Wolfgang Amadeus Mozart: Das Leben eines Wunderkinds | Berühmte Persönlichkeiten

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Speaker A
Stell dir vor, du wärst fünf Jahre alt und komponierst bereits deine ersten Musikstücke.
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Speaker A
Mit sechs Jahren trittst du vor Kaiserin Maria Theresia auf, mit acht Jahren beherrschst du mehrere Instrumente perfekt.
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Speaker A
Genau das war Wolfgang Amadeus Mozart.
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Speaker A
Dieses musikalische Genie wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren, zeigte früh außergewöhnliches Talent und erlangte rasch den Ruf eines Wunderkindes.
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Speaker A
Sein Lebenswerk umfasst über 600 Kompositionen, darunter Opern, Sinfonien, Konzerte, Kammermusik und geistliche Werke, die im Jahr 1862 veröffentlichten Köchelverzeichnis katalogisiert sind.
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Speaker A
Wolfgang Amadeus Mozart verstarb am 5. Dezember 1791 in Wien, im Alter von nur 35 Jahren.
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Speaker A
Mozart, der posthum oft als größtes musikalisches Genie aller Zeiten gefeiert wurde, erhielt am 28. Januar 1756, einen Tag nach seiner Geburt, die Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus.
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Speaker A
Schon als Jugendlicher bevorzugte er für Theophilus die italienische Form Amadeo, in seinen späteren Jahren nannte er sich meist Amade, die bekannte lateinische Variante Amadeus, wurde erst nach seinem Tod verbreitet.
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Speaker A
Bereits mit fünf Jahren komponierte Mozart seine ersten kleinen Menuette und Klavierstücke, die er noch vor seinem Schuleintritt vollendete.
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Speaker A
Mit sechs Jahren trat er am kurfürstlichen Hof in München auf, kurz darauf vor Kaiserin Maria Theresia und ihrer Tochter Marie Antoinette im Schloss Schönbrunn in Wien.
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Speaker A
Der Überlieferung nach soll die Kaiserin ihn dort sogar auf den Schoß genommen haben.
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Speaker A
Im Alter von acht Jahren beherrschte Mozart Klavier, Violine und Orgel bereits so sicher, dass er bei Konzerten mühelos zwischen den Instrumenten wechselte und sein Publikum mit seiner Virtuosität in Staunen versetzte.
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Speaker A
Wolfgang war das siebte und letzte Kind des aus Schwaben stammenden Leopold Mozart, der als Hofkomponist und Vizekapellmeister in Salzburg wirkte, und dessen Ehefrau Anna Maria Pertl.
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Speaker A
Die fünf Jahre ältere Schwester Maria Anna, genannt Nannerl, galt zunächst als erstes Wunderkind der Familie und überzeugte mit ihrem meisterhaften Spiel auf Klavier und Violine, wurde jedoch später in den Schatten ihres außergewöhnlich begabten Bruders gedrängt.
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Speaker A
Im Anschluss an die ersten erfolgreichen Auftritte in München und Wien brach der siebenjährige Mozart im Jahr 1763 mit seinem Vater, seiner Mutter und seiner Schwester Nannerl zu einer mehrjährigen Konzertreise auf, diese führte sie zu nahezu allen musikalisch bedeutenden Höfen in Süd- und Westdeutschland, sowie nach Frankreich, England, in die Niederlande und in die Schweiz, nach dreieinhalb Jahren, im November 1766, kehrte die Familie nach Salzburg zurück.
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Speaker A
In dieser Zeit entstanden Mozarts erste Sonaten für Violine und Klavier, sowie seine ersten drei Sinfonien.
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Speaker A
Bereits 1767 folgten ein geistliches Singspiel und eine lateinische Schuloper.
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Speaker A
Noch im selben Jahr reiste der Vater mit Wolfgang zum zweiten Mal nach Wien, während dieses Aufenthalts erkrankte der junge Mozart an den Blattern, erholte sich jedoch rasch und komponierte in dieser Phase seine erste Opera buffa, diese Gattung zeichnet sich durch lebhafte, eingängige Melodien und heitere Sujets aus, zusätzlich schrieb er ein weiteres Singspiel, das seine enorme Vielseitigkeit schon in jungen Jahren unter Beweis stellte.
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Speaker A
Leopold Mozart agierte nicht nur als zielstrebiger Impresario, sondern war zugleich ein ausgezeichneter Pädagoge, da es in jener Zeit noch keine allgemeine Schulpflicht gab, unterrichtete er seine Kinder persönlich im Lesen, Schreiben und in Fremdsprachen und natürlich umfassend in der Musik.
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Speaker A
Auf den Konzertreisen stellte er seinen Sohn den wichtigsten Musikern und Komponisten der Epoche vor, etwa Johann Christian Bach, dem jüngsten Sohn Johann Sebastian Bachs, Carl Friedrich Abel und Joseph Haydn.
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Speaker A
Diese Begegnungen, sowie das eingehende Studium ihrer Werke prägten und bereicherten Mozarts eigenes Schaffen tiefgreifend, die Familie verbrachte nur wenig Zeit gemeinsam in Salzburg, da die Konzertreisen oft lange andauerten.
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Speaker A
Ende 1769 brach Leopold Mozart zum ersten Mal allein mit seinem Sohn Wolfgang nach Italien auf, dort vertiefte sich der junge Komponist in die Werke der Barockmeister und studierte intensiv den Kontrapunkt, jene Kompositionstechnik, bei der mehrere unabhängige Melodielinien gleichzeitig erklingen, in Rom wurde 1770 der erst 14-jährige Mozart von Papst Clemens dem 14. zum Ritter vom Goldenen Sporn geschlagen, eine Auszeichnung, die vor ihm nur wenigen Musikern verliehen worden war.
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Speaker A
In Bologna trat Mozart in die angesehene Accademia Filarmonica ein und schrieb unter anderem eine Opera seria, typischerweise mit tragischen oder ernsten Themen, sowie sein erstes Streichquartett, nach der zweiten Italienreise 1771, auf der eine zuvor bestellte Oper uraufgeführt wurde, komponierte er zudem ein Oratorium, ein mehrteiliges Werk für Orchester, Chor und Solisten mit meist geistlichen Inhalten.
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Speaker A
Im Jahr 1772 folgte schließlich eine Serenata dramatica, die anlässlich des Amtsantritts des neuen Erzbischofs Graf Colloredo uraufgeführt wurde, dieser ernannte Mozart mit 16 Jahren zum Konzertmeister am Salzburger Hof, eine Position, in der er die erste Violine spielte, musikalische Einsätze gab und für die Qualität des Orchesters mitverantwortlich war.
10:04
Speaker A
Nach Abschluss seiner dritten und letzten Italienreise im Jahr 1773, auf der eine weitere Auftragsoper uraufgeführt wurde, hatte Mozart sein Können in der Opernkomposition soweit verfeinert, dass er selbst von namhaften italienischen Kollegen als überlegen wahrgenommen wurde.
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Speaker A
Jahrzehnte später äußerte sich der berühmte Opernkomponist Gioachino Rossini bewundernd über Mozart, seitdem die Deutschen Mozart hervorgebracht haben, seien die Südländer auf ihrem ureigenen Feld geschlagen, da Mozart mit dem ganzen Zauber der italienischen Kantilene zugleich die deutsche Gemütstiefe in seiner reich entwickelten Harmonie vereine.
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Speaker A
Diese Sicht betont eindrucksvoll, wie Mozart beide Klangwelten in seinem Schaffen zu verbinden wusste, der junge Mozart empfand zunehmend den Wunsch eigene Werke ohne Vorgaben zu komponieren.
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Speaker A
Nach einer weiteren Reise nach Wien, wo er sich erneut mit der Wiener Klassik auseinandersetzte und in engem Kontakt zu Joseph Haydn stand, kehrte er nach Salzburg zurück und begann seine sogenannte erste Salzburger Periode, hier wurden Mozarts unerschöpfliche Kreativität, sowie sein außergewöhnliches Gespür für musikalische Formen und Strukturen offensichtlich, dennoch fühlte er sich im Umfeld des Salzburger Hofes und der oft starren Hofhierarchien eingeengt.
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Speaker A
Er bat um seine Entlassung und reiste 1777 zusammen mit seiner Mutter über München und Augsburg nach Mannheim, dort lernte er die 17-jährige Aloysia Weber kennen, eine hochbegabte Sängerin aus einer angesehenen Musikerfamilie, in die er sich Hals über Kopf verliebte, sehr zum Missfallen seines Vaters Leopold, Mozart hoffte an einem größeren Hof mit eigenem Opernhaus eine Anstellung zu finden, doch diese Bemühungen blieben erfolglos, 1778 reiste er schließlich weiter nach Paris, dort befand sich die Opernwelt im Spannungsfeld zwischen Christoph Willibald Gluck, der einen reformierten, ernsteren Opernstil vertrat und Niccolò Piccinni, der an der traditionellen italienischen Oper festhielt, dieser Konflikt erschwerte es Mozart eine feste Anstellung in Paris zu erlangen.
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Speaker A
Auch privat musste Mozart bittere Rückschläge hinnehmen, seine Mutter erkrankte 1778 in Paris schwer und verstarb dort, ein Verlust, der ihn tief erschütterte, zudem kehrte er allein nach Salzburg zurück, da Aloysia Weber, für die er zahlreiche Arien als musikalische Liebesbeweise komponiert hatte, seinen Heiratsantrag entschieden ablehnte, ihre Zurückweisung traf ihn ebenso hart wie der Tod seiner Mutter und stürzte ihn in eine Phase großer Entmutigung.
14:13
Speaker A
Seine Briefe an den Vater zeugen von Frustration und Resignation, zudem komponierte er in dieser Zeit weniger große Werke, in seiner Niedergeschlagenheit nahm Mozart erneut eine Stellung beim Salzburger Erzbischof Graf Colloredo an, diesmal zumindest zu besseren finanziellen Konditionen, doch auch diese Verbesserung konnte seine Unzufriedenheit und das Gefühl der künstlerischen Einschränkung nicht aufheben, immerhin entstanden in dieser Phase bedeutende Werke, wie die Oper Idomeneo und die Singspieloper Die Entführung aus dem Serail.
15:28
Speaker A
Im Jahr 1781 kam es zum endgültigen Zerwürfnis zwischen Mozart und Erzbischof Colloredo, woraufhin Mozart sich in Wien niederließ und nun weitgehend als freier Komponist und Musiker arbeitete, in dieser Schaffensperiode entstanden einige seiner wichtigsten Kompositionen, darunter die Haffner-Sinfonie im Jahr 1782, im selben Jahr zog er als Untermieter bei der Familie Weber in Wien ein, wo er Konstanze, die jüngere Schwester seiner früheren Liebe Aloysia Weber, kennenlernte, die beiden verliebten sich und trotz des anfänglichen Widerstands ihrer Mutter heirateten sie am 4. August 1782.
16:50
Speaker A
Sein Leben war nahezu vollständig der Musik gewidmet, seine Kompositionen zeichnen sich durch außergewöhnliche Tiefe, große Vielfalt und emotionale Intensität aus und setzten in der klassischen Musik Maßstäbe, die bis heute von Bedeutung sind, trotz zahlreicher Rückschläge hinterließ Mozart ein unvergleichliches Erbe, das ihn über seinen frühen Tod hinaus als einen der größten Komponisten der Musikgeschichte etablierte.
17:18
Speaker A
Mozarts lebhafter und kreativer Geist kollidierte oft mit den Anforderungen des bürgerlichen Alltags, sowie mit der Vorstellung einer ruhig geführten Ehe, Konstanze Weber, die er 1782 heiratete, beruhte zwar auf Zuneigung, galt jedoch auch als pragmatische Wahl, Mozarts Vater Leopold war gegen die Heirat und hielt Konstanze für keine standesgemäße Partie, zudem zeigte sich in späteren Jahren, dass ihre Ehe zwar stabil war, aber nicht in allen Belangen Mozarts tiefen Sehnsüchten entsprach, insbesondere nach künstlerischer Inspiration und leidenschaftlicher Liebe, das Paar hatte insgesamt sechs Kinder, von denen allerdings nur zwei, Karl Thomas Mozart und Franz Xaver Wolfgang Mozart, das Erwachsenenalter erreichten.
18:49
Speaker A
Wie sein Vater Leopold war Mozart Freimaurer und stand der aufklärerischen Gedankenwelt nahe, er lehnte sowohl die weltlichen als auch kirchlichen Formen des Adels ab und empfand deren höfisches Zeremoniell oft als starr und überheblich, obwohl Mozart in Wien zunächst große Erfolge feierte und einige seiner Opern bejubelt wurden, verschlechterte sich seine finanzielle Lage zunehmend, seine außergewöhnliche Kreativität und Produktivität konnten weder fehlende feste Anstellungen noch seinen kostspieligen Lebensstil ausgleichen, zudem litt er in diesen Jahren zunehmend unter gesundheitlichen Problemen, kurz vor seinem Tod erhielt er noch zwei vorteilhafte Angebote, eine Kapellmeisterstelle an der Wiener Stephanskirche und einen Kompositionsauftrag aus London, doch es war bereits zu spät, um sein Schicksal grundlegend zu wenden, Mozart verstarb am 5. Dezember 1791 in Wien im Alter von nur 35 Jahren, wahrscheinlich infolge einer schweren Nierenerkrankung, die man heute als Form der Niereninsuffizienz bezeichnen würde.
20:36
Speaker A
Allerdings wurden im Lauf der Jahrhunderte verschiedene andere Theorien zu seiner Todesursache diskutiert, darunter Syphilis oder Herzversagen, in seinen letzten Tagen war er von Krankheit und Schwäche gezeichnet, sein früherer Ruhm bewahrte ihn nicht vor finanzieller Not, da die medizinische Versorgung jener Zeit sehr eingeschränkt war, verschlimmerte sich sein Zustand rasch, bei seinem Tod war er weitgehend mittellos und erhielt nur wenig Unterstützung durch Freunde und Gönner, was sein Ende tragisch und einsam erscheinen lässt, Mozart wurde am 6. Dezember 1791 auf dem Sankt Marxer Friedhof in Wien beigesetzt, in einem schlichten, damals üblichen allgemeinen Grab, ohne besondere Zeremonie, nur wenige Freunde und Angehörige begleiteten ihn auf seinem letzten Weg, sein kurzes Leben war von atemberaubender schöpferischer Kraft und dem unermüdlichen Streben nach musikalischer Perfektion geprägt, gleichzeitig litt er darunter, dass er sich weder an die alltäglichen finanziellen Pflichten anpassen wollte, noch die aristokratische Hofkultur akzeptierte, die ihm oft widerstrebte.
22:28
Speaker A
Seine Genialität erfuhr erst nach seinem Tod die volle Würdigung.

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