38
Speaker A
Und ich würde sagen, das ist genau das falsche, weil die CDU hat einen sozialen Flügel, einen CDA Flügel, hat christlich soziale Prinzipien, die kann man sozial lesen, aber sie sind, man kann sie auch unterscheiden von dem, was die SPD
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Speaker A
möchte, so irgendwie. Und ich würde für quasi eine CDA Linie immer argumentieren und ich kann die auch, wenn es so um Tarifautonomie geht und so noch mal irgendwie anders als das zum Politikum zu machen, wie ich das öfter bei einer
20:02
Speaker A
SPD wahrnehme und so. Ich kann das unterscheiden, aber ich habe das Gefühl, dass es in der CDU die Überzeugung gibt, dass das Soziale ist ja wohl mal mehr als genug abgedeckt in dieser Regierung, weil die SPD hier so überlaut ist,
20:16
Speaker A
obwohl gemessen an Wahlzahlen und so und gemessen an AfD und so sollte. Das ist das eigentlich das kleinere Thema und deswegen unterstützt man diesen liberalsozialen Flügel in der CDU nicht so richtig. Und ich habe aber das Gefühl, wir brauchen beides in jeder
20:29
Speaker A
Partei, weil du willst ja die Partei, du willst nicht die Koalition. Und ich glaube, man braucht auch irgendwie, ich will nicht sagen Rechte, aber man braucht halt irgendwie strammere Leute in der SPD, die da ein bisschen mehr auf
20:41
Speaker A
Intergenerationalität haushaltskonsolidarisch drauf gucken, die ehrlicher und auch ruppiger mit irgendwie Leuten darüber reden, wie funktioniert Rente eigentlich nachhaltig? Ähm, ich finde war dankbar tatsächlich auch für den Diskurs schon auch ein bisschen eher sogar in der SPD als in jeder anderen Partei, wenn es um
20:58
Speaker A
Waffenlieferung geht. Was heißt Pazifismus heute noch? Glauben wir noch an Pazifismus heute? Ich habe jetzt noch mal dieses Pallantier irgendwie Credo da gelesen, wo sie ja auch sagen irgendwie die das Abrüsten in Nachkriegsdeutschland war ein geschichtlicher Fehler, wo man sagen
21:12
Speaker A
muss, also das ist ja echt übles Zeug, dass da international muss man ja auch gegensprechen, also dieses irgendwie einfache aufrüsten, damit wir in Europa werrhaft sind, das hört sich gut an. Ich bin da [räuspern] auch auf gewisse Art und
21:24
Speaker A
Weise infrastrukturell dafür, aber da wird einfach jahrzehntelange auch irgendwie Kriegsbearbeitung und irgendwie auch Diplomatie, Pazifismus, bestimmte anderen Instrumente, wie man in anderen Ländern irgendwie auch kulturell eingebunden ist und so. Das finde ich wird da alles über einen Kamm
21:41
Speaker A
geschert, halte ich für hochgefährlich und hatte das Gefühl, dass das in der SPD zumindest ab und zu mal mehr Gespräche gebraucht hat, was ich ein gutes Zeichen finde als in jeder anderen Partei.
21:50
Speaker A
Na ja, du brauchst die Debatten so und ich glaube, dass die jede Partei gerade braucht und ich sehe, dass sie jede Partei aus einer Ängstlichkeit meidet, weil man versucht halt gegen eine AfD als großes Monstrum eindeutig und klar zu sein. Und ich würde sagen,
22:04
Speaker A
dass in so einer unübersichtlichen beschleunigten Zeit jedes Zeichen von Eindeutigkeit für mich ein Misstrauenswhikel ist eigentlich.
22:12
Speaker A
Jetzt kommen wir mal raus aus der Tagespolitik. Wir wollen ja nicht die ganze Zeit immer noch meckern, wie schlimm alles war.
22:17
Speaker A
Anstrengend. Ja, man kommt zu Rage. Mm. Bist mit 24 Büroleiterin von Peter Hinze geworden. Der war wie so ein Art Mentor für dich, glaub ich.
22:26
Speaker A
Ja. Ja. Ja. Wie war das zum einen so jung in diesem Betrieb zu kommen? Peter Hinze war ja nicht irgendwer und dann so jemand zu treffen wie ihn.
22:38
Speaker A
Na ja, getroffen habe ich ihn mit 15, 16, 17, weil sein Wahlkreis Vartal war, wo ich aufgewachsen bin. Ich habe da die junge CDA gegründet irgendwie, dann bin ich da in die Junge Union Kreisvorstand, dann habe ich da kommunalpolitisch
22:49
Speaker A
gearbeitet. Er ist trotzdem jemand gewesen, der damals schon erst mit bei Rösler Stadtsekretär im Wirtschaftsministerium war, später eben dann Vizepräsident. Also er ist dann keiner, der jede Woche in den Wahlkreis kommt. Mm. So, insofern habe ich den im
23:03
Speaker A
Jahr drei, vier mal gesehen, aber ich kannte ihn drei, vier mal. Es gab eine Situation, die schön war. Da standen wir im Bundestagswahlkampf an seinem Wahlkampfstand und weil er so selten da ist, immer wenn er da mit seiner
23:13
Speaker A
Limousine vorgefahren kam, standen wir da mit 20 CDUnen, die eigentlich Flyer verteilen sollten und alle standen um ihn rum, weil sie es irgendwie so schön fanden, dass er mal da war und jeder wollte mal mit ihm sprechen. Und da habe
23:24
Speaker A
ich auch gedacht, also ich bin hier 16 und ich bin von den 20 noch irgendwie am jüngsten und kenne ihn am wenigsten. Mit mir redet er eh nicht, also warum soll ich mich dahinstellen? und habe dann weiter die Flyer verteilt. Und dann hat
23:33
Speaker A
er sich groß aufgebaut und hat die 19 quasi äh beraten, insofern sich an mich zu halten und jetzt das zu tun, was ich da mache, denn ich mache jetzt wenigstens noch weiter Wahlkampf. Und seitdem hatten wir schon so einen
23:45
Speaker A
kleinen irgendwie Twink miteinander, dass er irgendwie das lustig fand, wie ich war, dass ich verstanden habe, dass er guckt, was ich mache. Ähm, dann gab es ein paar Situationen irgendwie in NRW, wo er zur Prämimplantationsdiagnostik zu Sterbehilfe diskutiert hatte. Ich habe
23:59
Speaker A
damals schon Philosophie und Ethik studiert. Das waren die Themen, die mir auch nah waren. Da habe ich dann noch ein bisschen mehr mit ihm diskutiert und dann bekam ich einen Anruf mitten im Studium in in Amsterdam war das, glaube
24:08
Speaker A
ich, als er gesagt hat, ähm ich brauche hier wen möchtest du? Und das irgendwie äh habe ich auch damals gar nicht einschätzen können, wie wichtig diese Einladung ist. Ich habe irgendwie gedacht, ich habe ja hier gerade einen Stipendium, ich habe gerade ein
24:19
Speaker A
Nebenjob, warum brauche ich noch einen so ungefähr? Ich habe das gar nicht so als Chance wahrnehmen können, weil ich natürlich auch aus einem migrantisch nicht akademiker Haushalt komme. Ich wusste nicht, wie wichtig das ist. und hab es dann aber tatsächlich gemacht,
24:29
Speaker A
war da und habe dann schon sehr schnell gemerkt, was das auch für eine Anerkennung ist. Also die Leute irgendwie, die anderen Mitarbeiter, die kamen sofort zu mir und mein ach du bist jetzt bei Hinze und dann hat man sofort
24:40
Speaker A
gem die Abgeordneten auch alle wollten sofort sich mit mir anfreunden, weil sie wussten, dann haben sie einen besseren Rat zur Hinze so ungefähr. Und er hat äh auch auf eine wirklich aktive Mentorenebene mich fast gar nicht gebraucht, muss man
24:52
Speaker A
tatsächlich sagen, als Mitarbeiter. Das waren so eingespielte Prozesse, die er da hatte irgendwie. Da reichten zwei Leute so ungefähr. Und dann war ich so ungefähr die dritte und dann hat er gesagt, du bist nur hier, damit ich dir
25:01
Speaker A
sage, wie das hier läuft und wen du kennenlernen sollst so ungefähr. Also, da hat er mir sehr viele Türen geöffnet und es war auch erstaunlich, wie alle Minister aus der ersten Reihe fast weinend rein und rausliefen in sein
25:14
Speaker A
Büro, weil die wirklich bei ihm einen einen Freund hatten und einen Ratgeber hatten, wo ich dachte, also die sehe ich immer nur in der Tagesschau total stark und wie die auch teilweise auch die Haushalte so zusammengebrochen sind irgendwie kein seit drei Monaten redet
25:27
Speaker A
die Frau nicht mehr mit einem irgendwie die Kinder haben den Kontakt abgebrochen, irgendwie schwere Krankheiten, aber ich kann jetzt hier nicht irgendwie zeigen, dass ich die Krankheit habe und so. Also, ich habe viel mit ihm über diesen Betrieb geredet
25:38
Speaker A
und da er ja auch Fahrer war, hat er eine andere seorgerische menschliche Ebene gehabt mit den Menschen zu sprechen und gleichzeitig machtpolitisch alles zu kartografieren, die Machtvehikel zu erkennen, sehr taktisch zu sein und mir sehr klar beigebracht, dass es beides gibt, dass manche es
25:57
Speaker A
schwierig finden, das zusammenzubringen. Manche können es gar nicht voneinander trennen. Er findet manchmal richtig es zu trennen, aber man kann es dann eben doch wieder nicht trennen und so. Also, wir haben viele so Metadebatten über den Betrieb geführt.
26:09
Speaker A
Hast du da auch diesen unabhängigen Blick gelernt? Ich weiß nicht, ich würde sagen, dass es mir nicht geschadet hat. Grundsätzlich war ich jemand, ich wollte ja nicht während der Schule oder während des Studiums schon so Abgeordnete werden und
26:23
Speaker A
als ich hier gemerkt habe irgendwie wie dann viele dann auf so eine auf so eine klugscheißer Streberebene bestimmten Abgeordneten hinterher gedackelt sind und irgendwelche Meinungen so nachgesagt haben, habe ich schon gedacht, das bin auf jeden Fall nicht ich. Nein,
26:36
Speaker A
und ich habe damals schon auch politisch geblockt, also ich hatte so eine publizische unabhängige Ebene schon damals, aber wie er quasi er hat mir irgendwie den Respekt vor oder die die Hochachtung und die die das die die Furcht das das Einflößende des Betriebs
26:52
Speaker A
genommen und gleichzeitig einen Respekt für den Betrieb gegeben, weil er auch gesagt hat, du siehst doch das Leben dieser Leute, die hier arbeiten, so schön ist es nicht. Man könnte ganz andere Dinge machen. Du könntest ein Aparol Spritz trinken und Coworking
27:03
Speaker A
machen und ganz woanders. Aber hier immer in der Presse getrieben zu sein, nicht genau wissen, wie dieser Job weitergeht, Leute zu haben, Mitarbeiter, die von dir abhängig sind, irgendwie das, was du nicht alleine entschieden hast zu repräsentieren, das wo du gegen
27:18
Speaker A
gekämpft hast als Kompromiss dann aber mittragen zu müssen, das wieder woanders weiter verkaufen zu müssen. Es ist eigentlich kein schönes Leben so richtig, aber wir machen das, weil wir an dieses Gehäuse von Demokratie glauben. Und da hat er so sehr ich dann
27:31
Speaker A
das Gefühl hatte diese diese Halbgötter, die da irgendwie in diesen Limousinen sitzen und sich so wichtig nehmen, hatte ich mochte ich eigentlich gar nicht. Und da habe ich aber irgendwie wieder ein Respekt zurückgewonen, weil ich dachte, ich weiß schon, warum ihr so tun müsst,
27:43
Speaker A
als ob das hier so geil wäre, weil ist es halt nicht, aber ich bin euch trotzdem dankbar, dass ihr das alle macht.
27:48
Speaker A
Ohne Sinn macht das für niemanden von denen überhaupt irgendwas so viel Arbeit da reinzustecken und sich so viel verhauen zu lassen öffentlich.
27:55
Speaker A
Ja. Es gibt natürlich auch die anderen, es gibt auch die, die wenig arbeiten, die das machen, weil sie sich irgendwie als Staatsmänner wichtig fühlen und so, aber irgendwie die werden auch in dem Akt in dem Betrieb selbst werden die ja
28:05
Speaker A
nichts. Ja, ich bin immer wieder überrascht. Ich arbeite für einige Toppolitiker, wie die von früh morgens 5:30 Uhr bis abend 22:30 Uhr arbeiten und Termine machen und Sitzung machen und Leute treffen und sich dann noch öffentlich verhauen lassen. Das ist schon wirklich immens.
28:21
Speaker A
Das ist schon besonderer Antrieb und ähm man kann woanders mehr Geld mit der Zeit, die man da reinsteckt, verdienen.
28:26
Speaker A
Genau. Und ich glaube auch und das hat mich ja dann auch so ein bisschen beschäftigt, dass ich ja eben die Metaebene auf diesen Betrieb gewonnen habe und das Gefühl hatte, wenn ich Demokrat bin, wenn ich möchte, dass Demokratie funktioniert, kann sie bei
28:38
Speaker A
dieser Art, wie Parteiarbeit funktioniert, kann sie bei der Art und Weise, wie du halb gezwungen wirst um 10:30 Uhr beim Frühshoppen Alkohol zu trinken, den ganzen Tag Alkohol zu trinken, abends wieder Alkohol zu trinken, dann sitzt du da bei
28:49
Speaker A
irgendwelchen Zigarren im Hinterzimmer, weil das muss bis morgen verhandelt sein und trinkst wieder Alkohol. So, dann kenne ich halt irgendwelche Chirurgen, die halt sagen, du weißt schon, dass bei dem und der Art und Weise von irgendwie Schlafentzug du am Ende so und so viel
29:02
Speaker A
Promille hast und eigentlich gar nicht richtig entscheiden kannst. Und also das ist ja auch so eine toxische so ein toxisches Arbeitsklima am Ende des Tages. Ich finde wichtig, dass jeder, der in der Politik ist, einen guten Draht zu seinen Kindern hat, weil das
29:13
Speaker A
wahrscheinlich das intergenerationellste ist, was du lernen kannst. Ich finde wichtig, dass die Leute wirkliche Bücher lesen und nicht quasi über wie heißen diese Apps, die irgendwelche Bücher zusammenfassen und so, da so in ihrer Limousine sitzen, da kurz mal von
29:27
Speaker A
Wahlkreis zu Wahlkreis rumgefahren werden, sagen, ich habe 20 Minuten Zeit, ach, dann krieg kriege ich ja zehn Buchzusammenfassung noch mal hin, damit ich nachrichtlich irgendwie aktuell bin.
29:35
Speaker A
Ich finde, das ist die falsche Dynamik. Ich habe mich jetzt viel damit beschäftigt, wie Steigerungslogiken, Produktivitätslogiken, Effizienzlogiken so internalisiert sind bei allem, was wir machen und auch in der Politik natürlich und ich das Gefühl habe, das ist aber nicht der Weisheit
29:52
Speaker A
letzter Schluss. Also wir brauchen so ein Prinzip der Langsamkeit, ein Prinzip des Entziehens eigentlich und das ist dann halt was, wenn man da nach Finnland guckt, nach Neuseeland guckt, andere Politiker Typen auch ein Robert Habert, der ein paar mal im Podcast gesagt hat,
30:05
Speaker A
kann ich jetzt nicht beantworten, weiß ich einfach nicht, finde ich gut, weil du, wenn du so tust, als könnte würdest du es alles können und die ganze Zeit in diesem Allwissen als irgendwo im Modus bist, das ist nicht wie auch Demokratie
30:15
Speaker A
funktioniert von irgendwie du weißt nicht alles, sondern die anderen wissen alles und du musst entscheiden und managen und so weiter. Und da habe ich schon eben auch gelernt, dieser Betrieb selbst ist krank.
30:26
Speaker A
Hättest du jemals überlegt, Abgeordnete selber zu werden? [räuspern] Also, ich hatte ein paar mal Angebote irgendwie, dass man mich auf eine Liste setzen könnte, welche Wahlkreise zur Verfügung stehen auf auf Landesebene, auf Bundesebene und auf Europaebene. Ich habe mich jedes Mal dagegen entschieden,
30:43
Speaker A
weil das so ein Konglomerat aus Ding war. Ich hatte manchmal das Gefühl jetzt z.B., Spiel, dass es keine Liga um mich rum gibt, der ich so richtig vertraue.
30:53
Speaker A
Das wäre in der Merkelzeit anders gewesen. Also, da gab's mit diesen ganzen Laschets und Rökens und so noch mal eine andere auch junge Zauber irgendwie Generation, wo ich das Gefühl habe, mit denen zusammen Politik zu machen, mit denen zusammen mich zu
31:05
Speaker A
verabreden macht Spaß. Die würde ich sagen, hatte ich jetzt in den letzteren Versuchen nicht mehr. Dann war es eine Ebene, wo ich das Gefühl hatte, da finde ich mich thematisch gerade nicht richtig wieder. Also mich interessiert dann schon sehr stark Bundespolitik und dann
31:17
Speaker A
dachte ich, ich will da jetzt gerade nicht in Brüssel, das passt nicht so gut zu mir.
31:21
Speaker A
Dann ist auch die Ebene äh gerade auch in den letzten Jahren, als ich mit dem Einsamkeitsbuch jetzt mit dem Achtsamkeitsbuch mich eher soziologisch über mit so langfristigen Trends beschäftige, hatte ich auch das Gefühl, meine Stärke liegt gerade ganz woanders.
31:34
Speaker A
Also, ich will Themen, die noch nicht tagespolitisch sind, zu irgendwie zu sensiblen Kulturphänomen aufrufen und äh nicht quasi zwischen Wahlkreise und Bundespresse hin und her irgendwie navigieren und kommunizieren. Das ist nicht das, wo ich reinpasse.
31:49
Speaker A
Das glaube ich auch, wenn man dich öffentlich beobachtet. Du bist ja nicht die eine, die an der Kind hat, du bist ja irgendwie so drei Köpfe und acht Arme und man hat auch das Gefühl, du brauchst das auch alles, damit du glücklich bist
31:59
Speaker A
und und funktionierst. Ja. Ja. Was ist der beste Rat, den du jemals bekommen hast?
32:06
Speaker A
Boah, da muss ich echt lange nachden. Ich habe viele gute Ratsstläge in meinem Leben bekommen.
32:10
Speaker A
Ich habe Zeit. M [räuspern][seufzt] dass ich mich ein paar Sachen trauen darf. Also, ich glaube schon, dass wir alle ja irgendwie so auf die Welt kommen mit bestimmten Gewissheiten und die sind dann da, Krieg und Frieden und so weiter
32:24
Speaker A
und aber auch die Art und Weise, wie ich jetzt z.B. wie dieses neue Buch in einem eigenen Verlag gemacht habe, wie ich irgendwie nicht mehr eine Kolumne in der Zeitung brauche, sondern das bei Substack selber mache, wie ich äh dieses Buch noch mit
32:37
Speaker A
unterschiedlichen Verlagen besprochen habe und die alle gesagt haben, aha, das finden ich finden wir finden, das passt gerade noch nicht so richtig in die Zeit und mich alle irgendwie zu einem anderen Thema so ein bisschen überreden wollten oder als ich das Einsamkeitsbuch
32:48
Speaker A
schreiben wollte, weil ich da gemerkt habe, da ist irgendwie was und das war vor Corona, das war als gerade in Großbritannien die Debatte losging, haben alle zu mir gesagt, dach ja, na jetzt ist da gerade die Luisa Neubauer
32:57
Speaker A
und Fridays for Future schreibt doch was über Umweltschutz und CDU gesagt, klar kann ich. Also ich kann viel über einen Heimatbegriff von Nationalismus und irgendwie wie Klimaaktivismus hat das was mit Ökosystem zu tun und so. Also kann, ich habe da Meinung zu, aber so
33:11
Speaker A
auf so eine nachrichtliche Brandaktualität Vermarktungsmechanismen, dafür ist mir mein Leben und mein Nachdenken zu teuer, als dass ich sage, das mache ich jetzt genauso, weil der Betrieb so funktioniert.
33:22
Speaker A
Na ja, dass du als Kulisse verwendet wirst ne? So. Und ich habe da gemerkt irgendwie äh, dass ich in den letzten Jahren irgendwie mir einen anderes Zutrauen gewonnen habe, aber auch weil ich ja viel mit Gründern und mit sehr
33:33
Speaker A
unterschiedlichen Leuten auch zu tun hatte, die gesagt hab, na, dann probier es doch irgendwie so und so. und auch ein Gabor Steinger tatsächlich, wo ich bei Pioneer ehrlicherweise viel lerne, wo ich ja jetzt Herausgeberin geworden bin. Also es ist irgendwie schön mit
33:45
Speaker A
Leuten zu arbeiten, die mal ganz andere Sachen machen und auch auf der Ebene, wo ich dann anderen Autoren erzählt habe, ich mach das jetzt im Eigenverlag und alle aber es ist nicht so ein bisschen so Eigenverlag machen das nicht die, die
33:56
Speaker A
keinen Verlag kriegen und sehen wir uns dann überhaupt auf der Buchmesse und ich bin jetzt hier aber bei Hansa und ich bin jetzt hier bei Rowold und wo bist du und also da sind so viele Dynamiken und wenn ich dann merke irgendwie ich das
34:08
Speaker A
war gut, dass ich mir vertraut habe und es gibt Leute, die mich dahinführt haben und Leute gesagt Rechne das mal für mich durch. Ich sag dir, ob das durch, ob das Sinn macht.
34:16
Speaker A
Und Leute, die auch gesagt haben irgendwie, wir kennen dich, wir mögen dich, wir wissen ein schlaues Thema, sag, wenn du, wenn es da ist, wir positionieren das Buch, wo du brauchst und so. Das sind dann schon auch irgendwie Ratgeber, das sind Freunde,
34:27
Speaker A
das da gibt's eine Verlässlichkeit, da gibt's auch einen Tiefsinn in Qualität, dass die Leute kuratieren, was wirklich irgendwie entscheidend ist. Und da bin ich kam ich natürlich aus diesem politischen Betrieb, aus dieser Nachrichtenwelt, aus diesem General Generalsekretärsprech, aus diesen
34:44
Speaker A
Taktierung, wo ich und aus diesem Buchmarkt und allem, wo ich dann auch beratungstechnisch irgendwie ja, wir brauchen einen Berater, aber bitte nenn das was mit Resilienz, ne? Ich sag, ich will nicht zur Resilienz beraten. So, das ist nicht das, was ich mache. So,
34:57
Speaker A
und da habe ich das Gefühl, das nervt mich halt alles und da Leute zu haben, die gesagt haben, mach genau das, was du machen willst, das sortiert sich um dich rum und das funktioniert und das finde ich ganz schön.
35:06
Speaker A
Du kamst jetzt ja nicht aus einer politischen Familie, die schon irgendwie Politik Heritage hatte oder wo du irgendwie mit deinen Milönchen schon um dich werfen konntest, hast deinen Weg hier in Berlin selber gemacht und du hast das sehr jung schon gemacht.
35:19
Speaker A
Hattest du oft dieses Imposter Syndrom, dass du selber gedacht hast, wo bin ich eigentlich, was die hier alle um mich herum machen?
35:26
Speaker A
Nee, ich würde sagen, das hat muss mit meiner Neurodiversität zu tun haben, dass ich als Kind schon nie das Gefühl hatte, die ich bin anders als die anderen, sondern ich habe immer gedacht, ich bin der Auserwählte. Ich habe immer
35:37
Speaker A
gedacht, komisch, die sitzen dann in der Klassenarbeit 45 Minuten und ich bin nach 12 Minuten fertig. Und dann habe ich natürlich gedacht, also wenn ich nach Hause komme, ma ich irgendwie Mittagsschlaf und mach Fußball und mache alles andere und die 23 Minuten im Bus,
35:50
Speaker A
die reichen mir für die Hausaufgaben und wie alle anderen so gelitten und gestrugglen, also ich war jetzt nicht so besonders hochbegabt, aber ich hatte das Gefühl, dass meine Wechselartigkeit irgendwie meine Abenteuerlust, meine Neugierde immer reicht so und irgendwie
36:03
Speaker A
hatte ich das relativ und deswegen ich bin gut halt in so einer Mustererkennung. Deswegen habe ich mit Peter so schnell über also warum hat ist denn der Minister hier betrunken und warum hat so ein bleiches Gesicht? Der hat doch Geld, der hat doch eine
36:14
Speaker A
Familie, der wird sich doch massieren lassen können. Gestern Abend sagt B, na ja, so funktioniert dieser Betrieb hier nicht. Also, mir sind schnell Dinge aufgefallen, wo ich dachte, aber die verdienen doch Geld. Warum sind die denn nicht jede Woche in Italien und in
36:26
Speaker A
Spanien im Urlaub? So ungefähr, das habe ich nicht verstanden. Und insofern ich hatte nicht das, dass ich mir das nicht zugetraut habe. Ganz im Gegenteil, ich habe mir da sehr viel zugetraut. Haben 18 irgendwelche Blogbeiträge geschrieben, was Herm Cola
36:37
Speaker A
alles falsch gemacht hat. So ungefähr. Also total überstiegen [gelächter] eigentlich. Also super arrogant und herablassend teilweise. Es hat sich verändert [gelächter] so, aber ich habe immer das Gefühl gehabt, ich kann das ganz gut und irgendwie ich habe dann
36:48
Speaker A
aber natürlich gemerkt, es gibt irgendwie systemische gläserne Decken so als Frau, als Migrant irgendwie wo bist du eingeladen, wo nicht irgendwie wo wirst du auch getestet an irgendeiner Tür irgendwie gehst du den Sexismus jetzt hier mit, dann darfst du
37:02
Speaker A
eintreten, wenn nicht, dann nicht. Und da gab es schon irgendwie Dinge, wo ich das Gefühl hatte, dass da will ich nicht dazu gehören. Die sind mir zu unglücklich. So will ich auch nicht werden. So also, dass ich das Gefühl
37:12
Speaker A
hatte, ich traue mir das nicht zu, hatte ich nicht, aber ich habe irgendwann, also vor allem auf Diskriminierungsebene auch diese Frage, ob ich ein Feigenblatt für die CDU bin, weil ich diese Diversitäts Merkmale und Attribute mitbringe. Da bin ich sensibler
37:23
Speaker A
geworden. Ja, doch auf zu passen, dass man nicht irgendwo missbraucht wird, einfach nur für die eigenen Zwecke, einfach nur, weil du einfach anders wirkst in der CDU, weil du anders drauf bist, weil du offener redest. Und das sind das sind
37:34
Speaker A
Themen, die haben auch gar nichts mit dem großen Berlin zu tun. Die erlebt man im Kleinen. Da war ich 16. Wir hatten in der Jugendpartei irgendwie eine Spielplatzpartnerschaft. Ich habe immer da diesen Spielplatz sauber gemacht, im Herbst Laub entfernt und so weiter und
37:46
Speaker A
dann irgendwie kam dann zu unserem Spielplatz Sommerfest der Bundestagsabgeordnete der Kreisvorsitzende und so weiter, fünf Männer und dann sollten quasi Bürgermeister und so weiter, Bezirksbürgermeister und dann sollten auf dieses Pressefoto halt alle drauf und dann stehen da diese fünf wichtigen
38:01
Speaker A
Männer und ich war quasi mit fünf Jungs bei der Jungen Union so ungefähr und dann haben die fünf Männer gesagt, ja, da komm mit aufs Foto. Und habe ich gesagt, ja, aber dann kommen die fünf Jungs auch mit drauf, weil ich bin ja,
38:12
Speaker A
hab das ja mit denen zu sechst gemacht. D haben die gesagt, nee, nee, die nicht.
38:16
Speaker A
Und dann habe ich das Gefühl gehabt, nein, also das wäre ja jetzt komisch. Ich möchte nicht mit meinen fünf Jungs ein Problem haben, weil ich bin jetzt in der Zeitung und die nicht. Ich möchte aber auch nicht, dass ihr mich missbraucht,
38:25
Speaker A
weil ihr wollt jetzt hier quasi was diverses für das Zeitungsfoto und die Jungs dann halt nicht. Dann ist halt Lug und Betrug.
38:31
Speaker A
So. Und das habe ich auch von früh dann irgendwie gemerkt. Oh. Diana, magst du mir bevor wir auf dein Buch zu sprechen kommen, fünf Sätze vervollständigen?
38:39
Speaker A
Na klar. In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit. In der Öffentlichkeit beeindruckt mich derzeit. Boah, das ist ein schlechtes Zeichen, dass ich so lange nachdenken muss, ne?
38:52
Speaker A
[gelächter] Neuerdings, ich kann es dir verraten, neuerdings brauchen die Gäste bei der Frage immer relativ lange.
38:58
Speaker A
Ja, das ist wirklich interessant. Der Papst über Deutschland denke ich. dass wir ja tatsächlich an der entscheidenden, ich meine, das sagt jeder immer, aner entscheidenden Stelle sind, wie der Weg weitergeht. Aber ich glaube, es gerade unter dem großen Thema
39:21
Speaker A
Zeitenwende, nicht nur Aufrüstung, sondern auch Europas Selbstständigkeit Verhältnis zu den USA einen neuer und das ist eigentlich mein größeres Thema, ein neuer Fortschrittsbegriff, wenn wenn Trump sagt hier jetzt hier wir alle auf den Maß und das Weltall gehört
39:33
Speaker A
uns und Friedrich Merz sagt 2 Sekunden danach, wir schicken jetzt auch ein Deutschen auf den Mond. finde ich ist das der falsche Fortschrittsbegriff und das ist ein Gehorsam und das ist irgendwie falsch und insofern irgendwie Deutschland ist für mich irgendwie
39:45
Speaker A
Heimat, Zukunft und hat alle Chancen. Aber ich glaube, wir müssen innerhalb Europas definieren, was für uns Lebenswert und Fortschritt ist. Also ganz basal.
39:54
Speaker A
Wir sollten mehr Wert legen auf soziale Infrastrukturen, wenn die wenn die Kneipenpleite gehen, wenn du die Krankmeldung nur noch per KI Häckchen machst und nicht mehr den Chef irgendwie am Telefon hast, was auch eine wichtige Erfahrung und gute Erfahrung sein kann,
40:10
Speaker A
wenn die Innenstädte aussterben, weil wir irgendwie nicht mehr am Stammtisch miteinander reden, weil wir eine Boyottkultur haben, weil wir Cancer Culture haben, weil wir auf pervertierte Art und Weise Brandmauern irgendwie integriert haben.
40:23
Speaker A
dann funktioniert das alles nicht. Und ich glaube, Demokratie geht nur, wenn sich eine Gemeinschaft als Gemeinschaft führt. Und in dieser Perversion von Individualisierung Anonymität Unverbindlichkeit und so kann das gar nicht funktionieren. Dann hat man so eine Grundkultur von Misstrauen und
40:38
Speaker A
Feindseligkeit, Anonymität, irgendwie was habe ich noch mit dem anderen zu tun, warum braucht es Zusammenhalt und Solidarität? Ich kann mich eh auf keinen verlassen. Und insofern glaube ich, das basalste, was wir brauchen, ist eine Art Marktplatz, ist eine Art Nachbarschaft. ist ein
40:53
Speaker A
Nachbarschaftsfest, also es sind soziale Infrastrukturen. der Nachfolgen Generation rate ich bei so Sachen wie Sondervermögen, Konsolidierung Staatshaushalt Staatsschulden genau hinzugucken, das irgendwie hemmt unseren kompletten irgendwie Handlungsspielraum und das der wird ja nur äh durch den Klimawandel werden die Taten, zu denen wir schreiten
41:16
Speaker A
müssen, radikaler und größer bei einem sich echt extrem verengenden irgendwie finanziellen Spielraum. Und äh ich weiß, ich habe mich da mit ja gut mit 16 dann schon, aber irgendwie ich weiß, wenn man studiert und so und Staatsschulden, das
41:30
Speaker A
ist irgendwie so ein unsexy Thema, das ist so eine abstrakte Zahl, das beschäftigt mich im Alltag nicht, wie wie der Zinssatz jetzt der Staatsverschuldung genau ist und so.
41:38
Speaker A
Aber das wird uns richtig riesig auf die Füße fallen und ich glaube, die einzige Lobby, die dafür irgendwie die man dafür mobilisieren kann, sind junge Menschen und man sieht in der Klimakrise irgendwie, dass die mobilisierbar sind.
41:50
Speaker A
Man sieht's ja auch bei digitaler Gewalt aktuell und äh da muss man hingucken, also vor allem auch wofür ausgegeben wird, also wenn es eben wie beim Sondervermögen angedacht war in irgendwie Reformen, die wir alle brauchen in Schulen und irgendwie wie
42:04
Speaker A
auch immer infrastrukturell notwendige Investitionen, die quasi spätere Investitionen verringern, dann bin ich ja dabei. Aber wenn die Leute das versprechen und dann in so einer Nebenzeile durch einen Wirtschaftsinstitut rauskommt, 95% Zweckentfremdet, ey, das ist ein Skandal. Und dass die jungen Leute dafür
42:21
Speaker A
nicht richtig mobilisierbar, sensibilisierbar sind, das finde ich gefährlich. Morgen wird besser als heute, weil ich war gestern in Venedig und habe Binale angeguckt. Es war so schön und heute muss ich mich echt wieder so in Berlin integrieren.
42:38
Speaker A
Heute musst du im Berliner Podcast. So, heute muss ich mich integrieren und morgen bin ich wieder richtig drin.
42:43
Speaker A
Also, deswegen bin ich morgen noch mal aktiver. So, also morgen wird deswegen besser, aber grundsätzlich, ich äh glaube ja schon, dass wir lernen können, obwohl ähm das ja tatsächlich finde, wir brauchen eine ganz drastische kulturelle Besprechung von dem, was KI eigentlich
42:58
Speaker A
ist und die Abschaffung des Lernens halte ich für einen auch einen riesen zivilisatorischen Rückschritt und Skandal. Und ich glaube, was der Mensch kann, ist lernen. Und insofern bin ich dann doch vielleicht Zivilisationsoptimist.
43:14
Speaker A
Warum der Papst? wegen der Enzyk Enzyklika jetzt zur digitalen irgendwie, dass wir aufpassen müssen, was irgendwie künstliche Intelligenz mit dem Menschen macht, äh dass er gesagt hat, dass all das wie auch bestimmte Plattformen, Zugänge beschränken, Ressourcen verwalten, darüber Information und Bildung ganz
43:33
Speaker A
anders stattfindet, man genau sehen muss, wer verwertet was und wer beutet wen aus, wo sind da meine Bürgerrechte und so weiter. auf so einer hohen prominenten Stelle mal zur Besprechungsgrundlage zu machen, hätte ich dem Papst nicht zugetraut.
43:47
Speaker A
Ich finde, ist auch ein spannender Schritt nach Franziskus, ähm der als der große Reformator galt, aber d oftmals einfach sehr sehr sehr plump auch agiert hat. Da ist da ist der Leo tatsächlich sehr viel ja und smarter gerade.
44:00
Speaker A
Ja. Und man muss es natürlich, also erstens ist die Art und Weise, wie er sich gegenüber Trump behauptet, ohne ihn die ganze Zeit zu erwähnen, verdient meinen größten Respekt, hätte ich auch nicht gedacht.
44:10
Speaker A
grundsätzlich auf das alte Thema von Krieg und Frieden hinzuweisen auf eine Art und Weise, die nicht agitativ ist, sondern die wirklich irgendwie so im Prinzip Hoffnung irgendwie einen beten auch für Frieden und so weiter. Also das Thema sensibel
44:24
Speaker A
und wach zu halten halte ich für eine große Aufgabe, der auch gerecht wird, finde ich. und dann darüber nachzudenken, dass das was gerade bei uns allem passiert und man kann das in irgendwelchen biblischen Apokalypsen und so zusammenfassen, aber man kann auch
44:36
Speaker A
einfach sagen, also KI, was das irgendwie mit ähm Mensch zu Menschkontakt macht, was das mit Informationen zu tun hat, wie das mit wie die sich Industrien verschieben, wie sich geopolitische irgendwie Dinge dadurch entwickeln, wie irgendwie eine Hand vor Leute mit einer Handvoll
44:52
Speaker A
Milliarden sich eigene Insel kaufen und sich komplett aus allem zurückziehen und einfach Staatslenker werden auf gewisse Art und Weise.
44:59
Speaker A
Also da sehe ich wirklich Anfänge von dem globalen Faschismus tatsächlich auch. Da gibt's Politikwissenschaftler, die da auch von aus den USA Richtung Kanada gehen, die das ähnlich sagen.
45:08
Speaker A
Viele sagen, wenn ich das so in Deutschland sage, Diana, das ist doch ja alles kein Faschismus. Ja, auf eine historische Art und Weise vielleicht nicht, aber ich sehe in der in der in der Systematik von irgendwie vor diesem
45:20
Speaker A
Hintergrund auch von Bürokratie abbauen, ein Abbau von Staatlichkeit auf krasser Ebene von irgendwie wir kaufen uns hier Grönland, wir machen hier und da, also und wie und auf wie immaterielle Tiefe Art und Weise da Menschen wirklich ausgebeutet und irgendwie asymmetrisch
45:35
Speaker A
machtlich instrumentalisiert werden und so fin ich echt schlimm und dass der Papst darauf hinweist, hätte ihm nicht zugetraut Das finde ich aber wahnsinnig gut und wichtig.
45:44
Speaker A
Der Blick ist ja auch immer etwas schräg, weil Leute vor 1933 waren. Als Anlass kann man das ja tun, aber niemand sollte erwarten, dass der Faschismus nächstes Mal wieder exakt so aussieht wie Adolf Hitler, sondern er wird anders aussehen, anders
45:56
Speaker A
funktionieren. So. Und es gibt eben Dinge, auf die ich sensibler reagiere. Also irgendwie, wenn man halt merkt irgendwie Trump macht sich drüber lustig, dass man halt einfach nicht mehr vor Sozialgericht so leicht ziehen kann, finde ich. ist ein
46:08
Speaker A
komisches Zeichen, wenn irgendwie ganze Nachbarschaften, die Latinos in der Nachbarschaft verstecken im Keller. M finde ich ein komisches Zeichen. Wenn dann irgendwie auch komisch, wenn dann so ein Jeff Bases sich da die Medgala kauft und alles was Rang und Namen hat
46:23
Speaker A
in Hollywood, was ja unsere gesamten Zeitung auch als popkulturelle Vorbilder und Leid irgendwie Ideale und so prägt, wenn die sich dann da einkaufen lassen und alle dann so tun, als hätte das eine nichts mit dem anderen zu tun. Ah,
46:36
Speaker A
komisches Zeichen. Diese Elon Muskummer, wie Andrew Tate und alle eine ganze Partei da in Großbritannien sponsorn will. ganz komisches Zeichen. So, also da geht da irgend da geht was nicht mit rechten Dingen zu und ich finde, da muss
46:48
Speaker A
man wirklich auch echt irgendwie streng drauf gucken. Ja, niemand darf man darf diskutieren, ob man so reich werden darf, aber niemand darf aufgrund seines Reichtums so mächtig werden, wie sie es gerade versuchen zu werden. Das ist das ist
47:00
Speaker A
eine Ries und es gibt eine andere Ebene. Es gibt eine Ebene und die finde ich auch bei Friedrich März und irgendwie Karsten Lindemann und bei all dem, wie wir in Deutschland gerade Fortschrittsnarrative führen. Und übrigens das sagen die
47:10
Speaker A
Grünen und die SPD da genauso wie meine CDUler. Wir brauchen mehr KI und mehr Technologie und mehr Gründung und so, wo ich sage, aber was genau? Also, wo ist die Wertschöpfung? Und deswegen finde ich, müssen wir einen Fortschrittsbegriff in Europa
47:22
Speaker A
definieren, von dem ich jetzt nicht sage, der ist jetzt BP unabhängig, aber der so ein bisschen mal sagt irgendwie, okay, wir haben jetzt Zahnstocher und die sollen im Plastik verkauft werden und nach Himbeere schmecken und das verkaufen wir und das kommt aus
47:36
Speaker A
Deutschland und das ist jetzt geil, finde ich irgendwie. Nee, weiß ich jetzt nicht so ganz. Und dann haben wir zehn verschiedene Koffeinmundsprays.
47:45
Speaker A
Ah, weiß ich nicht, ob ich jetzt sage, diese zehn Gründer hier, das soll so soll Deutschland sein, sondern ich finde schon, dass wir anders noch mal gucken müssen auch von mir aus auf soziales Unternehmertum oder wie wir es nennen
47:55
Speaker A
oder auf Aktivisten. Was könnte eine Art von Nachbarschaftsnetzwerk sein, wo wir eine Ambulente Pfleger noch mal anders integrieren? Was kann eine Art und Weise sein, wie wir genossenschaftlich Kneipen organisieren oder mit Vereinen verbinden, wie auch immer. dass die sich
48:09
Speaker A
länger halten und die Miete anders funktioniert. Wo kann man ein weiß ich nicht Ehrenamtsetat aufmachen, dass ein Miteinander noch mal anders funktioniert? So, das ist was, wo ich sage, das ist Europa, das ist für mich Solidarität, das ist Zusammenhalt, das
48:21
Speaker A
ist Fortschritt. Wie können wir, weiß ich nicht, auf einer EU-Ebene installieren, dass wir Open Source irgendwie Brustkrebsdaten haben, weil das sind keine Daten sind, die einem Unternehmen gehören sollten, obwohl andere sagen würden, ja, aber das doch marktwirtschaftlich. Nee, es ist keine
48:36
Speaker A
marktwirtschaftlich, wenn wir fünf Plattformbesitzer haben, die jede Gründung aufkaufen und die Gründung kann sich gar nicht richtig gründen, dann ist es eben nicht nur Reichtum, dann ist es auch nicht nur die politische Nähe zu einem Regierungssprecher, sondern dann
48:50
Speaker A
ist es im Grunde Antimarktwirtschaft, dann ist es im Grunde einen Staats irgendwie Lobbywesen, wo alles, was marktwirtschaftlich ist, im Grunde schon erstickt wird, wo Zugänge zu Inhalt, zu Kommunikation, zu Marktplätzen beschränkt werden, wo Medien nur noch danach funktionieren, wie es fünf
49:08
Speaker A
Plattformbetreibern funktioniert und dann ist irgendwie sind alle Grundbedingungen dessen, was ich meinem Politikstudium gelernt habe von Demokratie sind gar nicht gegeben, Informationsfreiheit und so weiter.
49:17
Speaker A
Ich wollte immer schon einmal in diesem Podcast, wie Harald Schmidt früher ein Buch in die Kamera halten dürfen. Jetzt mache ich das.
49:22
Speaker A
Du hast gerade das Buch rausgegeben, die Achtsamkeitsfalle, Angriff auf Körper, Geist und Seele. Ja, alle haben gerade Bock auf Achtsamkeit.
49:30
Speaker A
Alle haben gerade Bock auf Supplements auf ihrer Uhr zu sehen, wie sie geschlafen haben und du sagst, wir laufen in eine Falle. Hä?
49:38
Speaker A
Also, es ist, ich hätte nicht einen einen seitenweise Buch geschrieben, wenn man das jetzt so leicht als Kommentar erklären könnte, warum es da genau geht, aber es gibt sehr unterschiedliche Ebenen. Es gibt eine Ebene, wo ich wirtschaftshorisch historisch geguckt
49:53
Speaker A
habe, wie hat es eine Individualisierung auch von Schuld und Verantwortung gegeben? Ich weiß, dass wenn man in den 60er Jahren zu jem, ich bin arbeitslos, dann hat man in den 60er Jahren gesagt, ja, der Arbeitsmarkt ist scheiße, aber
50:06
Speaker A
du bist nicht schuld. Wenn man in den Nullerjahren jemandem gesagt hat, ich bin arbeitslos, hat jemand sich weggedreht und gesagt, der Faule, das ist hier der aus dem RTL2 Fernsehen, der ist selber schuld. Also, es gibt eine Verlagerung dessen, dass wir quasi den
50:19
Speaker A
Menschen einreden. Auf einer individuellen Ebene ist das Versagen und nicht auf der systemen. Und bei dem, wie ich Politik vor allem die letzten zwei Jahrzehnte noch mal wacher irgendwie beurteile, nämlich eben auf Basis dieser Plattformbetreiber, was es noch mal für
50:31
Speaker A
andere Ungleichheiten und Dynamiken gibt, ist die Ebene, wie alle um mich herum in guten Jobs auch gestresst sind und trotzdem sich einreden, es muss irgendwie an denen liegen. Ich habe zu wenig Pilates gemacht, ich habe zu wenig Supplements genommen, ich habe zu
50:45
Speaker A
schlecht geschlafen, deswegen arbeite ich schlecht. Finde ich passt nicht zu diesem alten kensianischen Versprechen von in 100 Jahren werden meine Enkelkinder in Milch und Honig schwimmen, weil wir haben so eine Produktivität, so ein hohes Vermögen, den wird's gut gehen und man sieht an
51:00
Speaker A
der Erschöpfungskrise von der Friedrich Merz ja sagt, es ist alles nur so ein bisschen krankfeiern und so weiter irgendwie, dass den Leuten nicht so richtig gut geht. Und ich wollte mit diesem Buch nicht den Leuten sagen, wenn es dir schlecht geht, dann
51:12
Speaker A
schlaf, hol dir eine Massage oder mach kein Pilates, sondern ich wollte denen sagen, wenn es dir schlecht geht, dann guck, womit hat es was zu tun? Und ich hatte diese Situation, wo eine Freundin von mir da in ihrem Startup total
51:24
Speaker A
gemobbt wurde, toxische Arbeitsklima und so weiter und ich habe gefragt und wie geht's dir? Kannst du da was machen?
51:28
Speaker A
Gibt's ein Betriebsrat, kannst dich beschweren? Und sie hat gesagt, nee, aber mir geht's viel besser, seitdem ich vor der Arbeit während der Mittagspause nach der Arbeit joggen gehe. Und dann habe ich gesagt, das ist jetzt nicht die Lösung für diese Tox für das toxische
51:39
Speaker A
Arbeitsklima. Und insofern ist es für mich natürlich eine Makro und Makro Gesellschaftsportrait dessen, wie wir quasi Schuld und Versagen auf ganz vielen systemischen Ebenen individualisieren und weil wir es dann quasi in so einer sozialen Amnese, also jeden Tag stelle ich mich wieder her mit
51:57
Speaker A
Supplements und Klangschale und Fitnessstudio, also kann am nächsten Tag wieder zugrunde gehen. Ich brauche aber abends wieder die Infrarotmaske, damit es mir wieder gut geht. So, dann vergisst man ja jeden Tag, wie man irgendwie erschöpft war. Also, es ist
52:08
Speaker A
die ganze Zeit so ein Trostpflaster Moment und dann hatte ich das Gefühl als jemand, den ja hauptsächlich das Politische daran interessiert, so kommt es nicht zu gesellschaftlichen politischen Wandel. Du brauchst Erschöpfung muss auch eine Widerstandsgeste sein. Wenn du krank
52:22
Speaker A
bist, wenn du erschöpft bist, wenn du nicht mehr kannst. Dann sagt dir dein Körper, so geht's ja eben nicht und nicht irgendwie ein bisschen Massage und dann mach fang wieder von vorne an, sondern wir laufen ja alle in so einer
52:32
Speaker A
Art gesellschaftlichen Kollaps vor Erschöpfung irgendwie zu und keiner kommt aber auf die Idee, sich zu organisieren und daran irgendwie ein bisschen was zu verändern auch systemisch. Und das war die erste Ebene.
52:43
Speaker A
Und die zweite Ebene, die mir dann während des Schreibens erst aufgefallen ist, ist das eine Gesellschaft und ich mache da alle möglichen Themen. Ich mache das Meloninpray, ich mache Longevity, ich mache irgendwie Awaska, da ist alles mögliche an moderner irgendwie junger
52:57
Speaker A
Generation drin. Und für mich war am interessantesten herauszuarbeiten, dass diese Leute, die das alles machen, die lernen gerade Werte von Überwachung, Schlaf Kontrolle Schlaf Gehorsam Schlaf. Also ich muss ja alles überwachen und tracken und dann mich danach verhalten. Und was sind das für
53:16
Speaker A
Demokraten, die Kontrolle überwachen und Gehorsam lernen? Also ich glaube auch, dass da auf einer Softskillbene nicht der wehrhafte macht bewusste Demokrat ausgebildet wird, sondern eher der schläfrige Gehorsame. Und deswegen glaube ich, ist es ein relevantes Thema.
53:33
Speaker A
Was ich verstehe ist, dass der Modus, in dem wir heutzutage arbeiten, wie die Welt gerade läuft, wie schnell sie läuft, treibt uns da rein, dass wir uns irgendwie gegen an optimieren müssen. In der Regel auch noch für viel Geld, damit
53:46
Speaker A
wir irgendwie weiterhin laufen können in diesem Hamsterrad. Und gleichzeitig führt dieses Optimieren auch noch dazu, dass wir uns selber entmündigen.
53:54
Speaker A
So sehe ich das genauso. Ich glaube natürlich, dass das alles eben noch noch mal viel weitere Züge hat von Steigerung und so. Also, wenn du Unternehmer bist irgendwie und der eine sagt, ich habe sechs Mitarbeiter und der andere sagt,
54:05
Speaker A
ich habe schon 60 Mitarbeiter, dann hast du vor dem mit 60 schon mal mehr Respekt, weil der hat ein größeres Unternehmen und so weiter. Und ich glaube aber, dass wir es, dass es eine Ebene gibt von irgendwie von
54:15
Speaker A
Langsamkeit, von Verringerung, von Antikonsum. Ja, auch. die gut ist für uns, was nicht bedeutet, dass ich irgendwie auf so eine dogmatische Art und Weise sag, nicht mehr fliegen, keine Kreuzfahrtschiffe, bitte nichts produzieren, sondern es braucht Dinge und immer auch wieder neue und das hat
54:29
Speaker A
ja auch was mit irgendwie Ausdruck und Identität und Zusammenhalt und so zu tun, aber es gibt eine Ebene, wo ich das Gefühl hat, Konsum des Konsums wegen funktioniert für mich nicht.
54:39
Speaker A
Produktivität der Produktivität wegen funktioniert für mich nicht. Also, ich will effizient und produktiv sein. Ich mache die Hausaufgaben genau die 23 Minuten im Bus, damit ich davor und danach Fußball spielen kann. Wenn ich aber die Zeit spare und danach wieder
54:54
Speaker A
Hausaufgaben mache für die anderen z.B. so, dann habe ich davon halt nichts. Und ich habe das Gefühl, dass KI uns gerade z.B. oder unser Fortschrittsbegriff uns dorthin führt, dass wir wenig, also relativ gesehen sogar weniger verdienen am Ende des Tages, aber mehr ausgeben
55:09
Speaker A
müssen, dadurch wieder mehr verdienen müssen, dadurch mehr arbeiten müssen und das wo ist der wo ist der Lebenssinn?
55:14
Speaker A
Also ich schreibe jetzt kein irgendwie Coaching Lebenssinnbuch, aber auf einer gesellschaftlichen Ebene verstehe ich nicht, wo ist der zivilisatorische Fortschritt? Den muss ich verstehen und den sehe ich nicht. Was müssen der Staat oder ich als Arbeitgeber tun, um dem
55:30
Speaker A
entgegenzuwirken? Ich glaube, dass das eine Frage ist, die zu früh gestellt ist. Also, sowohl bei dem Einsamkeitsbuch am Anfang als auch jetzt bei dem Achtsamkeitsbuch. Es ist kein Buch, bei dem ich ähm einen Abgeordneten erreichen will, der sagt:
55:43
Speaker A
"Ach geil, dazu schreibe ich ein Gesetz." Oder einen Arbeitgeber, der sagt: "Doch, ich wollte den gerade Yoga anbieten, das mache ich jetzt doch nicht." So, darum geht's nicht. Es geht darum, dass man so ein bisschen überlegt, wie Funktion, also was
55:53
Speaker A
empfinde ich als produktiv, wenn ich eine Agentur habe und ich hätte Kunden und wir wollen mit den Kampagnen entwickeln für gute Sachen, dann würde ich erstmal definieren, welche Kunden wollen wir überhaupt haben und zwar so eine Palantier Geschichte auf möglichst
56:08
Speaker A
niedlich zu verkaufen, finde ich wäre eine falsche Einstellung. Ziemlich uncool. So, dann gibt es eine Art und Weise, wo ich sage, wollen wir so viele Kampagnen wie möglich im Jahr machen und mich daran beteiligen, dass das vielleicht auch antidemokratisch ist,
56:20
Speaker A
weil ich auf einer medialen Ökonomiebene Schnelligkeit und eine Beschleunigungsachse supporte, die ich eigentlich nicht supporten möchte. So, ich denke immer noch an diese Federico Werbung oder an diese Rukola quasi irgendwie Werbung. So, das ist irgendwie alles irgendwie eine andere Art von als
56:37
Speaker A
quasi schnell schnell schnell, das prägt man sich anders ein und es hat, wenn es was mit basalen menschlichen Bedürfnissen zu tun hat, auch noch mal eine ganz andere Ebene. Und das würde ich mich als Arbeitgeber z.B. erstmal fragen. Ist mein Gesellschaftsmodell
56:48
Speaker A
oder mein Geschäftsmodell basiert ist auf einem Gesellschaftsmodell? Ist es für Miteinander, für Solidarität, für das, was Probleme der Menschen sind, tatsächlich in der Lösung oder nicht?
56:58
Speaker A
Dann würde ich gucken, welche Menschen äh will ich hier bei mir arbeiten lassen? Ich möchte auch neurodivergentlich hier arbeiten zu arbeiten haben. Ich möchte, dass Sie von Leuten lernen, die nicht neurodivergent sind. Ich möchte anders herum. Ich möchte einen inklusiven Arbeitsplatz.
57:12
Speaker A
Ich möchte, dass Leute auch, die ihre Großelternpflegen oder kranke Elternpflegen hier haben, weil die noch mal anders auf bestimmte Dinge gucken.
57:19
Speaker A
So, also das ist alles integrierbar und deswegen glaube ich und vielleicht ist es naiv, aber ich glaube, dass meine meine soziale Diversitäts Langsamkeitsüberzeugung nicht dazu führt, dass man pleite ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass eine Gesellschaft an Fortschritt interessiert
57:34
Speaker A
ist, dass eine Gesellschaft arbeitet und Geld ausgibt für die Dinge, die denen im Leben wichtig sind und die in der Gesellschaft wichtig sind und dass man genau dort gründen kann, Geschäftsmodelle finden kann, Produkte erfinden kann, aber ein Plastik
57:49
Speaker A
verpackter Himbeerzahnstocher und ein irgendwie Koffeinspray finde ich gehören für mich halt nicht dazu. So und da bin ich will den Leuten das ja auch nicht verbieten, aber ich glaube, dass man solche Bücher vielleicht auf der Ebene konsumiert, nicht von was ist jetzt die
58:01
Speaker A
schnelle Übersetzung, das wäre für mich nämlich auch schon wieder Produktivität. Sag mir jetzt ganz schnell, was ich machen kann. So ungefähr.
58:07
Speaker A
Lass mich die letzte Seite lesen. So richtig. Und ich glaube halt, dass es so ein bisschen um geht ganz anders auf die Dinge zu gucken. Was ich z.B. was ich in den letzten Jahren, nicht Angeljahr z.B. vielen und so was ich in
58:17
Speaker A
den letzten Jahren noch mal anders gelernt habe ist, ich kann dir sagen, in welchen Monaten ungefähr welche Morgenplaneten morgens zu sehen sind, wenn ich morgens angle und ich kann dir sagen irgendwie am ein bisschen zumindest inzwischen immer besser,
58:29
Speaker A
welche Vögel wie klingen. Und da denke ich, das damit anzugeben wäre ganz geil, aber ich muss nicht damit angeben, dass ich jetzt hier schon wieder irgendwie den neuesten Treat von Elon Musk gelesen habe. Das ist jetzt für mich kein Marker mehr an Aktualität.
58:42
Speaker A
Ganz im Gegenteil, wenn mir jemand sagt, hast du gesehen, was Peter T gestern im Podcast gesagt hat, da denke ich, oh, ist das ein trauriges Leben, dass du gestern Zeit hattest für den Peter Tcast. So ungefähr. Das ist sehr
58:52
Speaker A
überspitz gesagt, weil wir müssen Bescheid wissen, was die machen. Aber ich glaube, es gibt ganz andere Marker, wie wir Nachbarschaft, wie wir Familie, wie wir einen eigenen Mehrgewinn an Leben quasi bemessen können und das kann man auch politisch umsetzen.
59:06
Speaker A
Der Strom wird immer schneller. Lasst euch nicht treiben. So, ich bin sehr gespannt auf die Impulse.
59:11
Speaker A
Ich werde es mir durchlesen. Danke dir. Zwei Fragen noch. Was macht den Mut? Ja, tatsächlich viele junge Leute. Also, ich habe jetzt wieder von so neuen Initiativen gehört, die quasi diese fetten Nokia Telefone anschaffen, weil sie gesagt haben, wir wollen dieses
59:26
Speaker A
ganze smarte Zeug macht uns irgendwie traurig. Viele Kinder jetzt auch, die in diesen ersten Pilotprojekten waren von irgendwie mal ohne Smartphone, die sagen, ich bin dann viel präsenter, ich habe viel mehr Lust am Quatschen und so wirklich auch Grundschüler, die
59:40
Speaker A
irgendwie Klimademos organisieren auf gewisse Art und Weise, junge Menschen, die auch manchmal kritischer eben zu KI sind. Es gab ja jetzt diese ganzen College Absolventen, die immer, wenn das Wort KI irgendwie oder AI fiel in ihren Collegeabschlüssen alle Gebo haben. Und
59:55
Speaker A
ich finde eben nicht, dass das so eine fortschrittsverweigernde technikfeindliche Attitüde ist, sondern ganz im Gegenteil ein Bewusstsein dafür, was das ist und dass wir das auf gewisse Art und Weise auch steuern müssen.
60:05
Speaker A
Also, es sind vor allem junge Menschen. Äh, du dachtest, das sei ein ehemaliges Kino, in dem wir hier sitzen. Es ist in Wahrheit eine Zeitmaschine. Krass, oder?
60:14
Speaker A
Also, ich hätte damit nicht gerechnet. Wir fliegen los. Wir landen am Brandenburger Tor im Jahr 2050 und steigen wieder aus. Was für ein Land sehen wir?
60:24
Speaker A
Also, wenn ich nur am Brandburger Tor stehe, dann kann ich ja noch nicht so überall reingucken, aber es ist mit unter grün und belebt.
60:31
Speaker A
Also ich wünsche mir, dass der Tiergarten nicht irgendwie abgeholzt wird für irgendwelche AI Stromgeneratoren so ungefähr. Ich äh finde es cool, wenn man ein zwei Flugtaxen sieht, weil irgendwie vielleicht braucht man sie irgendwie, wenn nämlich der Rettungsdienst jetzt
60:47
Speaker A
mal schnell jemand in die Klinik fliegen muss oder so. Aber vor allem ich wünsche mir ja eigentlich nicht jetzt alle reden so, wir brauchen jetzt so ein KI Zeitalter, ich wünsche mir ja eigentlich irgendwie das Post KI Zeitalter, also
60:58
Speaker A
wenn wir alles maschinell machen, was maschinell auch okay und gut ist und in so einer Mustererkennung und Lernen auch schlauer ist als der Mensch, dann soll das KI machen, aber genau dann bleibt ja Platz für das, was den Menschen
61:09
Speaker A
ausmacht. Und das müssen wir jetzt mal definieren. Also spielen, lesen mit Kreide auf dem Boden rummalen, Drachen steigen lassen, wie auch immer. Das ist jetzt so eine hochromantisierte irgendwie Bilderbuch Heidi Welt, aber irgendwie so Mensch sein so und
61:25
Speaker A
irgendwie ich glaube, ich wünsche mir, dass es irgendwie belebt ist, dass Menschen miteinander zu tun haben, dass man auch den Menschen ansieht, dass sie freier geworden sind, also dass die unterschiedliche Haarfarben haben, dass du immer noch Leute im Anzug siehst, das
61:36
Speaker A
von mir aus auch irgendwie in so einer zum halben E-feueblatt irgendwie verkleidet, irgendwie einen Verrückter durch die Gegen läuft und der integriert ist und in Ordnung ist, dass es vielleicht wahrscheinlich hoffentlich keine Wohnungslosen mehr gibt, denn das ist ein Problem, das würde man schnell
61:49
Speaker A
schnell in den Griff kriegen eigentlich, dass man vielleicht irgendwo vorm Brandburger Tor einen Sitzkreis sieht mit einer Schulklasse, die einen Freiluftunterricht macht, weil warum müssen die immer zusammengesperrt in diesen Schimmelgebäuden sein, die wir einfach nicht modernisieren, also das
62:02
Speaker A
alles modularer ist und trotzdem verbundener und irgendwie freier miteinander ist. Das war eine schöne Idee. Einfach Mensch sein, das ist ein super super Ziel für und kitschig, aber ja ist geil, aber ja.
62:14
Speaker A
Diana, versprich mir bitte, dass wir nicht wieder 7 Jahre brauchen für das nächste Gespräch. das ziemlich lange her gewesen. Das macht immer sehr viel Freude mit dir zu reden und von dir so viele Impulse auch zu bekommen. Vielen,
62:23
Speaker A
vielen Dank für deinen Besuch und hoffentlich auch bald. Sehr gerne. Das war damit die guten Gewinn, der Interview Podcast von ASK. Wenn dir die Folge gefallen hat, abonniere den Podcast und teile ihn mit Menschen, die sich ebenfalls für das Gute
62:36
Speaker A
interessieren. Hast du Feedback, Fragen oder Themenwünsche, dann melde dich gerne bei uns. Alle Infos und Kontaktmöglichkeiten findest du in den Show Nototes. Danke fürs Einschalten.
62:46
Speaker A
Bis bald, damit die Guten gewinnen.
Topics:Diana KinnertDemokratieAchtsamkeitSelbstoptimierungKITechnologiePolitikGesellschaftFortschrittCDU

Frequently Asked Questions

Was meint Diana Kinnert mit der 'Achtsamkeitsfalle'?

Diana Kinnert kritisiert, dass die Selbstoptimierungsindustrie Menschen dazu bringt, sich ständig zu überwachen und zu kontrollieren, was zu einem schläfrigen, gehorsamen Verhalten führt statt zu selbstbewusster Demokratie.

Wie sieht Diana Kinnert die Rolle der Demokratie in Bezug auf Überwachung und Kontrolle?

Sie warnt davor, dass Demokratie nicht zu einem System werden darf, das Gehorsam und Überwachung fördert, sondern dass es wehrhafte und machtbewusste Bürger ausbilden muss.

Welche politischen Werte sind Diana Kinnert besonders wichtig?

Diana Kinnert betont die Bedeutung der liberalen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde, auch wenn sie die Komplexität und Relativität dieser Werte anerkennt.

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