Auf ein Wort…Glück | DW Deutsch — Transcript

Gespräch über Glück: Was es ausmacht, wie es erlebt wird und welche Rolle Hoffnung, Sinn und soziale Bindung spielen.

Key Takeaways

  • Glück ist multidimensional und umfasst materielle, soziale und sinnstiftende Aspekte.
  • Hoffnung und Perspektive sind zentrale Elemente, um auch in schweren Zeiten Glück zu empfinden.
  • Glück ist keine dauerhafte Konstante, sondern ein flüchtiges und wiederkehrendes Erlebnis.
  • Soziale Gemeinschaft und Natur spielen eine wichtige Rolle beim Erleben von Glück.
  • Depression ist eng mit dem Verlust von Glücksgefühl und Hoffnung verbunden.

Summary

  • Glück besteht aus drei wesentlichen Komponenten: materieller Absicherung, sozialer Einbindung und Sinnhaftigkeit.
  • Glück ist ein Wechselspiel zwischen der äußeren Umgebung und der subjektiven Bewertung.
  • Menschen brauchen Glück als Überlebens- und Wachstumsinformation, auch in schwierigen Lebensumständen.
  • Hoffnung auf ein besseres Leben kann selbst in extremen Situationen als Glück empfunden werden.
  • Depression wird als Zustand beschrieben, in dem das Glücksgefühl und die Hoffnung fehlen.
  • Glück kann situativ sein, z.B. durch Gemeinschaftserlebnisse oder Naturerfahrungen.
  • Philosophische Perspektiven verbinden Glück mit Geborgenheit, Umfangen sein und Freude am Unsinn.
  • Glück ist flüchtig und muss immer wieder neu erlebt und hergestellt werden.
  • Erinnerungen an Glück fokussieren sich oft auf Höhepunkte und Endpunkte, was das Gedächtnis beeinflusst.
  • Glückserfahrungen sind eng mit Lernprozessen verbunden, die das Bewältigen von Situationen fördern.

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00:14
Speaker A
Hilke Brockmann, herzlich willkommen. Ist Glück Glückssache?
00:18
Speaker B
Nicht nur, aber manchmal fällt einem das Glück auch zu.
00:22
Speaker A
Wann nicht?
00:24
Speaker B
Wann wann es einem nicht zufällt, wenn man Pech hat.
00:28
Speaker A
Ist das Gegenteil von Glück Unglück?
00:33
Speaker B
Ich würde sagen, ja.
00:35
Speaker A
Und was ist mit dem einfach nicht Glück haben?
00:39
Speaker B
Wenn ich nicht Glück habe, dann habe ich ja Unglück gehabt.
00:43
Speaker A
Welche Voraussetzung braucht es denn eigentlich für das Glück?
00:48
Speaker B
Also, was empirische Forschungen zeigen, ist, dass man eigentlich so drei verschiedene Komponenten braucht.
00:58
Speaker B
Und zwar jeder Mensch überall, das ist so eine gewisse materielle Absicherung.
01:08
Speaker B
Das ist in jedem Fall die soziale Einbindung.
01:14
Speaker B
Und das ist auch eine gewisse Sinnhaftigkeit, in der man sich selber irgendwie verortet.
01:20
Speaker A
Braucht man alle drei oder kann man Glück empfinden nur auf der einen Ebene ohne die anderen?
01:26
Speaker B
Ja, also man braucht wohl alle drei, aber man kann sozusagen unterschiedlich gewichten.
01:32
Speaker B
Jedenfalls machen das Leute.
01:33
Speaker A
Ich kenne Menschen, die materiell nicht gesichert sind und jedenfalls von sich behaupten,
01:40
Speaker A
dass sie sehr viel Glück empfinden und dass sie glücklich sind.
01:43
Speaker A
Widerspruch?
01:45
Speaker B
Ja, ist kein Widerspruch, weil man natürlich in der empirischen Forschung sehen würde,
01:50
Speaker B
die bewerten eben das materielle Glück als sehr niedrig an.
01:54
Speaker B
Das ist für sie nicht so einschneidend.
01:58
Speaker B
In ihrem Umfeld ist es wahrscheinlich auch nicht hoch bewertet.
02:03
Speaker B
Und dann kann man natürlich irgendwie andere Dinge mehr in den Vordergrund rücken.
02:08
Speaker A
Ist Glück eine Konstruktion oder dem Menschen immanent?
02:13
Speaker B
Ich glaube, der Mensch und nicht nur der Mensch, sondern jegliche Form von mobilem Leben
02:20
Speaker B
braucht so eine Form der Rückkopplung und der Bewertung von äußeren Umgebung
02:26
Speaker B
oder von äußeren Einflüssen oder von Informationen.
02:30
Speaker B
Und insofern ist es immer ein Wechselspiel zwischen der Umgebung, in der ich mich befinde,
02:35
Speaker B
und der Bewertung, die ich als Subjekt auch vornehme.
02:40
Speaker A
Können Menschen ohne Glück leben und überleben?
02:45
Speaker B
Ich glaube, nein.
02:48
Speaker A
Braucht also ein Mensch glücklich sein, um zu sein?
02:53
Speaker B
Ja.
02:54
Speaker A
Warum?
02:56
Speaker B
Weil es ihm weil es ihm eine eine Information gibt, dass das, wo er sich befindet,
03:05
Speaker B
dass das ein Umfeld ist, in dem er überleben kann und in dem er auch wachsen kann
03:10
Speaker B
und dem er sich entfalten kann.
03:12
Speaker A
Es gibt aber Orte, wo das alles nicht vorhanden ist, wo Menschen tief unglücklich sind,
03:19
Speaker A
wo Menschen sogar geschlagen, gedemütigt werden.
03:23
Speaker A
Und sie können trotzdem überleben.
03:25
Speaker A
Gibt es selbst in den schlimmsten Umständen ein Glück?
03:29
Speaker B
Ja.
03:30
Speaker A
Welches?
03:31
Speaker B
Das Glück zum Beispiel, sich vorzustellen, dass es ein anderes eine ein anderes Leben geben kann
03:36
Speaker B
in der Zukunft, also eine Hoffnung auf ein besseres Leben.
03:40
Speaker B
Das kann Glück sein.
03:42
Speaker B
Das können wir uns ja vorstellen.
03:44
Speaker B
Und danach streben.
03:46
Speaker B
In jedem Fall ist aber dieses unmittelbar erlebte Glück für uns ein Motivator,
03:52
Speaker B
sich aus dieser Situation zu entfernen.
03:56
Speaker A
Ist derjenige, der überhaupt kein Glück mehr fühlt, der der sich depressiv fühlt?
04:02
Speaker B
Ja.
04:05
Speaker A
Ist da die Hoffnung nicht mehr denkbar, fühlbar?
04:09
Speaker B
Ja, offenbar, das ist ja offenbar das Problem der Depressiven,
04:14
Speaker B
dass sie eben kein Licht am Ende des Tunnels sehen
04:18
Speaker B
und sich das sehr schlecht vorstellen können.
04:21
Speaker B
Und das ist so eine genau, da fehlt einfach die Perspektive auf das Glück.
04:28
Speaker B
Und das muss man halt versuchen wiederherzustellen.
04:30
Speaker A
Ist das Gegenteil dessen Naivität, Menschen, die eigentlich im Glück baden wollen,
04:36
Speaker A
sind?
04:38
Speaker B
Ich weiß nicht, ob das unbedingt naive Menschen sind, aber vielleicht sind sie sich
04:43
Speaker B
sie irritieren lassen sich von vielen Sachen vielleicht nicht so viel irritieren.
04:47
Speaker A
Der Philosoph Adorno sagt, Glück ist nichts anderes als das Umfangen sein.
04:53
Speaker A
Nachbild der Geborgenheit in der Mutter.
04:57
Speaker A
Hat er recht?
04:59
Speaker B
Ich finde das ein ganz schönes Bild, ja.
05:01
Speaker B
Ich glaube, es ist dieses Umfangen sein.
05:05
Speaker B
Glaube ich, ist dieser dritte Aspekt, in dem Glück.
05:08
Speaker B
Oder vielleicht ist es ist auch wirklich alle drei.
05:11
Speaker B
Denn die Mutter versorgt einen mit dem materiellen, was man braucht.
05:15
Speaker B
Sie gibt einem den sozialen Austausch.
05:18
Speaker B
Und sie gibt einem vielleicht auch dieses wohlige Gefühl, dass das alles Sinn macht.
05:23
Speaker B
Dass man da ist, wo man ist.
05:25
Speaker B
Vielleicht sind es auch alle drei.
05:26
Speaker A
Das mit dem Sinn machen, würde ich ganz gerne noch mal ein bisschen mit Ihnen diskutieren.
05:30
Speaker A
Was macht denn eigentlich Sinn?
05:32
Speaker B
Das ist sehr variabel zwischen den verschiedenen Menschen.
05:35
Speaker B
Erstaunlicherweise macht eben Religion für viele Menschen Sinn.
05:40
Speaker B
Für andere Menschen ist es das Stiften, das Teilen.
05:45
Speaker B
Das gemeinsam etwas unter Unternehmen.
05:48
Speaker B
Etwas, was größer ist, was über das eigene die eigene Begrenztheit
05:52
Speaker B
und auch die ja, die eigene begrenzte des eigenen Lebens hinaus.
05:54
Speaker A
Viele Menschen sind aber sehr glücklich, wenn es gar nicht so hohe Ziele, die sie gerade formulieren,
05:59
Speaker A
Religion und ähnliches gibt.
06:00
Speaker A
Sie sind einfach glücklich, wenn ihre Fußballmannschaft gewinnt.
06:03
Speaker A
Sie sind glücklich, weil sie in einem schönen Konzert waren.
06:08
Speaker A
Was ist das dann?
06:10
Speaker B
Ja, das ist ein sehr situatives empfundenes Glück.
06:14
Speaker B
Und ich glaube übrigens auch, dass da ganz im Vordergrund steht diese Gemeinschaft.
06:20
Speaker B
Also, ich bin glücklich, weil meine Mannschaft gewinnt und ich bin in diesem Verein.
06:26
Speaker B
Oder ich bin in dem Stadion und alle empfinden es gleichzeitig.
06:31
Speaker B
Und das ist ein doch ein ganz erhebendes Gefühl, dass wir jetzt alle dieses schöne Erlebnis zusammen teilen können.
06:36
Speaker B
Das glaube ich.
06:37
Speaker A
Dann nehmen wir jetzt das Gegenteil.
06:40
Speaker A
Es gibt Menschen, die gehen spazieren.
06:44
Speaker A
Sie sehen Bäume, sie sehen Licht und sind zutiefst glücklich.
06:48
Speaker A
Mit wem teilen Sie das?
06:50
Speaker B
Ich glaube, das teilen Sie auch mit ganz vielen Leuten.
06:53
Speaker B
Denn erstaunlicherweise ist, wenn man Bilder anschaut von Glück, ganz oft die Natur spielt schon eine ganz große Rolle.
06:59
Speaker B
Und auch da ist es doch, das ist der Kosmos.
07:03
Speaker B
Ich würde sagen, das ist auch ein ganz großes Gefühl dahinter, dass das irgendwie, dass man sich in diesem ganzen Umfeld
07:09
Speaker B
zufrieden, aufgehoben oder dass man ja, befriedigt, glaube ich, ist.
07:13
Speaker B
Also.
07:15
Speaker A
Der Philosoph Nietzsche sagt, fast überall, wo es Glück gibt, gibt es Freude am Unsinn.
07:21
Speaker A
Ist Glück eine entfesselnde Erfahrung, muss es etwas gegeben haben, was nicht sinnvoll war?
07:27
Speaker A
Also das Gegenteil, was Sie eben gesagt haben.
07:30
Speaker A
Es gibt Freude am Unsinn.
07:32
Speaker A
Ich fand dieses Bild eigentlich ein sehr schönes.
07:36
Speaker B
Also, dass man dass es so spielerisch ist und dass man Sachen gemacht hat.
07:40
Speaker B
Ja, aber da ist es vielleicht die Erfahrung dieser Unsinn,
07:44
Speaker B
die man macht, ist doch ganz oft auch etwas, wo man sich gegenüber Normen und Erwartungen von anderen darüber erhebt.
07:50
Speaker B
Dass man das bricht, dass man Leute überrascht mit Dingen, weil sie das nicht erwartet haben.
07:56
Speaker B
Und das ist dann der Unsinn, den man machen kann.
08:00
Speaker B
Und man trotzdem das Gefühl hat, man wird man man man kann sich das auch erlauben.
08:05
Speaker B
Man kann da auch aussteigen.
08:07
Speaker B
Man kann sich da auch befreien.
08:08
Speaker A
Fühlen Sie Glück, während wir hier sitzen?
08:12
Speaker B
Ich fühle zunehmend Glück.
08:15
Speaker B
Ich lerne mit der Situation umzugehen und sie ist weniger einschüchternd, als ich am Anfang dachte.
08:21
Speaker A
Macht es Sie glücklich, dass Sie mit der Situation lernen umzugehen?
08:27
Speaker A
Oder der Zustand, der daraus entsteht, dass sie leichter werden?
08:31
Speaker B
Ja.
08:32
Speaker B
Das ist, glaube ich, das.
08:34
Speaker B
Ganz erstaunlich ist ja, dass wir das offenbar so eine so eine Phase ist.
08:39
Speaker B
Das Glück ist ja etwas sehr flüchtiges.
08:41
Speaker B
Das lässt sich nicht konservieren einen ganzen Tag lang.
08:44
Speaker B
Oder man muss das eigentlich immer wieder herstellen.
08:47
Speaker B
Und diese Glückserfahrung schließt oft an an eben an eine Lernerfahrung.
08:56
Speaker B
Wenn man dann glücklich war, dann prägt sich das eben ein.
09:00
Speaker B
Und man lernt davon.
09:02
Speaker B
Und insofern ist dieses diese Erfahrung, die man macht, dass man Situationen beherrscht
09:10
Speaker B
und kontrollieren kann oder dass man sie irgendwie mitsteuern kann.
09:14
Speaker B
Etwas, was einen glücklich macht.
09:16
Speaker A
Das Gedächtnis ist trotzdem der größte Schwindler der Welt.
09:20
Speaker A
Die Erinnerungen sind immer markiert in der jeweiligen Gegenwart.
09:23
Speaker A
Wenn Sie sich erinnern oder Menschen sich daran erinnern, dass sie glücklich waren.
09:29
Speaker A
An was erinnern Sie sich wirklich?
09:30
Speaker B
An Höhepunkte.
09:31
Speaker B
Erinnern Sie sich gerne.
09:33
Speaker B
An Endpunkte und Höhepunkte.
09:36
Speaker B
Und das macht ja man kann es als Schwindel bezeichnen.
09:40
Speaker B
Man kann es aber auch als eine ganz sinnvolle Gedächtnisleistung definieren oder empfinden.
09:46
Speaker B
Weil das für uns neuralgische Punkte waren.
09:50
Speaker B
Man erinnert sich auch an negative Sachen.
09:52
Speaker B
Wir haben auch eine gewisse natürliche Präferenz für negative Abweichungen,
09:58
Speaker B
weil wir von denen auch lernen wollen, um das eben zu vermeiden.
10:01
Speaker B
Und eben auch diese positiven Höhepunkte, die wir im Leben haben.
10:06
Speaker A
Henry Ibsen schreibt in seinem Theaterstück die Wildente.
10:10
Speaker A
Nehmen Sie einen Durchschnittsmenschen, die Lebenslüge.
10:16
Speaker A
Und Sie nehmen ihm zur gleichen Zeit das Glück.
10:21
Speaker A
Braucht der Mensch die Illusion zum glücklich sein?
10:26
Speaker B
Ja.
10:27
Speaker B
Ich glaube, die braucht er, weil das Glück eine ganz wichtige Rolle ist
10:32
Speaker B
als Handlungsmotor, als Antriebsmotor für Verhalten.
10:35
Speaker B
Wenn er diese nicht hat und wir hatten das mit der Depression,
10:40
Speaker B
dann so das ist dann ja ganz üblich, dass depressive Menschen dann also in so einer Lethargie verfallen.
10:45
Speaker B
Weil wirklich das Ziel und die Richtung fehlt.
10:49
Speaker A
Aber ist Glück etwa eine Illusion?
10:52
Speaker B
Nein, sie ist keine Illusion.
10:53
Speaker B
Sie ist sozusagen unsere Beurteilung, unsere subjektive Einschätzung von Dingen, die wir erleben.
11:00
Speaker B
Und diese Dinge können wir zum Teil imaginieren.
11:02
Speaker B
Wir können sie uns vorstellen oder wir gleichen sie ab mit gewissen Vorstellungen.
11:06
Speaker B
Aber sie ist ganz wichtig, weil sie uns eigentlich einen Kompass gibt in dieser Welt zu bestehen.
11:13
Speaker B
Und unsere Richtung auch.
11:15
Speaker A
Wenn wir uns über das ob ein bisschen jetzt unterhalten haben und geeinigt haben, würde ich ganz gerne doch ein Augenblick mit Ihnen so eine kleine Reise nach dem
11:22
Speaker A
wie viel, wovon, wozu auch noch mal diskutieren.
11:26
Speaker A
In den Kulturen gibt es ganz unterschiedliche Ansätze.
11:31
Speaker A
Wie viel Glück muss man eigentlich haben, um glücklich zu sein?
11:34
Speaker A
Wie viel Glückserlebnisse Momente muss man haben?
11:37
Speaker A
Ist es unbescheiden, unbescheiden zu sein oder ist es klug, bescheiden zu sein, wenn es uns Glück geht?
11:44
Speaker B
Na ja, also es ist jedenfalls nicht besonders klug, ständig das Glück zu maximieren.
11:50
Speaker B
Das sieht man beispielsweise ja bei Drogenabhängigen,
11:54
Speaker B
die eigentlich permanent diesen Zustand irgendwie dann herstellen und dann in so eine Spirale kommen,
12:00
Speaker B
aus der sie gar nicht besonders befriedigend herauskommen.
12:04
Speaker A
Aber Glück produziert Dopamin.
12:06
Speaker A
Man braucht dazu gar keine äußeren Drogen, weil der Körper da eine Droge,
12:10
Speaker A
eine eine Glücksbestätigung hervorruft, die nach mehr schreit.
12:14
Speaker A
Aber ich wollte noch mal die Frage stellen im Sinne auch der kulturellen und der der gesellschaftspolitischen Gestaltung.
12:19
Speaker A
Wir leben ja auch in einer Zeit, in der Glück, Maximierung an Glück,
12:24
Speaker A
Momente, wo man glücklich sein kann, ein sehr positives Reflexionsbild von einem gelungenen Leben darstellt.
12:29
Speaker A
Was passiert da mit mit dem Menschen?
12:31
Speaker A
Ist die Sehnsucht danach zurecht zu steigern?
12:36
Speaker A
Ist ein gutes Leben ein maximal glückliches Leben?
12:40
Speaker A
Wie stehen da die Zusammenhänge?
12:43
Speaker B
Also zunächst einmal gibt es so eine Anspruchsspirale.
12:47
Speaker B
Natürlich und oder so eine Inflationierung von bestimmten Bedürfnissen.
12:52
Speaker B
Und da insofern ist es sinnvoll, vielleicht bescheiden zu sein.
12:56
Speaker B
Oder sich auch mal zurückzunehmen.
12:58
Speaker B
Auf der anderen Seite ist es gar nicht so, dass immer die gleichen Sachen einen glücklich machen.
13:04
Speaker B
Man sieht ja schon in der Modernisierung, dass es da auch Trends gibt von so einer materiellen Befriedigung
13:10
Speaker B
hin zu so einer postmateriellen Befriedigung.
13:13
Speaker B
Und insofern könnte man jetzt sagen, dass die Maximierung von Glück in so einer Gesellschaft
13:19
Speaker B
natürlich ein ganz legitimes Ziel ist, was auch Politiker sozusagen
13:25
Speaker B
unterstützen sollten und fördern sollten.
13:28
Speaker B
Die Frage ist aber, welche Angebote an Glücksbefriedigung eigentlich so eine Gesellschaft zur Verfügung stellt.
13:33
Speaker B
Ist das jetzt immer noch mehr von bestimmten Dingen zu konsumieren?
13:37
Speaker B
Oder könnten auch andere Ereignisse glücklich machen?
13:39
Speaker B
Und da glaube ich, sind wir sehr flexibel.
13:41
Speaker A
Ich will es ganz gerne noch mal fokussieren.
13:44
Speaker A
Gibt es maßvolles Glück?
13:47
Speaker A
Oder verlangt das Glück das Maßlose?
13:51
Speaker B
Also dieser dieser Glückszustand ist natürlich einer,
13:55
Speaker B
der sich auch sozusagen nicht nicht konservieren lässt.
13:59
Speaker B
Also wird man permanent nach dem Glück suchen.
14:02
Speaker B
Aber die Frage ist eben,
14:03
Speaker B
glaube ich, wo man Anleitung braucht, ist, dass man die richtigen nach den richtigen Sachen sucht.
14:09
Speaker A
Aber was sind die richtigen Sachen?
14:12
Speaker B
Ja, ich glaube, die richtigen Sachen sind schon.
14:16
Speaker B
Ja, das ist gut, also, was sind die richtigen Sachen?
14:21
Speaker B
Ich glaube, die richtigen Sachen sind natürlich schon die Sachen, wo man nicht anderen Leuten das Glück beschneidet.
14:29
Speaker B
Beispielsweise.
14:30
Speaker A
Aber ist nicht immer mein Glück teilweise auch auf Kosten anderer?
14:36
Speaker B
Ja, das ist eben erstaunlicherweise, würde ich sagen,
14:40
Speaker B
der Unterschied zu so einem utilitaristischen Ansatz, der sehr egoistisch orientiert ist.
14:47
Speaker B
Es scheint nicht nur, es scheint so, sondern die empirische Forschung zeigt das ganz deutlich.
14:52
Speaker B
Wir schätzen eigentlich das soziale Miteinander.
14:57
Speaker B
Und dazu können wir auch angehalten werden.
15:00
Speaker B
Und ich glaube, wichtig ist, dass wir nicht in so eine in so einen permanenten Wettstreit miteinander treten.
15:06
Speaker B
Denn dann sind wir relativ maßlos und unbescheiden.
15:10
Speaker B
Also es ist schon so, dass wir ein gewisses Interesse haben, gegenüber dem anderen überlegen zu sein.
15:16
Speaker B
Was das Unglück des anderen ja eigentlich bedeutet.
15:18
Speaker B
Also wir sind gerne Sieger und nicht Verlierer.
15:20
Speaker B
Das ist vielleicht nicht so überraschend.
15:22
Speaker A
Das ist eine sehr interessante Idee, die Sie gerade aussprechen.
15:25
Speaker A
Menschen, die glücklich sind, wenn ich sie richtig verstehe, fühlen sich erhaben gegenüber Menschen,
15:31
Speaker A
die nicht oder gar nicht glücklich sind.
15:33
Speaker A
Ist das richtig?
15:35
Speaker B
Ja, sie sind zumindest es ist ja, es ist doch eine eine gewisse Genugtuung offenbar.
15:39
Speaker B
Wenn ich unter bestimmten Bedingungen also mehr Geld habe als der andere.
15:45
Speaker B
Es ist also bei dem Geld ist es wirklich so, dass Leute eigentlich gar nicht so viel absolut brauchen.
15:49
Speaker B
Aber wenn sie schauen, ob derjenige, der ein bisschen mehr hat als der andere glücklicher ist, dann ist das so.
15:56
Speaker B
Also, wenn sie zwei Menschen zwei Welten zur Auswahl geben würden.
16:00
Speaker B
Und in der einen Welt hätte er absolut mehr, aber er hätte weniger als die anderen.
16:06
Speaker B
Und in der zweiten Welt hätte er relativ mehr als die anderen, aber absolut weniger.
16:12
Speaker B
Dann ist er immer für die Welt, wo er eigentlich
16:16
Speaker B
relativ mehr hat als die anderen.
16:19
Speaker B
Also man ist gerne.
16:20
Speaker A
Also der soziale Vergleich spielt eine ganz der soziale Vergleich ist eine eine wichtige Frage,
16:25
Speaker A
um das glücklich sein auch zu generieren.
16:27
Speaker B
Ja.
16:28
Speaker B
Das spielt schon eine Rolle.
16:31
Speaker B
Und die Frage ist, ob man diesen sozialen Vergleich sozusagen extrem fördert
16:37
Speaker B
und und stimuliert und in in über überdehnt.
16:40
Speaker B
In einer Art und Weise.
16:42
Speaker B
Es gibt auch andere soziale Erlebnisse,
16:45
Speaker B
wo man glücklich ist, wo man sich nicht so stark vergleicht.
16:48
Speaker B
Wo es eben nicht so ein Nullsummenspiel gibt.
16:50
Speaker B
Ist z.B. dieses Gemeinschaftserleben mit Freunden im Fußballstadion.
16:55
Speaker B
Oder mit Freundinnen beim Shoppen, wenn man das mal geschlechtsspezifisch unterscheidet.
17:00
Speaker B
Aber dieses gemeinsam etwas zu unternehmen,
17:03
Speaker B
da gibt es keine Knappheit in dem Sinne.
17:06
Speaker B
Und nicht, weil der eine jetzt mehr, sondern es ist wirklich unbegrenzt.
17:12
Speaker B
Und insofern ist das produziert das keinen Neid
17:16
Speaker B
oder keinen relativen Vorteil gegenüber dem anderen, aber trotzdem Glück.
17:20
Speaker B
Wenn man aber solche Ereignisse oder sozialen Konstruktionen
17:23
Speaker B
wie im Wettbewerb konzipiert und entwirft und anbietet,
17:29
Speaker B
dann sind die Leute in erster Linie daran interessiert, dann doch eher lieber die Goldmedaille
17:35
Speaker B
als die Silbermedaille zu gewinnen.
17:37
Speaker B
Und das produziert, glaube ich, extrem stark
17:41
Speaker B
eventuell auch falsche.
17:44
Speaker B
Man kann also Menschen man kann Menschen dazu schon auch verführen
17:48
Speaker B
oder konditionieren mit ganz bestimmten Verhaltensweisen, Glück zu empfinden.
17:53
Speaker B
Beispielsweise im Wettbewerb.
17:55
Speaker B
Sie haben das ja gerade angedeutet.
17:57
Speaker B
Der also der Wettbewerb hat ja neben ökonomischen Erfolgsmomenten
18:03
Speaker B
auch etwas tief archaisches.
18:07
Speaker B
Ich habe den anderen besiegt, unsere Firma ist stärker als die andere Firma.
18:12
Speaker B
Wir haben wieder mehr Geld gemacht.
18:15
Speaker B
Kann es sein, dass z.B. so etwas wie Alkohol die Sehnsucht ist,
18:20
Speaker B
in also auszusteigen, das Gehirn ein Stück zu lähmen,
18:25
Speaker B
weil zu viel Unglück empfunden ist und das vergessen und das verdrängen
18:31
Speaker B
die einzige Möglichkeit zu sein scheint, dieses Glück einzuholen.
18:35
Speaker B
Ja, ich glaube schon.
18:36
Speaker B
Dass das und man sieht das sozusagen an so einem wie wie der Alkoholismus
18:40
Speaker B
auch verteilt wird und verteilt ist in einer Gesellschaft.
18:45
Speaker B
Und Leute, die besonders viel Unglück erlebt haben, auf in verschiedensten Art und Weise.
18:51
Speaker B
Natürlich eher diesem verführt sind eventuell dieses zu in in Alkohol zu ertränken.
18:57
Speaker B
Also der Alkoholismus ist keine sozial gleich verteilte.
19:01
Speaker B
Kein sozial gleich verteiltes Risiko am Alkoholismus zu erkranken.
19:06
Speaker B
Leute, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, rauchen stärker und trinken stärker.
19:10
Speaker B
Das sind schon das sind schon Ereignisse,
19:14
Speaker B
die glaube ich, dann auch diese Langfristperspektive einfach auch gar nicht mehr sinnvoll machen.
19:19
Speaker B
Sie beschreiben und das fand ich ganz spannend.
19:21
Speaker B
Zitat, wir sind besonders glücklich im jungen Erwachsenenleben und auch im jüngeren Alter.
19:27
Speaker B
Und besonders unglücklich in der Mitte des Lebens.
19:30
Speaker B
Warum ist das so?
19:32
Speaker B
Ja, die Mitte des Lebens wieder im im Durchschnitt ist aber ist davon gekennzeichnet,
19:39
Speaker B
dass wir eigentlich eine ganze Menge Verpflichtungen haben.
19:43
Speaker B
Zum einen, wir sind sehr eingebunden.
19:46
Speaker B
Unsere Freiheit, unser Glück zu suchen ist sehr beschnitten.
19:50
Speaker B
Wir sind in diesem z.B. im Rentenkontrakt eingebunden.
19:55
Speaker B
Wir müssen jetzt die Beiträge zahlen.
19:58
Speaker B
Wir müssen auch die Aufzucht für die jüngere Generation gewährleisten.
20:03
Speaker B
Und auf der anderen Seite haben wir viele Lebensentscheidungen gefällt,
20:08
Speaker B
die eventuell gar nicht mehr so passend sind.
20:11
Speaker B
Also wir heiraten in der Regel ja sehr früh.
20:15
Speaker B
Beispielsweise.
20:17
Speaker B
Wir wählen auch unseren Beruf sehr früh.
20:20
Speaker B
Und Adjustierung lassen sich dann nicht so leicht mehr durchsetzen.
20:26
Speaker B
Und das ist eben so ein gewisses Zwangskorsett, in dem wir uns befinden.
20:30
Speaker B
In den mittleren Jahren und deshalb gibt es die mittlere Krise.
20:32
Speaker A
Aber kann es auch sein, dass z.B. das Versprechen, du liebst, du heiratest, das macht dich glücklich.
20:38
Speaker A
Das all diese Konstruktionen von Gefühlen und gesellschaftlich akzeptierten ja gewollten Konsequenzen,
20:46
Speaker A
auch religiösen, dass das alles ebenfalls nur
20:51
Speaker A
ganz ganz kurz wirkt, wie das Glück an sich.
20:56
Speaker A
Und man dabei spürt, ich bin da gerade auch ein bisschen veräppelt worden.
21:00
Speaker A
Von mir und all dem, was um mich herum ist.
21:05
Speaker B
Ja, vielleicht empfindet man das gerade im mittleren Leben.
21:09
Speaker B
Also diese großen Glücks oder romantischen Versprechungen,
21:15
Speaker B
die die an die Institution Ehe geknüpft sind, irgendwie
21:20
Speaker B
sind dann vielleicht stärker abgenutzt,
21:24
Speaker B
als man das irgendwie wünschte.
21:27
Speaker B
Und man kann eben man kommt aus diesen Verbindungen und Verbindlichkeiten nicht so leicht heraus.
21:33
Speaker B
Die Frage ist aber, ob das sozusagen langfristig sich nicht dann wiederum
21:38
Speaker B
durchaus bewährt.
21:40
Speaker B
Weil man sich dann am Ende des Lebens oder da geht es ja sozusagen der Glückskurve auch wieder hoch.
21:46
Speaker B
Sich dann die Rechnung noch mal wieder anders aufmacht.
21:50
Speaker B
Wenn man sieht, also dieser Partner, mit dem man jetzt so lange die Zeit schon geteilt hat.
21:54
Speaker B
Der kann mich irgendwie auffangen, der versteht das viel mehr.
21:59
Speaker B
Mit dem habe ich eben diese gemeinsame Lebensgeschichte.
22:02
Speaker B
Und das ist eine andere Form von Verständnis oder Innigkeit,
22:07
Speaker B
die ich mit niemandem mehr haben kann.
22:09
Speaker B
In der Mitte des Lebens, glaube ich, ist man da so ein bisschen gespalten.
22:13
Speaker B
Jedenfalls sehe ich das auch in meinem Bekannten sehr stark.
22:16
Speaker B
Zwischen dieser soll es das jetzt gewesen sein.
22:21
Speaker B
Das war also alles.
22:25
Speaker B
Und diesen vielen vielen Verpflichtungen, denen man doch nachkommen muss.
22:30
Speaker A
Gandhi würde jetzt das Thema von einer ganz anderen Perspektive aus diskutieren.
22:33
Speaker A
Und uns zuhören und sagen, Leute, ihr ihr macht das alles wirklich falsch.
22:38
Speaker A
Das Geheimnis eines glücklichen Lebens, sagt Gandhi, liegt in der Entsagung.
22:45
Speaker A
Nach dem Motto, je weniger, desto besser.
22:50
Speaker B
Also, ich glaube, auch das ist interessant.
22:54
Speaker B
Dass diese Form der Kontrolle es vor allen Dingen ist.
23:00
Speaker B
Bei der Entsagung, dass ich Triebe oder oder Bedürfnisse einfach unterdrücken kann.
23:06
Speaker B
Wie viel Macht ich auch beispielsweise über meinen Körper habe.
23:10
Speaker B
Das weiß man bei anorektischen Kindern auch.
23:14
Speaker B
Die ja das Essen aufgeben.
23:16
Speaker B
Die finden das super, ich muss also jetzt bin nicht mehr abhängig von diesem permanenten.
23:21
Speaker B
Wir permanenten Kalorienzufuhr.
23:24
Speaker B
Muss da nicht mehr dran denken.
23:25
Speaker B
Ich bin völlig befreit.
23:28
Speaker B
Das ist das eine.
23:30
Speaker B
Ich nehme an, sowas empfindet man auch, wenn man wahnsinnige Strecken läuft.
23:34
Speaker B
Oder ich schwimme gerne.
23:35
Speaker B
Also wahnsinnige Strecken schwimmt und dann sozusagen man sich einfach aus diesem ganzen heraus.
23:40
Speaker B
Und man man merkt so, ich kann ich kann ein Ziel stecken.
23:43
Speaker B
Und ich kann das erreichen.
23:45
Speaker B
Beim Sport, glaube ich, ist das sehr schön, wenn man das sehr schön kontrollieren kann und auch erreichen kann.
23:50
Speaker B
Das glaube ich, ist.
23:52
Speaker B
Ist das Erleben dieser Entsagung, wo man also Kontrolle
23:56
Speaker B
über sein über sich selbst und über auch sein Umfeld,
24:00
Speaker B
glaube ich, ausstrahlen kann.
24:03
Speaker B
Und sagen kann, das hättest du nicht gedacht.
24:06
Speaker B
Dass ich nicht also mein Egoismus und meine Selbstbezogenheit überwinden kann.
24:10
Speaker B
Und.
24:11
Speaker A
In welchem Verhältnis steht Glück und Moral?
24:16
Speaker B
Ja, ich glaube, in einem ganz wichtigen.
24:19
Speaker B
Natürlich, dass man sich schon überlegt, wenn man sein Glück maximieren will.
24:26
Speaker B
Was heißt das sozusagen für für das größere soziale Umfeld,
24:30
Speaker B
in dem ich mich befinde.
24:32
Speaker B
Welche Effekte hat das?
24:34
Speaker B
Wie ist das?
24:36
Speaker B
Wie kann so ja, wie kann so eine Gesellschaft sozusagen
24:40
Speaker B
aussehen, in der alle Menschen ihr Glück maximieren.
24:46
Speaker B
Und da muss ich mir dann schon überlegen.
24:48
Speaker B
Ist das, wie ich mich verhalte, ist das sozusagen sozial verträglich?
24:52
Speaker B
In Bhutan ist das Glück als Staatsziel festgeschrieben.
24:56
Speaker B
Halten Sie sowas für sinnvoll?
24:59
Speaker B
Das ist keine Demokratie, ne?
25:01
Speaker B
Soweit ich das weiß.
25:02
Speaker B
Bhutan.
25:04
Speaker B
Ich glaube übrigens, es ist durchaus auch in unserer Verfassung eingeschrieben.
25:09
Speaker B
Auch da gibt es ich denke schon, die Würde des Menschen ist unantastbar.
25:15
Speaker B
Ist eine Festsetzung, dass es eine Wertschätzung für jeden Einzelnen gibt.
25:20
Speaker B
Bei aller Diversität.
25:22
Speaker B
Ist es wichtig jeden Einzelnen irgendwie zu achten.
25:25
Speaker B
Das ist ja schon ganz wichtig in diesem sozialen Miteinander.
25:29
Speaker B
Also jeder ist Teil einer sozialen sozusagen Wertschätzungsgemeinschaft.
25:33
Speaker B
Und das zweite ist das Freiheitsrecht.
25:37
Speaker B
Jeder hat natürlich auch Freiheiten sein Glück zu suchen.
25:40
Speaker B
Denn das muss man ja suchen.
25:42
Speaker B
Es findet in der Regel fällt es einem nicht irgendwie vor die Füße.
25:46
Speaker A
Wenn man sucht.
25:47
Speaker A
Nach was und wo will man eigentlich suchen?
25:50
Speaker A
Denn es gibt ja auch den Begriff Glück gehabt.
25:52
Speaker B
Genau, da fällt es einem vor die Füße.
25:53
Speaker A
Das eine ist jeder ist seines Glückes Schmied und das andere ist Glück gehabt.
25:57
Speaker A
Ist Glück jetzt Zufall oder Schicksal, schwer erarbeitet, leicht daher geflogen?
26:02
Speaker B
Sowohl als auch.
26:03
Speaker B
Also natürlich in einer meritokratischen Gesellschaft, wie sozusagen
26:09
Speaker B
die Geschichte über unsere Gesellschaft immer noch erzählen mag.
26:13
Speaker B
Also Leistung lohnt sich.
26:15
Speaker B
Ist es natürlich auch eine Frage, es ist natürlich auch ein ein ein Ausdruck der Leistung,
26:20
Speaker B
die man erbracht hat.
26:23
Speaker B
Und dann hat man sozusagen sein Glück da.
26:26
Speaker B
Ähm ähm ähm selber gesucht.
26:28
Speaker B
Und sein Glück selber geschafft.
26:30
Speaker B
Mein Haus gebaut, mein Auto gekauft.
26:33
Speaker B
Ähm die Familie großgezogen, die ich wollte.
26:36
Speaker B
Oder was weiß ich.
26:38
Speaker B
Ähm das andere ist natürlich.
26:40
Speaker B
Es passieren natürlich auch Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat.
26:43
Speaker B
Ähm der Lotto Gewinn ist vielleicht sozusagen das, was einem als erstes einfällt.
26:47
Speaker B
Aber natürlich auch Ereignisse, Begegnungen mit Menschen,
26:52
Speaker B
die einen auf Dinge aufmerksam gemacht hat, an die man dann selber zunächst erstmal gar nicht dachte.
26:57
Speaker B
Und das Leben hat dann eine ganz wunderbare neue Wendung genommen.
27:01
Speaker A
Wenn man am Lebensende ist.
27:05
Speaker A
In welcher Beziehung steht dann noch Glück zum Sein?
27:09
Speaker A
Was ist dann Glück?
27:12
Speaker B
Also, ich denke, dann ist dieses dieses Sinnhaftigkeit.
27:16
Speaker B
Diese diese Bedeutung, dass das, was man gemacht hat oder warum man auf dieser Erde war,
27:22
Speaker B
dass das in sich schlüssig ist und dass man sozusagen
27:27
Speaker B
einfach auch mit einer guten Bilanz, vielleicht muss man das wirklich so sehen.
27:32
Speaker B
Irgendwie von dieser Erde scheiden kann.
27:35
Speaker A
Aber das ist ja ein sehr idealtypisches Bild, dass Sie zeichnen.
27:39
Speaker A
Viele Menschen, die ich kenne, würden das in dieser Eindeutigkeit
27:43
Speaker A
für ihr Leben nicht beschreiben können.
27:46
Speaker A
Aber welches Glück gibt es denn noch im Zwischenbereich zwischen sehr alt sein und nicht tot sein?
27:53
Speaker A
Gibt es da Glücksmomente?
27:56
Speaker B
Also ganz stark gibt es da Glücksmomente.
28:00
Speaker B
Ähm dass man und und zwar ist ja erstaunlich, dass gerade die älteren Leute, obwohl sie beispielsweise gesundheitlich viel eingeschränkter sind und so.
28:09
Speaker B
Oder im Vergleich zu den mittelalten Menschen viel weniger Geld haben oder soziale Kontakte haben.
28:15
Speaker B
Glücklicher sind.
28:16
Speaker B
Das heißt, sie können sehr wohl durch eine Umgewichtung ihrer Komponenten,
28:20
Speaker B
die sie dafür ihr Glücks Glücksrezept brauchen, sehr wohl
28:24
Speaker B
Glück noch empfinden.
28:26
Speaker A
Also, ich habe jetzt gerade ein ganz kleines Stück vom Glück empfunden.
28:29
Speaker A
Herzlichen Dank für dieses Gespräch.
28:31
Speaker A
Danke schön.
28:32
Speaker B
Gerne.
Topics:GlückHoffnungSinnsoziale Bindungmaterielle AbsicherungDepressionPhilosophieNaturGemeinschaftLernen

Frequently Asked Questions

Was sind die drei grundlegenden Komponenten des Glücks laut dem Video?

Die drei grundlegenden Komponenten des Glücks sind materielle Absicherung, soziale Einbindung und eine sinnstiftende Orientierung.

Kann man auch in schwierigen Lebensumständen Glück empfinden?

Ja, selbst in extremen Situationen kann Glück empfunden werden, zum Beispiel durch die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Warum ist Glück für das Überleben des Menschen wichtig?

Glück gibt dem Menschen die Information, dass sein Umfeld sicher ist und Wachstum sowie Entfaltung möglich sind, was für das Überleben essenziell ist.

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