Praktische Tipps für Deutsch am Arbeitsplatz: Pünktlichkeit, Small Talk, Meetings und Büroalltag für Deutschlernende (A1–B2).
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Key Takeaways
- Pünktlichkeit ist im deutschen Arbeitsleben sehr wichtig, oft sogar eine 'Religion'.
- Gleitzeit und Kernarbeitszeit bieten Flexibilität, aber klare Regeln müssen beachtet werden.
- Ehrlichkeit bei Verspätungen wird geschätzt, typische Ausreden sind Stau oder Bahnverspätung.
- Small Talk am Arbeitsplatz dient dem sozialen Miteinander und sollte positiv und oberflächlich bleiben.
- Klare Kommunikation bei Meetings und Arbeitsabläufen ist entscheidend für den Erfolg im Job.
What the video covers
- Einführung in den deutschen Büroalltag und die Bedeutung von Pünktlichkeit.
- Erklärung von Gleitzeit, Kernarbeitszeit und Zeiterfassung mit Stempelkarte oder Chip.
- Wie man sich bei Verspätungen richtig entschuldigt – ehrlich und mit typischen Ausreden.
- Begrüßungen und Small Talk in der Teeküche, inklusive typischer Gesprächsthemen wie Wetter und Technik.
- Umgang mit Morgenmuffeln und sozial akzeptierte Verhaltensweisen vor dem ersten Kaffee.
- Tipps für den Gesprächsabschluss in der Küche und Übergang zur Arbeit.
- Begriffe und Abläufe bei Meetings, inklusive Protokollführung und formellen Ausdrücken.
- Kommunikation mit IT-Support und Umgang mit technischen Problemen im Büro.
- Work-Life-Balance in Deutschland, Überstundenabbau und Umgang mit Mittagspausen.
- Verabschiedung am Feierabend, inklusive typischer Floskeln und Verhaltensregeln.
Chapters
- 00:00Einführung und Arbeitskleidung
- 02:08Gleitzeit und Arbeitszeiten
- 04:03Verspätungen und Entschuldigungen
- 06:07Begrüßung und Small Talk in der Teeküche
- 08:20Gesprächsabschluss und Übergang zur Arbeit
- 10:26Meeting und Protokollführung
- 14:01Kommunikation bei technischen Problemen
- 16:44Work-Life-Balance und Mittagspause
- 20:03Feierabend und Verabschiedung
- 22:42Abschluss und Ausblick auf weitere Folgen
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Speaker A
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen extrem praktischen Ausgabe von Simply Deutsch. Ich bin Anna und heute ziehen wir uns den Anzug an oder zumindest das Business Casual Outfit.
Speaker A
Und hallo auch von mir. Ich bin Max. Anna, ich bin ehrlich, ich bin heute fast zu spät gekommen. Der Verkehr in Berlin war die Hölle. Ich bin gerade so noch reingerutscht. Oh, Max, das ist der perfekte Einstieg, denn genau darum geht
Speaker A
es heute. Wir sprechen über Deutsch am Arbeitsplatz. Viele unserer Zuhörer haben B1 oder B2 Niveau. Sie können Grammatik, sie können Texte lesen, aber wenn Sie ihren ersten Job in Deutschland, Österreich oder der Schweiz anfangen, fühlen Sie sich plötzlich
Speaker A
hilflos. Die Kollegen benutzen Wörter, die in keinem Lehrbuch stehen. Es gibt ungeschriebene Regeln. Und genau diesen Survival Guide Überlebenshandbuch wollen wir euch heute geben.
Speaker A
Das ist super wichtig. Ich erinnere mich an meinen ersten Arbeitstag. Ich stand vor der Kaffeemaschine und wusste nicht, soll ich guten Morgen sagen oder hallo oder gar nichts. Und was mache ich, wenn der Chef reinkommt? Wir decken heute
Speaker A
alles ab. Vom reinkommen am Morgen über die Meetings bis zum Feierabend. Ein ganzer Arbeitstag in vier Teilen.
Speaker A
Genau. Und wir fangen ganz vorne an beim Arbeitsbeginn. Max, du hast gesagt, du warst fast zu spät. In Deutschland ist Pünktlichkeit keine Empfehlung. Es ist eine Religion. Wenn das Meeting um 9 Uhr beginnt, bist du um 8:55 Uhr da. Wenn du
Speaker A
um 9 Uhr kommst, bist du eigentlich schon zu spät. Wir nennen das akademisches Viertel an der Uni. 15 Minuten später ist okay, aber im Büro gilt das meistens nicht. Aber es gibt doch dieses moderne System, wo man kommen kann, wann man will. Wie heißt
Speaker A
das noch mal? Gleit Gleitflug. Fast. Du meinst die Gleitzeit. Das ist ein wunderbares Wort. Gleiten bedeutet so viel wie sanft rutschen. To gleide.
Speaker A
Gleitzeit bedeutet, du hast keine feste Startzeit, z.B. punkt 8 Uhr. Du hast einen Korridor. Du kannst zwischen 7 und 9:30 Uhr anfangen. Hauptsache, du kommst auf deine 8 Stunden.
Speaker A
Das ist ein Lebensretter für Langschläfer wie mich. Wie frage ich das im Vorstellungsgespräch oder am ersten Tag? Darf ich kommen, wann ich will?
Speaker A
Nein, das klingt zu faul. Du fragst, haben wir hier Gleitzeit oder feste Arbeitszeiten oder gibt es eine Kernarbeitzeit?
Speaker A
Die Kernarbeitzeit ist die Zeit, in der alle da sein müssen, z.B. von 10 bis 15 Uhr. Davor und danach darfst du gleiten.
Speaker A
Verstanden. Kernarbeitszeit. Das ist der harte Kern des Tages. Aber Anna, in vielen Firmen, besonders in großen Fabriken oder alten Büros, muss man seine Zeit doch erfassen. Da gibt es so ein Gerät an der Tür.
Speaker A
Ja, das ist die berühmte Stempelkarte oder modern der Chip. Der Vorgang heißt einstempeln, wenn du kommst und ausstempeln, wenn du gehst. Früher hat man wirklich einen Stempel auf Papier gedrückt. Heute hältst du deine Karte an den Sensor und es macht Piep. Aber das
Speaker A
Wort ist geblieben. Hast du dich schon eingestempelt? Mist, ich habe vergessen, mich auszustempeln. Das ist wichtig. Wenn man das vergisst, kriegt man Ärger mit der Personalabteilung.
Speaker A
Aber Anna, lass uns zurück zu meinem Morgen kommen. Ich habe keine Gleitzeit. Ich habe einen festen Termin um 9 Uhr und ich stecke im Verkehr fest. Mein Herz rast. Ich weiß, ich komme 10 Minuten zu spät. Was sage ich, wenn ich
Speaker A
reinkomme? Welche Ausrede ist akzeptiert? Kann ich sagen, sorry, mein Auto war kaputt? Nur wenn es stimmt. Deutsche Chefs lieben Ehrlichkeit. Aber es gibt Standardsätze, die jeder versteht.
Speaker A
Klassiker Nummer 1 für Autofahrer. Entschuldigung für die Verspätung, ich stand im Stau. Wichtig nicht, ich hatte Stau, sondern ich stand im Stau. Du warst ein Teil davon. Und wenn ich mit der Bahn komme, die Deutsche Bahn ist ja
Speaker A
berühmt für, na ja, ihre Pünktlichkeit eher nicht. Dann sagst du einfach, die Bahn hatte Verspätung. Oder noch besser, wenn der Zug gar nicht kam, mein Zug ist ausgefallen. Das ist in Deutschland eine universell akzeptierte Entschuldigung.
Speaker A
Jeder nickt mitleidig und sagt: "Ach ja, die Bahn wieder. Damit bist du sofort entschuldigt." Das ist gut. Die Bahn als Sündenbock.
Speaker A
Aber was ist, wenn es meine Schuld war? Wenn ich einfach den Wecker nicht gehört habe, soll ich lügen und sagen: "Der Hund hat meinen Schlüssel gefressen?" "Nein, sei mutig. Sag, es tut mir leid.
Speaker A
Ich habe verschlafen. Das ist peinlich, aber menschlich. Wenn das einmal passiert, ist es okay. Wenn es jede Woche passiert, hast du ein Problem." Ein sehr schönes bürokratisches Wort für zu spät kommen ist übrigens die Verspätung. Wenn du anrufst, was du
Speaker A
immer tun solltest, sagst du, es wird wohl etwas später werden. Das ist ein typisch deutscher Satz. Sehr Waage, aber höflich. Ich komme 10 Minuten später, ist präziser, aber es wird später. Nimmt erstmal den Druck raus.
Speaker A
Okay, ich bin also da. Ich habe mich eingestempelt oder auch nicht, weil ich zu spät bin. Ich habe meine Jacke aufgehängt. Jetzt kommt der wichtigste Gang des Tages. Nicht zum Schreibtisch, sondern Anna bei in die Kochküche oder Teeküche.
Speaker A
Das ist das soziale Herz des Büros. Hier wird Politik gemacht. Hier entstehen Freundschaften und hier lauern die größten Fettnäppchen.
Speaker A
Oh ja, ich komme rein. Meine Augen sind noch halb zu. Da steht die Kollegin aus der Buchhaltung. Sie strahlt mich an und will reden. Ich will aber nur Koffein.
Speaker A
Was sage ich? Die Standardbegrüßung ist natürlich guten Morgen oder einfach morgen oder in Norddeutschland moin. In Süddeutschland grüß Gott oder Servus.
Speaker A
Aber dann kommt der Small Talk. Deutsche lieben es über zwei Dinge zu meckern. Das Wetter und die Technik. Stell dir vor, du drückst auf den Knopf der Kaffeemaschine und nichts passiert. Dann sagst du diesen wunderbaren Satz: "Na toll, die Kaffeemaschine streikt schon
Speaker A
wieder." Streikt wie bei einer Demonstration mit Schildern. Genau. Wir personifizieren Maschinen. Wenn sie nicht funktionieren, sagen wir, sie streiken. Das ist ein perfekter Eisbrecher. Jeder hast es, wenn der Kaffee fehlt. Damit hast du sofort eine Verbindung zur Kollegin. Oh nein,
Speaker A
streikt sie schon wieder? Das ist typisch Montag. Typisch Montag ist auch gut. Und wenn ich gar nicht reden will, wenn ich ein Morgenmuffel bin.
Speaker A
Ah, schönes Wort. Ein Morgenmuffel ist jemand, der morgens schlechte Laune hat und Ruhe braucht. Du kannst das offen sagen, aber mit einem Lächeln. Sprich mich bloß nicht an, bevor ich meinen ersten Kaffee hatte. Das verstehen die meisten. Es ist sozial akzeptiert, vor
Speaker A
dem ersten Kaffee ein Zombie zu sein. Okay, ich habe meinen Kaffee. Die Maschine hat ihren Streik beendet. Jetzt fragt die Kollegin: "Und wie war dein Wochenende?" Das ist die Standardfrage am Montag, oder?
Speaker A
Absolut. Und hier ist die Regel: Bleib oberflächlich, aber positiv. Erzähl nicht von deinem Streit mit der Freundin oder deinen Hämoriden. Sag danke. Gut.
Speaker A
Viel zu kurz wie immer. Das ist der Standardsatz. Viel zu kurz. Damit stimmt dir jeder zu. Oder ganz entspannt. Ich habe nur die Füße hochgelegt. Füße hochgelegt, das klingt gemütlich. Und am Freitag, da fragt man: "Was hast du am
Speaker A
Wochenende vor?" Richtig. oder kurz vor Feierabend am Freitag sagt man schönes Wochenende, aber dazu kommen wir in Teil 4. Jetzt sind wir aber noch am Montag morgen. Du hast deinen Kaffee. Du hast kurz übers Wetter gemeckert. Es wird gar nicht mehr
Speaker A
richtig hell draußen, oder? Jetzt musst du an die Arbeit. Wie beendest du das Gespräch in der Küche? Du kannst ja nicht einfach wegrennen. Ich sage: "Okay, die Pflicht ruft." Sehr gut. Die Pflicht ruft, ist ein Klassiker. Oder "Ich muss los, mein
Speaker A
Schreibtisch biegt sich schon." Oder ganz professionell. Ich muss mich vorbereiten. Ich habe gleich ein Meeting. Meeting, das deutsche Wort ist Besprechung oder Sitzung, aber wir sagen fast immer Meeting, oder?
Speaker A
Ja, Meeting hat sich durchgesetzt, aber Besprechung ist auch noch sehr häufig, besonders in konservativen Firmen. Ich muss zur Besprechung. Übrigens, ein wichtiger Ort im Büro, den man kennen muß, ist das Großraumbüro.
Speaker A
Wenn du da arbeitest, gibt es spezielle Regeln, z.B. nicht laut telefonieren. Wenn jemand zu laut ist, kannst du höflich sagen: "Könntest du bitte etwas leiser sein? Ich muss mich konzentrieren oder passiv aggressiv seufzen.
Speaker A
Das machen wir Deutschen auch gerne, aber sprechen ist besser. Noch ein wichtiges Wort für den Morgen, das Briefing. Oft gibt es morgens ein kurzes Teambriefing oder einen Jour Fix. Weißt du was ein Jour Fix ist?
Speaker A
Das klingt französisch. Ein fixer Tag. Genau. Ein regelmäßiger Termin, der immer zur gleichen Zeit stattfindet.
Speaker A
Z.B. Jeden Montag um 9:30 Uhr haben wir unseren Jour Fix. Da besprechen wir das Wochenplan. In diesem Meeting sitzen man dann und da fangen die eigentlichen sprachlichen Probleme an. Denn wie sage ich meine Meinung ohne unhöflich zu sein? Wie unterbreche ich den Chef, wenn
Speaker A
er Unsinn redet? Wie stimme ich zu, ohne wie ein Papagei zu wirken? Oh ja, das ist die hohe Kunst. In der Küche ist es locker, aber im Konferenzraum wird es ernst. Ich habe oft Angst, etwas zu sagen, weil mir die
Speaker A
Fachbegriffe fehlen. Ich sitze da, nicke und hoffe, dass mich keiner was fragt. Aber heute wollen wir das ändern. Wir wollen aktiv teilnehmen.
Speaker A
Genau das machen wir. Wir verlassen jetzt die Küche. Stell deine Tasse in die Spülmaschine. Ganz wichtig, nicht in die Spüle stellen. Das hassen die Kollegen. In die Maschine. Nimm deinen Notizblock. Wir gehen jetzt den Flur entlang. öffnen die Glastür zum großen
Speaker A
Konferenzraum. Der Chef sitzt schon am Kopfende. Die Beamer Präsentation läuft. Alle schauen dich an, weil du dank Zug als letzter reinkommst. Atme tief durch, Max. Jetzt geht es ans Eingemachte. Du drückst die Klinke runter. Die Tier geht auf. Der Raum ist voll. Alle Köpfe
Speaker A
drehen sich zu dir. Jetzt bloß nicht rot werden, Max. Der erste Satz, den du sagen mußt, ist der Klassiker der Höflichkeit. Entschuldigen Sie bitte die Verspätung. Nicht zu viel erklären.
Speaker A
Keine Geschichte vom Hund oder dem Wecker. Einfach entschuldigen und hinsetzen. Der Chef nickt kurz und sagt: "Nehmen Sie Platz." Platz nehmen? Das klingt viel formeller als Setz dich. Okay, ich sitze. Ich habe meinen Block und meinen Stift. Auf dem
Speaker A
Tisch stehen Wasserflaschen und diese trockenen Kekse, die niemand isst. Der Beamer wirft eine Folie an die Wand. Da steht ganz oben Top 1. Was bedeutet Top?
Speaker A
Ist das Englisch für Spitze? Nein, das ist die heilige Abkürzung der deutschen Bürokratie. Top steht für Tagesordnungspunkt.
Speaker A
Die Tagesordnung Agenda ist die Liste der Themen, die heute besprochen werden. Der Chef sagt vielleicht, lassen Sie uns direkt mit Top 1 starten, die Umsatzzahlen. Wenn du wissen willst, was heute noch passiert, fragst du: "Steht das auf der Tagesordnung? Oder wenn
Speaker A
jemand vom Thema abkommt, was oft passiert, sagt der Moderator streng: "Das gehört nicht zur Tagesordnung.
Speaker A
Lassen Sie uns beim Thema bleiben. Okay, ich schaue auf die Agenda. Top 1 Umsatz, Top 2 Marketing, Top 3 Sonstiges. Aber dann stellt der Chef die Frage, vor der alle Angst haben. Die Frage, bei der plötzlich alle auf ihre
Speaker A
Schuhe starren und Augenkontakt vermeiden. Wer führt heute Protokoll? Oh ja, das Protokoll, das ist der schriftliche Bericht über das Meeting.
Speaker A
Das Verbt kein Protokoll, man führt Protokoll. To keep the minutes. Wenn du neu bist oder der Praktikant, trifft es dich oft. Max, könnten Sie heute mitschreiben?
Speaker A
Das ist mein Albtraum. Ich verstehe nur die Hälfte. Die Leute reden durcheinander und ich soll das aufschreiben. Was muss da rein? Jedes Wort. Zum Glück nicht. Es gibt das Wortprotokoll, alles Wort für Wort, sehr selten, und das Ergebnisprotokoll.
Speaker A
Beim Ergebnisprotokoll schreibst du nur die Entscheidungen auf. Wichtige Vokabel hier: Festhalten. Der Chef sagt, lassen Sie uns festhalten, dass wir das Budget erhöhen. Das bedeutet, schreibt das auf, das ist eine Entscheidung. Gut, festhalten. Notiert. Aber Anna, ich will
Speaker A
ja nicht nur der Schreiber sein. Ich will auch was sagen. Ich will kompetent wirken. Das Problem ist, in deutschen Meetings reden die Leute oft sehr direkt. Manchmal fallen sie sich ins Wort. Wie komme ich da rein? Ich kann ja
Speaker A
nicht einfach schreien. Du musst das Wort ergreifen. Das klingt physisch, oder? Du musst es dir nehmen.
Speaker A
In formellen Meetings hebst du kurz die Hand. In modernen Startups wartest du auf eine Atempause. Hier sind drei Sätze, um höflich zu unterbrechen oder einzusteigen. Darf ich dazu etwas sagen?
Speaker A
Der Klassiker. Ich möchte an dieser Stelle kurz einhaken. To hook in oder to interject. Darf ich einen Punkt ergänzen?
Speaker A
Einhaken. Das Bild gefällt mir wie beim Klettern. Okay, ich habe das Wort. Alle schauen mich an. Jetzt will ich zustimmen. Ja, finde ich gut. Ist mir zu wenig B2.
Speaker A
Stimmt, das ist zu simpel. Hier sind die Profivarianten. Ich bin ganz ihrer Meinung. I am entirely of your opinion. Diesen Punkt sehe ich genauso. Oder wenn du jemanden unterstützen willst, ich möchte unterstreichen, was Herr Müller gesagt hat. Unterstreichen zu underlein ist ein
Speaker A
sehr starkes Wort in Diskussionen. Es gibt der Aussage Gewicht. Okay, zustimmen ist leicht, das macht Freunde. Aber jetzt kommt der Endgegner.
Speaker A
Widersprechen. Der Kollege schlägt vor, wir streichen den kostenlosen Kaffee. Ich finde das eine Katastrophe. Ich will nein schreien, aber ich will nicht unhöflich sein. Wie sage ich auf Deutsch? Das ist eine dumme Idee, aber nett. Willkommen in der Welt der
Speaker A
deutschen Diplomatie. Wir Deutschen sind zwar direkt, aber im Business verpacken wir Kritik oft sachlich. Du sagst nie, das ist dumm. Du greifst nie die Person an, immer nur die Sache. Die beste Methode ist das "Ja, aber Sandwich oder
Speaker A
noch besser die Verständnisbrücke." Wie funktioniert die? Du sagst erst, dass du ihn verstehst und dann haust du das Argument raus. Stufe 1 sanft. Ich verstehe ihren Punkt, aber ich sehe das etwas anders. Stufe 2 Mittel. Da muss ich Ihnen leider
Speaker A
widersprechen. Stufe 3 kritisch hinterfragend. Haben wir bedacht, dass du hast Aha. Die Fragetechnik. Haben wir bedacht, dass ohne Kaffee alle Mitarbeiter einschlafen? Genau, das ist rhetorisch sehr klug. Du stellst keine Behauptung auf. Du stellst eine Frage, das wirkt konstruktiv, nicht destruktiv.
Speaker A
Ein anderes tolles Wort für Kritik ist Bedenken haben. To have concerns. Ich habe Bedenken, was die Kosten angeht.
Speaker A
Ich habe Bedenken, ob das zeitlich machbar ist. Das klingt sehr professionell. Du bist kein Nörgler. Du bist ein besorgter Experte.
Speaker A
Bedenken, das klingt schwer und wichtig. Lass uns das mal üben. Anna, du bist die Chefin. Du schlägst etwas vor und ich muss wieder sprechen. Szenario, du willst, dass wir alle auch am Samstag arbeiten.
Speaker A
Also Team, das Projekt ist im Verzug. Ich schlage vor, dass wir den nächsten Monat auch samstags reinkommen. Alle einverstanden?
Speaker A
Ähm, schluckt. Darf ich dazu etwas sagen? Ja, bitte, Max. Ich verstehe, dass das Projekt wichtig ist, aber ich habe Bedenken, was die Motivation im Team angeht. Wenn wir keine Pause haben, machen wir mehr Fehler. Haben wir bedacht, dass müde Mitarbeiter
Speaker A
unproduktiv sind. Wow, Max, das war perfekt. Du hast um Erlaubnis gefragt, darf ich Verständnis gezeigt, ich verstehe. das Zauberwort bedenken benutzt und eine logische "Haben wir bedacht?" Frage gestellt. Als Chefin kann ich jetzt nicht wütend sein.
Speaker A
Du hast sachlich argumentiert. Puh, mein Herz hat trotzdem geklopft. Aber es hat funktioniert. In meinem Kopf wollte ich sagen, spinnst du? Samstag ist Fußball, aber mein B2 Ich war sehr diplomatisch.
Speaker A
Und genau das ist der Unterschied zwischen Alltagsdeutsch und Bürodeutsch. Emotionen raus. Sachlichkeit rein. Es gibt noch ein wichtiges Wort in Meetings, der Einwand, Objection. Der Chef fragt am Ende oft: "Gibt es noch Einwende?" Das ist deine letzte Chance
Speaker A
zu sprechen. Wenn alle schweigen, gilt es als beschlossen. Und wenn ich etwas nicht verstanden habe, manchmal benutzen die Leute so viele englische Wörter, denglisch, wir müssen das committen. Was sind die Learnings? Wir brauchen ein Update, aber manchmal nuscheln sie auch einfach. Darf
Speaker A
ich fragen hä? Auf keinen Fall hä h ist verboten. Das sagst du zu Hause. Im Büro sagst du: "Entschuldigung, das habe ich akustisch nicht verstanden, wenn es zu leise war." Oder könnten Sie das bitte noch einmal erläutern? Erläutern ist erklären, aber
Speaker A
schicker. Oder wenn du sicher gehen willst, habe ich sie richtig verstanden, dass und dann wiederholst du es in deinen eigenen Worten.
Speaker A
Das ist die paraphrasier Technik. Das rettet Leben. Okay, das Meeting ist fast vorbei. Wir haben diskutiert, gestritten höflich protokolliert jetzt schauen alle auf die Uhr. Der Chef sagt, wir liegen gut in der Zeit oder wir müssen zum Ende kommen. Was passiert
Speaker A
jetzt? Wir gehen einfach raus. Nein, jetzt kommt das Wichtigste, das Fazit und die Tod-Doos. In Deutschland lieben wir es am Ende genau zu wissen, wer macht was bis wann. Wir nennen das verbleiben. Wie verbleiben wir jetzt?
Speaker A
How do we leave things? Oder what's the plan? Dann sagt man, Max übernimmt das Protokoll. Anna kümmert sich um den Kunden. Wir treffen uns nächste Woche wieder.
Speaker A
Und dann kommt der magische Satz, auf den alle warten. Vielen Dank für die produktive Runde. Ich schließe hiermit die Sitzung.
Speaker A
Genau, alle klappen ihre Laptops zu. Manchmal klopft man auf den Tisch. Das ist eine akademische Tradition, die es auch in manche Büros geschafft hat. Aber meistens nickt man nur. Du atmest auf.
Speaker A
Du hast es überlebt. Kein großer Fehler. Protokoll geschrieben. Na ja, so halb. Meinung gesagt. Du stehst auf, willst gehen und plötzlich passiert es was.
Speaker A
Die Technik spielt verrückt. Du wolltest deine Präsentation beenden, aber der Bildschirm wird schwarz oder der Drucker im Flur fängt an zu piepen wie eine Bombe oder dein Computer friert ein.
Speaker A
Nach dem sozialen Stress kommt jetzt der technische Stress. Und genau da machen wir weiter, denn nichts verursacht im deutschen Büro so viele Flüche wie die Technik.
Speaker A
Oh ja, der Computer hat sich aufgehängt. Das ist mein täglicher Satz. Aber wie bitte ich den IT-Sport um Hilfe, ohne wie ein Idiot zu klingen, der den Stecker nicht drin hat?
Speaker A
Das klären wir sofort. Nimm deinen Laptop unterm Arm. Wir gehen zurück an den Schreibtisch. Hoffentlich hat niemand deinen Stuhl geklaut. Bereit für den Kampf mit der Maschine? Also zurück am Platz. Du setzt dich hin, bewegst die Maus, um deinen Computer aufzuwecken.
Speaker A
Aber was passiert? Nichts. Der Bildschirm bleibt schwarz. Oder noch schlimmer, er zeigt ein eingefrorenes Bild. Das ist der Moment, in dem der Puls steigt. Wie beschreibst du das dem IT-Support? Mein Computer geht nicht.
Speaker A
Ist A2. Ich sage mein Computer ist tot. [gelächter] Das ist dramatisch. Aber wir brauchen es präziser. Das wichtigste Verb hier ist abstürzen. Genau wie ein Flugzeug. Mein Computer ist abgestürzt. Oder wenn das Bild noch da ist, aber sich nichts
Speaker A
bewegt, der Bildschirm ist eingefroren. Oder sehr umgangssprachlich, aber häufig, der Rechner hat sich aufgehängt.
Speaker A
Sich aufhängen, das klingt fast schon suizidal für den Computer. Und was mache ich dann? Ich drücke wild auf alle Tasten. Steuerung alt entfernen.
Speaker A
Das ist der Klammergriff. Aber wenn das nicht hilft, musst du den Support anrufen oder einen Ticket schreiben. IT-Leute in Deutschland lieben Tickets. Du kannst nicht einfach hingehen. Du musst ein Ticket eröffnen.
Speaker A
In diesem Ticket schreibst du: "Mein Rechner reagiert nicht mehr." Und die Antwort vom IT Support ist zu 99% immer dieselbe Frage. Kennst du sie? Haben Sie versucht das Gerät neu zu starten?
Speaker A
Exakt. Neuarten oder herunterfahren und hochfahren, das ist die deutsche Lösung für alles. Haben Sie schon neu gestartet? Wenn du Pech hast, hast du aber vorher nicht auf speichern gedrückt, dann sind die Daten weg. Dann sagst du: "Mist, ich habe nicht
Speaker A
gespeichert, die Datei ist weg." Oder noch technischer, ich habe einen Datenverlust. Das ist der Horror. Aber Anna, es gibt noch einen anderen Feind im Büro. Er steht meistens im Flur, ist groß, grau und macht komische Geräusche.
Speaker A
Der Drucker. Oh ja, der Drucker ist der natürliche Feind des Büroangestellten. Es gibt zwei klassische Probleme. Nummer 1, der Papierstau. Das Wort Stau kennst du vom Verkehr, Traffic Jam. Es ist genau dasselbe. Das Papier steckt fest.
Speaker A
Du rufst durchs Büro: "Wer kann mir helfen?" Der Drucker meldet Papierstau. Wichtig, der Drucker meldet das. Er spricht mit uns über sein Display.
Speaker A
Und Problem Nummer 2: Die Tinte ist leer. Genau. Im Büro sagen wir meistens, der Toner ist leer bei Laserdruckern und dann musst du die Kartusche wechseln.
Speaker A
Das will niemand machen, weil man danach schwarze Finger hat. Also ignorieren es alle und hoffen, dass der nächste es macht. Wenn du aber ein guter Kollege sein willst, schreibst du eine Rundmail.
Speaker A
Der Kopierer ist defekt, außer Betrieb. Techniker ist informiert. Außer Betrieb ist ein sehr wichtiges Schild, dass man oft sieht, auch an Toiletten oder Aufzügen.
Speaker A
Gut, Technik haben wir. Computer läuft wieder nach Neustart, Drucker druckt wieder. Aber jetzt kommt der Chef rein.
Speaker A
Er sieht nicht glücklich aus. Er hat ein Papier in der Hand. Er sagt: "Herr Müller, wir haben ein Problem mit dem Zeitplan. Jetzt wird es ernst. Jetzt reden wir über Fristen. Das deutsche Wort für Deadline ist die Frist. Wir
Speaker A
benutzen aber auch oft Deadline. Der Chef sagt, wir müssen die Frist einhalten. Oder schlimmer, die Deadline wurde vorgezogen.
Speaker A
Vorgezogen? Das heißt, ich habe weniger Zeit. Ja, statt Freitag müssen wir schon am Mittwoch fertig sein. Das Gegenteil ist verschieben, auf später. Aber wenn der Chef sagt, der Kunde macht Druck, wir müssen das vorziehen, dann bedeutet das Stress.
Speaker A
Wie reagiere ich darauf? Ich kann ja nicht zaubern. Ich habe schon so viel zu tun. Ich bin, wie sagt man, voll?
Speaker A
Du bist voll, heißt, dass du betrunken bist, lacht. Sag das bitte nicht im Büro. Du sagst, ich bin voll ausgelastet, fully utilized oder sehr bildhaft, ich bin Land unter oder mein Schreibtisch ist voll. Wenn der Chef dir noch eine Aufgabe geben will, musst du
Speaker A
Prioritäten setzen. Du fragst höflich: Welche Aufgabe hat Priorität? Soll ich das andere Projekt zurückstellen?
Speaker A
Zurückstellen heißt Pause machen, später erledigen. Das ist gut. Ich sage nicht nein, ich sage entweder oder. Aber meistens sagt der Chef: "Beides ist wichtig. Das muss heute noch raus." Und dann gucke ich auf die Uhr. Es ist 16:30 Uhr. Mein
Speaker A
Feierabend wäre um 17 Uhr. Das schafft doch keiner. Willkommen in der Welt der Überstunden.
Speaker A
Das Verbieben umgangssprachlich. Ich muss heute Überstunden machen. Ich muss heute länger bleiben. In Deutschland ist das Thema Überstunden kulturell interessant. In manchen Ländern gilt, wer lange bleibt ist fleißig. In Deutschland gilt oft, wer lange bleibt, kann sich nicht
Speaker A
organisieren. Aber wenn es eine Deadline gibt, müssen alle ran. Wir nennen das Crunchtime, aus dem Englischen übernommen, oder Endsport.
Speaker A
Endsport, wie beim Laufen kurz vor dem Ziel. Und was passiert mit diesen Überstunden? Bekomme ich Geld dafür?
Speaker A
Das kommt auf deinen Vertrag an. Oft werden Überstunden nicht bezahlt, sondern abgefeiert oder abgebummelt.
Speaker A
Abgebummelt. Das ist ja ein lustiges Wort. Bummeln heißt doch spazieren gehen. Ja. Es bedeutet, du nimmst dir dafür an einem anderen Tag frei. Das ist der Freizeitausgleich.
Speaker A
Du sagst zum Chef: "Kann ich die Überstunden am Freitag abbummeln? Ich würde gerne früher gehen." Das ist das deutsche Prinzip von Work Life Balance.
Speaker A
Wir arbeiten hart, aber wir wollen unsere Zeit zurück. Okay. Also, ich sitze da. Es ist 18 Uhr.
Speaker A
Alle anderen sind schon weg. Nur ich und die Putzfrau sind noch da. Ich bin gestresst. Mein Kopf raucht, ich fühle mich überfordert. Gibt es ein Wort für diesen Zustand, wenn alles zu viel wird?
Speaker A
Ja, du sagst, ich stehe unter Strom. I'm electrified oder undertension. Oder ich habe viel um die Ohren. Das bedeutet, ich bin sehr beschäftigt und gestresst.
Speaker A
Wenn ein Kollege fragt, hast du kurz Zeit, sagst du gerade schlecht. Ich habe viel um die Ohren.
Speaker A
Das ist gut. Aber Anna, was ist, wenn ich wirklich einen Fehler mache wegen dem Stress? Ich habe die E-Mail an den fälschen Kunden geschickt oder ich habe eine Datei gelöscht. Der Chef kommt rein und fragt: "Was ist da passiert? Soll
Speaker A
ich es leugnen? Das war der Computer?" Nein, in Deutschland haben wir theoretisch eine Fehlerkultur.
Speaker A
Ehrlichkeit wert am längsten. Du sagst, das war mein Fehler. Ich habe das übersehen. Oder da ist mir ein Fehler unterlaufen. A mistake happen to me. Und dann sofort die Lösung anbieten. Ich kümmere mich darum. Ich bringe das in
Speaker A
Ordnung. Das ist der wichtigste Satz. Nicht nur "Sorry", sondern "Ich repariere es". Ich bringe das in Ordnung. Das klingt sehr erwachsen. Okay, ich habe den Fehler behoben. Die Deadline ist eingehalten. Gerade so. Ich habe Überstunden gemacht. Es ist jetzt 19
Speaker A
Uhr. Mein Magen knurrt so laut, dass der Sicherheitsmann guckt. Ich habe das Mittagessen vergessen.
Speaker A
Oh nein. Der größte Fehler im deutschen Büroalltag, die Pause überspringen. Pause ist heilig. Nach sechs Stunden Arbeit musst du gesetzlich 30 Minuten Pause machen. Wenn du das nicht machst, kriegt der Chef Ärger mit dem Gesetz.
Speaker A
Also auch wenn Stress ist, du musst essen. Und das bringt uns zu einem der schönsten Wörter der deutschen Sprache.
Speaker A
Ein Wort, das man nur um die Mittagszeit benutzt. Ich glaube, ich weiß, welches du meinst.
Speaker A
Man hört es auf dem Flur. Die Leute rufen es sich zu, auch wenn sie gar nichts essen. Es klingt wie eine Begrüßung.
Speaker A
Genau. Es ist das Wort Mahlzeit. Mahlzeit. Das verwirrt mich immer. Heißt das Guten Appetit oder hallo?
Speaker A
Es ist beides. Zwischen 11:30 Uhr und 13:30 Uhr ersetzt Mahlzeit das Wort hallo. Wenn du jemanden auf dem Flur triffst, sagst du Mahlzeit. Wenn du in die Kantine kommst, sagst du Mahlzeit.
Speaker A
Es ist die Kurzform von gesegnete Mahlzeit früher, aber heute ist es einfach der Businessgruß zur Mittagszeit. Okay, also ich gehe jetzt spät, aber besser als nie, in die Küche oder zum Dönermann. Ich treffe Kollegen.
Speaker A
Worüber reden wir beim Essen? Wieder über Arbeit? Besser nicht. Die Mittagspause ist zum Abschalten. Man redet über Urlaub, Essen, Hobbys. Eine gute Frage ist: Was gibt's bei dir heute? What are you eating today? Oder wenn du Kollegen fragen willst, ob sie mitkommen, geht
Speaker A
wer mit zum Italiener? Ich hole mir nur schnell was beim Bäcker. Ich habe mir was von zu Hause mitgebracht, die Tuperdosenfraktion.
Speaker A
Ich bin Team Döner. Das geht schnell und macht satt. Aber Anna, nach dem Essen kommt dieses berühmte Suppenkommera, das Schnitzelkoma. Man ist müde und will schlafen. Wie überlebe ich den Nachmittag?
Speaker A
Kaffee. Viel Kaffee. Und man nennt diesen Zeitraum das Nachmittagstief. Du kannst zu Kollegen sagen, ich habe gerade voll das Nachmittagstief. Ich brauche Koffein.
Speaker A
Okay, ich kämpfe mich durch den Nachmittag. Ich arbeite meine Liste ab. Endlich ist alles erledigt. Der Computer wird heruntergefahren, dieses Mal richtig. Ich packe meine Tasche. Aber warte, ich will ja nächste Woche frei haben. Ich brauche Urlaub. Darf ich
Speaker A
einfach zu Hause bleiben? Nein, du musst einen Urlaub beantragen. Das ist ein formeller Prozess. Du gehst zum Chef oder ins System und stellst einen Urlaubsantrag.
Speaker A
Wichtig, du musst das mit den Kollegen abstimmen. Ich wollte im Mai zwei Wochen Urlaub nehmen. Passt das bei euch? Das nennt man Urlaubsplanung. Wer zuerst kommt, mal zuerst. Besonders beliebt sind die Brückentage.
Speaker A
Brückentage? Das sind Tage, an denen wir Brücken bauen. Metaphorische Brücken. Wenn der Feiertag am Donnerstag ist, dann ist der Freitag ein Brückentag. Er baut die Brücke zum Wochenende. Alle wollen an diesem Freitag frei haben. Da musst du schnell
Speaker A
sein. Ich habe mir den Brückentag gesichert. Das ist Krieg, der Kampf um die Brückentage. Okay, ich habe mein Urlaub eingetragen. Ich bin fertig. Ich stehe an der Tür. Wie verabschiede ich mich professionell? Einfach tschüss.
Speaker A
Tschüss ist okay, aber es gibt noch schönere Varianten für den Feierabend und vor allem gibt es ein Ritual am Freitag, dass man niemals vergessen darf. Das schauen wir uns im großen Finale an. Wir packen jetzt zusammen, machen das Licht aus und gehen Richtung
Speaker A
Ausgang. Bist du bereit für den Feierabend Max? Ich war noch nie so bereit. Nichts wie raus hier.
Speaker A
Max, warte nicht so schnell. Du hast einen Rucksack auf dem Rücken und die Hand schon an der Türklinke. Aber bevor du in deinen wohlverdienten Urlaub oder ins Wochenende startest, hast du eine extrem wichtige Sache vergessen. Etwas ohne dass du im deutschen Büro nicht
Speaker A
existieren kannst. Was denn? Ich habe den Computer ausgemacht. Ich habe tschüss gesagt. Was noch?
Speaker A
Deine Abwesenheitsnotiz. Out of office Reply. Wenn du morgen nicht da bist wegen Urlaub, Brückentag oder Krankheit, musst du deinem E-Mailprogramm sagen, dass es automatisch antworten soll. Das ist ein heiliges Gesetz.
Speaker A
Ach ja, der automatische Text. Was schreibe ich da rein? Ich bin weg. Tschüss. Nein, das ist zu unfreundlich. Hier ist der Standardtext, den du fast überall benutzen kannst. Vielen Dank für ihre Nachricht. Ich bin bis zum Datum nicht
Speaker A
im Haus, nicht erreichbar. Und jetzt das Wichtigste. Du musst sagen, wer deinen Job macht, während du weg bist. Das ist deine Vertretung.
Speaker A
Vertretung der Substitute. Genau. Der Satz lautet: In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an meine Kollegin Frau Müller unter E-Mailadresse. Wichtig, frag Frau Müller vorher, ob sie deine Vertretung sein will, sonst hast du nach dem Urlaub einen Feind. Und am Ende, ihre E-Mail
Speaker A
wird nicht weitergeleitet. Your email will not be forwarded. Das ist gut. Das schafft Klarheit. Okay, Abwesenheitsnotiz ist eingestellt. Jetzt darf ich aber gehen, oder? Ich laufe durch den Flur. Ich sehe Kollegen, die noch arbeiten. Sage ich einfach tschüss?
Speaker A
Tschüss geht immer unter Freunden, aber der professionelle Gruß am Ende des Tages ist schönen Feierabend. Das Wort Feierabend ist magisch. Es bedeutet nicht nur Ende der Arbeit, es ist ein Gefühl. Es ist der Moment, wo die Freiheit beginnt. Du wünscht dem
Speaker A
Kollegen also eine schöne freie Zeit. Antwort: Danke, gleichfalls. Thanks. Same to you. Oder: "Danke dir auch." Und wenn es Freitag ist, dann ist der Gruß obligatorisch. Schönes Wochenende. Es gibt auch einen lustigen Spruch, den man oft unter jungen
Speaker A
Kollegen hört. Hoch die Hände, Wochenende. Das sagst du besser nicht zum konservativen Chef. Hoch die Händer Wochenende. Das merke ich mir für die Kaffeeküche. Aber Anna, manchmal gehen die Leute nach der Arbeit nicht sofort nach Hause. Sie fragen
Speaker A
mich, kommst du noch mit auf ein Feierabendbier? Muss ich da mitgehen? Du musst nicht, aber es ist gut für das Teambuilding. Ein Feierabendbier oder eine Apfelscholle ist der Moment, wo man nicht über Arbeit redet. Man nennt das auch sich vernetzen, Networking. Aber
Speaker A
Vorsicht, auch nach dem dritten Bier ist der Chef immer noch der Chef. Du den Chef nicht, wenn er es dir nicht angeboten hat, nur weil ihr Bier trinkt.
Speaker A
Gute Regel: Alkohol ändert nicht die Hierarchie. Es gibt noch andere soziale Events, oder? Die Weihnachtsfeier und der Betriebsausflug.
Speaker A
Oh ja, der Betriebsausflug ist ein Tag, an dem die ganze Firma etwas zusammen macht. Wandern, klettern. Bus fahren. Es ist Pflicht dabei zu sein. Meistens. Es gilt als Arbeitszeit. Und die Weihnachtsfeier, das ist das Minenfeld des Jahres. Hier passieren die meisten
Speaker A
Peinlichkeiten. Mein Tipp: Geh hin, ist gut, trink zwei Gläser, sei nett und geh nach Hause, bevor die Leute auf den Tischen tanzen.
Speaker A
Das klingt nach einem sehr weisen Rat. Anna, wir haben jetzt den ganzen Zyklus durch. vom guten Morgen in der Küche über den Stress im Meeting, den Kampf mit dem Drucker, das Mittagessen bis zum Feierabendbier.
Speaker A
Aber es gibt noch ein trauriges Thema zum Schluss. Was ist, wenn ich den Job wechseln will, wenn ich kündigen will?
Speaker A
Das gehört auch zum Arbeitsleben. Wenn du gehst, musst du deine Kündigung einreichen und am letzten Arbeitstag machst du einen Ausstand.
Speaker A
Ausstand? Ist das das Gegenteil von Einstand? Einstand ist, wenn man neu ist und Kuchen bringt. Richtig.
Speaker A
Genau. Einstand: "Hallo, ich bin der Neue. Hier ist Kuchen. Ausstand: Tschüss, ich gehe. Hier ist Sekt und Pizza. Beim Ausstand hält man oft eine kleine Rede. Ich wollte mich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Ich habe viel gelernt. Man sieht sich immer
Speaker A
zweimal im Leben. Das ist ein schöner Satz. Man sieht sich immer zweimal. Also sei nett beim Abschied, verbrenne keine Brücken. Und dann gibt man den Firmenausweis und den Schlüssel ab. Das ist dann der ultimative Feierabend.
Speaker A
Richtig, Max. Wir haben es geschafft. Wir haben den deutschen Arbeitstag überlebt. Lass uns die wichtigsten Vokabeln von heute noch mal kurz scannen, wie eine Stempelkarte.
Speaker A
Okay, mein Kopf ist voll, aber ich versuche es. Gleitzeit und Kernarbeitszeit. Flexibler Morgen, Mahlzeit, der universelle Mittagsgruß, Tagesordnung und Protokoll, die Struktur im Meeting, Papierstau und Abstürzen, die Technikfeinde, Überstunden abbummeln, freinehmen für mehr Arbeit, Brückentag, das lange Wochenende, Feierabend und
Speaker A
Abwesenheitsnotiz, das Ende. Habe ich was vergessen? Das war eine perfekte Zusammenfassung. Du bist angestellt. Liebe Zuhörer, ihr habt jetzt das Werkzeug, um im deutschen Büro nicht nur zu überleben, sondern zu glänzen. Habt keine Angst vor Fehlern.
Speaker A
Auch Muttersprachler stehen im Stau oder löschen versehentlich Dateien. Das Wichtigste ist, dass ihr kommuniziert.
Speaker A
Fragt nach, können Sie das erläutern? Sagt eure Meinung. Ich habe da Bedenken. Und seid höflich. Schönen Feierabend.
Speaker A
Und wenn ihr noch mehr solcher praktischer Tipps wollt für den Arztbesuch, für die Wohnungssuche oder für den Supermarkt, dann schreibt uns das in die Kommentare. Welche Situation macht euch Stress? Wir machen eine Folge darüber.
Speaker A
Genau. Abonniert Simply Deutsch, aktiviert die Glocke, damit ihr kein Meeting verpasst und teilt die Folge mit euren Kollegen. Vielleicht schickt ihr den Link sogar an euren Chef als subtilen Hinweis für mehr Gleidzeit.
Speaker A
Das ist mutig. Also Leute, wir machen jetzt hier Schluss. Wir haben unsere Frist eingehalten. Ich packe jetzt wirklich zusammen.
Speaker A
Dann sage ich vielen Dank für die produktive Zusammenarbeit heute, Max. Danke gleichfalls, Anna. Ich mache jetzt Feierabend. Tschüss zusammen.
Speaker A
Hoch die Hände, Wochenende.
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