Eine Analyse von Peter Thiel, seinem Einfluss auf Technologie, Politik und Demokratie sowie seiner kontroversen Vision für die Zukunft.
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Key Takeaways
- Peter Thiel ist eine Schlüsselfigur im Silicon Valley mit großem Einfluss auf Technologie und Politik.
- Er verfolgt eine Vision, die Demokratie zugunsten einer oligarchischen Herrschaft ablehnt.
- Thiel investiert in radikale Zukunftstechnologien und gesellschaftliche Umwälzungen.
- Sein persönlicher Hintergrund und seine Erfahrungen prägen seine kontroversen Ansichten.
- Der Konflikt zwischen Thiel und demokratischen Aktivisten wie Kasparov verdeutlicht politische Spannungen.
What the video covers
- Peter Thiel ist ein einflussreicher Multimilliardär und Mitgründer von PayPal und Palantir.
- Er investierte früh in Facebook und fördert innovative Projekte wie private Raumfahrt und Transhumanismus.
- Thiel glaubt an die Überwindung des Todes und will die Menschheit radikal verändern.
- Er unterstützt Donald Trump und stellt die Demokratie offen infrage, bevorzugt eine oligarchische Gesellschaft.
- Sein Unternehmen Palantir ermöglicht Geheimdiensten und Militärs, Gegner strategisch vorauszusehen.
- Thiel plant langfristig und ist strategisch in Politik und Wirtschaft aktiv.
- Seine Kindheit in Namibia während der Apartheid prägte seine Sichtweisen und Privilegien.
- Der Schachspieler Kasparov bewundert Thiels Intelligenz, sieht aber politische Differenzen.
- Kritiker warnen, dass Thiels Einfluss eine Bedrohung für die Demokratie in den USA darstellt.
- Das Video basiert auf dem Buch von Max Chafkin und bietet einen tiefen Einblick in Thiels Leben und Wirken.
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Speaker A
Sie würden sich wünschen, dass die Menschheit weiter besteht, richtig?
Speaker B
Äh,
Speaker A
Sie zögern?
Speaker B
Ja, weiß nicht, ich würde, ähm,
Speaker C
Das ist Peter Thiel.
Speaker A
Das ist ein langes Zögern!
Speaker A
Es gibt so viele Fragen, die darin mitschwingen!
Speaker A
Sollte die Menschheit überleben?
Speaker B
Äh, ja, aber...
Speaker C
Er ist seit vielen Jahren einer der wichtigsten Männer im Silicon Valley.
Speaker A
Ich bin Peter Thiel.
Speaker A
Ich baue Unternehmen auf und unterstütze Menschen, die neue Dinge entwickeln, von sozialen Netzwerken bis hin zu Raketen.
Speaker C
Thiel ist Multimilliardär und hat PayPal und Palantir mitgegründet.
Speaker C
Er war Facebooks erster externer Investor und hat viele ausgefallene Projekte finanziert.
Speaker C
Schwimmende Staaten, private Raumfahrt und sogar die Suche nach Unsterblichkeit.
Speaker C
Peter Thiel glaubt, dass der Tod vermeidbar ist, er will die Menschheit verändern.
Speaker A
Transhumanismus
Speaker A
ist diese radikale Idee, bei der dein natürlicher menschlicher Körper
Speaker A
in einen unsterblichen Körper verwandelt wird.
Speaker A
Wir möchten,
Speaker A
dass du dein Herz, deinen Verstand
Speaker A
und deinen gesamten Körper verändern kannst.
Speaker C
Und er will noch etwas verändern.
Speaker C
Seit Jahrzehnten arbeitet Thiel im Verborgenen daran, die amerikanische Politik nach seinen Vorstellungen neu zu formen.
Speaker A
Heute Abend fordere ich
Speaker A
alle meine amerikanischen Mitbürger auf,
Speaker A
Donald Trump zu wählen.
Speaker C
Er hat Trumps ersten Wahlkampf mitfinanziert.
Speaker C
Und die Karriere von J.D.
Speaker C
Vance befeuert.
Speaker C
Thiel stellt die Demokratie offen in Frage.
Speaker C
Für ihn sind Freiheit und Demokratie unvereinbar.
Speaker C
Seine Vorstellung einer idealen Gesellschaft klingt eher nach einer Oligarchie.
Speaker C
Einem Land, das von wenigen mächtigen reichen Menschen regiert wird.
Speaker C
Oder sogar nur von einem.
Speaker C
Thiels Einfluss auf der ganzen Welt wird immer größer.
Speaker C
Seit Beginn seiner Karriere baut er Werkzeuge, um die Regeln der Macht neu zu schreiben.
Speaker C
Seine Erfindung Palantir ermöglicht es Geheimdiensten und Militärs, den nächsten Schritt ihres Gegners vorherzusagen.
Speaker C
Und das, bevor er überhaupt gemacht wird.
Speaker C
Nichts davon passiert zufällig.
Speaker C
Peter Thiel denkt langfristig.
Speaker C
Er plant jeden Zug geduldig über Jahrzehnte hinweg.
Speaker C
Und ist dabei immer zehn Schritte voraus.
Speaker C
Was will Peter Thiel?
Speaker C
Was ist sein Problem mit der Demokratie?
Speaker C
Und welches Ziel hat er wirklich?
Speaker D
Hey, ich bin Sophia vom Simli Podcast Unfassbar.
Speaker D
Den gibt es seit mittlerweile über einem Jahr und wir sind ultra stolz darauf, was daraus geworden ist.
Speaker D
Fast 50 zeitlose Folgen.
Speaker D
Alles unabhängiger Journalismus.
Speaker D
Politische Themen, wie der geheime Krieg in der Arktis.
Speaker D
Die allseits beliebten Hacker Stories.
Speaker D
Und Deep Dives, wie zu einem möglichen Krieg um Taiwan.
Speaker D
Hört nach diesem Video also gerne mal rein.
Speaker D
Überall, wo es Podcasts gibt.
Speaker C
Dieses Video basiert in weiten Teilen auf dem Buch Peter Thiel, wie der Pate des Silicon Valley die Welt beherrscht von Max Chafkin.
Speaker C
Den Link dazu findet ihr in der Beschreibung.
Speaker C
2010 in New York.
Speaker C
Heute Abend soll Peter Thiel in der TV-Sendung durch die Nacht mit Garry Kasparov treffen.
Speaker C
Kasparov ist einer der besten Schachspieler aller Zeiten.
Speaker C
Die beiden Männer sind sich schon einmal begegnet.
Speaker C
Sie verstehen sich gut.
Speaker C
Sie unterhalten sich gern über Politik, Technologie und eben Schach.
Speaker C
Peter Thiel ist ein leidenschaftlicher Schachfan.
Speaker C
Er ist selbst nationaler Schachmeister und er bewundert Großmeister Kasparov schon seit seiner Jugend.
Speaker C
Der Respekt beruht auf Gegenseitigkeit.
Speaker C
Kasparov bewundert Thiel für seine Intelligenz und seinen Geschäftssinn.
Speaker A
Er ist wahrscheinlich einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Generation.
Speaker A
Er investiert sehr aggressiv.
Speaker A
Er denkt voraus.
Speaker C
In der Geschäftswelt ist Thiel eine Legende.
Speaker C
Seine Unternehmen haben die moderne Welt verändert.
Speaker C
Sein Einfluss hat die Tech-Branche geprägt, eine Industrie, die Millionen von Arbeitsplätzen
Speaker C
und Billionen an Vermögen geschaffen hat.
Speaker C
An diesem Abend gehen Kasparov und Thiel in einen Schachclub.
Speaker C
Thiel spielt eine Partie Blitzschach gegen den Besitzer und gewinnt.
Speaker A
Das ist mir total peinlich.
Speaker A
Mir ist es auch peinlich.
Speaker C
Kasparov vermutet, dass Thiels Schachtalent der Grund für seinen geschäftlichen Erfolg ist.
Speaker C
Und dafür, dass er in seinen Firmen oft Schachspieler einstellt.
Speaker A
Deswegen stellt er Schachspieler ein.
Speaker A
Peter hat mir erzählt, dass er am Tag des Börsengangs von PayPal
Speaker A
eine Simultanpartie mit zehn Mitarbeitern gespielt hat.
Speaker C
Tatsächlich lassen sich Schachfähigkeiten gut auf die Geschäftswelt übertragen.
Speaker C
Es ist ein Strategiespiel und es lohnt sich, mehrere Züge vorauszudenken.
Speaker C
In Sachen Unternehmen kennt sich auch unser Werbepartner Odoo aus.
Speaker C
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Speaker C
Dabei behaltet ihr jederzeit den Überblick.
Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
Besonders ist auch die E-Signatur App.
Speaker C
Damit könnt ihr euren Vertragsprozess optimieren.
Speaker C
Erst passt ihr eure Dokumente individuell an.
Speaker C
Ihr könnt einen oder mehrere Unterzeichner hinzufügen
Speaker C
und bestimmte Felder auswählen und platzieren.
Speaker C
Außerdem könnt ihr Pflichtfelder bestimmen.
Speaker C
Dann könnt ihr eure Dokumente schnell senden und festlegen, in welcher Reihenfolge eure Partner unterschreiben sollen.
Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
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Speaker C
Link ist in der Beschreibung.
Speaker C
Einige Zeit nach diesem Schachabend trennen sich die Wege von Kasparov und Thiel.
Speaker C
Vielleicht haben die beiden doch nicht so viel gemeinsam.
Speaker C
Denn Kasparov ist nicht nur ein viel besserer Schachspieler, er ist auch einer der weltweit bekanntesten Aktivisten für Demokratie.
Speaker C
Der Russe kämpft unermüdlich für ein freieres Russland.
Speaker C
Und ist Putin ein Dorn im Auge.
Speaker A
Ich kämpfe dafür, um in meinem Land die Demokratie wiederherzustellen.
Speaker A
Wenn Trump die Wahl gewinnt, bedroht das nicht nur die Demokratie in diesem Land, sondern die Demokratie weltweit.
Speaker C
Und Peter Thiel, der hat einen ganz anderen Weg eingeschlagen.
Speaker C
Kritiker warnen, er entwickelt sich für die Demokratie in den USA zu einer ernsthaften Bedrohung.
Speaker C
Peter Thiel ist etwa 8 Jahre alt.
Speaker C
Er zieht mit seinen Eltern und seinem Bruder von Ohio nach Swakopmund.
Speaker C
Einer ehemaligen deutschen Kolonie an der Küste Namibias.
Speaker C
In den 70ern wird die Stadt vom Apartheid Regime Südafrikas kontrolliert.
Speaker C
Die Stadt hält an ihrer gemeinsamen Geschichte mit Deutschland fest.
Speaker C
Hier wird immer noch Hitlers Geburtstag gefeiert und für einige ist der Hitlergruß eine ganz normale Begrüßung.
Speaker C
Peters Vater Klaus arbeitet als Ingenieur in einer Uranmine außerhalb der Stadt.
Speaker C
Die Mine ist umstritten.
Speaker C
Nach internationalem Recht darf Südafrika hier eigentlich keinen Bergbau betreiben.
Speaker C
Aber sie machen es trotzdem.
Speaker C
Der Abbau von Uran ist Teil des südafrikanischen Atomwaffenprogramms.
Speaker C
Das Regime entwickelt heimlich Bomben, um sich gegen einen möglichen sowjetischen Angriff zu wappnen.
Speaker C
Und um das System der Apartheid zu schützen.
Speaker C
Laut einer ehemaligen britischen Aktivistengruppe haben schwarze Arbeiter unter gefährlichen Bedingungen in der Mine gearbeitet.
Speaker C
Weiße Familien wie die Thiels hingegen haben Privilegien.
Speaker C
Sie besuchen die modernsten medizinischen Einrichtungen, sind Mitglieder in Country Clubs und schicken ihre Kinder auf Privatschulen.
Speaker C
Berichten zufolge geht Peter erst in eine Schule nur für Weiße.
Speaker C
Danach besucht er eine deutschsprachige Schule in Swakopmund.
Speaker C
Der Lehrplan dort propagiert eine christlich-nationalistische Weltanschauung.
Speaker C
Demnach seien weiße Südafrikaner die eigentlichen Opfer in der Region.
Speaker C
Die Jahre in Namibia prägen Peter Thiel.
Speaker C
Er wächst in einer Welt auf, in der seine Familie vom rassistischen Herrschaftssystem profitiert.
Speaker C
Sein Vater treibt aktiv die militärischen Interessen des Regimes voran.
Speaker C
In dieser Welt sind einige wenige zum Herrschen bestimmt.
Speaker C
Und die Mehrheit muss ihnen dienen.
Speaker C
Als Peter 10 ist, kehrt er mit seiner Familie in die USA zurück.
Speaker C
Peter wird zu einem typischen Nerd.
Speaker C
Er liebt Science-Fiction und Fantasy.
Speaker C
Vor allem Herr der Ringe.
Speaker C
Er ist Klassenbester.
Speaker C
Vor seinem 13. Geburtstag gehört er zu den besten Schachspielern des Landes.
Speaker C
In den 70ern und 80ern ist es nicht cool, ein Nerd zu sein.
Speaker C
Peter wird regelmäßig gemobbt.
Speaker C
Aber er weiß, dass er klug ist und das mal zu etwas bringen wird.
Speaker C
Auf seinem Schachbrett klebt ein Sticker mit der Aufschrift Born to Win.
Speaker C
Peter ist extrem ehrgeizig.
Speaker C
Er lernt eifrig, um auf die beste Universität des Landes zu kommen.
Speaker C
Damals Stanford.
Speaker C
1985 wird er angenommen.
Speaker C
Aber Stanford ist eine große Enttäuschung.
Speaker C
Peter hat Kommilitonen erwartet, die genauso erfolgreich werden wollen wie er.
Speaker C
Stattdessen dreht sich alles um Partys.
Speaker C
Während andere Studenten Bong rauchen, liest er.
Speaker C
Peter ist auch hier der Nerd.
Speaker C
Er wird wieder gemobbt.
Speaker C
Laut Max Chafkin identifizieren sich viele seiner Mobber als Liberale.
Speaker C
Eine Verbindung, die Peter Berichten zufolge im Gedächtnis bleiben wird.
Speaker C
Wir haben Thiel dazu auch selbst gefragt,
Speaker C
aber keine Antwort bekommen.
Speaker C
Peter wird zu einem Konservativen.
Speaker C
Er ist Anhänger von Ronald Reagan.
Speaker C
Für ihn ist der Campus viel zu links.
Speaker C
Immer wieder kommt es zu Protesten gegen Reagan und gegen die Apartheid.
Speaker C
Peter gerät mit den Demonstranten aneinander.
Speaker C
Laut Chafkin erinnern sich Mitschüler an mindestens einen Vorfall, in dem Peter die Apartheid als wirtschaftlich vernünftig verteidigt hat.
Speaker C
Thiel bestreitet diesen Vorwurf.
Speaker C
Damals greifen einige Befürworter der Apartheid auf libertäre Argumente zurück.
Speaker C
Libertäre glauben, dass die ideale Gesellschaft persönliche und wirtschaftliche Freiheit maximiert.
Speaker C
Staatliche Kontrolle soll so gering wie möglich sein.
Speaker C
Freie, unregulierte Märkte sind für sie der beste Weg, um Ressourcen zu verteilen und Innovationen voranzutreiben.
Speaker C
Für noch radikalere Libertäre sind Eigentumsrechte und freie Märkte praktisch das Wichtigste.
Speaker C
Für Kritiker lässt das wenig Raum für Werte wie soziale Gerechtigkeit.
Speaker C
Die werden als zweitrangig oder sogar unvereinbar mit einer libertären Definition von Freiheit angesehen.
Speaker C
So rechtfertigen einige Libertäre damals auch die Apartheid.
Speaker C
Den Menschen in Südafrika werden zwar systematisch ihre Bürgerrechte verweigert, aber das ist eben der Preis dafür,
Speaker C
dass das Land im Vergleich zu seinen Nachbarn wohlhabender ist.
Speaker C
Im zweiten Studienjahr ist Peter auf dem Campus als Hardcore-Libertärer bekannt.
Speaker C
Obwohl sich in den 80ern immer mehr Studierende für Gleichstellung nach Hautfarbe und Geschlecht einsetzen,
Speaker C
ist Stanford keine rein liberale Institution.
Speaker C
Viele Studierende und Angestellte vertreten konservative oder libertäre Positionen.
Speaker C
Max Chafkin beschreibt, dass Peter sich dennoch in der Minderheit fühlt.
Speaker C
Er hat den Eindruck, dass ihm die meisten feindselig gegenüberstehen.
Speaker C
Also tut er das, was er auch später immer wieder tun wird.
Speaker C
Er baut ein Netzwerk aus gleichgesinnten Männern auf.
Speaker C
Sie werden ihn während seiner gesamten Karriere unterstützen.
Speaker C
Und später als die PayPal-Mafia bekannt werden.
Speaker C
Gemeinsam mit elf anderen Konservativen gründet Peter eine Campuszeitung.
Speaker C
Die Stanford Review will provozieren.
Speaker C
Sie kritisiert regelmäßig das Campusleben und ist dabei extrem bissig.
Speaker C
Einige Beiträge sorgen für besonders viel Aufregung.
Speaker C
Chafkin stößt in den Archiven auf Beispiele, die er nicht abdrucken darf.
Speaker C
In einem behauptet ein Kolumnist, schwule Männer hätten unnatürlichen Sex.
Speaker C
Ein anderer Autor beschwert sich, dass Stanford nicht weiße Autoren in einen Kurs über westliche Kultur aufnehmen will.
Speaker C
Er sieht darin ein Zeichen für den Untergang des Westens.
Speaker C
Eine ganze Ausgabe verteidigt leidenschaftlich einen Studenten, der wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt ist.
Speaker C
Später wird er für schuldig befunden.
Speaker C
Peter will aber nicht nur provozieren.
Speaker C
Er will Geld, Macht und Einfluss.
Speaker C
Als Gründungsmitglied und Chefredakteur der Stanford Review wird er zu dem öffentlichen Intellektuellen, als der er heute bekannt ist.
Speaker C
Die Zeitung zieht die Aufmerksamkeit hochrangiger Konservativer auf sich.
Speaker C
Wenig später bekommt Thiel einen Buchvertrag.
Speaker C
Gemeinsam mit David Sacks schreibt er The Diversity Myth.
Speaker C
Der Diversitätsmythos.
Speaker C
Sacks ist der Student, der sich in der Uni-Zeitung für den damals noch mutmaßlichen Vergewaltiger eingesetzt hat.
Speaker C
Er ist heute eine einflussreiche Figur der amerikanischen Rechten.
Speaker C
Derzeit berät er die Trump-Regierung zu KI und Kryptowährungen.
Speaker C
In ihrem Buch schreiben sie davon, dass Unis gefährliche Brutstätten einer einheitlichen politisch linken Einstellung seien.
Speaker C
Sie schreiben, dass es kaum noch echten Rassismus unter jungen Menschen in den USA gäbe.
Speaker C
Und dass Initiativen für mehr Diversität die westliche Kultur bedrohen würden.
Speaker C
Später haben sich Sacks und Thiel für einige kontroverse Passagen entschuldigt.
Speaker C
Obwohl Peter viel an Stanford auszusetzen hat, bleibt er.
Speaker C
1992 schließt er sein Jurastudium ab und zieht nach New York.
Speaker C
Dort will er seine Karriere als Jurist beginnen.
Speaker C
Er möchte am Obersten Gerichtshof arbeiten.
Speaker C
Er hat Bestnoten, seine eigene einflussreiche Zeitung und die richtigen Kontakte.
Speaker C
Aber es reicht nicht.
Speaker A
Ich hatte Vorstellungsgespräche bei zwei Richtern.
Speaker A
Normalerweise führen sie Vorstellungsgespräche mit acht Kandidaten
Speaker A
und wählen vier als Assistenten aus.
Speaker A
Und ich habe es bei beiden nicht geschafft.
Speaker A
Für mich hat sich das wie das absolute Ende der Welt angefühlt.
Speaker C
Peter ist Misserfolge nicht gewohnt.
Speaker C
Er stürzt in eine Phase, die er später als Quarterlife Crisis beschreibt.
Speaker C
Für eine Weile zieht er wieder bei seinen Eltern ein.
Speaker C
Doch zurück an der Westküste beweist Peter, dass er ein Talent dafür hat, Rückschläge
Speaker C
in große Erfolge zu verwandeln.
Speaker C
Es ist 1996.
Speaker C
Die Tech-Industrie boomt.
Speaker C
Das Silicon Valley ist ein Ort der endlosen Möglichkeiten.
Speaker C
Massenhaft Investorengeld und vor allem unklaren Regeln.
Speaker C
Peter will mitmischen.
Speaker C
Er kann zwar nicht wirklich programmieren, aber das kann ja jemand anderes für ihn machen.
Speaker C
Peter eignet sich Wissen über Hedgefonds Management an.
Speaker C
Verschafft sich Geld und erfindet sich als Investor neu.
Speaker C
Gleichzeitig schreibt er weiter seine Kolumnen.
Speaker C
Eine davon schafft es sogar ins Wall Street Journal.
Speaker C
Darin bezeichnet er den Tag der indigenen Völker als antiwestlich.
Speaker C
In manchen Bundesstaaten ist das ein Feiertag, an dem indigene Gemeinschaften geehrt werden sollen.
Speaker C
Durch Zufall lernt Peter 1998 Max Levchin kennen.
Speaker C
Er ist Kryptograph und besessen von Palm Pilots.
Speaker C
Das sind klobige kleine Handcomputer.
Speaker C
Es sind Kalender mit Internetanschluss.
Speaker C
Nur wenige Investoren hören Max zu.
Speaker C
Aber Peter ist kein typischer Investor.
Speaker C
Max sieht in den Palm Pilots viel Potenzial.
Speaker C
Wenn man es irgendwie schafft, private Geräte an die Infrastruktur von Unternehmen anzuschließen, würde das eine ganz neue Welt eröffnen.
Speaker C
Zum Beispiel, indem man eine Person direkt mit einer Bank verbindet.
Speaker C
Dafür braucht es nur ein verschlüsseltes Netzwerk, das einen Palm Pilot sicher mit einem Unternehmen verbinden kann.
Speaker C
Und Max glaubt, dass er das hinkriegen kann.
Speaker C
Er ist seiner Zeit weit voraus.
Speaker C
Peter erkennt das Potenzial sofort.
Speaker C
Am nächsten Tag bietet er Max 250.000 $.
Speaker C
Peter wird später für genau solche Wetten auf unerfahrene Gründer bekannt.
Speaker C
Es sind Wetten, die sich oft genug auszahlen.
Speaker C
PayPal sieht aus wie ein ganz normaler Bezahldienst.
Speaker C
Doch dahinter steckt eine radikal libertäre Vision.
Speaker C
Hier kann Geld frei bewegt werden
Speaker C
und das ganz ohne staatliche Kontrolle.
Speaker C
Es ist die gleiche Vision, die später auch die Krypto-Bewegung antreibt.
Speaker C
Genau wie in der Krypto-Branche zieht diese Freiheit schnell die Grauzonen der Wirtschaft an.
Speaker C
PayPals frühes Wachstum kommt von Branchen,
Speaker C
die von den meisten Banken gemieden werden.
Speaker C
Zum Beispiel Glücksspiel und die Pornobranche.
Speaker C
Zum Glück hat Peter ja noch seine politischen Kontakte.
Speaker C
Damit PayPal weiter wachsen kann, setzt er sich vor dem Kongress dafür ein, dass Online-Glücksspiel legal bleibt.
Speaker C
Er will außerdem verhindern, dass sein Unternehmen wie eine traditionelle Bank behandelt wird.
Speaker C
So schildert das Chafkin in seinem Buch.
Speaker C
Wir haben Peter Thiel auch dazu gefragt,
Speaker C
aber keine Antwort erhalten.
Speaker C
Der Online-Handel wird mit den Jahren immer beliebter.
Speaker C
Es gibt eine große Nachfrage nach einem Tool, das Online-Zahlungen einfach und schnell abwickelt.
Speaker C
Und Max und Peter sind nicht die einzigen, die an einer Lösung arbeiten.
Speaker C
PayPal ist nicht mal das einzige Startup für Online-Zahlungen
Speaker C
im selben Gebäude.
Speaker C
Es gibt eine sehr ähnliche Firma, nur ein paar Büros weiter.
Speaker C
Sie heißt X.com.
Speaker C
Ihr Gründer hat viel gemeinsam mit Peter.
Speaker C
Elon Musk stammt aus Südafrika und ist ein ehrgeiziger Einwanderer.
Speaker C
Auch er hält sich kaum an die traditionellen Regeln der Bankenbranche.
Speaker C
Denn nach allen Regeln zu spielen, bremst einen nur aus.
Speaker C
Eine Zeit lang wissen die beiden nichts voneinander.
Speaker C
Doch dann findet ein PayPal-Mitarbeiter Pläne von X.com im Müll.
Speaker C
Jetzt können sie sich nicht mehr ignorieren.
Speaker C
Beide Firmen werden zu den größten Fischen im Meer der Online-Zahlungen.
Speaker C
PayPal wächst zwar schnell, aber verliert auch genauso schnell Geld.
Speaker C
Neukunden bekommen Boni und die meisten Transaktionen kosten das Unternehmen Gebühren.
Speaker C
Die Server sind teuer.
Speaker C
Die Anonymität, die PayPal attraktiv macht, schafft gleichzeitig ideale Bedingungen für Kreditkartenbetrug.
Speaker C
Dann muss PayPal Betroffenen das gestohlene Geld zurückerstatten.
Speaker C
Max Levchin reagiert.
Speaker C
Er baut ein Anti-Betrugssystem namens Igor.
Speaker C
Die Software markiert verdächtige Muster, ohne dabei die Anonymität der Nutzer zu gefährden.
Speaker C
Igor reduziert die Anzahl an Betrugsfällen um die Hälfte.
Speaker C
Das FBI wird auf die Technologie aufmerksam und setzt die Software schließlich selber ein, um Geldwäscher zu überführen.
Speaker C
PayPal ist aber immer noch nicht profitabel.
Speaker C
Doch Peter hat eine Lösung.
Speaker C
PayPal muss ein Monopol werden.
Speaker C
Sein Unternehmen muss die Konkurrenz ausschalten.
Speaker C
Den Markt beherrschen.
Speaker C
Und die Regeln bestimmen.
Speaker A
Konkurrenz ist etwas für Verlierer.
Speaker A
Konkurrenz ist etwas für Verlierer.
Speaker A
Konkurrenz ist etwas für Verlierer.
Speaker C
Diese Strategie wird Peter erfolgreich machen.
Speaker C
Er beschreibt sie auch in seinem Bestseller Buch Zero to One.
Speaker C
Sie wird sogar zum Leitprinzip der Tech-Branche.
Speaker A
Ich denke, jeder Gründer oder Unternehmer sollte sich zum Ziel setzen,
Speaker A
ein Monopol aufzubauen.
Speaker A
Alle großen Unternehmen, die jemals gegründet wurden,
Speaker A
sind in irgendeiner Form Monopole.
Speaker C
In den 2000ern wird der Markt immer umkämpfter.
Speaker C
PayPal schreibt weiterhin rote Zahlen.
Speaker C
Elon schlägt eine Fusion vor,
Speaker C
und Peter stimmt zu.
Speaker C
Nur gemeinsam haben sie eine echte Chance zu überleben.
Speaker C
Laut Chafkin geraten die beiden von Anfang aneinander.
Speaker C
Es geht um den Namen und die Software.
Speaker C
Elon wird CEO, weil er die meisten Anteile hält.
Speaker C
Angeblich kann Peter seinen Führungsstil nicht leiden.
Speaker C
Er soll Elon für einen rücksichtslosen Egomanen halten.
Speaker C
Elon wiederum sieht in Peter angeblich einen geldgierigen Soziopathen.
Speaker C
Durch ihre ständigen Auseinandersetzungen kommt das Unternehmen nur schleppend voran.
Speaker C
Also beschließt Thiel, dem Ganzen ein Ende zu setzen.
Speaker C
Als Elon in die Flitterwochen fährt, ist die CEO-Position praktisch unbesetzt.
Speaker C
In einem kalkulierten Schachzug übernimmt Peter die Kontrolle.
Speaker C
Levchin und andere, die ihm nahe stehen, äußern Unmut über Musk.
Speaker C
Schließlich überzeugen sie genug Vorstandsmitglieder, Musk abzusetzen.
Speaker C
Thiel wird übergangsweise CEO.
Speaker C
Und er wird es bleiben.
Speaker C
Es wird nicht Thiels letztes taktisches Manöver sein.
Speaker C
2002 als CEO von PayPal spielt Peter Thiel
Speaker C
plötzlich in einer ganz anderen Liga.
Speaker C
2002 gelingt ihm ein historischer Deal.
Speaker C
eBay kauft PayPal für 1,5 Milliarden Dollar.
Speaker C
Thiel wird mit nur 35 Jahren Multimillionär.
Speaker C
Er selbst kassiert mindestens 55 Millionen Dollar.
Speaker C
Jetzt hat er Geld und Glaubwürdigkeit.
Speaker C
Damit kann er seine wildesten Ideen verfolgen.
Speaker C
Am Tag des Deals tritt er als CEO zurück.
Speaker C
PayPal war nur ein Sprungbrett.
Speaker C
Jetzt will er sich größeren Projekten widmen und das Leben eines Superreichen genießen.
Speaker C
Er kauft sich einen silbernen Ferrari und schicke Wohnungen.
Speaker C
Der Nerd von früher ist plötzlich der Mittelpunkt jeder Party.
Speaker C
Immer mehr Menschen wollen in seiner Nähe sein.
Speaker C
Und während Thiels Karriere steil nach oben geht, stürzen die USA in eine tiefe Krise.
Speaker C
Nach den Anschlägen der Al-Qaida an 9/11 kommt es zu einer Rezession und einem Krieg.
Speaker C
Viele Menschen sind traumatisiert.
Speaker C
Thiel ist besorgt.
Speaker C
Die Bedrohung durch religiös motivierten Terrorismus beschäftigt ihn.
Speaker C
Er findet, dass die Regierung unter Bush nicht hart genug gegen den Islam vorgeht.
Speaker C
Seine politische Haltung scheint sich zu verändern.
Speaker C
An der Stanford University hat er mit Leidenschaft libertäre Essays geschrieben.
Speaker C
In denen er wettet gegen die Macht des Staates.
Speaker C
Jetzt will er genau das Gegenteil.
Speaker C
Die USA sollten außerrechtliche Mittel nutzen, um Terroristen zu fassen.
Speaker C
Für Thiel muss der Westen Abstriche machen, mehr Sicherheit, weniger Freiheit.
Speaker C
Und er sieht darin auch ein Geschäft für sich selbst.
Speaker C
Könnte man Igor, die Software, die für PayPal Betrüger fängt, nicht so umbauen,
Speaker C
dass sie auch Terroristen aufspürt?
Speaker C
Vielleicht wäre ja sogar die CIA daran interessiert.
Speaker C
2003 bringt er ein Team zusammen, das an dieser Idee arbeitet.
Speaker C
Sie nennen das Unternehmen Palantir.
Speaker C
In Herr der Ringe ist Palantir ein mythischer Stein.
Speaker C
Mit ihm kann man weit entfernte Orte sehen
Speaker C
und mit anderen Steinen kommunizieren.
Speaker C
Der böse Charakter Sauron spioniert damit seine Feinde in Mittelerde aus.
Speaker C
Im Grunde will Thiel die Macht von Sauron
Speaker C
jedem anbieten, der bereit ist, dafür zu zahlen.
Speaker C
Palantir verspricht, durch Netzwerkanalyse unerwartete Muster in riesigen Datenmengen zu erkennen.
Speaker C
Das ist besonders interessant für die US-Geheimdienste.
Speaker C
Die haben zwar schon vor 9/11 Informationen über Al-Qaida gesammelt,
Speaker C
diese Verbindung haben sie allerdings erst nach den Anschlägen erkannt.
Speaker C
In den ersten Jahren sind viele Nutzer von Palantir enttäuscht.
Speaker C
Das Unternehmen kann seine Versprechen nicht einhalten.
Speaker C
Trotzdem ist das Timing perfekt.
Speaker C
Viele haben Angst vor einem weiteren Anschlag.
Speaker C
Thiel macht Alex Karp zum CEO.
Speaker C
Karp ist ein ehemaliger Kommilitone aus Stanford.
Speaker C
Und er hat ein echtes Talent, wenn es darum geht, Geld zu beschaffen.
Speaker C
Als Osama bin Laden, der Drahtzieher hinter 9/11, gefasst und getötet wird,
Speaker C
kursieren Gerüchte, dass Palantir dabei geholfen haben soll.
Speaker C
Das öffentliche Interesse am Unternehmen steigt.
Speaker C
Nach all dem, was man heute über Palantir weiß, ist es fraglich, dass das Unternehmen in irgendeiner Weise an der Ergreifung beteiligt war.
Speaker C
Wenn Medien Karp darauf ansprechen, weicht er der Frage mit einem Lächeln aus
Speaker C
und deutet an, dass es eine gewisse Verbindung gegeben haben könnte.
Speaker C
Hat ihr Unternehmen dabei geholfen, Osama bin Laden aufzuspüren und zu töten?
Speaker C
Ein paar Tage lässt sich vom Hype um Palantir aber nicht blenden.
Speaker C
Der Klatschblog Gawker.
Speaker C
Laut Max Chafkin berichtet Gawker, dass es keine Verbindung zwischen Palantir und dem Einsatz gegen Bin Laden gibt.
Speaker C
Der Autor des Artikels vermutet, dass das Unternehmen das Gerücht selbst gestreut habe, um den Umsatz anzukurbeln.
Speaker C
Valleywag ist der Tech-Teil von Gawker.
Speaker C
Er ist bekannt dafür, das Silicon Valley ordentlich auf die Schippe zu nehmen.
Speaker C
Zu einer Zeit, in der die meisten Medien es noch feiern.
Speaker C
Ein beliebtes Ziel von Gawker ist Peter Thiel.
Speaker C
Und darum wird sich Thiel später noch kümmern.
Speaker C
Die 2000er verbringt Thiel damit, Tech-Startups in Branchenriesen zu verwandeln.
Speaker C
2004 wird der Facebooks erster großer Investor.
Speaker C
Thiel finanziert das Unternehmen nicht nur, sondern wird auch zu Mark Zuckerbergs Mentor.
Speaker C
Heute ist Zuckerberg einer der reichsten Menschen der Welt.
Speaker C
Und die Investition bringt Thiel rund 400 Millionen Dollar ein.
Speaker C
Er finanziert auch andere Startups wie Airbnb, Spotify, SpaceX und später OpenAI.
Speaker C
2007 scheint es, als würde Thiel die Finanzkrise früh erkennen.
Speaker C
Er setzt auf fallende Kurse im US-Immobilienmarkt.
Speaker C
Es ist ein riskantes Spiel, das sich am Ende für ihn auszahlt.
Speaker C
Innerhalb von nur sechs Monaten macht er 60 % Rendite.
Speaker C
Banken brechen zusammen.
Speaker C
Etwa 9 Millionen Amerikaner verlieren ihre Jobs.
Speaker C
Aber Thiel hat Grund zu feiern.
Speaker C
Laut Chafkin fliegt er mit seinem Team nach Maui.
Speaker C
Hier gönnen sie sich gutes Essen, Alkohol, Massagen und gehen surfen.
Speaker C
Die Firma zahlt.
Speaker C
Wir haben Peter Thiel gefragt, ob das stimmt,
Speaker C
aber er hat uns nicht geantwortet.
Speaker C
Aber Thiels Lauf hält nicht ewig.
Speaker C
Nach einer Reihe schlechter Investitionen leidet sein Hedgefonds enorme Verluste und bricht fast zusammen.
Speaker C
Bis 2011 wird er fast zwei Drittel des Kapitals seiner Kunden verlieren.
Speaker C
Die Krise scheint Thiel zynischer zu machen.
Speaker C
2009 schreibt er, ich glaube nicht länger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.
Speaker C
Für ihn sind die USA seit den 1920er Jahren im Niedergang.
Speaker C
Seit Frauen das Wahlrecht bekommen haben und eine schwere Wirtschaftskrise zu Massenarbeitslosigkeit geführt hat.
Speaker C
Seiner Ansicht nach stehen besonders Frauen und arme Menschen libertärer Politik feindlich gegenüber.
Speaker C
Ihr Wahlrecht blockiere seine Vorstellungen einer idealen Gesellschaft.
Speaker C
Das Essay sorgt für Aufsehen.
Speaker C
Gawker Media bezeichnet Thiel als verrückten Libertären.
Speaker C
Sie machen sich über seinen Wunsch lustig, dass Frauen nicht wählen dürften.
Speaker C
Später stellt Thiel klar, dass er keiner bestimmten Gruppe das Wahlrecht entziehen wollte.
Speaker C
Das Problem sei vielmehr, dass US-Amerikaner im Allgemeinen nicht für libertäre Politik stimmen würden.
Speaker C
Was also, wenn man gleich die ganze Demokratie abschafft?
Speaker C
Gawker Media berichtet mit sichtlich Schadenfreude über Thiels gescheiterte Investments.
Speaker C
Zu seiner Zeit greift Gawker viele Themen auf, über die andere Medien erst viel später berichten.
Speaker C
Etwa die Verbrechen von Harvey Weinstein und Jeffrey Epstein.
Speaker C
Sie veröffentlichen aber auch viel Gossip.
Speaker C
2007 outen sie Thiel öffentlich als homosexuell.
Speaker C
Seine Sexualität ist im Silicon Valley ein offenes Geheimnis.
Speaker C
Aber er wollte anscheinend nicht, dass darüber berichtet wird.
Speaker C
Das Outing ist eine Verletzung seiner Privatsphäre.
Speaker C
Laut Chafkin findet Thiel, dass die Artikel von Gawker seinen Geschäften schaden.
Speaker C
Auch viele andere Menschen haben ein Problem mit Gawker.
Speaker C
Also finanziert Thiel für sie im Hintergrund ein Team von Anwälten.
Speaker C
2012 kommt der entscheidende Moment.
Speaker C
Gawker veröffentlicht ein geleaktes Sexvideo von Wrestling-Star Hulk Hogan.
Speaker C
Hogan klagt.
Speaker C
Thiel finanziert die Klage heimlich mit 10 Millionen Dollar.
Speaker C
Hogan gewinnt und Gawker wird zu mehr als 140 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt.
Speaker C
2016 meldet der Blog Insolvenz an.
Speaker C
Thiel ist stolz auf seinen Sieg.
Speaker C
Dass Gawker nicht mehr existiert, beschreibt Thiel als seine philanthropische Bestleistung.
Speaker C
In einem Interview vergleicht er die Journalisten hinter dem Unternehmen mit Terroristen.
Speaker C
Die Welt hat gelernt, dass es gefährlich ist, sich mit Peter Thiel anzulegen.
Speaker C
Für die Organisation Reporter ohne Grenzen ist Thiels Einflussnahme auf den Fall eine ernsthafte Bedrohung für die Pressefreiheit.
Speaker C
Für Kritiker ist das ein Präzedenzfall.
Speaker C
Wohlhabende Einzelpersonen könnten fortan die Gerichte als Waffe einsetzen.
Speaker C
So könnten sie die Medien, die sie kritisieren, zum Schweigen bringen.
Speaker C
Aber Peter Thiel hat gerade erst angefangen.
Speaker C
2012 hat Peter Thiel gesagt, was mir an der Technologie gefällt:
Speaker C
Ist sie unreguliert, kann man damit die Welt verändern, ohne sich dafür erst Genehmigungen von anderen Leuten einzuholen.
Speaker C
Im besten Fall unterliegt sie keiner demokratischen Kontrolle und keiner Mehrheit,
Speaker C
die Veränderungen meiner Ansicht nach oft ablehnend gegenübersteht.
Speaker C
Heute hat Peter Thiel ein neues Projekt.
Speaker C
Es heißt Erebor.
Speaker C
Erebor ist eine Kryptobank, benannt nach dem Berg aus The Hobbit.
Speaker C
Dort hortet ein mörderischer Drache seinen Schatz.
Speaker C
Gerade treibt Trump eine von Thiels wilderen Ideen voran.
Speaker C
Private Städte, in denen kaum Steuern gezahlt werden und Unternehmen ohne staatliche Vorschriften agieren können.
Speaker A
Wir werden wieder neue Städte bauen.
Speaker A
Diese Freedom Cities werden die Grenze wieder öffnen
Speaker A
und die amerikanische Vorstellungskraft neu entfachen.
Speaker C
In den sogenannten Freedom Cities geht es nicht nur darum, Geld zu verdienen.
Speaker C
Hier soll auch geforscht werden, ohne dass der Staat zustimmen muss.
Speaker C
Eine dieser Städte gibt es schon.
Speaker C
Prospera in Honduras.
Speaker C
Ihr könnt euch denken, wer bei der Finanzierung geholfen hat.
Speaker C
Für die libertäre Utopie, von der Peter Thiel träumt, braucht er weder den Mars
Speaker C
noch den offenen Ozean.
Speaker C
Sie entsteht mitten in Amerika.
Speaker C
Cheers.
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