Neuroanatomie – Hirnstamm (Vorschau) — Transcript

Detaillierte Einführung in die Hirnstammkerne und deren Funktionen, insbesondere somato- und viszeromotorische Kerne der Hirnnerven.

Key Takeaways

  • Die Hirnstammkerne sind funktionell nach somato- und viszeromotorischen Aufgaben gegliedert.
  • Der Nucleus ambiguus ist ein wichtiger Kern für spezielle viszeromotorische Fasern der Hirnnerven IX und X.
  • Die Steuerung der mimischen Muskulatur erfolgt über spezielle Kerne und ist teils willkürlich, teils automatisch.
  • Augenbewegungen und parasympathische Funktionen werden von klar benannten Kernen im Mittelhirn und Pons gesteuert.
  • Der Nervus accessorius hat seinen Kern außerhalb des Hirnstamms im oberen Rückenmark.

Summary

  • Einordnung der Nervenkerne in der Medulla oblongata mit Fokus auf somatomotorische und viszeromotorische Kerne.
  • Beschreibung des Nucleus nervi hypoglossi und seiner Rolle bei der Zungenmuskulatur.
  • Erklärung der autonom gesteuerten glatten Muskulatur im Kopfbereich, z.B. Pupillen- und Linsenmuskulatur.
  • Funktion und Lage des Nucleus dorsalis nervi vagi für den Nervus vagus (X).
  • Besonderheiten der semi-automatischen Muskulatur, z.B. mimische und Kaumuskulatur, mit Bezug auf den Nucleus ambiguus.
  • Darstellung der somatomotorischen Kerne im Pons und Mesencephalon für Augenmuskeln (Nervi III, IV, VI).
  • Viszeromotorische Kerne für Speichel- und Tränendrüsen (Nucleus salivatorius superior und inferior).
  • Bedeutung des Edinger-Westphal-Kerns für parasympathische Steuerung der Augenmuskulatur.
  • Erklärung der komplexen Faserqualitäten der Hirnnerven und deren Verteilung auf mehrere Kerne.
  • Besonderheit des Nucleus nervi accessorii im Rückenmark zur Innervation von Musculus sternocleidomastoideus und trapezius.

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Speaker A
Sodann sortieren wir hier mal die hier Nervenkerne ein. Erst einmal in der Medulla oblongata. Die allgemein somatomotorischen Kerne müssten ja postareal und vor allem medial liegen. Und tatsächlich findet sich hier ein motorischer Hirnnervenkern,
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Speaker A
der des Zwölften, hier Nerven der Nukleus nervi hypoglossi und natürlich auch in der lateralen Ansicht am weitesten hinten. Und der Nerv dazu, der Nervus hypoglossus, versorgt die Zungenmuskulatur. Da wir die Zunge willkürlich steuern, sind es allgemein somatomotorische Fasern.
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Speaker A
Auch wenn ich mir bei manchen nicht ganz sicher bin, ob das mit der willkürlichen Steuerung der Zunge wirklich so hundertprozentig stimmt. Ok, also allgemein somatomotorische Fasern aus diesem Kern bilden dann den Nervus hypoglossus. Und hier im
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Speaker A
Querschnitt wäre dieser Kern dann hier zu finden. Daneben finden wir die allgemein-viszeromotorischen Kerne. Auch im Kopfbereich haben wir natürlich Drüsen. Ich denke da nur an die Tränendrüsen oder Speicheldrüsen, aber auch glatte Muskulatur. Wo haben wir denn allgemein am
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Speaker A
Kopfbereich glatte Muskulatur, also Muskulatur, die vom autonomen Nervensystem gesteuert wird? Gefäße ist immer eine gute Antwort, das ist auch der Grund, warum ihr in der Prüfung blass und in peinlichen Situationen im Gesicht rot werdet. Aber wo sitzen noch glatte Muskeln?
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Speaker A
Die inneren Augenmuskeln werden zum Beispiel auch autonom gesteuert, also die Position der Linse und die Weite der Pupille. Der Nerv, der aus diesem Kern hier in der Medulla oblongata entspringt, ist aber nicht für die Tränendrüsen oder Augenmuskeln zuständig. Dieser Nerv ist der weitgehend autonom für Drüsen
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Speaker A
und glatte Muskulatur bis zur linken Kolik und Flexuhr, der Nervus vagus, natürlich der zehnte. Und das ist dann der Nukleus dorsalis nervi vagi. Und auch hier im Querschnitt sitzt er dann genau neben dem hier Nervenkerne des Zwölften, hier Nerven.
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Speaker A
Jetzt wird es zum ersten Mal speziell. Im Kopfbereich haben wir, wie im Rest des Körpers, normale Skelettmuskulatur. Genauso haben wir wie im Rest des Körpers Drüsen und glatte Muskulatur. Im Kopfbereich haben wir aber auch semi-automatische Muskulatur, also irgendetwas
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Speaker A
zwischen diesen beiden hier. Und diese speziellen Muskeln entwickeln sich aus ganz speziellen Strukturen im embryologischen Bereich. Was war das noch mal für Strukturen? Genau, die Kiemen. Das beste Beispiel hierfür sind unsere mimischen Muskeln. Wir können willkürlich Lächeln erwirken, aber auch automatisch
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Speaker A
lächeln, wenn wir zum Beispiel gerade in den Prüfungsergebnissen lesen, dass wir eine einzelne Anatomie geschrieben haben, was ihr natürlich alle werdet, wenn ihr diesen Kurs hierdurch genommen habt. Andere Beispiele sind unsere Kaumuskulatur. Beim Kaugummikauen müssen wir nicht extra daran denken, den Kaugummi
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Speaker A
zu kauen oder spezielle Larynx-Erfahrungsmuskulatur, die mit der Lautbildung zu tun hat. Wenn euch jemand ordentlich auf die Füße tritt, fällt es einem dann schon schwer, einen Schrei zu unterdrücken. So etwas Spezielles brauchen wir ein Extra-Lob.
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Speaker A
Weil es hier schon ziemlich eng geworden ist, sitzt dieser oder tanzt dieser ein bisschen aus der Reihe. Und die alten Anatomen waren ratlos, als sie anfingen, den Hirnstamm zu studieren. Wieso sitzt an dieser Stelle ein Kern, das passt gar nicht ins System. Und sie
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Speaker A
rätselten und rätselten, nannten ihn dann zum Schluss den rätselhaften Kern, Nucleus ambiguus. Wir wissen jetzt natürlich, wofür er zuständig ist. Er gibt speziell sehr spezielle viszeromotorische Fasern ab, und das an die Hirnnerven 10 und 9,
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Speaker A
oder neun und zehn. Die beiden teilen sich sozusagen den Nucleus ambiguus. Nummer 10, Nervus vagus, und Nummer 9, Nervus glossopharyngeus. Jetzt hatten wir uns die viszeromotorischen Kerne in der Medulla oblongata speziell angeschaut, aber dieses System setzt sich auch in
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Speaker A
der Pons und im Mesencephalon fort. Welche allgemein somatomotorischen Nerven haben wir noch, die vom Hirnstamm entspringen? Wir hatten Nummer 3, den Nervus oculomotorius. Ihr braucht natürlich einen Hirnnervenkern, wo er seine Fasern beziehen kann. Dann
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Speaker A
haben wir Nummer 4, den Nervus trochlearis, und Nummer 6, Nervus abducens. Und die Kerne heißen zum Glück einfach nach den Nerven: Nucleus nervi oculomotorii, Nucleus nervi trochlearis und Nucleus nervi abducentis. Welche Muskeln haben die nochmal
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Speaker A
gesteuert? Richtig, die äußeren Augenmuskeln. Und in der lateralen Ansicht haben wir die natürlich auch. Genauso verhält es sich mit den allgemein viszeromotorischen Fasern. Auch da haben wir natürlich mehr als nur den Vagus-Kern, der ja eher den Rumpf innerviert.
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Speaker A
Woher kommen jetzt aber die Fasern, die zum Beispiel die Tränendrüsen, die Viren oder Speicheldrüsen innervieren? Immerhin wissen wir, wo wir diese suchen müssen. Lateral von den allgemein somatomotorischen Kernen. Neuroanatomie ist in den meisten Fällen ja total logisch. Die Kerne, die wir also
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Speaker A
zum einen brauchen, oder auch da wird uns das Wasser im Mund zusammenlaufen, sitzen hier in einer Linie direkt am Übergang Pons und Medulla oblongata. Haben wir den Nucleus salivatorius inferior und Überraschung darüber den Nucleus salivatorius superior.
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Speaker A
Salivatorius ist lateinisch der Speichel. Von dem oberen Kern hier gehen die Fasern zu Speicheldrüsen, aber auch zu Tränendrüsen. Der untere hier hat nur was mit Speicheldrüsen zu tun. Dann haben wir noch gesagt, dass wir in den Augen glatte Muskulatur haben für
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Speaker A
Pupille und Linse. Die brauchen auch einen allgemein viszeromotorischen Kern oder allgemein viszeromotorische Fasern. Die kommen aus diesem Kern ganz weit kaudal gelegen. Und weil dieser ein inniges Verhältnis mit dem Nucleus nervi oculomotorii hat, heißt dieser
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Speaker A
Nucleus einfach nur parasympathicus accessorius oder auch Edinger-Westphal-Kern. Ich konnte mir komischerweise letztere Bezeichnung besser merken, fragt mich nicht warum. In der lateralen Ansicht haben wir die Kerne dann hier. Kommen wir zur dritten Gruppe von viszeromotorischen Fasern,
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Speaker A
die speziell bis zur viszeromotorischen Kerne. Der rätselhafte Kern, der Nucleus ambiguus. Es gibt Fasern zur Ladungs-Erfahrungsmuskulatur. Darüber finden wir den Kern, der die Fasern für die mimische Muskulatur bereitstellt, und die Fasern transportiert der Nervus facialis. Dann brauchen wir noch Fasern für die
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Speaker A
Kaumuskulatur. Die laufen dann über den Nervus trigeminus. Ihr seht, es ist keineswegs so, dass ein Hirnnerv nur eine Faserqualität beinhaltet oder nur motorisch oder nur sensorisch ist. Das sehen wir dann gleich. Manche schnappen sich einfach mehrere
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Speaker A
Faserqualitäten. Genauso muss ein Kern auch nicht nur Fasern nur für einen Hirnnerv abgeben. Deshalb ist es ja auch so spannend, Hirnnerven zu lernen. Deshalb macht es auch umso mehr Spaß, die zu prüfen. Ok, bevor wir speziell bis zur
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Speaker A
viszeromotorischen Kerne noch fortführen, durfte natürlich nicht vergessen werden, 7 und 5, 4 lateral noch einzuzeichnen. Gut, speziell wisst ihr, viszeromotorisch heißt ja, ich speziell, wenn da nicht noch etwas aus der Reihe tanzen würde. Ein Hirnnervenkern sitzt nicht mehr im
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Speaker A
Hirnstamm, sondern ist nach unten gerutscht und sitzt im Rückenmark auf Höhe der Segmente C1 bis C5. Das ist der Kern des Nervus accessorius, und der innerviert noch mal welche Muskeln genau? Musculus sternocleidomastoideus und Musculus trapezius.
Topics:HirnstammNervenkerneMedulla oblongataNervus hypoglossusNervus vagusNucleus ambiguussomatomotorischviszeromotorischHirnnervenNeuroanatomie

Frequently Asked Questions

Welche Funktionen hat der Nucleus ambiguus im Hirnstamm?

Der Nucleus ambiguus gibt spezielle viszeromotorische Fasern an die Hirnnerven IX (glossopharyngeus) und X (vagus) ab. Er ist zuständig für die Steuerung der Kaumuskulatur, mimischen Muskulatur und Larynxmuskulatur.

Welche Hirnnervenkerne sind für die Steuerung der Augenmuskulatur verantwortlich?

Die somatomotorischen Kerne für die Augenmuskulatur sind der Nucleus nervi oculomotorii (III), Nucleus nervi trochlearis (IV) und Nucleus nervi abducentis (VI). Sie steuern die äußeren Augenmuskeln.

Wo befindet sich der Kern des Nervus accessorius und welche Muskeln innerviert er?

Der Kern des Nervus accessorius liegt im Rückenmark auf Höhe der Segmente C1 bis C5. Er innerviert die Muskeln sternocleidomastoideus und trapezius.

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