Überblick über die somatosensorischen Bahnen im Rückenmark mit Fokus auf Hinterstrangbahnen und deren topografische Organisation.
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Key Takeaways
- Die Hinterstrangbahnen sind topografisch organisiert und führen sensorische Informationen aus verschiedenen Körperregionen.
- Fasciculus gracilis transportiert Informationen aus der unteren Körperhälfte, Fasciculus cuneatus aus der oberen.
- Sensorische Signale werden über pseudo-unipolare Neuronen im Spinalganglion weitergeleitet.
- Die Bahnen verlaufen ipsilateral bis zum Hirnstamm und kreuzen erst dort.
- Die genaue Lokalisation von Rückenmarksschäden kann anhand der betroffenen sensorischen Bahnen bestimmt werden.
What the video covers
- Einführung in Querschnitte des Rückenmarks mit Fokus auf Hinterstrangbahnen für Feinwahrnehmung.
- Vorstellung der Rezeptoren wie Meißner-Tastkörperchen, Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorgane.
- Erklärung der sensorischen Signalweiterleitung über Radix posterior und Spinalganglion.
- Beschreibung des pseudo-unipolaren Neurons und seiner Funktion bei der Signalweiterleitung.
- Topografische Organisation der Hinterstrangbahnen mit medialen und lateralen Faszikeln.
- Unterscheidung zwischen Fasciculus gracilis (medial, untere Körperhälfte) und Fasciculus cuneatus (lateral, obere Körperhälfte).
- Segmentale Zuordnung der Faszikeln und deren Anordnung im Rückenmark.
- Erklärung der ipsilateralen Bahnen bis zum Hirnstamm ohne Kreuzung.
- Klinische Relevanz der topografischen Organisation bei Rückenmarksschäden und Tumoren.
- Zusammenfassung der wichtigsten anatomischen und funktionellen Aspekte der somatosensorischen Bahnen.
Chapters
- 00:00Einführung in die Hinterstrangbahnen des Rückenmarks
- 00:50Rezeptoren und afferente Signale
- 01:40Spinalganglion und erste Neuronenstation
- 02:25Signalweiterleitung über das Hinterhorn
- 03:10Segmentale Organisation der Hinterstrangbahnen
- 03:54Topografische Anordnung der sensorischen Fasern
- 04:39Klinische Bedeutung der Bahnanordnung
- 05:58Fasciculus gracilis und Fasciculus cuneatus
- 06:43Anzahl der Faszikeln und Seitenlage der Bahnen
- 07:31Ipsilateraler Verlauf bis zum Hirnstamm
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Speaker A
So, hier haben wir erst einmal zwei Querschnitte durch das Rückenmark gefangen, mit den Hinterstrangbahnen. Annehmen wir, hier kommen die kritischen Fasern, also die Feinwahrnehmung der unteren Extremität an, und hier die der oberen Extremitäten.
Speaker A
In welchem Punkt starten wir da am besten? Natürlich bei den Rezeptoren. Welche Rezeptoren brauchen wir, um die verschiedenen afferenten kritischen Signale zu registrieren? Histologie der Haut könnte da jetzt zum Beispiel weiterhelfen. Meißner-Tastkörperchen habt ihr bestimmt schon gehört, oder Vater-Pacini-Körperchen.
Speaker A
Wir gehen da jetzt nicht im Detail darauf ein. In den Muskeln und Sehnen finden wir dann Muskelspindeln und Golgi-Sehnenorgane. All diese Informationen werden zum Rückenmark weitergeleitet. Der Einfachheit halber nehmen wir im Diagramm jetzt nur eine
Speaker A
kritische Qualität hier exemplarisch, die vom Meißner-Körperchen. Über welche Spinalnervenwurzel gelangen diese jetzt wo genau hin im Rückenmark? Klar, über die Radix posterior in das Hinterhorn. Es handelt sich ja um sensorische Grenzen, und was ist das hier?
Speaker A
Logisch, das ist das Spinalganglion, und hier sitzen die ersten Neurone dieser übrig kritischen Sensibilität transportierenden Bahn. Wir werden sehen, dass diese Information an bestimmten Stellen noch auf weitere andere Neurone umgeschaltet wird. Es gibt also mehrere Stationen, die erste hier ist
Speaker A
exemplarisch das Neuron hier im Spinalganglion. Dieses Neuron wird als pseudo-unipolar bezeichnet, und Dendriten und Achsen liegen so nah beieinander, dass es erst so aussah, als ob sie nur ein Axon hätten. Später hat man dann festgestellt, da kommt
Speaker A
Aktionspotenzial über die Dendriten rein und geht als vom Neuron generiertes Aktionspotenzial wieder über ein Axon hinaus und liegen einfach nur so dicht beieinander, dass es aussieht wie ein und dasselbe. Über das Hinterhorn geht es dann weiter zur
Speaker A
Autobahn, also zum Hinterstrang, und im Hinterstrang geht es dann Richtung oben. Aber wir haben ja hier nicht nur einen Fahrstreifen, wir haben ja sonst keine Autobahn, sondern auf jedem Rückenmarksegment kommen neue Fahrstreifen hinzu. Wenn das jetzt hier zum Beispiel
Speaker A
Informationen von Höhe L3 sind, dann kommt eine neue auf L2, also in der nächsten Ebene eins drüber, dazu, dann in der nächsten Ebene L1 wieder eine neue Bahn dazu, und das Ganze folgt einem bestimmten System. Die am weitesten grau
Speaker A
der hereinkommenden Informationen laufen am weitesten medial, also unmittelbar lateral des Fasciculus medialis posterior. Die etwas weiter lateral gelegenen Segmente laufen dann ein Stückchen weiter lateral davon und so weiter. Es wird quasi einfach weiter seitlich drangehängt. Das heißt,
Speaker A
sensorische Informationen vom Fuß laufen am weitesten medial, vom Unterschenkel ein bisschen lateral davon, vom Oberschenkel noch ein Stückchen mehr lateral davon und so weiter. Dieses System setzt sich entlang des gesamten Rückenmarks fort. Die afferenten kritischen Fasern der oberen
Speaker A
Extremität laufen der logischerweise noch weiter lateral des Fasciculus medialis posterior. Zusammenfassend kann man also sagen, die medialen Hinterstrangbahnen führen die Informationen aus der unteren Körperhälfte, die lateralen Hinterstrangbahnen führen die Information aus der oberen
Speaker A
Extremität. Diese Bahnen sind also topografisch angeordnet. Ein bestimmtes Gebiet läuft entlang einer fest definierten Bahn, und das ist auch der Grund, weshalb diese Empfindung so super exakt ist. Warum reiße ich da jetzt so drauf rum? Weil ihr
Speaker A
je nachdem, wo ein Patient einen Ausfall hat, einen Ausfall der politischen Sensibilität, ihr wisst dann ziemlich genau, wo am Rückenmark ihr unter Umständen nach einem Schaden suchen müsst. Sitzt zum Beispiel ein Tumor irgendwo hier direkt in der Mitte und
Speaker A
zerstört die medialen Bahnen, hat der Patient Probleme in der unteren Körperhälfte, zum Beispiel den Füßen. Sitzt der Tumor jetzt aber weiter lateral, hat der Patient möglicherweise eher ein Problem in einer seiner oberen Extremitäten. Diese einzelnen Bahnen von den einzelnen
Speaker A
Segmenten werden gebündelt zusammengefasst. Alle Axone bis ungefähr T6, also bis zum sechsten Brustsegment, laufen im medialen Bündel. Ja, sich hier wohl gut die rote Bahn durchläuft. Alle Axone darüber, also die für die obere Körperhälfte, laufen hier im lateralen
Speaker A
Bündel, also bei dieser orangenen Bahn. Das mediale Bündel heißt Fasciculus gracilis, und das laterale heißt Fasciculus cuneatus. Wie vermeidet ihr, dass ihr die beiden durcheinanderbringt? Ganz einfach: Am Oberschenkel habt ihr doch den Musculus gracilis, also führt der Fasciculus gracilis
Speaker A
Ziel ist die Information von der unteren Körperhälfte und ist der mediale der beiden Hinterstrangbahnen. Und nicht vergessen, wir haben das System für beide Körperhälften, also Fasciculus cuneatus, Fasciculus gracilis. Noch mal: Fasciculus gracilis und Fasciculus cuneatus.
Speaker A
Wie viele Faszikeln haben wir dann zum Beispiel auf Höhe L1/2? Fasciculus gracilis links umfasst sechs Faszikeln, rechts haben wir kein Fasciculus cuneatus unterhalb von C6. Und wie viele haben wir dann auf Höhe meistens T3? Genau, der Hammer: zweimal Fasciculus gracilis und zweimal den Fasciculus cuneatus. Ok, fahren wir also weiter nach oben. Bis jetzt befinden sich die Bahnen für die rechte Körperhälfte auf der rechten Seite und für die linke Körperhälfte auf der linken Seite. Sie kreuzen sich hier
Speaker A
auf diesen Segmenten noch nicht, sondern verlaufen ipsilateral. Das ist das Schlagwort für auf derselben Seite bis zum Hirnstamm.
Speaker A
auf diesen segmenten noch nicht sondern verlaufen y das ist das schlagwort für auf derselben seite bis zum hirnstamm
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