Obere Extremität – Plexus brachialis – Überblick (1/4) — Transcript

Überblick über den Plexus brachialis: Aufbau, Nervenverlauf und klinische Relevanz der Nerven für Arm, Schulter und Brust.

Key Takeaways

  • Der Plexus brachialis ist essentiell für die motorische und sensible Versorgung von Arm, Schulter und Brust.
  • Die Gliederung in Trunci, Divisionen und Fasciculi erleichtert das Verständnis der Nervenverläufe.
  • Endnerven haben spezifische Rückenmarksegment-Ursprünge, die klinisch relevant sind.
  • Nervenwurzelabrisse und Kompressionen sind häufige Ursachen für neurologische Ausfälle im Arm.
  • Merksprüche sind hilfreich, um die komplexen Verzweigungen und Zuordnungen zu lernen.

Summary

  • Der Plexus brachialis ist ein Nervengeflecht aus den Rami anteriores der Spinalnerven C5 bis T1.
  • Er versorgt motorisch die Schulter- und Brustmuskulatur sowie motorisch und sensibel Arm und Hand.
  • Der Plexus gliedert sich in Trunci (superior, medius, inferior), die sich in vordere und hintere Divisionen teilen.
  • Aus den Divisionen entstehen die Fasciculi (lateralis, medialis, posterior), die sich um die Arteria axillaris anordnen.
  • Die Endnerven (z.B. Nervus musculocutaneus, medianus, ulnaris, radialis, axillaris) entspringen den Fasciculi.
  • Merksprüche helfen, die Zuordnung der Nerven zu den Fasciculi zu behalten.
  • Die Fasern der Endnerven stammen aus spezifischen Rückenmarksegmenten mit einigen Ausnahmen.
  • Klinisch relevante Problemstellen sind Nervenwurzelabrisse und Kompressionen in der Skalenuslücke.
  • Kompressionen können durch Muskelhypertrophie oder andere Ursachen entstehen.
  • Das Video bietet eine schrittweise Einführung in die komplexe Anatomie des Plexus brachialis.

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Speaker A
Hallo und herzlich willkommen zu diesem Video über den Plexus brachialis. Der Plexus brachialis ist ein Nervengeflecht des peripheren Nervensystems, das aus den Rami anteriores der Spinalnerven C5 bis T1 gebildet wird. Aus ihm gehen die Nerven für Arm, Schulter und Brust hervor, wobei
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Speaker A
Schulter- und Brustbereich motorisch innerviert werden. Das heißt, da werden nur die Muskeln versorgt, und Arm und Hand motorisch und sensibel innerviert werden. Da der Plexus brachialis sehr komplex ist, fangen wir erst einmal mit einer groben Gliederung an und fügen
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Speaker A
dann Schritt für Schritt nach und nach immer mehr komplexere Inhalte dazu. Also grob kann man den Plexus brachialis in drei Abschnitte gliedern, einmal in die Trunci, in die Fasciculi und in die daraus entspringenden Nerven. Die Trunci sind die direkt auf die vorderen
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Speaker A
Spinalnerven folgenden Hauptstämme des Plexus brachialis, und aufgrund ihrer topographischen Anordnung unterscheidet man in einen Truncus superior, einen Truncus medius und einen Truncus inferior. Der Truncus superior entsteht durch die Vereinigung der Nervenfasern aus C5 und C6, und ein kurzes Stück kommen oft noch
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Speaker A
Fasern aus C4 mit dazu, aber die gehen dann mit entspringenden Nerven wieder ab. Der Truncus medius ist einfach nur die Fortsetzung des Ramus anterior des siebten Spinalnerven, aus dem siebten Rückenmarksegment, und der Truncus inferior entsteht aus den Rami
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Speaker A
anteriores aus den Segmenten C8 und T1. Weit Verlauf etwas weiter distal teilen sich dann diese Trunci in einen vorderen und einen hinteren Ast. Die werden auch Divisiones anteriores und posteriores genannt, und diese jeweiligen vorderen und hinteren Äste bilden dann die Fasciculi, also die
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Speaker A
Bündel, aus denen dann später die Endnervenäste entspringen. Hier können wir sehen den Truncus, wie er hier eine vordere Division abgibt und hier eine hintere Division abgibt, den Truncus medius, ja, hier wieder eine vordere Division abgibt und eine hintere,
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Speaker A
und genauso den Truncus inferior mit einer vorderen Division und einer hinteren Division. Die Fasciculi wiederum lagern sich ganz charakteristisch um die Arteria axillaris an und werden auch dementsprechend aufgrund ihrer topographischen Lage um diese Arterie herum benannt. Da haben wir den
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Speaker A
Fasciculus lateralis, den Fasciculus medialis und den Fasciculus posterior. Der Fasciculus lateralis entsteht aus den vorderen Divisionen, also aus den Divisiones anteriores des Truncus superior und des Truncus medius. Der Fasciculus posterior entsteht aus allen drei Divisionen des posteriores, also hier aus der
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Speaker A
hinteren Abspaltung, hier aus der hinteren Abspaltung und hier aus der hinteren Abspaltung, und der Fasciculus medialis entsteht aus der vorderen Abspaltung aus dem unteren Truncus. Aus diesem Fasciculus gehen jetzt wiederum die verschiedenen Endäste ab. Um sich die zu merken, gibt's auch
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Speaker A
wieder einen Merkspruch: Mary, Monroe und King Kong retten die Anatomie. Mit diesem Merkspruch sind die Nerven auch gleich nach Fasciculi sortiert. Fangen wir also an: Marilyn Monroe oder nehmen wir erstmal Marilyn, damit ist der Nervus musculocutaneus gemeint, der direkt aus
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Speaker A
dem Fasciculus lateralis entsteht. Dann Marilyn Monroe, Nervus medianus, der entsteht durch die Vereinigung vom Fasciculus lateralis und vom Fasciculus medialis, und das ist dieser etwas weniger grelle grün dargestellt. Dann Marilyn Monroe und Nervus ulnaris, der entsteht direkt aus
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Speaker A
dem Fasciculus medialis. Als nächstes King Kong, zwei Nerven gut: Nervus cutaneus antebrachii medialis und der Nervus cutaneus brachii medialis, also der eine Nerv für den Unterarm, der andere Nerv für den Oberarm. Retten: Nervus radialis, der entspringt aus dem
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Speaker A
Fasciculus posterior hier, und Anatomie retten die Anatomie: der Nervus axillaris. Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach all diesen Verschmelzungen und Aufzweigungen und erneuten Verschmelzungen: Aus welchen Rückenmarksegmenten beziehen jetzt letztendlich die Endäste ihre Fasern? Auch da gibt's ein bisschen System, womit
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Speaker A
man sich das herleiten kann. Es ist beim Plexus brachialis wirklich nicht einfach, aber wenn man das Konzept verstanden hat, dann kann man sich das so ein bisschen denken. Fangen wir wieder einfach oben an: im Nervus musculocutaneus hier in Pink.
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Speaker A
Das jetzt einfach zurückverfolgen, sehen wir: Aha, er muss auf jeden Fall Fasern aus C5 und C6 erhalten, und hier kommt noch was aus C7 mit dazu. Also können wir uns jetzt denken: Klar, C5, C6, C7, das sind die
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Speaker A
Segmente, aus denen der Nervus musculocutaneus seine Fasern erhält. Beim nächsten, beim Nervus medianus, da ist eine kleine Ausnahme mit dabei, aber im Grunde funktioniert das da genauso. Das hier ist der Nervus medianus, der entsteht ja aus
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Speaker A
dem lateralen Bündel und aus dem medialen Bündel. Laterale Bündel haben wir schon gesagt, gut, da kommen die Fasern aus den Segmenten C5, 6 und 7, Entschuldigung, also C5, C6 und C7, und der
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Speaker A
mediale führt Fasern aus C8 und aus, also aus C8 und aus T1, würde man jetzt denken. Ja, ist ja einfach C5, 6, 7, 8 und T1. Wie gesagt, eine kleine Ausnahme ist dabei: dem Nervus medianus fehlen nämlich die Fasern aus C5. Ich
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Speaker A
persönlich merke mir das einfach so, dass der Nervus musculocutaneus hier kurz bevor der Nervus medianus entsteht, einfach diese C5-Fasern klaut, und somit bleiben für den Nervus medianus dann nur noch C6, C7, C8 und T1 übrig. Dann gehen wir weiter. Am
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Speaker A
leichtesten ist der Nervus radialis, der führt die Fasern aus allen Segmenten mit sich. Das ist dieser dicke grüne hier. Nee, das ist natürlich nicht der Radialis, der ist weiter hier unten. Das ist der Fasciculus posterior, aus dem dann der
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Speaker A
Nervus radialis entsteht. Der erhält ja von diesen oberen seine Fasern, erhält aus C7 seine Fasern und aus C8 und T1. Hier nebenbei, jetzt müssen wir das doch mal ein bisschen drehen. Hier neben dran entspringt noch ein ganz kleiner Ast oder was heißt ganz kleiner
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Speaker A
Ast, aber ein etwas kleinerer Ast. Das ist der Nervus axillaris, das ist der, der hier hochkommt und die Muskulatur am Schultergürtel innerviert und sensibel die Haut an der Schulter. Der führt natürlich nicht alle Fasern mit sich, ist auch nicht notwendig,
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Speaker A
denn er befindet sich ja nur hier in dieser Schulterregion. Von daher braucht er auch nicht so viele Fasern. Der hat nur die Fasern aus C5 und C6, weil nur diese Bereiche von C5 und C6 innerviert werden. Mehr braucht er gar
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Speaker A
nicht. Die nächsten [Musik] Nerven, das sind die aus dem Fasciculus medialis noch entspringenden, also der Nervus cutaneus antebrachii medialis und der Nervus cutaneus brachii medialis und der Nervus ulnaris. Da können wir uns denken: Gut, hier haben wir die Segmente
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Speaker A
C8 und T1, also werden sie schon mal diese Segmente mit sich führen. Da gibt's leider auch eine kleine Ausnahme beim Nervus ulnaris und beim Nervus cutaneus antebrachii medialis, also die zwei, die weiter distal liegen und noch so ein
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Speaker A
bisschen nah beieinander liegen. Bei denen trifft das zu, die haben ihre Fasern aus den Segmenten C7 und T1. Beim Nervus cutaneus brachii medialis, der ein bisschen weiter proximaler liegt, ein bisschen einsam verläuft, der bezieht seine Fasern nur
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Speaker A
aus T1 und zusätzlich aus T2. Nachdem wir uns jetzt hier einen groben Überblick verschafft haben über den Plexus brachialis, kommen wir auch schon zu den ersten klinischen Bezügen, denn schon im Bereich des Plexus gibt es vor allem zwei Stellen, an denen es zu
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Speaker A
Schäden oder Problemen kommen kann. Die ersten Stellen wären direkt die Nervenwurzeln. Da kann es passieren, dass durch starke Zugwirkung auf den Arm diese Nervenwurzeln abgerissen werden können, wieder teilweise oder sogar ganz. Das kann auch passieren beim Säugling während des Geburtsvorgangs, wenn man das
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Speaker A
Kind aus dem Geburtskanal zieht und zu fest zieht, dass man da Nerven abreißen kann. Die nächste Problemzone sozusagen ist hier die Skalenuslücke, also diese Lücke zwischen dem Musculus scalenus anterior und dem Musculus scalenus medius. Da kann es dazu kommen, dass der Plexus
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Speaker A
brachialis komprimiert, also abgedrückt wird, entweder weil die Muskeln hypertrophiert sind, also zu dick oder zu groß geworden sind, oder was auch sein kann, es ist zwar auch relativ sel...
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Speaker A
sich hiermit drüber legt und so auf den Plexus brachiales drückt die skalenuslücke ist auch noch eine Stelle bei der die Arteria axillaris komprimiert werden kann und es dadurch ähm zu Durchblutungsstörung in der ob entsprechenden oberen Extremität kommen kann
Topics:Plexus brachialisNervenTrunciFasciculiNervus musculocutaneusNervus medianusNervus ulnarisNervus radialisNervus axillarisSkalenuslücke

Frequently Asked Questions

Aus welchen Rückenmarksegmenten wird der Plexus brachialis gebildet?

Der Plexus brachialis wird aus den Rami anteriores der Spinalnerven C5 bis T1 gebildet.

Welche Nerven entstehen aus dem Fasciculus lateralis?

Aus dem Fasciculus lateralis entstehen unter anderem der Nervus musculocutaneus und ein Teil des Nervus medianus.

Welche klinischen Probleme können im Bereich des Plexus brachialis auftreten?

Häufige Probleme sind Nervenwurzelabrisse durch Zugverletzungen und Kompressionen in der Skalenuslücke, etwa durch Muskelhypertrophie.

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