Die Wahrheit: So werden Männer systematisch abhängig ge… — Transcript

Marvin beleuchtet die systematische Abhängigkeit von Männern durch Pornos und spricht mit Betroffenen über Sucht, Auswirkungen und gesellschaftliche Tabus.

Key Takeaways

  • Pornografie kann zu einer ernsthaften Sucht mit gravierenden physischen und psychischen Folgen führen.
  • Die gesellschaftliche Stigmatisierung erschwert Betroffenen den Umgang und die Offenheit mit dem Thema.
  • Der Konsum extremer Inhalte ist eine Folge des sich anpassenden Dopaminbedarfs.
  • Langfristige Pornosucht kann zu sozialer Isolation und Beziehungsproblemen führen.
  • Es besteht ein großer Informationsmangel über die Auswirkungen von Pornos auf das menschliche Verhalten.

Summary

  • Das Video thematisiert die Pornosucht bei Männern und Frauen in Deutschland mit über 750.000 Betroffenen.
  • Marvin spricht mit einem anonymen Betroffenen, der seit über 10 Jahren von Pornos abhängig ist.
  • Der Betroffene beschreibt den Einstieg in die Pornografie in der Pubertät als Fluchtmechanismus.
  • Die Sucht führt zu massiven Erektionsproblemen und sozialer Isolation.
  • Entzugserscheinungen wie Zittern, Angstzustände und Reizbarkeit erschweren den Ausstieg.
  • Der Dopaminkick durch Pornos führt zu immer extremeren Inhalten, um das gleiche Gefühl zu erreichen.
  • Gesellschaftliche Vorurteile und Unverständnis erschweren die Offenlegung und Behandlung der Sucht.
  • Ein weiterer Betroffener beschreibt den Wandel von Story-Pornos zu brutalen, fast legalen Inhalten.
  • Marvin zeigt auch eine Werbeeinblendung für Snocks als Sponsor des Videos.
  • Das Video sensibilisiert für die unterschätzte Problematik der Pornosucht und deren Auswirkungen auf das Leben.

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00:00
Speaker None
Mal ehrlich, wir alle haben schon mal ein Porno geguckt und erstmal ist da auch nichts Schlimmes bei.
00:05
Speaker None
Doch was, wenn daraus eine Sucht wird, wenn man Tag und Nacht nur noch Pornos guckt, der Content immer extremer und gewalttätiger wird und man am Ende damit sein ganzes Leben zerstört.
00:13
Speaker None
Schätzungen zufolge sind alleine in Deutschland über 500.000 Männer und über 250.000 Frauen süchtig nach Pornos.
00:20
Speaker None
Deswegen spreche ich heute mit zwei von ihnen, werfe einen Blick in das System Porno Branche und stelle fest, wir alle wissen viel zu wenig darüber, was Pornos eigentlich mit uns anrichten.
00:40
Speaker None
Solche Recherchen kosten viel Zeit und viel Energie und damit ich solche Themen überhaupt in dieser Tiefe darstellen kann,
00:47
Speaker None
brauche ich natürlich Partner, die das Ganze mittragen, deshalb ein kurzer Abstecher zu Snocks.
00:50
Speaker None
Und ich schwör's euch, das macht den Unterschied.
00:52
Speaker None
Zum Beispiel hier bei den Füßling.
00:53
Speaker None
Früher bin ich immer durch die Gegend gerannt und ständig sind mir die Dinger von der Ferse gerutscht und dann hängst du da rum und musst die erstmal wieder hochzuppeln.
01:00
Speaker None
Mega unangenehm.
01:01
Speaker None
Bei Snocks haben die hier hinten drin ein kleines Silikonpad, klingt erstmal total unspektakulär, ist aber genial.
01:10
Speaker None
Denn dadurch bleiben die Dinger hinten auf der Ferse, rutschen nicht runter, du spürst nichts.
01:17
Speaker None
Aber die Socken bleiben da, wo sie hingehören.
01:19
Speaker None
Oder zum Beispiel die Sneakersocken.
01:20
Speaker None
Die haben hier einen eingebauten Schweißstreifen, damit die Füße immer schön trocken bleiben.
01:24
Speaker None
Und was ich besonders feier, ist die Passform.
01:28
Speaker None
Nichts reibt, nichts schneidet ein.
01:30
Speaker None
Einfach Chocky Zell.
01:31
Speaker None
Und ja, sogar bei den Boxershorts merkst du den Unterschied.
01:34
Speaker None
Normalerweise rollen die sich ja nach ein paar Minuten am Bein hoch und man muss ständig korrigieren.
01:40
Speaker None
Mega peinlich.
01:41
Speaker None
Aber bei den Snocks Boxershorts passiert das nicht.
01:43
Speaker None
Ein weicher Bund, kein störender Zettel und auch noch super angenehmes Material.
01:47
Speaker None
Und dann merkst du, wie viel entspannter es ist, wenn es nicht ständig irgendwo zwickt oder kneift.
01:51
Speaker None
Und falls doch mal was kaputt geht, Snocks hat im ersten halben Jahr eine Antilochgarantie.
01:54
Speaker None
Bedeutet, wenn in den ersten sechs Monaten was kaputt geht, bekommst du einfach Ersatz zugeschickt.
01:59
Speaker None
Für mich sind Snocks Basics, die sich nicht mehr wie Basics anfühlen, sondern wie ein Upgrade für den Alltag.
02:03
Speaker None
Wenn du es auch ausprobieren möchtest, dann nutze gerne meinen Code Wildtage 20, denn damit bekommst du 20 % auf alles.
02:09
Speaker None
Ohne Mindestbestellwert, check also gerne den Link in der Infobox oder scan einfach hier den QR-Code.
02:13
Speaker None
Heute bin ich in Leipzig und hier treffe ich mich gleich mit einem Mann, der von sich selbst sagt, er sei Pornosüchtig.
02:19
Speaker None
In einem Onlineforum schreibt er seit Jahren über seine Sucht und sagt auch, dass er seitdem kaum noch rausgeht,
02:25
Speaker None
dass er nächtelang Pornos schaut und dass das Material, dass er schaut, auch immer härter wird.
02:30
Speaker None
Ich kenne seinen Namen nicht, ich weiß nicht, wie er aussieht, aber was ich weiß ist, dass Pornos seinen Alltag kontrollieren.
02:36
Speaker None
Und das schon seit mehr als 10 Jahren, denn seitdem versucht er da rauszukommen.
02:40
Speaker None
Und heute spricht er das erste Mal offen darüber.
02:42
Speaker None
Erinnerst du dich noch daran, wann du das erste Mal mit Pornografie in Kontakt gekommen bist?
02:47
Speaker A
So mit 12.
02:49
Speaker A
13 ging es los.
02:50
Speaker A
Meine Mutter ist früh gestorben.
02:54
Speaker A
Ich bin bei meiner Oma aufgewachsen.
02:56
Speaker A
Und in der Pubertät waren Pornos schon für mich so eine Art Flucht, würde ich sagen.
03:00
Speaker A
Andere gehen in Therapie oder machen das mit sich selbst aus.
03:03
Speaker A
So bin ich damit umgegangen.
03:04
Speaker A
Dass ich mit Pornos ein Problem habe, das habe ich aber erst während Corona gemerkt.
03:08
Speaker A
Da hatten wir Kurzarbeit.
03:10
Speaker A
Man konnte eh nicht raus.
03:11
Speaker A
Und die Zeit habe ich eben genutzt, aber leider nicht produktiv.
03:14
Speaker None
Wie kann man sich das vorstellen?
03:15
Speaker None
Also?
03:16
Speaker A
Morgens aufstehen und dann den ganzen Tag Pornos schauen.
03:18
Speaker A
Ich habe damit Tage vergeudet.
03:20
Speaker A
Das kann man nicht anders sagen.
03:21
Speaker A
Also natürlich auch mit Pausen, vielleicht mal auf Klo oder was essen.
03:24
Speaker A
Aber auch mal den ganzen Tag durch.
03:26
Speaker A
Das längste am Stück waren schon so 10 Stunden.
03:29
Speaker A
Ich bin teilweise um 9 Uhr wach geworden am Wochenende und habe dann bis 2, 3 Uhr morgens am nächsten Tag konsumiert.
03:35
Speaker A
Also, wenn jemand eine Diät machen will, dann legt euch eine Sucht zu.
03:38
Speaker None
Was für Auswirkungen hatte das Ganze für dich?
03:40
Speaker None
Hast du da irgendwelche Nachteile auch gemerkt?
03:42
Speaker A
Wenn ich jetzt Sex haben möchte,
03:45
Speaker A
dann geht das eigentlich gar nicht mehr.
03:47
Speaker A
Ich habe massive Erektionsprobleme.
03:49
Speaker A
Mein Hirn ist desensibilisiert.
03:51
Speaker A
Und echte Frauen reizen mich nicht mehr.
03:53
Speaker A
Wenn normaler Sex mit einer Frau eine 10 wäre, beispielsweise, also was Glückshormone angeht,
03:58
Speaker A
dann sind Pornos bei so 120, würde ich sagen.
04:00
Speaker A
Und ja, wie Sportler Hornhaut an manchen Stellen haben, habe ich halt Hornhaut an bestimmten Körperteilen, sage ich mal.
04:05
Speaker A
Also, wo eigentlich keine Hornhaut sein sollte.
04:08
Speaker A
Und ja, die Zeit, die ich dadurch verloren habe,
04:11
Speaker A
ja, ich hätte in dieser Zeit so viel machen können.
04:13
Speaker A
Ich hätte Leute kennenlernen können.
04:14
Speaker None
Wann kam für dich denn der Punkt, wo du gesagt hast, ich merke irgendwie tut mir das alles nicht gut?
04:19
Speaker None
Worin hat sich das geäußert und was hast du als erstes versucht dagegen zu unternehmen?
04:21
Speaker A
Ich habe natürlich versucht aufzuhören.
04:22
Speaker A
Aber ich habe richtige Entzugserscheinungen bekommen.
04:24
Speaker A
Auch körperlich.
04:25
Speaker A
Zittern, Angstzustände, Kopfschmerzen.
04:27
Speaker A
Und ich war leicht reizbar.
04:28
Speaker A
Und wenn ich konsumiert habe, ist das alles wieder weggegangen.
04:31
Speaker A
Ich habe versucht aufzuhören, aber ich habe es einfach gar nicht geschafft.
04:34
Speaker A
Und die meisten Leute verstehen das auch nicht.
04:36
Speaker A
Deswegen will ich auch anonym bleiben.
04:38
Speaker A
Und Freunden, dem ich das erzählt habe, meinte zu mir, na ja, wenn du wirklich wolltest,
04:43
Speaker A
dann hättest du ja schon längst aufgehört.
04:45
Speaker A
Ein anderer meinte mal, er selber habe ja keine Probleme mit Pornos.
04:49
Speaker A
Und sowas wie Pornosucht gibt's ja gar nicht.
04:52
Speaker A
Muss ich schon sagen, das tat schon sehr weh in dem Moment.
04:54
Speaker None
Wo wir gerade schon über deine Familien soziales Umfeld gesprochen haben.
04:58
Speaker None
Inwiefern hat denn dein soziales Umfeld eventuell unter deiner Sucht gelitten?
05:03
Speaker A
Ich habe nicht so wirklich das soziale Umfeld.
05:05
Speaker A
Ich hatte eben diese Schicksalsschläge in meiner Kindheit und habe mich da sehr zurückgezogen.
05:09
Speaker A
Ich hatte eine scheiß Kindheit.
05:11
Speaker A
Nicht so die Möglichkeit, mich zu entfalten.
05:13
Speaker A
Und heute existiere ich eigentlich nicht außerhalb der Arbeit.
05:17
Speaker A
Also klar, habe ich ein paar Freunde.
05:19
Speaker A
Aber ich fühle mich schon alleine.
05:21
Speaker A
Ich existiere oberhalb der Gürtellinie nicht.
05:24
Speaker None
Das heißt, du definierst dich nur über Pornos?
05:26
Speaker A
Zum Großteil, ja.
05:28
Speaker None
Der erste Gedanke, der mir so durch den Kopf schießt, ist, dass ich es nicht mal für möglich gehalten hätte,
05:32
Speaker None
dass jemand Pornos schaut und sich dabei so unwohl fühlt, weil er es eigentlich gar nicht möchte.
05:37
Speaker None
Aber ich glaube auch, dass das nur heutzutage seine reflektierte Meinung darüber ist.
05:41
Speaker None
Der Grund, warum er schon über einen so langen Zeitraum so intensiv Pornos geguckt hat, liegt wahrscheinlich am Dopaminkick, den er jedes Mal wieder aufs Neue erlebt.
05:52
Speaker None
Aber wir alle wissen natürlich auch, dass so ein Dopaminkick nur für eine kurze Zeit anhält und um den immer wieder zu erreichen, muss man natürlich auch immer wieder neue Sachen gucken.
06:02
Speaker None
Und um den zu übertreffen, muss man dann wahrscheinlich extremere Sachen gucken, um dieses Gefühl überhaupt wieder erleben zu können.
06:07
Speaker None
Ich habe auch noch über ein ähnliches Forum mit jemanden geschrieben, der sich allerdings nicht traut mit uns vor der Kamera darüber zu sprechen,
06:16
Speaker None
weil er wahnsinnige Angst davor hat, dass seine Frau herausfindet, was er sich da anguckt,
06:21
Speaker None
und wohin ihn sein Pornokonsum mittlerweile getrieben hat.
06:24
Speaker None
Und er schreibt mir folgendes: Das Alter der Darstellerinnen war für mich früher zweitrangig.
06:30
Speaker None
Jetzt geht es dem unteren Ende der Legalität zu 18 bis 21.
06:33
Speaker None
Bei der Art der Pornos waren damals die mit Story im Vordergrund, jetzt gab es die fast gar nicht mehr, dafür schon fast brutale.
06:39
Speaker None
Face.
06:40
Speaker None
Pain.
06:41
Speaker None
Fantasy.
06:42
Speaker None
Ich denke, meine Frau wäre zutiefst erschüttert, wenn sie ein paar der Pornos zu Gesicht bekommen würde.
06:46
Speaker None
Bin ich eigentlich sehr feministisch eingestellt, arbeite mit und auch unter Frauen/Kolleginnen.
06:52
Speaker None
Aber bei Pornos ticke ich da irgendwie ganz anders.
06:54
Speaker None
Wäre für meine Frau bestimmt sogar ein Trennungsgrund, daher nimmt mich das auch eher mit als das mit dem Alter.
06:58
Speaker None
Und er hat uns auch noch geschrieben, dass er sich eigentlich persönlich gar nicht süchtig fühlt, er ist aber auch nicht ganz ausschließen kann,
07:06
Speaker None
weil er es vielleicht auch so ein bisschen verdrängt und weil ihm vor allem die Diagnose fehlt.
07:10
Speaker None
Der Fall zeigt aber so oder so, dass es bei der Pornosucht natürlich immer krassere Reize braucht.
07:17
Speaker None
Aber wir wollen natürlich auch herausfinden, wie es überhaupt zu einer Pornosucht kommen kann.
07:21
Speaker None
Das werde ich jetzt auch mal Professor Dr. Rudolf Stark von der Uni Gießen fragen.
07:27
Speaker None
Der leitet dort nämlich die große wissenschaftliche Studie Pornos über Pornokonsum.
07:32
Speaker B
Wir sehen in vielen Experimenten, dass das sogenannte Belohnungsgehirn hier durch eben Pornografie aktiviert wird.
07:39
Speaker None
Wir sprechen eben jetzt hier insbesondere auch von Endorphinen,
07:40
Speaker None
die durch die Betrachtung von Pornografie ausgelöst werden.
07:46
Speaker None
Das dopaminerge System ist in dem Zusammenhang eben auch sehr wichtig.
07:53
Speaker None
Und dieses dopaminerge System ist eigentlich dafür verantwortlich, dass wir immer wieder eigentlich auf Pornos zurückgreifen wollen,
08:02
Speaker None
wenn wir einmal gelernt haben, dass das uns in einen angenehmen Zustand versetzt.
08:06
Speaker None
Wie muss ich mir die Steigerung vom Content vorstellen?
08:10
Speaker None
Also, dass man sich quasi immer krassere Sachen angucken muss?
08:12
Speaker B
Um von Pornografie Sucht zu sprechen, muss auf jeden Fall ein Kontrollverlust stattfinden.
08:20
Speaker B
Und was heißt jetzt Kontrollverlust?
08:21
Speaker B
Kontrollverlust heißt, dass man sich immer wieder aus guten Gründen vornimmt, wesentlich weniger Pornografie zu nutzen oder gar keine Pornografie zu nutzen.
08:30
Speaker B
Und an diesem Vorsatz immer wieder scheitert, obwohl man massive negative Konsequenzen durch den Konsum zu ertragen hat.
08:37
Speaker None
Und wie darf ich mir diese Konsequenzen vorstellen?
08:39
Speaker B
Das kann sehr unterschiedliche sein.
08:41
Speaker B
Zum einen ist es eben so diese Fokussierung auf den Pornografiekonsum, wenn man früher öfters abends weggegangen ist,
08:48
Speaker B
mit Freunden unterwegs war, ist man nun eben fixierter darauf, jeden Abend eben wieder Pornografie zu nutzen.
08:53
Speaker B
Das kann eben bedeutsame Schwierigkeiten auch in Partnerschaften, falls sie existieren, bedeuten.
08:59
Speaker B
Dass man feststellt, dass man überhaupt gar keine Lust mehr richtig bei der partnerschaftlichen Sexualität hat.
09:05
Speaker None
Mich erinnert das stark an meinen eigenen Social Media Konsum.
09:10
Speaker None
Ich meine, wir kennen es alle selber, wenn wir mal Langeweile haben oder zu viel Stress oder einfach mal einen schnellen, intensiven Dopaminkick,
09:16
Speaker None
dann greift man zum Handy und guckt Insta oder TikTok.
09:19
Speaker None
Und genau das hat mir Professor Dr. Stark auch bestätigt, plus hier kommt auch noch mal der sehr starke Sexualtrieb dazu,
09:27
Speaker None
sodass das natürlich alles noch mal ein bisschen intensiver ist.
09:30
Speaker None
Für meine Recherche möchte ich natürlich auch mal mit der Gegenseite sprechen und treffe mich deswegen gleich mit der Pornodarstellerin Hanna Secret.
09:36
Speaker None
Und möchte von ihr wissen, ob in ihrer Branche auch immer alles krasser, schneller und extremer werden muss.
09:40
Speaker None
Hast du da in den letzten Monaten, Wochen, vielleicht auch Jahren eine Entwicklung gemerkt, dass das irgendwie sich verändert hat?
09:48
Speaker C
Schon.
09:49
Speaker C
Es wird irgendwie immer ein bisschen krasser, habe ich das Gefühl.
09:51
Speaker C
Also, es gibt ja nie irgendwie so einen Deckel für, das ist zu viel.
09:54
Speaker C
Gerade so die Kavia Geschichten oder Natursekt Geschichten, die nehmen auch extrem zu.
09:59
Speaker None
Was glaubst du, woran liegt das, dass die Sachen, die gefordert werden, gefühlt immer extremer werden?
10:05
Speaker C
Ich glaube, dass wir ganz oft irgendwie gelangweilt sind.
10:08
Speaker C
Also, das liegt vielleicht einfach in der Natur des Menschens.
10:10
Speaker C
Gerade, wenn man halt irgendwie eine Vorliebe in Fetisch für irgendwas hat, sich dafür interessiert,
10:15
Speaker C
das vielleicht nicht so ausleben kann in seiner eigenen Partnerschaft,
10:18
Speaker C
das aber schon interessant findet.
10:20
Speaker C
Ist es einmal dieser Kick?
10:21
Speaker C
Das so heimlich zu machen und ja, für sich.
10:24
Speaker C
Und wenn man merkt, so man findet es wirklich gut, dann will man natürlich dann auch die Steigerung daraus haben.
10:28
Speaker None
Das heißt, nach oben hin sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.
10:30
Speaker C
Keine Grenzen.
10:31
Speaker None
Gab es da denn mal so eine Situation, wie du sie gerade angesprochen hast, wo jemand auch, sage ich mal, den rechtlichen Rahmen verlassen wollte?
10:37
Speaker C
Äh, ich hatte tatsächlich leider schon mal einen Fall, ja.
10:39
Speaker C
Derjenige, welche stand auf Bademode, was ja per se nichts Schlimmes ist.
10:42
Speaker C
Und wollte mich immer in Bademode sehen.
10:45
Speaker C
Und ich fand das halt überhaupt nicht verwerflich so.
10:49
Speaker C
Und habe viel mit ihm hin und her geschrieben.
10:53
Speaker C
Und irgendwann meinte er so, ja, er könnte mir ja auch Bademode von sich zeigen, die hätte er sich bei Kleiderkreise bestellt.
11:02
Speaker C
Und dann habe ich gesagt, natürlich, gerne.
11:03
Speaker C
Das war am Anfang dann auch einfach Bademode von Frauen.
11:07
Speaker C
Und irgendwann war auf diesen Motiven oder auf dem Badeanzug oder auf den Bikinis halt keine Blume mehr, sondern Barbie oder Olaf von Elsa.
11:17
Speaker C
Ich bin erstmal die Plattform ran getreten und habe gesagt, hey,
11:20
Speaker C
Leute, ich habe das Gefühl, hier stimmt irgendwie was nicht.
11:23
Speaker C
Ähm, das macht mir gerade richtig Bauchschmerzen, weil es war wirklich wie so ein Hieb in die Magengrube.
11:28
Speaker C
Und er wurde dann halt immer offener und hat dann am Anfang nur darüber geredet,
11:33
Speaker C
ja, ist ja nur eine Fantasie.
11:35
Speaker C
Aber irgendwann ist aus dieser Fantasie heraus halt ähm so eine Öffnung von ihm entstanden.
11:40
Speaker C
Da hat er sich wahrscheinlich sofort fallen lassen.
11:43
Speaker C
Und hat mir dann Bilder geschickt, wie er ja, also seine Hand ähm und mit seinem Glied irgendwie abgeschmiert hat am so einem Kindermund.
11:50
Speaker C
Da habe ich gesagt, okay, jetzt.
11:52
Speaker C
Habe ich auf jeden Fall genug Beweise, zu sagen, das ist keine Fantasie mehr.
11:57
Speaker C
Hier ist wirklich ein Kind in Gefahr.
12:00
Speaker C
Habe mir den ganzen Chat gesichert.
12:02
Speaker C
Dann bin ich damit zur Polizei gegangen.
12:04
Speaker C
Dem das sofort auch sehr, sehr ernst genommen.
12:07
Speaker None
Man muss das natürlich auch ein bisschen einordnen und einmal festhalten, dass das natürlich auch die absolute Endstufe an, sage ich mal,
12:14
Speaker None
auch Extremismus in diesem Fall von Pornosucht ist, ne, dass das kann man überhaupt nicht auf jeden pauschalisieren.
12:19
Speaker None
Dadurch, dass du ja mit deinen Followern auch ziemlich intensiv hin und her schreibst,
12:25
Speaker None
was merkst du anhand der Kommunikation, dass sich die Dinge irgendwie ja immer extremer, immer schnelllebiger entwickelt haben?
12:32
Speaker C
Es ist auf jeden Fall so, dass ich merke, dass die mehr von mir einfordern.
12:37
Speaker C
Noch mehr, noch mehr, noch mehr an Wunsch Content.
12:40
Speaker C
An Bildern, an Videos so, auch wenn ich ihm schon irgendwie was kurz vorher geschickt habe,
12:46
Speaker C
dann möchte er noch mehr davon haben.
12:48
Speaker C
Also, es ist halt auch alles viel schneller.
12:50
Speaker C
Ich denke, dass auf jeden Fall, dass das was mit dem Dopamin Schub zu tun hat.
12:53
Speaker C
Also, wir wissen ja alle, dass Sex irgendwie glücklich macht.
12:55
Speaker C
Und ja, dann kommt es natürlich drauf an, in welcher Lebenslage man sich gerade befindet.
13:03
Speaker C
Und wenn man dann vielleicht auch alleine ist und nur da sein Dopamin Kick hat,
13:08
Speaker C
dann möchte man natürlich mehr davon, ganz klar.
13:10
Speaker None
Das was Hanna gesagt hat, dass immer mehr Bedarf an Content besteht, zeigt sich auch darin,
13:16
Speaker None
dass einige Pornoseiten mittlerweile sogar Hochkant Content anbieten.
13:19
Speaker None
Das funktioniert genauso wie bei TikTok, es sieht sogar exakt gleich aus.
13:23
Speaker None
Und soll einen natürlich genauso wie TikTok auch möglichst lange am Ball halten.
13:29
Speaker None
Man wischt durch, guckt immer mehr, immer weiter Content,
13:33
Speaker None
damit der Dopaminspiegel natürlich möglichst lange, möglichst hoch gehalten wird.
13:36
Speaker None
Dadurch, dass solche Sachen wie Pornosucht, Social Media Sucht und Mediensucht im Allgemeinen noch relativ frische und neue Phänomene sind,
13:45
Speaker None
gibt es da natürlich noch nicht genug Hilfsangebote und das, obwohl wir sie eigentlich dringend bräuchten.
13:50
Speaker B
Die Therapie der Pornosucht ist tatsächlich bisher etwas, was komplett unterbeforscht ist.
13:58
Speaker B
Das heißt, eben weltweit gibt es im Ganzen nur 24 Studien, die überhaupt mal überprüft haben, was denn die verschiedenen Therapien bringen.
14:09
Speaker B
Und diese Studien, die man in der Literatur finden kann, sind zum Großteil auch nicht methodisch besonders gut.
14:15
Speaker None
Wo können sich denn Betroffene hinwenden?
14:17
Speaker None
Vielleicht so eine erste Anlaufstelle?
14:19
Speaker B
Erste Anlaufstelle kann z.B. auch solche Institutionen wie Pro Familia sein.
14:24
Speaker B
Oder generell Beratungsstellen.
14:27
Speaker B
Auch Suchtberatungsstellen.
14:28
Speaker B
Aber wenn irgendwie klar ist, dass man eben wirklich alleine aus der Situation nicht rauskommt, dann sollte man sich tatsächlich auch um Psychotherapie bemühen.
14:39
Speaker B
Und dabei ist es eben, glaube ich, sehr wichtig, dass man eben im Erstgespräch direkt die Problematik sehr offen anspricht, damit eben dann auch mit dem Psychotherapeuten oder mit der Psychotherapeutin abgeklärt werden kann,
14:52
Speaker B
ob diese oder der sich dazu auch in der Lage sieht, eben hier gut jemanden therapeutisch zu begleiten.
14:58
Speaker None
Und auch wenn es bislang eher wenige Möglichkeiten gibt, sich Hilfe zu suchen, sie existieren.
15:04
Speaker None
Von klassischen Therapien bis hin zu privaten Coachings.
15:07
Speaker None
Als nächstes treffe ich Samuel, er ist 30 Jahre alt und Student und ist gerade genau in so einem Coaching, um aus dem für ihn problematischen Konsum rauszukommen.
15:14
Speaker None
Wann hast du denn gemerkt, dass dein Pornokonsum problematisch sein könnte?
15:18
Speaker A
Ja, vor ein, zwei Jahren, ca.
15:20
Speaker A
Klar, Pornos habe ich schon immer geschaut, seit ich so 14, 15 bin.
15:24
Speaker A
Aber als ich mit meiner Freundin zusammen kam, da habe ich irgendwie gemerkt, dass sie das verletzt.
15:28
Speaker A
Sie hat es mal zufällig herausbekommen.
15:30
Speaker A
Ich habe auch festgestellt, dass ich bei ihr irgendwie Erektionsprobleme habe.
15:34
Speaker A
Ich konnte mir das nicht so richtig erklären.
15:36
Speaker A
Meine Freundin ist eine unglaublich attraktive Frau.
15:39
Speaker A
Sie ist wirklich meine Traumfrau.
15:40
Speaker A
Ja, und dann habe ich eben gemerkt, dass ich wirklich einen Kontrollverlust habe.
15:45
Speaker A
Ich konnte manchmal abends nicht einschlafen.
15:48
Speaker A
Meine Partnerin hat schon geschlafen.
15:50
Speaker A
Und mir kam dann wieder das Verlangen hoch und ich bin dann ins Wohnzimmer und habe mir Pornos angeschaut.
15:55
Speaker A
Dann habe ich gemerkt, okay, krass.
15:56
Speaker A
Irgendwie habe ich da gar keine Kontrolle mehr drüber.
15:58
Speaker A
Ich bin es dann selber angegangen.
16:00
Speaker A
Ähm und ich habe es tatsächlich geschafft, dreieinhalb Monate komplett aufzuhören.
16:03
Speaker A
Und ich habe direkt gemerkt, wie gut mir das tat.
16:05
Speaker A
Ich hatte so viel mehr Energie, ich war zufriedener.
16:08
Speaker A
Und dann ja, dann bin ich aber wieder rückfällig geworden.
16:10
Speaker None
Wie kann ich mir das vorstellen, dass du dreieinhalb Monate abstinent warst?
16:15
Speaker None
Und dann aber doch rückfällig geworden bist?
16:17
Speaker None
Vielleicht magst du uns da mal in die Situation mitnehmen.
16:19
Speaker A
Das war wieder so eine stressige Zeit mit viel Druck vom Studium.
16:23
Speaker A
Ich bin auch in ich bin auch so ein Perfektionist.
16:25
Speaker A
Und schau für mich da gerne mit Belastung zu und in der Partnerschaft war auch eine schlechte Stimmung.
16:30
Speaker A
Und ich war dann allein zu Hause.
16:32
Speaker A
Und ja, dann war es einfach so.
16:34
Speaker A
Da liegt mein Laptop.
16:35
Speaker A
Zack, ich kann hier schnell auf die Pornoseite gehen.
16:38
Speaker A
Ich weiß, dass das jetzt nicht gut ist.
16:40
Speaker A
Aber ich bin auf die Seite gegangen, Pornos angeschaut und masturbiert.
16:43
Speaker A
Und ja, es hat mich schlecht gefühlt danach.
16:45
Speaker A
Und scheiße und habe mich gefragt,
16:48
Speaker A
warum zur Hölle habe ich das jetzt gemacht?
16:50
Speaker None
Warum hast du dich dann schlussendlich dafür entschieden, ein Coaching anzunehmen?
16:55
Speaker A
Nach dem Rückfall habe ich gemerkt, ich komme da allein nicht weiter.
16:58
Speaker A
Es braucht irgendwie Hilfe.
16:59
Speaker A
Und ich habe dann den Kanal von Freier von X gefunden.
17:02
Speaker A
Da gab's eine kostenlose Sprechstunde.
17:04
Speaker A
Und ja, die war sehr, sehr motivierend.
17:07
Speaker A
Ähm und dann habe ich da eben mit diesem Coaching angefangen.
17:10
Speaker None
Wie läuft denn so ein Coaching ab?
17:11
Speaker A
Am Anfang wird erstmal geschaut, wie ist der Konsum so?
17:14
Speaker A
Gibt's z.B. einen Fetisch?
17:16
Speaker A
Es ist ja, es ist ja so, es gibt ja einen Trigger, der den Konsum akut auslöst.
17:21
Speaker A
Streit in der Partnerschaft, Stress.
17:24
Speaker A
Eine schlechte Situation auf Arbeit, was auch immer.
17:26
Speaker A
Und dieser Trigger löst eben ein Gefühl aus und eine Taktik,
17:30
Speaker A
die ich bei Freier von X eben gelernt habe, ist ist die, ich darf aber langsam Taktik.
17:34
Speaker A
Also, dass das Verlangen kommt, aber ich hinterfrage erstmal, okay, was ist eigentlich das Bedürfnis dahinter gerade?
17:40
Speaker A
Was brauche ich eigentlich?
17:42
Speaker A
Und dann öffne ich vielleicht auch die Pornoseite,
17:44
Speaker A
aber klick noch nicht direkt auf einen Porno, sondern versuch mich wieder wahrzunehmen.
17:50
Speaker A
Und entschleunige ja so auch den ganzen Prozess.
17:52
Speaker A
Ja, und und nebenbei finde ich halt auch heraus, was ist denn eigentlich die Ursache?
17:58
Speaker A
Das Bedürfnis, dass ich hier versuche mit Pornos irgendwie zu lösen.
18:01
Speaker A
Und die Coaches, die sagen aber auch, man wird es nicht zu 100 % schaffen,
18:05
Speaker A
dass das Verlangen nie mehr kommt.
18:07
Speaker A
Man man hat ja auch einfach einen Sexualtrieb.
18:10
Speaker A
Das ist ja auch natürlich.
18:11
Speaker A
Aber das Ziel für mich ist einfach ein bewusster Umgang, 100 % Kontrolle über mein Leben.
18:17
Speaker A
Weil die Energie, die ich in die Pornos stecke, die will ich bewusst in andere Bereiche in meinem Leben stecken.
18:21
Speaker None
Samuel hat offenbar die Kertwende geschafft.
18:24
Speaker None
Aber auch nur dank professioneller Hilfe.
18:26
Speaker None
Denn wie bei anderen Suchterkrankungen, so verhält es sich auch bei der Pornosucht.
18:30
Speaker None
Der Weg da raus ist zäh und mühselig.
18:33
Speaker None
Eine Sache, die noch wichtig zu erwähnen ist, jeder hat natürlich ein anderes persönliches Empfinden, wann es zu viel wird,
18:40
Speaker None
wann eine Sucht anfängt und was noch normaler Konsum ist.
18:42
Speaker None
Da darf man nicht alle über einen Kamm scheren.
18:44
Speaker None
Grundsätzlich gilt, Pornos schauen ist erstmal völlig normal und auch völlig okay.
18:47
Speaker None
Man muss einfach nur auf dem Schirm haben, was es für Auswirkungen haben kann,
18:50
Speaker None
wenn man es übertreibt.
18:51
Speaker None
Wenn du das Gefühl hast, dein Konsum könnte ungesund sein, dann schau gerne mal in der Infobox vorbei.
18:56
Speaker None
Dort findest du die Links zu Hilfsangeboten.
18:59
Speaker None
Und probier einfach mal mit deinem Partner, deiner Familie, mit deinen Freunden darüber zu sprechen.
19:03
Speaker None
Wenn euch diese Dokumentation gefallen, dann zeigt es gerne mit einem kostenlosen Abo auf meinem Kanal.
19:07
Speaker None
Das würde mich sehr supporten.
19:09
Speaker None
Und dann sehen wir uns schon bald wieder.
19:11
Speaker None
Bis dahin, macht's gut.
19:12
Speaker None
Tschüss.
Topics:PornosuchtAbhängigkeitMännerPsychische GesundheitDopaminSexualitätGesellschaftTabuthemaLeipzigSuchtbewältigung

Frequently Asked Questions

Wie viele Menschen in Deutschland sind laut Video pornografiesüchtig?

Schätzungen zufolge sind über 500.000 Männer und über 250.000 Frauen in Deutschland pornografiesüchtig.

Welche körperlichen und psychischen Auswirkungen hat Pornosucht laut dem Betroffenen?

Der Betroffene berichtet von massiven Erektionsproblemen, Desensibilisierung des Gehirns, sozialer Isolation sowie Entzugserscheinungen wie Zittern, Angstzuständen und Reizbarkeit.

Warum wird der Pornokonsum im Laufe der Zeit immer extremer?

Um den Dopaminkick, der nur kurz anhält, immer wieder zu erreichen, müssen Betroffene zunehmend extremere Inhalte konsumieren, um das gleiche Gefühl zu erleben.

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