**Russland vor der Dumawahl 2026 – Opposition unter Druck — Transcript & Summary | SozAI**
Source: https://sozai.app/transcript/russia-duma-election-2026-opposition-pressure/

Analyse der russischen Duma-Wahl 2026 unter repressiven Bedingungen und der Druck auf die Opposition.

## Key Takeaways

- Die Duma-Wahl 2026 ist keine freie Wahl, sondern ein kontrolliertes politisches Spektakel.
- Die russische Opposition wird systematisch unterdrückt und hat kaum Einfluss auf den Wahlprozess.
- Wahlen dienen Putin vor allem der Legitimation und dem Erhalt des Machtapparats.
- Gesellschaftliche Unzufriedenheit und Kriegsmüdigkeit sind trotz Repression spürbar.
- Exilorganisationen und Menschenrechtsgruppen spielen eine wichtige Rolle in der kritischen Begleitung.

## What the video covers

- Die Duma-Wahl in Russland findet vom 18. bis 20. September 2026 statt, jedoch unter stark eingeschränkten Bedingungen.
- Die politische Opposition und unabhängige Medien sind durch das Regime massiv unter Druck gesetzt und verfolgt.
- Die Wahl ist formal ein politisches Ritual, das keine echte Machtverschiebung erwarten lässt, aber gesellschaftliche Stimmungen widerspiegelt.
- Putin nutzt Wahlen, um nach außen den Anschein von Rechtsstaatlichkeit und Legitimität zu wahren.
- Neben der Duma werden auch Gouverneurswahlen, regionale und Stadtparlamente gewählt, die ebenfalls stark kontrolliert sind.
- Unabhängige Wahlbeobachter werden nicht zugelassen, was die Fairness der Wahlen weiter infrage stellt.
- Die Opposition hat nur sehr begrenzten Handlungsspielraum, dennoch gibt es kleine Möglichkeiten, politische Stimmungen auszudrücken.
- Die Referentinnen Dr. Irina Scherbaver und Dr. Gesine Dorp bringen fundierte Expertise zu Menschenrechten und Russlandpolitik ein.
- Der Webtalk beleuchtet auch die gesellschaftliche Stimmung, Kriegsmüdigkeit und den Einfluss von Propaganda.
- Die Veranstaltung wird von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit organisiert und moderiert von Andreas Christ.

## Chapters

1. 00:00 Begrüßung und Einführung in das Thema Duma-Wahl 2026
2. 04:05 Bedeutung und Ablauf der Duma-Wahl in Russland
3. 08:39 Einschränkungen und Repressionen gegen Opposition und Medien
4. 14:00 Gesellschaftliche Stimmung und Kriegsmüdigkeit in Russland
5. 19:31 Rolle der Opposition und Exilorganisationen
6. 24:56 Putins Motivationen hinter der Durchführung von Wahlen
7. 29:41 Diskussion über politische Perspektiven und internationale Reaktionen

Answers

## Questions about this video

Warum sind die Duma-Wahlen in Russland keine freien Wahlen?

Die Wahlen sind stark kontrolliert, unabhängige Kandidaten und Wahlbeobachter werden ausgeschlossen, und die politische Opposition wird systematisch unterdrückt.

Welche Rolle spielt die Duma im politischen System Russlands?

Die Duma hat eine ambivalente Rolle: Formal ist sie das Parlament, doch tatsächlich dient sie vor allem der Legitimation der Macht Putins und hat wenig Einfluss auf politische Entscheidungen.

Wie reagiert die russische Bevölkerung auf die Wahlen und den politischen Druck?

Trotz Repressionen gibt es eine spürbare Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit in der Bevölkerung, die sich jedoch nur eingeschränkt politisch äußern kann.

## Full Transcript — Download SRT & Markdown

00:00

Speaker A

Zuschauerinnen und Zuschauer, ganz herzlich willkommen im virtuellen Veranstaltungsraum des Länderbüros Hessen und Rheinland-Pfalz der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der hessischen Kammermann-Flachstiftung.

00:11

Speaker A

Mein Name ist Cornelia Elz. Ich darf Sie als Programmreferentin unserer Stiftung sehr herzlich zu unserem Webtalk heute Abend unter dem Titel „Russland vor der Duma-Wahl, Opposition unter Druck“ begrüßen. Am 20. September wird in Russland eine neue Staatsduma gewählt.

00:27

Speaker A

Die Wahl findet jedoch, wie auch bereits die vorangegangenen Wahlen, unter Bedingungen statt, die einen offenen politischen Wettbewerb stark einschränken. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges wurde das Vorgehen der russischen Regierung gegen die politische Opposition nochmals verstärkt. So wurden unabhängige Medien

00:44

Speaker A

weiter eingeschränkt sowie oppositionelle Kräfte und kritische Stimmen unter dem Vorwurf der Diskreditierung der Armee und als ausländische Agenten verfolgt. Es stellt sich weniger die Frage nach einem möglichen Machtwechsel als nach der politischen Bedeutung der Wahl. Wie groß ist die Zustimmung? Wie stark ist die

01:00

Speaker A

Unzufriedenheit in der Bevölkerung? Wie viel Raum bleibt für politische Opposition? Wir wollen dies heute Abend mit unseren Expertinnen auf dem Panel diskutieren und ich darf Sie Ihnen vorstellen und danke schon vorab sehr herzlich, dass Sie beide heute Abend

01:12

Speaker A

diesen Webtalk ermöglichen. Begrüße heute Abend Dr. Irina Scherbaver. Sie ist 1949 in Moskau geboren, Historikerin und Publizistin, arbeitete als Redakteurin und Übersetzerin deutscher Literatur.

01:27

Speaker A

Sie leitete ab Gründung von Memorial die Bildungsarbeit der russischen Menschenrechtsorganisation, vor allem den Geschichtswettbewerb.

01:33

Speaker A

Forschungsaufenthalte führten sie nach Berlin, Wien, Salzburg und Jena. 2021 hat das Putin-Regime diese NGO quasi liquidiert. 2022 erhielt Memorial zusammen mit einer ukrainischen und einer belarussischen Organisation den Friedensnobelpreis.

01:52

Speaker A

Im selben Jahr verließ Frau Dr. Scherbaver das Heimatland, lebt heute in Berlin und ist Vorstandsvorsitzende der in Berlin gegründeten Exilorganisation Zukunft Memorial. Sie gehört im Kuratorium der Gedenkstätte Buchenwald an und ist Ehrenmitglied des Zentrums für Literatur und Kulturforschung Berlin. Ich freue

02:09

Speaker A

mich, dass wir sie heute im virtuellen Raum zu Gast haben. Sie war Anfang des Jahres, im April, schon bei uns in Fulda und Frankfurt zu Gast. Liebe Frau Dr. Scherbaver, schön, dass Sie heute Abend bei uns sind.

02:20

Speaker A

Danke und ich freue mich sehr, dass Dr. Gesine Dorp heute Abend bei uns ist. Viele kennen sie auch von unseren Webtalks.

02:29

Speaker A

Sie ist promovierte Slavistin und Hörfunkjournalistin. Sie war von 2012 bis 2017 Deutschlandfunkkorrespondentin in Moskau. Seit Beginn der 90er Jahre unternahm sie zahlreiche Recherchereisen nach Russland und den gesamten postsowjetischen Raum. Zuletzt von ihr erschienen sind der Bestseller „Jenseits von Putin“, „Putins Gift“ und „Kampf um die Freiheit“ mit Thomas Franke. Liebe Frau Dorp, danke, dass Sie auch heute Abend bei uns sind, einmal wieder, und ich freue mich auf das Gespräch mit Ihnen beiden.

02:46

Speaker A

Danke, sehr gern. Wir bedauern sehr, dass Frau Dr. Wischne Mann heute Abend aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung nicht bei uns sein kann und wünschen ihr von hier aus alles Gute. Und bevor ich jetzt gleich das Wort an unseren Moderator

02:57

Speaker A

weitergebe, nämlich Andreas Christ, den auch unsere regelmäßigen Gäste kennen. Er ist Berater, politischer Bildner, Mitglied im Rednerpool Team Europe, Direktor der EU-Kommission und langjähriger Programmmanager der FNF.

03:11

Speaker A

Lieber Andreas, herzlichen Dank, dass du heute Abend wieder die Moderation übernommen hast, und das Wort werde ich gleich an dich geben, aber ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, noch einen Dank auszusprechen an Marin Kölker, die im Hintergrund diesen Webtalk mit

03:24

Speaker A

organisiert hat und natürlich auch einen Dank an die technische Betreuung Niss Butrich im Hintergrund. Wie immer haben Sie als Zuschauer die Möglichkeit, sich mit der F&A-Funktion mit Ihren Fragen zu beteiligen, und so wie es die Möglichkeit gibt, wird Herr Christ

03:36

Speaker A

Fragen mit einbringen. Sie dürfen diese auch anonym stellen. Kennzeichnen Sie dies bitte. Jetzt wünsche ich Ihnen allen ein gutes Gespräch, ein erkenntnisreiches Gespräch. Danke Ihnen sehr für Ihr Interesse und darf nun das Wort an dich, lieber Andreas Christ, weitergeben.

03:51

Speaker A

Danke schön. Vielen Dank, liebe Cornelia. Meine Damen und Herren, auch von mir einen schönen guten Abend. Schön, dass Sie sich wieder im virtuellen Raum der Naumannstiftung bzw. auf YouTube eingefunden haben, wenn wir über Russland sprechen. In diesem Jahr haben wir das hier schon an einigen

04:05

Speaker A

Stellen getan und ich freue mich, dass die beiden Referentinnen heute mit dabei sind, um uns auf ein Ereignis, das jetzt am 20. September stattfinden wird, zu schauen und was uns das sagen kann. Wenn am 20. September in Russland gewählt

04:19

Speaker A

wird, dann ist relativ klar, dass die Regierungspartei gewinnen wird. Das wird keine Überraschung. Die eigentlich interessante Frage ist eine andere, nämlich was zeigt uns eine Wahl, deren Ausgang bereits feststeht, über das System und dass sie durchgeführt wird? Was bedeutet

04:33

Speaker A

das? Worauf schauen wir bei dieser Duma, die dort gewählt wird, und welche Rolle spielt sie und welchen Zustand hat die Gesellschaft und auch die Opposition?

04:49

Speaker A

Deswegen schauen wir zunächst mal, da sich vielleicht nicht alle von Ihnen ganz auskennen mit dem russischen System, kurz noch mal an, was die Duma denn eigentlich ist, und deswegen die Eröffnungsfrage an Sie, Frau Dorp: Warum lohnt es sich, auf

04:59

Speaker A

die Duma zu schauen, wenn sie durchaus eine ambivalente Rolle in diesem System hat?

05:13

Speaker A

Ja, zunächst mal eine formale kleine Korrektur. Also die Wahl findet an drei Tagen statt, vom Freitag, den 18., bis Sonntag, den 20.

05:20

Speaker A

Und es wird die Duma gewählt, und da Russland seit einigen Jahren einen einheitlichen Wahltag im Jahr hat, gibt es auch noch einige andere Wahlen, über die im Ausland nicht so viel gesprochen wird, die aber trotzdem auch das, was im

05:29

Speaker A

Vorfeld dort passiert, ganz interessant machen. Das sind nämlich 11 Gouverneurswahlen, dann werden 39 regionale Parlamente und etwa ein Dutzend Stadtparlamente gewählt. Und wenn ich sage Wahlen und wählen, dann müssen Sie bitte immer Anführungszeichen mitdenken, denn das sind nur sehr

05:44

Speaker A

eingeschränkt wirkliche Wahlen, denn erstens sind die Parteien und die Politiker, die zu wählen sind, eben schon vorgefiltert, und die Wahl ist sehr eingeschränkt, werden wir nachher drüber reden, und auch der Prozess selber und der ganze

06:03

Speaker A

sogenannte Wahlkampf vorher hat natürlich auch sehr starke Begrenzungen, und von dem, wie das Ganze ablaufen wird, kann man schon mal mit Sicherheit vorab sagen, dass das mit gerechten und freien Wahlen überhaupt nichts zu tun hat, und es werden auch keine

06:22

Speaker A

unabhängigen Wahlbeobachter zugelassen werden, weshalb das trotzdem interessant ist, und die Frage für mich ist ja auch immer, wenn das sowieso vorher alles feststeht, warum macht das Regime dann eigentlich, warum braucht Putin eigentlich Wahlen? Also er könnte ja auch schamlos einfach sagen, so schamlos

06:39

Speaker A

wie er andere Dinge schon durchgezogen hat und so schamlos, wie er sich weitere Amtszeiten gesichert hat und so schamlos wie er den Krieg führt, könnte ja auch sagen, ja, so. Also ich bin jetzt einfach an der Macht und

06:54

Speaker A

weiter. Ich habe beobachtet, dass Putin doch in gewisser Weise so formalistisch agiert. Also für ihn ist das irgendwie schon noch wichtig, nach außen so den Schein von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu wahren und dann auch als Argument

07:07

Speaker A

vielleicht gegenüber anderen Staatsführern zu haben. Na ja, aber bei uns hat es ja Wahlen gegeben, und die sind ja auch von nicht unabhängigen, aber von anderen Wahlbeobachtern auch als Wahlen irgendwie abgesegnet worden. Und dazu kommt das auch bei anderen

07:23

Speaker A

Entscheidungen, also z. B. die Einmischung in den Krieg in Syrien o

07:41

Speaker A

Entscheidungen, also z.B. die Einmischung in den Krieg in Syrien oder die ähm die Annexion der äh oder die ja Annextion ist eigentlich ein zu schwaches Wort, aber die Einverleibung der äh sogenannten Volksrepubliken und so weiter, da gibt's immer vorher

08:02

Speaker A

Abstimmung und die formalen Stufen äh die Verfassung vorschreibt, die werden in gewisser Weise formalistisch eingehalten und dann gibt's irgendwie ein Dokument und auf der Basis wird dann legalistisch irgendetwas entschieden, was aber ähm eben nur den den russischen Gesetzen und der Auslegung der

08:21

Speaker A

russischen Gesetze durch den Kremmel entspricht. Und das ist interessant einmal, deswegen äh gibt's diese Wahlen und dann ist es natürlich auch, denke ich, ein Gradmesser für das Regime, die Stimmung in der Bevölkerung zu erkunden. Und für die Bevölkerung

08:39

Speaker A

wiederum ist es in ganz ganz geringem Maße, aber irgendwie ja doch noch in einem sehr repressiven Umfeld, ein kleines Fenster der Möglichkeiten, um zwar nicht unbedingt Veränderungen zu bewirken, aber um doch irgendwie ähm Stimmungen auszudrücken und sich zu

08:56

Speaker A

äußern. Vielen Dank, Frau Scherberkover, an Sie dann die Frage, wenn wir jetzt hören, äh Stimmungen zum Ausdruck zu bringen oder kleine Signale zu senden, sie haben ja diese Wahlen sehr häufig auch miterlebt.

09:08

Speaker A

Wie fühlt sich das an, zu diesen in Anführungszeichen Wahlen zu gehen? Äh, na ja, also äh es war äh es ist natürlich äh das, was Putins Regime macht, das ist die Zerstörung von Instituten. Äh die es die werden zu ertraten gemacht. äh

09:27

Speaker A

und ähm ähm eigentlich äh was wir dann äh uns äh gesehen haben in der Tätigkeit, in der dum dum Tätigkeit, also diese in dieser Periode äh das waren natürlich lauter Repressionsgesetze, vor allem über ausländische Agenten, das waren unglaubliche Aussagen von dem Dum

09:48

Speaker A

Speaker Wallodin, äh die an die schlimmsten, ich weiß nicht, also das war, es hat ja nur äh gefehlt, dass die ganben Flücher von ihm im Parlament gesagt werden, denn so wie dort die ausländischen Agenten, die Migranten bezeichnet worden sind, also

10:08

Speaker A

das konnte das das hat mich nur an die Prozesse der also des großen Terrors erinnert, wo man Publik also Menschen so beschimpft hat. Äh also Verräter, das war das, glaube ich, das mindeste, also das netteste, was da gesagt worden ist.

10:23

Speaker A

Und das folgt natürlich auch die Gesetze. Das würde praktisch zur Enteignung und Drohung eigentlich die ganze Zeit gegen alle Immigrant alle, die Russland irgendwie verlassen haben.

10:34

Speaker A

Ähm und ähm das und eine ganze Reihe von Gesetzen äh die nur in die Richtung von Repressionen gegangen sind und wurden dann äh einstimmig angenommen und ähm es ist natürlich überhaupt nicht witzig, aber der sein Stellvertreter Pter Tal

10:54

Speaker A

Stoi, eigentlich ein Journalist, aber in Wirklichkeit ein Propagandist hat also auf die Frage, also was war vielleicht was sind welche Gesetze er besonders stolz ist, hat gesagt, dass das, was er als ein Verdienst betrachtet, ist der verabschiedete Gesetz gegen, dass die

11:19

Speaker A

ähm alles äh alles was alle Vitrinen, Kaffees, äh alles ähm äh die Namen, die dann vielleicht also fremd klingen oder vielleicht mal Englisch jetzt alles rusifiziert werden sollte und also und das fand er also sozusagen das patriotischste, was von der Dum als von

11:45

Speaker A

der Dum, also das ist natürlich alles überhaupt nicht zum Lachen, aber das zeigt wie eigentlich Duma funktioniert hat. äh abgesehen natürlich, dass das das war die Periode des Krieges und ähm das war natürlich es ist überhaupt nicht zum Lachen, weil ähm die haben sie die

12:02

Speaker A

sind alle also tragen alle, die dann für alles gestimmt hat, tragen die Verantwortung. Also das ist das ist eigentlich das eine. Das andere ist, warum Putin das warum Putin das macht.

12:14

Speaker A

Übrigens, in den sowjetischen Zeiten gab es auch die Wahlen. Ähm äh wobei man äh wobei es ähm ein Witz dazu gab, ähm dass die ersten demokratischen Wahlen äh die ersten demokratischen Wahlen waren als der liebe Gott dem Adam Eva vorgestellt

12:31

Speaker A

hat und hat gesagt, jetzt kannst du dir ein die Frau eine Frau wählen. Und das waren also und das war sozusagen der Sinn von Wahlen. Und wir haben übrigens und das haben äh Menschen natürlich verstanden, also weil in den letzten Jahren schon Anfang

12:48

Speaker A

der 80er und so sind Menschen eigentlich kaum zu den Wahlen gegangen oder nur deshalb gegangen, weil sie wussten dort es kann vielleicht man dort paar Defizit paar Defizite kaufen, ja, dass man dort irgendetwas verkauft, also, weil man man

13:04

Speaker A

dort Buffets gemacht, damit es für die Menschen etwas ein bisschen attraktiver aussieht. als sonst, vor allem mit den kleinen Orten und so, aber ähm äh äh und es gibt in z.B. im Memorial Archiv ähm Beispiele ähm aus den

13:24

Speaker A

regionalen Archiven, dann haben wir das dann in den 90er Jahren bekommen, wo die Menschen eigentlich still und leise, aber dagegen protestiert haben. Z.B. äh auf einem Wahlzettel, wo es alles gestrichen, durchgestrichen ist und geschrieben ist Komedie.

13:41

Speaker A

Komödie, keine Wahl, sondern Komödie. Also, solche Sachen gab es gab es gab es natürlich auch. Und das war äh der erste, würde ich sagen, wirklicher Zeichen, dass Peristroika in der Luft ist, waren die ersten freien Wahlen, also in das, also in das oberste Gericht

14:00

Speaker A

der das oberste Rat der äh äh russischen äh russischen Föderation, also der 89, also das war also das war der Durb seit der Zeit äh seit der Zeit natürlich jetzt sprechen wir auf K keine Weise von irgendwelchen in freien Wahlen, die

14:18

Speaker A

werden manipuliert sein. Also das weiß das weiß jeder. Aber ähm diese äh würde ich sagen ähm äh der Kampf dagegen, der dauerte doch in diesen angefangen hat das [schnauben] ähm in den Nullerjahren. Ähm Memorial hat immer auch dazu beigetragen, dass

14:41

Speaker A

man unabhängige Beobachter ausgebildet hat. Also, wir haben immer Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Also, die haben also jedes Mal, also vor den Wahlen sammelten sich bei uns äh Menschen und das war äh äh nach 2010, 2011, 2012 eine regelrechte bis

15:00

Speaker A

eigentlich 2019 eine regelrechte Bewegung. ähm äh Menschen waren engagiert als Beobachter zu den ähm äh zu den Wahlen zu gehen und berichteten eigentlich von also verschiedenen dort Fälschungen und sonstigen Sachen. Äh, das ist jetzt ist der Mensch, der das

15:24

Speaker A

alles mit organisiert hat und unser Kollege Gregori Milkananz für dir diese ganze Bewegung, die äh äh die sich Goles genannt, die Stimme äh ist zu 5 Jahren 5 Jahren Strafkolonie verurteilt und das ist und das ist sozusagen eine ganz typische

15:44

Speaker A

Entwicklung. Aber warum macht man das? Warum macht man und es ist mehr immer mehr und mehr zu einer wirklicher Attrappe geworden, aber oder einer Kulisse. Aber warum macht man das?

15:56

Speaker A

Erstens ist nach wie vor doch für Putin wichtig äh äh äh eigentlich ähm äh sein sozusagen ähm sein Rating äh bei den Wahlen äh nicht bei den Wahlen, sondern überhaupt und bei den Wahlen eigentlich umso mehr. ähm äh wie es um die

16:18

Speaker A

Machtpartei eigentlich, wie es um die Machtpartei steht und ähm äh weil wie soll man sagen, also natürlich 20% ähm dazu zu rechnen und zu fälschen, was wir dann oft erleben, ne? Das ist keine eigentlich nicht wirklich in dieser

16:35

Speaker A

Situation, weil es halt keine wirkliche Wahlbeobachter wird, keine große Ursache. Aber trotzdem trotzdem ist das trotzdem ist das irgendwie unangenehm, wenn die Fälschung dann sehr massiv sein sollte und vor allem ist das, wissen Sie, das ist in Russland auch, man muss Russland also

16:57

Speaker A

es sind so viele Menschen daran beteiligt, dass diese Athrape schön und glänzend aussieht und und sie kriegen auch viel Geld dafür.

17:10

Speaker A

dass das dass das dass das irgendwie gut verläuft alles und wenn irgendwelche VP da plötzlich entstehen und irgendwelche un also äh plötzlich irgendwie Force Major Geschichten, dann äh dann kommt natürlich ein Zeichen. Also, wozu seid ihr eigentlich da? Also, wie habt ihr

17:30

Speaker A

das äh wir hab das schon schlecht organisiert und diese Signale haben wir jetzt bekommen, weil äh ganz unerwarteterweise für die also sozusagen, also für die Machthaber hat sich Jablaker Partei mit zwei Parolen äh und Jablck ist, das muss man ja

17:52

Speaker A

vielleicht noch ein bisschen erklären, 93 als Bewegung gegründet worden seit der Zeit immer immer wieder also sich transformiert und so, aber eher würde ich sagen, also wenn man ich weiß nicht was Gesnblut dazu sagt, aber das ist eher so

18:10

Speaker A

in die Richtung Sozialdemokratie eher nicht so liberal so eher sozialdemokratische Schattierung hatte und äh sehr vorsichtig eigentlich und äh aber mehr oder weniger was äh die Opposition anbetrifft, aber man muss ja sagen, die war schon immer gegen den Krieg auch

18:34

Speaker A

gegen z.B. gegen den tchänischen Krieg damals, also ganz ganz äh ganz eindeutig. Und jetzt ähm bei allem hin und her, bei allen Vorwürfen, dass Jlinski, also sag der Gründer der Partei und der Frontman am Anfang des Krieges ähm ä gesagt hat ähm

18:56

Speaker A

äh wo es nicht wirklich deutlich äh war äh ob ähm äh wie soll man sagen, also zu Frieden zwar aufgerufen hat, aber man hatte den Eindruck, dass es äh so sozusagen an beide Seiten Appell geht das war irgendwie das war irgendwie so

19:16

Speaker A

formuliert als hat ein Gefühl als ob an diesem Krieg eigentlich zwei Seiten beteiligt sind was natürlich was natürlich auf eine ganz starke würde ich sagen ähm äh das hat das ist also natürlich auch bei den Menschen, die gegen den Krieg waren und den Exil

19:35

Speaker A

ist überhaupt nicht angekommen. Lassen Sie uns ganz ganz kurzul [gelächter] vielleicht der letzte Satz dazu, also diese ganze diese ganze jetzt mit zwei Aufrufen für den Frieden gegen die Angst äh und ähm ähm hat diese also fast vergessene kleine Partei plötzlich sehr

20:01

Speaker A

schnell in ein paar Wochen also ganz viele Punkte bekommen und zwar auch bei den jüngeren Generationen. und zwar im TikTok und das war und die und und der Schlag kam dann ganz schnell, also die föderale Liste, also die föderale Liste

20:17

Speaker A

wurde nicht zugelassen. Also muss ich dann doch mal kurz bremsen, bevor wir jetzt zu alles. Ja, genau. Lassen Sie uns, wenn Sie gestatten, kurz noch mal bei der bei der Funktion der Duma bleiben zu Ja, Bloko.

20:29

Speaker A

Kommen wir gleich noch. Frau D, wir haben gerade von Frau Schkover gehört, man versucht quasi so eine Art Rating oder so ein vielleicht ein bisschen was mit Ego Befriedigen von Putin damit zu verbinden. Wie kann das denn überhaupt bei einer solchen Wahl

20:44

Speaker A

stattfinden, wenn da tatsächlich am Ende äh z.B. eine Partei wie Jabluco ähm nicht zur Wahl zugelassen wird, um da irgendwie auch verlässliche verlässliches Gefühl herauszubekommen.

20:55

Speaker A

Also, wie kann Putin aus dieser Wahl etwas ablesen? Erstmal wollte ich gerne noch was sagen zum Duma Sprecher Veslain, den Frau Sherbaakova erwähnt hat und die unglaublichen Dinge, die er und nicht nur er da äh in der letzten

21:11

Speaker A

Legislaturperiode gesagt haben. Da kann man nämlich auch noch mal was ableiten äh für die Funktion der Wahl äh überhaupt. hat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause hat er noch mal auf die Abgeordneten eingeredet, also vor welcher existentiellen Bedrohung

21:26

Speaker A

Russland stehe und wie wichtig es sei, sich zu verteidigen und so weiter und so weiter und dann hat er gesagt, es gibt viele Parteien, aber nur ein Russland.

21:35

Speaker A

Und dann hat er angefangen zu skandieren: Russland, Putin, Sieg. Das äh fand, also er wollte irgendwie der Duma einheizen. Das hat nicht richtig funktioniert. Er hat dann gesagt, Kollegen bitte. und die haben dann zwar applaudiert, aber nicht so

21:49

Speaker A

richtig mitskandiert, aber hat das noch drei, vier mal dann gesagt, also Russland Putin Sieg. Und das zeigt natürlich, also dieses Parlament, wie es auch äh dann irgendwann, wie viel Parteien da auch immer drin sitzen werden. Ähm, das ist nur noch die

22:05

Speaker A

Simulation von Pluralismus überhaupt. Und ja, inwi weit äh Putin, inwi weit der Kremmel oder seine ähm Kuratoren und seinen Stab in der Präsidialadministration da Stimmungen ablesen können. Na ja, das es gibt ja schon sowas wie äh Umfragen, auch wenn

22:25

Speaker A

die gelenkt sind. Es gibt sowas wie Wahldebatten, aber die würde ich in in in doppelte Anführungsstriche setzen eigentlich und da kann man dann schon irgendwelche Schlüsse drausziehen. Ich würde gerne mal auf diese Wahldebatten im Fernsehen eingehen, wenn ich darf.

22:41

Speaker A

Die habe ich mir nämlich gerade ein bisschen angeguckt. Ähm, also wir haben ja schon gesagt, es ist eben was formalistisches, äh, aber eigentlich gibt es keinen Wettbewerb und dafür stehen diese Fernsehdebatten, die jetzt übrigens schon beendet sind.

22:57

Speaker A

Äh, die waren ungefähr vier Wochen liefen, die die stehen dafür als wirklich ein unglaubliches Sinnbild und am meisten symbolisiert das eigentlich ein kleines Video, das viral gegangen ist aus Resan, einer Stadt im Westen äh Russlands. Und zwar steht da die

23:15

Speaker A

Moderatorin der oder Gast, also Host sagt man ja heute der Wahlkampfdebatte im Studio und begrüßt das Publikum und rechts und links von ihr sind je drei Pulte, aber hinter den Pulten steht niemand und dann sagt sie leider ist

23:30

Speaker A

niemand gekommen und deswegen äh schalten wir jetzt um und wir sprechen uns dann und dann wieder. Und das ist zwar nicht äh so, dass das ganz oft und die Regel war, dass die Studios leer waren, aber es sind einfach ganz

23:43

Speaker A

oft wirklich die Kandidaten gar nicht erst gekommen. Und das hat nach Einschätzung von russischen Politologen eben mehrere Gründe. erstmal, dass sie m keinen Sinn sehen, weil eben ganz viel verboten ist zu sagen und ähm weil weil es auch andererseits bestimmte Grauzonen

24:02

Speaker A

gibt und sie nicht wissen, was sie sagen dürfen. Ähm, aber trotzdem kann man also an diesen Debatten sehen, eine Szene möchte ich noch schildern, das ist auch viral gegangen. Äh, das war eine der ersten Debatten auf föderaler Ebene. Da

24:17

Speaker A

saßen zehn Kandidaten alles super formalistisch durch. äh dirigiert, durchstrukturiert. Also jeder dieser zehn Kandidaten, es sind ja zehn Parteien, die antreten, hatte 3 Minuten und das ganze in quatsch eine Minute, genau 60 Sekunden und das ganze in drei

24:31

Speaker A

Durchgängen. Diese Diskussion war zum Thema Soziales und dann fragt der Moderator, was soll man tun, um das demografische Problem Russlands zu lösen? Also, die Bevölkerung stirbt aus, die Frauen kriegen zu wenig Kinder, langes Thema. Putin sitzt da seit langem

24:46

Speaker A

dran, kriegt es nicht richtig gelöst. Dann sagt also dieser Kandidat von der Partei direkte Demokratie erläutert also in drei Sätzen, dass ähm der Staat nicht nur kinderreiche Familien unterstützen soll, sondern bereits beim ersten Kind helfen soll und dann als er fertig ist,

25:02

Speaker A

sind erst 30 Sekunden rum von dem ihm zustehenden 60 Sekunden und dann guckt der [räuspern] betroffen in die Kameraise und sagt, das ist alles. Dann fragt der Moderator, aber fällt Ihnen vielleicht noch was ein? Dann sagt er: "Nein und dann sendet der Sender Stille

25:18

Speaker A

bis zum Ablauf der 60 Sekunden und dann äh läuft läuft die Uhr ab und es ertönt der Gong." Und das ist auch so ein schönes Sinnboldbild für wirklich den absoluten Formalismus. Das heißt aber übrigens nicht, dass es nicht

25:31

Speaker A

irgendwelche kritischen Stimmen gibt. Aber ich habe in einer Debatte mir angeschaut, äh da trat jemand von der Kprf, der Kommunistischen Partei auf und zwar der Nachfolgeorganisation der sowjetischen Kommunisten. Nikolai Bondarenko heißt der. Der ist auch bekannt dafür, dass er also sehr

25:50

Speaker A

outspoken ist und der macht auch einen Blog und ist bekannt als roter Blogger. Der hat da ziemlich vom Leder gezogen, hat z.B. gesagt, 3 % der Bevölkerung besitzen, 90% der Reichtümer. Die Zahl der Milliardäre in Russland ist gestiegen in den letzten Jahren. Also,

26:05

Speaker A

das war eine der spritzigsten Debatten, aber Herr Bondarenko ist leider wenige Tage vor danach von der Wahl ausgeschlossen worden.

26:14

Speaker A

Darf ich noch ein noch etwas dazu sagen äh zu diesen Debatten? Äh ähm äh es ist ähm äh es gibt auch Skandalgeschichten.

26:25

Speaker A

Es gibt auch Skandalgeschichten, äh weil äh es gab ja äh ähäh einen Kandidaten, der einfach äh äh da äh äh wie soll man sagen, mit drei also einfach gesagt hat, also, dass es alles nur Mist ist, nur viel gröber als das.

26:45

Speaker A

und ähm äh und mit dieser also mit dieser sozusagen regierenden Partei wird sowieso ein M sein. Also in gröbsen in gröbsen Worten und der ähm Moderator versuchte ihn auszuschalten. [gelächter] Daraufhin sah das ein absolut skandalös aus. Aber das war ja eine äh er geht ja

27:08

Speaker A

zwar als Kandidat, aber in Wirklichkeit war das eine völlige Negierung, also von also äh von dem, was übrigens über überhaupt diese Wahlen sind. Also, das war also das war also würde ich sagen ganz äh ganz eindeutig. Aber ich

27:26

Speaker A

muss ja sagen noch vielleicht einen ein Satz, es gibt Rivalitäten bei diesen Wahlen auf der Regionalebene äh auf den auf der Ebene äh von ähm ähm wo die unabhängigen z.B. bei den unabhängigen Kandidaten, ja, also zwischen den verschiedenen zwischen den

27:46

Speaker A

verschiedenen Parteien und das betrachten einige doch als Möglichkeit als Möglichkeit für die Menschen doch ihre Meinung vielleicht in einem sehr begrenzten Ausmaß zu äußern zu diesen zu diesen Wahlen und zu den Kandidaten oder eben dann die von Ihnen genannten

28:03

Speaker A

Signale dann auch zu senden. Also diese systemische Opposition ist jetzt kein monolitischer Block, wenn ich das richtig verstanden habe, sondern sie können auch die eine oder andere kritischen äh Aspekte dann durchaus mal hervorheben, auch wenn sie eben die

28:16

Speaker A

Macht von Putin nicht komplett in Frage stellen. Ähm Frau Donblöd, wenn wir jetzt auf diese ähm Frau Scherbock war eben so Attrappe genannt, ähm da kommt ja am Ende doch ein relativ mächtiges ähm Parlament zusammen. jetzt weniger im

28:31

Speaker A

Bezug auf die Kontrolle Putins, sondern über die Macht über die Bevölkerung. Ähm, was sind denn die Dinge, wenn sich die Debatten angeschaut haben, die da jetzt in den nächsten Jahren zu erwarten sind? Was kann man da erwarten aus

28:43

Speaker A

diesem Parlament heraus oder auch was Putin schon angekündigt hat, was er mit der Duma umsetzen möchte?

28:48

Speaker A

[schnauben] Na, ich glaube nicht, dass die Duma jetzt das Machtinstrument ist, sondern die Duma setzt um, was äh was die Präsidialadministration vorgibt. Und da haben wir eben gesehen, also äh die die Duma wurde in der Vergangenheit auch mal als verrückt

29:05

Speaker A

gewordene Schreibmaschine bezeichnet, weil die eben im Akkord äh wirklich repressive Gesetze durchgezogen haben. Und es gab auch in dieser Legislatur wieder Fälle, in denen dann an einem Tag dann alle Lesungen durchgezogen wurden.

29:20

Speaker A

Ähm und das wird sich fortsetzen und es kann gut sein, dass eben die Repressionen noch immer weiter, obwohl man schon gar nicht mehr weiß, wohin es eigentlich führen soll, aber äh immer wieder neue Sachen ähm eingeführt werden, um die Bevölkerung unter Druck

29:36

Speaker A

zu halten. Schab, wenn Sie sich diese ähm Ergebnisse, die Sie da auch eben schon referiert haben, anschauen, ähm die äh einzelnen Regelungen, die da dann äh als wild gewordene Schreibmaschine in die Welt hinausgesetzt wurden, davon haben sie ja ähm am Ende auch eine enorme äh

29:53

Speaker A

Repression auch erfahren. Die Agentengesetze sind genannt worden, aber auch die weiteren Konkretisierungen, wer als Agent dient, äh wie man sie am Ende auch äh identifiziert und mit einem sehr breiten Verständnis. Ähm diese Dumwahl, kann sie denn überhaupt ähm jetzt solche

30:10

Speaker A

Dinge ähm durch eine eventuell zugelassene Oppositionsliste, nehmen wir den hypothetischen Fall mal an, äh überhaupt eindämmen oder ist das überhaupt nicht denkbar?

30:20

Speaker A

Nein, das ähm glaube ich natürlich nicht. Übrigens, das ist nicht die Schreibmaschine, das ist der Drucker.

30:27

Speaker A

[gelächter] Stimmt. So. Äh äh ähm äh nein, also das wird es das wird es natürlich nicht. Äh, es ist es wird ja alles von, würde ich sagen, von den Menschen natürlich im Exil und von den Menschen, die in Russland also gegen

30:45

Speaker A

den Krieg sind, also die Menschen, die Jablcka unterstützen. Doch äh es wird doch aufgerufen, dass die Menschen ähm symbolisch ihre Unzufriedenheit und ihr äh nicht ein Verständnis mit dem Krieg zeigen als einfach als symbolische Gästen. Also, das wird natürlich nicht

31:05

Speaker A

auf die Ergebnisse der Wahlen eine Wirkung haben, aber vielleicht also für die öffentliche Meinung, dass die Menschen sehen, sie sind ja nicht alleine, also gegen diesen Krieg. Und da gibt's verschiedene Szenarien, also verschiedene aus der würde ich sagen

31:22

Speaker A

Menschen aus der Opposition, die außerhalb Russland sind, verschiedene Szenarien, also was man, also wie man dieses nicht einverstanden sein zeigen kann.

31:34

Speaker A

Und ähm das ist ein bisschen verwirrend. Mein man man streitet sich, soll man zu den Wahlen, weil es eben, wenn es wenn es keine Wahlen sind, dann streit man sich mehr oder weniger um die Symbolik.

31:45

Speaker A

Natürlich soll man zu den Wahlen gehen oder soll man gar nicht oder soll man sie ignorieren, wenn man geht, was macht man mit mit der Wahlzettel? Ähm, dann ist das ein Vorschlag, um den es sehr viel diskutiert wird.

32:02

Speaker A

Also, das ist äh noch damals von Navalne, also vorgeschlagene ähm äh vorgeschlagene Verhaltungsweise äh bei den Wahlen. Das heißt also kluge Wahl, indem man indem man einfach alles macht, um die regierende, dass die regierende Partei möglichst wenig Stimmen bekommt

32:26

Speaker A

und egal jetzt wen, ob es ein Kommunist ist oder ein Jeinowski Partei ist und so dagegen gab es natürlich sehr viele Einwände auch moralischer Art.

32:37

Speaker A

Ein Vorschlag von Michael Gradarkowski wäre, man muss genau, es werden Listen gemacht von den Kandidaten, z.P. wer sich doch nicht für diesen Krieg sich geäußert hat, weil Ges Dornblut hat ja schon erwähnt diese Debatten und manchmal sahen diese Debatten völlig

32:57

Speaker A

absurd aus, weil in diesen 3 Minuten haben sie wie laut geschrien, also die also die Kandidaten, dass sie für den Sieg sind.

33:07

Speaker A

bei diesen Debatten. Also mehr hatten sie da nicht zu mehr hatten sie nicht zu sagen, also aber hauptsächlich das also äh das nur der Sieg und wir sind natürlich für den Sieg und so weiter und so fort. Also äh das damit man einfach

33:22

Speaker A

vielleicht also Menschen aus der Liste rausfischt, die keine Falken sind äh und sich dann nicht geäußert haben. Vor allem z.B. auf der regionalen Ebene, aber ähm äh wie gesagt oder man soll zum 12 Uhr zum Wahllokal gehen. Ähm äh auch

33:43

Speaker A

z.B. außerhalb Russland, also zu den Botschaften, also wo die Wahllokale dann organisiert äh werden, also für die Menschen, die außerhalb Russland äh außerhalb Russland wählen und so weiter und so fort. Äh und es gibt ja, wie gesagt verschiedene Vorschläge, wie man

34:01

Speaker A

symbolisch äh wie man symbolisch zeigt. Man ist also man ist gegen, also faktisch man ist gegen den Krieg. Also das ist ja unterstützt den Krieg nicht.

34:12

Speaker A

Also, das ist faktisch fast das Wichtigste, aber mehr kann man nicht erreichen. Äh, aber die Menschen, aber man muss ja sagen, dass die Menschen, die äh von der Jablaker Partei äh dann kandidieren, abgesehen davon, dass die dass die föderale Liste äh also

34:29

Speaker A

praktisch also ausgeschlossen ist, aber sozusagen einzelne Kandidaten, die riskieren schon sehr viel. Mm. Die riskieren viel, weil die Kritik die geäußert wird, auch der Ton, also da da wir da äh da versucht man jetzt riguros, da sind ja da sind ja übrigens alle

34:47

Speaker A

Masken gefallen, seitdem die seitdem man plötzlich entdeckt hat, dass diese Antikriegsparolen, also von den Menschen Unterstützung finden und diese soll sich sagen, also Diabloker Partei plötzlich Punkte gewinnt, dann und junge Menschen an sich zieht. Ja. Ähm äh dann ähm hat

35:07

Speaker A

man dann gegen sie äh gegen sie Kandidaten und gegen die Partei also wirklich vorgegangen. Und die letzte Nachricht, die von ähm viele sind einfach von den Wahlen unter irgendwelchen Einwenden, also falschen Beschuldigungen einfach aus der Liste gestrichen, mehr

35:25

Speaker A

noch verhaftet werden. Ähm äh vor zwei Stunden kam z.B. die Nachricht, dass ähm äh aus Jaterinburg ein Jablaker Kandidat für zwei Wochen verhaftet worden ist, also wegen Verdacht auf extremis Extremismus, weil ähm auf seinem äh irgend seinen Social Medien Social,

35:49

Speaker A

ich weiß nicht, ob das Facebook war ähäh konnte nicht genau rauslesen, ein Link auf Memorial war.

35:57

Speaker A

Mhm. [räuspern] Und Memorial ist zur extremistischen Ja. Bewegung erklärt worden und das genügte schon, um ähm also sozusagen um gegen ihn ein Verfahren anzufangen. Mm.

36:09

Speaker A

Also [räuspern] das ähm das ist eine also das ist nicht nur Athrape, das ist eine ziemlich gefährliche Geschichte jetzt für die Menschen, also die also die dann als gefährlich oder ähm für die also für die regierende Parteiä erscheinen.

36:28

Speaker A

Mhm. [räuspern] Vielleicht müssen wir das noch mal ein bisschen genauer erklären, weil ich weiß nicht im Publikum, wie viele Menschen sich so gut mit dem politischen Systemen in Russland auskennen. Also, es hat halt man hat halt zwei Stimmen ähnlich wie

36:39

Speaker A

bei uns. Also, man wählt einmal eine Liste und man wählt die einzelnen Kandidaten, man sagen. Und bei der Liste ist es halt so, da da tritt nach dem äh Urteil des obersten Verfassungsgerichtes im August äh ist eben Jablakon nicht

36:53

Speaker A

mehr dabei äh unter fadenscheinigen Begründungen und da hat sich dann auch äh bei dem bei dem bei dem Prozess gezeigt, dass Jablocker ziemlich viele Unterstützer hat, denn da waren hunderte vor allen Dingen auch junge Leute vorm Gerichtssal und das war auch eine der

37:10

Speaker A

wenigen Chancen überhaupt die Position zu artikulieren und auf die Straße zu gehen, denn Demonstrationen zu Kunsten von Jahrblöcke sind ja fast unvorstellbar. Also, das werden keine Demos äh, die irgendwie die Regierung äh politisch diskut kritisieren und schon gar mit dem Thema Krieg und den Krieg

37:29

Speaker A

kritisieren. Sowas wird nicht mehr erlaubt. Aber äh das war jetzt ähm der Prozess oder die Urteilsverkündung äh war dann schon eine Gelegenheit, wo man gesehen hat, dass eben es hohes Potenzial gibt doch für JBlocke und es gab auch Umfragen, das hat die Stiftung

37:45

Speaker A

Wissenschaftpolitik gerade äh geschrieben, dass binnen weniger Wochen eben wegen dieser Antikriegslosungen von Jabloker die Zustimmung oder das Potenzial bis auf 20% gestiegen sei, von 5 bis 20%. Und jetzt kommt die große Einschränkung von meiner Seite. Ähm Antikriegslosungen, ne? Also für Frieden und Freiheit, für

38:08

Speaker A

ein Leben ohne Angst, für einen Waffenstillstand. Das ist im russischen Kontext natürlich ein Alleinstellungsmerkmal von Jablock und besonders und gefährlich auch, aber es ist nicht das, was die Ukraine oder was auch z.B. die E3, also die europäischen Staaten, Frankreich,

38:26

Speaker A

Deutschland, London zusammen mit Selenski vor ein paar Wochen mal als Friedenslösung und Szenario festgelegt haben, nicht was ein gerechter Frieden wäre. Und das deckt sich übrigens auch mit den Umfragen z.B. vom Levada Zentrum, also dem ja letzten und einzigen äh

38:46

Speaker A

Umfrage Institut, das man noch unter den gegenwärtigen Bedingungen mit Einschränkungen, würde ich sagen, als unabhängig äh ähm bezeichnen kann, die nämlich sagen, dass ja, es herrscht eine große Kriegsmüdigkeit in Russland, zwei Drittel der Bevölkerung, wollen ein Ende des Krieges, aber sie wollen das eben

39:03

Speaker A

nicht zu den Bedingungen, die einem gerechten Frieden äh entsprechen. Und Jablocke sagt eben spricht sich eben auch nicht für Reparationen aus direkt oder für eine Aufarbeitung in irgendeiner Form. Das ist alles erstmal nur, wir wollen jetzt, dass dieser Krieg

39:19

Speaker A

vorbei ist. Und das ist ja auch etwas, was wie gesagt äh eine gefährliche und mutige Position ist. Ähm weil es eben komplett der Position des Kremmel und der angeschlossenen Parteien widerspricht. Die Frau Schabakover hat's gesagt, teilweise einstimmig sagen, was

39:39

Speaker A

wir jetzt erstmal brauchen, ist ein schneller Sieg in der Ukraine über die Faschisten. Wir müssen uns verteidigen, der Westen greift uns an, die NATO und so weiter und so weiter und so weiter.

39:50

Speaker A

Und deswegen ist, würde ich sagen, so dieses Thema Krieg, weil wir ja anfangs gefragt haben, was bringen die Wahlen und wer kann da was ablesen und so. Das ist eigentlich für mich das interessanteste Thema bei dieser Abstimmung, ob man sie jetzt Wahl nennt

40:03

Speaker A

oder nicht. ähm wo man eben doch doch ein bisschen was aus den Zeilen, zwischen den Zeilen rauslesen kann. Und weil Frau Schbauver drauf hingewiesen hat, also was wie sich die russischen Exilpolitiker verhalten, die eben unterschiedliche Empfehlungen geben, äh

40:20

Speaker A

was nicht verwundert, weil sie in eigentlich fast allen Dingen unterschiedliche [gelächter] ähm Auffassungen vertreten und auch sehr oft uneins sind. Ähm, ich habe mir das mal angeschaut. Äh, das Antienne Comitet, also das Antikriegskomitee, das ist eine der [räuspern]

40:37

Speaker A

größten Gruppen eigentlich um um Rodakowski herum. die haben eben so eine Website gemacht, da haben sie alle Wahlreionen Russlands aufgelistet mit den unterschiedlichen Kandidaten dort und haben aufgeschrieben äh was sie haben das systematisiert, äh was haben sie wie haben sich äh zu sie

40:57

Speaker A

sich zum Krieg geäußert und da gibt's drei Kategorien, also äh für den Krieg ähm oder ähm äh nee, Moment, das habe ich jetzt hier falsch gesagt. Ich guck es mir gerade an, also ich habe gerade eine Seite von

41:11

Speaker A

Khatka, also ich habe es extra ganz ganz im Osten Russlands habe ich mal geguckt und da hat sich z.B.

41:20

Speaker A

äh der Vertreter von gerechtes Russland und der Vertreter von der kommunistischen Partei, die haben sich eigentlich gar nicht so richtig geäußert. dann der von der LDPA, also der Schidenowski Partei. Äh, wir fordern einen äh schnell schnellstmöglichen und entschiedenen

41:40

Speaker A

Sieg in der SWO, also dem Krieg, der in Russland Spezialoperation heißt. Und dann von der Vertreterin, Vertreterin von einiges Russland sind dann Zitate aufgeführt, was sie gesagt hat. Also, sie ist ein aktive Anhängerin des Krieges und ich will jetzt einfach mal so äh quick and

41:59

Speaker A

dirty die Zitate hier übersetzen, weil es einfach damit man auch mal weiß, was was wird da so gesagt. Ja, also sie sagt, hat im Juni 26 gesagt, heute ist es sehr, sehr wichtig, der Welt mitzuteilen, dass unsere Teilnehmer der

42:14

Speaker A

äh militärischen Sonderoperation, der Fortsetzung, der narzisstischen Ideologie in der Ukraine äh Sorget entgegentreten. Dann hat sagt sie, was man auch immer wieder hört, also Standardrepertoire der Propaganda. Die Ukraine wurde zu einem Übungsplatz für gefährliche ähm gefährliche Tests äh äh für

42:39

Speaker A

unvorhersgbare biologische Bedrohungen für die ganze Welt. Also, das ist diese Meer von den Biowaffen in der Ukraine. Das nur als als zwei Beispiele. Und ähm da ruft eben das Antikriegskomitee dazu auf äh sich das anzugucken, damit wie sie schreiben, also sie geben keine

43:00

Speaker A

Wahlempfehlung, aber damit wie sie schreiben, wer gegen den Krieg ist, seine Stimme nicht aus Unwissenheit jemanden gibt, der eigentlich brennend für den Krieg ist.

43:13

Speaker A

Also so diese Wege, die man versucht tatsächlich, um sowas wie eine Öffentlichkeit und Transparenz herzustellen in einem Regime, das mit allen Mitteln eigentlich versucht zu verhindern. Frau Scherberkover, das haben Sie mit Memorial ja auch versucht, versuchen es auch weiterhin jetzt eben

43:26

Speaker A

von anderer Position aus. Ähm, was hören Sie von Ihren Netzwerken über diese Wahl? In welche Richtung könnte es gehen? Können Sie überhaupt momentan mit denen Kontakt aufbauen? Nein, nein, also ja, also Kontakt natürlich ständig, also Menschen, die ich kenne, also werden

43:44

Speaker A

wahrscheinlich meistens nicht zu den Wahlen gehen, nehme ich an, wenn kein Jabl Konzentat dann irgendwie also sozusagen passabel erscheinen könnte, äh glaube ich die meisten. Ähm, aber man muss ja noch unterstreichen gegen ähm äh auch bei Jablaka.

44:07

Speaker A

gegen den Krieg äh bei ein bei den Menschen, die manchmal diese quasi pazifistische äh Position unterstützen oder wirklich also das Ende dieses Krieges wollen, heißt es nicht, dass sie gegen Putin sind. Ich meine jetzt natürlich nicht die Opposition und so,

44:28

Speaker A

sondern also Menschen, die also eigentlich Kriegsmüde sind, die unzufrieden sind, die wirklich da wirklich da kann man wirklich zustimmen, dass die Zahl von diesen Menschen in Russland wächst und dass die Hoffnungen also, dass man je äh wie soll man sagen,

44:44

Speaker A

je je mehr Verluste es an der Front gibt, je schlimmer die Situation aussieht, wird man also wie Walloden es geschrien hat, was geseh Dorblut schon gesagt hat, äh muss man wird man sich um die um um diese sozusagen Fahne, wie man

45:00

Speaker A

so wieder das heiß sich verein sich einigen, um diesen Patriotismus sich einigen, das hat sich nicht realisiert, weil natürlich auch dazu haben auch die das was äh die ukrainischen Drohnen die Lager also von unseren großen Marketplace ausgebombt haben oder die

45:26

Speaker A

Tankstellen, also die vor denen Menschen stundenlang stehen, also um einfach Benzin zu tanken und so. Das hat natürlich die Unzufriedenheit erzeugt, aber das bedeutet nicht, dass wirklich viele Menschen die Vorstellung haben, also dass Putin weg muss und wenn

45:45

Speaker A

das und wenn dieses Gefühl auch vielleicht wächst, weiß man nicht um die Mechanismen, überhaupt nicht. Und diese Wahlen sind eigentlich der das einzige friedliche Mechanismus zur Abwechslung der Wahl.

46:04

Speaker A

und ähm äh und Menschen bei aller ihrer vielleicht unzufrieden und so haben nicht das Gefühl, dass man durch diese Wahlen, sei es dumme Wahlen oder dann vielleicht präsidentiale Wahlen etwas bewirken kann. Ich glaube, das ist der Kern der ganzen Geschichte.

46:23

Speaker A

Ja, der Kern der ganzen Geschichte und auch die Wahrnehmung, dass eben das Thema Krieg mit diesem Zusammenhang ein ganz wichtiges Thema ist.

46:31

Speaker A

Sie haben das eben auch gesagt und sie haben auch schon dieses Institut Levada äh angesprochen. Ähm ich habe einen Text gesehen, in dem noch mal dargestellt wurde, dass die Mehrheit äh in Russland da auch für Verhandlung sind. Ähm

46:42

Speaker A

allerdings natürlich äh bei Unterstützung der Streitkräfte und Ablehnung von Gebietsrückgaben ähm was dann eben auf die Frage, wie der Frieden aussehen kann, natürlich auch aus Auswirkungen haben könnte. Jetzt haben wir festgestellt, dass äh auch in der Ukraine ähm Wahlkreise ähm

46:59

Speaker A

ausgewiesen worden sind in den annektierten Gebieten der Krim, Sevastopol beispielsweise, in den äh Teil von Gebieten in Donk, in Lusk, in Saporcia und Tresson. Ähm, wie ist das jetzt zu beurteilen? Was bezweckt der Kremmel damit?

47:13

Speaker A

Na ja, das ist unheimlich wichtig. Äh und da wird wahrscheinlich, also ich meine, es ist ja völlig absurd, äh das wissen wir von vorigen sogenannten Wahlgängen, wo eben ähm Menschen die Tür aufgemacht hatten, da stand dann jemand mit der Wahlurne und dahinter steht

47:28

Speaker A

jemand mit einem Maschinengewehr. Also äh das ist ja alles andere. Es ist völlig absurd. Also natürlich keine Wahl und ähm daran hat sich wenig geändert. Ähm für für das Regime ist es ähm unheimlich wichtig, dort quasi einen Nachweis zu führen mit

47:48

Speaker A

diesen sogenannten Wahlen, dass die Menschen zu Russland gehören wollen und dass sie zufrieden sind mit der Situation. Und formal wird das Ergebnis so aussehen, natürlich mit einer hohen Wahlbeteiligung und entsprechender Zustimmung ähm für äh für die Regierungspartei.

48:07

Speaker A

Ähm das ist natürlich nur in den Regionen, die russisch besetzt sind, wie das konkret ablaufen wird. Wir haben ja wirklich das Problem, dass wir kaum Informationen aus den besetzten Gebieten haben. Das ist wirklich ganz ganz schwierig. Es ist journalistisch auch

48:21

Speaker A

sehr sehr unbefriedigend. Ähm, es gibt keine Möglichkeit unabhängig äh diese Gebiete zu bereisen. Es gab immer mal wieder einzelne auch deutsche Journalisten, die dann äh sozusagen organisiert vom Regime dahinereist sind. Ähm das hat aber dann natürlich Auswirkungen auf die

48:41

Speaker A

Berichterstattung. Also von freier Berichterstattung kann man da leider nicht sprechen und ähm dementsprechend ist es auch schwer zu beurteilen, wie viele von denen, die da sind, tatsächlich auch aus Überzeugung ähm für einiges Russlands stimmen werden. Wir wissen, dass auf der Krim äh Russland

49:03

Speaker A

massiv also eigentlichen Bevölkerungsaustausch äh organisiert hat, was natürlich auch ähm dem Völkerrecht widerspricht. Ähm oder ich weiß nicht, ob es das Völkerrecht ist.

49:16

Speaker A

Jedenfalls ähm hat Russland dort gezielt seit 2014 schon und besonders in den letzten Jahren äh Menschen angesiedelt, die äh entweder zum Studium dorthinkommen aus entlegenen und benachteiligten Regionen in Russland oder eben als Arbeitskräfte ähm als Armeeangehörige und ähm die

49:40

Speaker A

werden wahrscheinlich aus Überzeugung für einiges Russlands stimmen. Das kann man nicht äh das kann man nicht unter den Tisch kehren, aber wir wissen überhaupt nicht, wie groß tatsächlich der Widerstand ist, wie groß ähm die komplette Ablehnung der Okupation ist.

49:59

Speaker A

Es gibt immer so Zahlen, die von ukrainischer Seite genannt werden, dass ähm 30% äh wenn ich mich recht erinnere, die Okupation unterstützen, aber das wissen wir nicht, ob das ähm wie wir [räuspern] das beurteilen sollen. Mm.

50:16

Speaker A

Schiber Kuber, wenn Sie auf diese Situation da schauen, wie diese Wahlen jetzt durchgeführt werden, auch mit welchen ähm Fragen, sie haben eine lange äh Geschichte äh Memorial äh bereichert, wo es um persönliche Geschichten ging, um klar auch zu erzählen ähm was da

50:32

Speaker A

passiert in der eigenen Geschichte der Familie. Ähm wenn man jetzt mal diese Arbeit anschaut und die Erkenntnisse, hat es sowas in der russischen Geschichte schon mal gegeben, dass es solche Beeinflussungen gegeben hat?

50:45

Speaker A

Also, ist das etwas spezifisches, was wir heute sehen, oder hat das Tradition? Äh, na ja, also das war eine sehr kurze Zeit in Russland äh in der russischen Geschichte, wo wo es Wahlen gab. Äh weil da die waren durch äh eine durch äh eine

51:01

Speaker A

erste russische Revolution 1905 und 197 eben ins Leben gerufen. Also das waren die Duma Wahlen, also die dann Zar sich entschlossen hat. doch äh für einige Reformen äh ja, aber das war wir wie gesagt, das war eine kurze Zeit und eine sehr kurze

51:20

Speaker A

Zeit und dann kam der Krieg äh der Erste Weltkrieg und dann hat die provisorische Regierung und das ist eine ganz verdrängte oder äh ausgelachte, also dann von den ähm Bolscheviken und dann später immer als äh etwas äh mit

51:39

Speaker A

irgendwelchen ewig gestrigen Menschen, die dann nichts mit wirklich also Zuk und zu tun hatten. Das war auch diese provisorische Regierung, die hat ja durch Wahlversammlung aufgerufen und eigentlich deshalb haben Bolschwiki ganz schnell im Oktober gehandelt zu einem Militär zu

52:03

Speaker A

einem Putsch, weil die Wahlversammlung schon praktisch fertig war und ähm Kandidaten waren da und die würden natürlich bei diesen Wahlen auf keinen Fall gewinnen.

52:16

Speaker A

und und sie wurde einfach ausein nach dem da wurde diese Wahlversammlung einfach auseinander gejagt. Die Kandidaten hatten damals auch später ein sehr schweres viele von ihnen sind zum Opfer des Terrors geworden, wie auch einige Mitglieder der der provisorischen der

52:40

Speaker A

provisorischen Regierung. Und danach gab es Jahrzehnte bis 89 eigentlich, wo es zum ersten Mal, da muss man sich ja vorstellen, äh wie viel Jahre sind vergangen. Ja, und dann gab es natürlich einen Kampf.

53:00

Speaker A

Es gab einen Kampf äh wirklich um ähm äh und äh dieser Kampf ist verloren, also in den 90er Jahren, also mit Manipulationen, mit deutlichem Druck, ähm mit Geldern wie 96 also ganz bekannt waren, also die ganz bekannt ist die Geschichte mit den

53:23

Speaker A

Jzenwahen 96, die dann eigentlich nicht gefälscht, aber sehr stark manipuliert worden ist. also mit vielen Geldern, also mit sehr vielen Propaganda, mit dem Druck und so und er war ja schon sehr sehr schwer krank, also und das war und

53:41

Speaker A

das war und Alternative waren Kommunisten und wie immer in Russland oft in der russischen Geschichte äh sah die Wahl wie zwischen Strick und Strank damals zum [gelächter] Teil aus. Ja, man wo man hatte Angst wirklich von den Kommunisten, das war ja

53:58

Speaker A

klar, weil die Reformen also noch sehr sehr schwach ähm äh die Ergebnisse der Reformen sehr sehr schwach waren. Aber und dann, wie soll ich sagen, gab es natürlich immer wieder durch Kampf ähm bis du natürlich bis zu dem Punkt, wo

54:21

Speaker A

auch die Verfassung geändert worden war ist von Putin äh und war die ihm dann die Möglichkeit gegeben hat, also fast man kann ja sagen bis lebenslänglich an der Macht, an der Macht zu bleiben und so weiter und so fort. Aber wir können

54:36

Speaker A

uns natürlich auch ähm daran erinnern, also wo ähm Menschen wirklich doch versucht haben, also mit diesen Wahlen etwas zu bewirken und das waren z.B. die Wahlen, wo Nawalni, Alexi Navalwalni zum Bürgermeister von Moskau kandidiert hat, also waren und das war ja fast eindeutig, dass er

55:00

Speaker A

könnte in der zweiten Runde wenigstens also absolut in die zweite Runde kommen und womöglich auch hat sehr viele Stimmen bekommen trotz allem trotz dem Druck, also Gesne wird sich natürlich daran daran erinnern und das waren und das waren die Demonstrationen ziemlich

55:17

Speaker A

große Demonstrationen z.B. gegen äh also bei den Moskauen z.B. bei den bei den Moskauen Wahlen und bei den auch regionalen Wahlen gab es Proteste und so, aber ähm Gewalt war schon so ausgebaut, dass natürlich also für die Menschen, also mit diesen

55:38

Speaker A

würde ich sagen, demokratischen und friedlichen Mitteln schon nicht mehr ähm es konnte schon nicht mehr gelingen, also die Wahlen wirklich, also die Wahlen zu gewinnen.

55:50

Speaker A

Genau. war also schon die Tradition, die man äh da hatte entwickeln wollen schon wieder am Ende. Ähm Frau Dblut, wenn wir es jetzt mal anschauen, ähm wir haben es heute ja mit ähm ganz anderen Einflussmöglichkeiten in Richtung Russland zu tun. Wir haben gerade eben

56:03

Speaker A

schon gehört, dass die oppositionellen Gruppen, wenn sie denn versuchen, Vernetzung ähm oder auch äh Postulate nach außen zu bringen, heute soziale Medien nutzen, ähm so so sie denn da Zugang zu haben. Können Sie es da mal mitnehmen, wie stark gibt es da

56:16

Speaker A

Möglichkeiten überhaupt in die russische Gesellschaft hineinzuwirken? von den Exil Russen z.B. aber auch innerhalb von Russland, damit wir mal ein Verständnis dafür bekommen.

56:26

Speaker A

Also innerhalb Russlands ist das tatsächlich sehr schwierig geworden, weil ähm die Gesellschaft würde ich sagen, also ich habe immer gesagt, die russlösische Gesellschaft ist apatisch, aber dazu kommt noch, dass sie atomisiert wird wirklich, weil durch also ein Aspekt sind diese

56:41

Speaker A

Internetabschaltung, mobiles Internet und dann dazu natürlich ähm die repressiven Mechanismen. äh führt alles dazu, dass die Leute sich extrem schwer vernetzen können. Ähm was ich, wozu ich mehr sagen kann, sind die Einwirkungsmöglichkeiten von außen. Ähm, es gibt ja nicht nur

57:04

Speaker A

Politiker, die ins Exil gegangen sind, sondern auch viele Journalisten, die auch weiterhin journalistisch arbeiten und die sehr gut arbeiten, sehr professionell investigativ arbeiten, von denen ich auch sehr profitiere, weil die nämlich noch Quellen in Russland haben und ich wundere mich immer, wie sie das

57:21

Speaker A

hinkriegen, dass sie immer noch Videos haben aus Russland, dass auch Leute Interviews geben und sich äußern.

57:29

Speaker A

ähm ja, das ist äh unheimlich wichtig und die Leute werden auch gelesen. Ich habe neulich mal eine Zahl gehört, ich weiß nicht, Frau Schberover, wie ihr Eindruck ist, aber ich habe gehört, es würden 20 Millionen äh diese Exilmien äh

57:45

Speaker A

aufrufen. Ich bin mir ich bin da sehr skeptisch, ob es so viele sind. Ähm, aber es ist ja so, es gibt also trotz allem Abschalten des mobilen Internets, es gibt keine komplette Zensur in Russland. Man kann, wenn man

57:59

Speaker A

VPNs hat und sie beherrscht, dann kann man sich äh immer noch informieren und das tun auch viele Leute weiterhin. Und der Staat kommt da eigentlich mit seinen repressiven Methoden nicht so ganz hinterher. Also versucht immer weiter dieses und jenes äh zu sperren, aber

58:15

Speaker A

bislang haben sie es nicht hingekriegt. Das ist so, also es ist nicht so wie in China, wo man jetzt ein komplett geschlossenes äh Internet hat das gar nicht mehr den Namen Internet verdient, sondern in Russland ähm können die Leute

58:29

Speaker A

sehr wohl ähm YouTube angucken. Also sehr, sehr viele Politiker und auch Blogger, die im Ausland sind, die nutzen eben YouTube oder andere Messengerdienste.

58:43

Speaker A

Was natürlich die Menschen in Russland dann nicht mehr tun können, ist sie dürfen es nicht liken, sie dürfen es nicht weiter verbreiten, sie können nicht dafür bezahlen, sie können nicht spenden, weil eben ganz viele von diesen Akteuren entweder als ähm Extremisten

58:59

Speaker A

oder Terroristen oder unerwünschte Organisation oder was auch immer ähm gelabelt sind. was ihr betrifft, Frau Schabakovam, also sind ja als extremistisch mit Memorial dargestellt worden, ähm haben diese diese zweifelhafte Ehre im April verdienen bekommen. Äh und haben wir

59:16

Speaker A

gerade in Frankfurt und in Fuld zusammengesessen, ein paar Tage danach. Ähm das ist jetzt natürlich auch für Sie super schwierig jetzt überhaupt nach Russland reinzuwirken. Das geht, wenn ich Sie richtig verstanden habe, fast gar nicht mehr.

59:29

Speaker A

aber eben auch mit der Exil Opposition äh zu kooperieren, um jegliche Möglichkeiten zu nutzen. Haben Sie da überhaupt noch Mittel in der Hand? Äh Gesblut hat das schon richtig äh bezeichnet. Es gibt ja wirklich hunderte, also von verschiedenen

59:44

Speaker A

Exilmedien, die ständig berichten. Äh und es gibt ja also 20 Millionen sind leider nicht viel. Also, wenn wir uns anschauen, wie die Blogger, also wie wie, also ich weiß nicht, die Blogger, die sonst ich, also äh die, ich weiß

60:00

Speaker A

nicht irgendwelche Werbung für ich weiß nicht für irgendwelche Produkte machen, also so viele äh Punkte bekommen, also, dass das äh dass das nicht, dass diese 20 Millionen vielleicht keine so riesige Zahl äh sind, aber es es stimmt mehr

60:20

Speaker A

oder weniger. Ich weiß beim beim Dorst, also bei unserem also diesem Fernsehenkanal Dorst äh und auch bei den anderen, dass es wirklich ähm sehr viele sehr viele Menschen äh gibt und es sind ja auch Menschen aus Russland. Durch WPN

60:38

Speaker A

kann man das, man muss da das ständig ändern. Äh und das ist ein bisschen Katz und Mausspiel. Also, das eine wird schon verboten, das muss man muss man jetzt ein ein anderes WPN gebrauchen und so weiter und so fort. Aber trotzdem es es

60:53

Speaker A

funktioniert äh äh trotzdem ähm äh diese äh wie soll ich sagen, also ähm es gibt ja ähm äh wenn man äh die heutige Situation also mit den 30er Jahren des 20. Jahrhundert vergleicht, was manche oft tun. Also, das ist natürlich das äh

61:17

Speaker A

stimmt natürlich nicht wirklich, weil es gibt ja keinen Massenterror. Ähm das ist ja das das ist ja nicht so, dass äm äh wir wissen ja um die Zahlen, es waren ja 12 Millionen Opfer des politischen Terrors, eine Million ist

61:33

Speaker A

erschossen worden. Also das sind aber diese das ist jetzt unvorstellbar. Äh und diese Zahlen braucht ja Putin nicht. Also Angst genügt schon und Angst wird nicht weniger. Deshalb war ja diese Parole ähm äh gegen Angst für die Freiheit gegen Angst so bei den vielen

61:54

Speaker A

Menschen trotz und vor allem bei den jungen Menschen angekommen, weil mit Angst kann man sehr viel erreichen. Und das höre ich immer immer immer wieder, also, dass Menschen Angst haben laut irgendetwas zu sagen, wenn die in den öffentlichen äh z.B.

62:19

Speaker A

Verkehrsmittel sind oder in Cafes oder in Restaurant. Also da wir das da vermeidet man das und man hat natürlich immer mehr Angst, weil das System das ist ja auch ähm man muss ja auch sagen, dass äh Video z.B. ähm äh

62:39

Speaker A

Videobewachung von Menschen, das ist das kann man ja nicht vergleichen mit europäischen Städten, also in Russland.

62:47

Speaker A

Es ist ja wirklich ist noch nicht China, aber das ist ja die Videos sind ja tausende in Moskau und aber tausende von Videokameras, die natürlich es erlauben, also Menschen nach zu nachzuspionieren und natürlich diese Erklärung zu ausländischen Agenten, also die jede

63:06

Speaker A

Woche, die jede Woche immer mehr und mehr für bei den Menschen kommt, das ist dieses sind diese Repressionen, die man äh die keinen die so was die Zahlen anbetrifft, kann man nicht vergleichen, aber Brutalität äh äh die Strafen, die die Menschen

63:31

Speaker A

bekommen, also diese Verurteilung von Le Schlosberg, also eine der bekanntesten also Figuren in Jableaker Partei, also diese diese für gar nichts, also Jahrzehnte Die kann man ja nur mit den Stallenzeiten vergleichen, dass man kein Stopp macht bei den ganz alten Menschen.

63:55

Speaker A

Es sitzen Menschen, die über 70 sind. Äh und ähm das hat es auch also wirklich nach Jahrzehnten nicht gegeben, dass es Minderjährige sitzen.

64:08

Speaker A

Äh das sitzen über 100, also Minderjährige, darunter 15-jährige. Also für ich weiß nicht für ein Slogan, für eine Zeichnung oder für eine Aussage.

64:23

Speaker A

Also das ist ja, das macht schon Menschen Angst. Das Regime ist äh in in dieser Hinsicht sehr sehr brutal und ich glaube, dass die Menschen in der Elite, was natürlich auch eine ganz große Rolle spielt, haben eine ganz äh große Angst.

64:41

Speaker A

Das spürt man natürlich ganz stark. Das spürt man natürlich bei dem Medwedev, der einmal Präsident war der russischen Föderation und seine hysterische, in meinen Augen seine hysterische, völlig hysterische Parolen und Drohungen und äh unglaubliche ähm äh Aussagen, dass man alles

65:02

Speaker A

wegbombardieren soll, also das ganze Europa oder ich weiß nicht was. Also haben nicht damit zu tun, dass er eine ganz schreckliche Angst hat.

65:11

Speaker A

Mhm. haben wir gerade äh glaube ich ganz gut herausgearbeitet, unter welchen schwierigen Voraussetzungen eine Opposition in Russland gerade steht und der Wunsch, dass ich da so etwas von selbst formieren kann, äußerst schwierig ist. Es wird jetzt gerne noch eine Frage

65:23

Speaker A

von Michael Geisler mit reinnehmen. Ähm er schreibt, dass er vor einigen Jahren die Möglichkeit hatte, den ehemaligen Ministerpräsidenten Michael Kassanov zu interviewen, der heute im Exil lebt. Und der hat ihm wohl damals äh schon geäußert, dass er damals schon die

65:36

Speaker A

fehlen Unterstützung der russischen Opposition durch den Westen und insbesondere Deutschland vermisst hat und er würde sich wünschen, dass sie ähm mal etwas zu dieser Einschätzung sagen.

65:45

Speaker A

Gab es außer Unterstützung für liberale Parteien und Organisationen außer Memorial überhaupt weitere Unterstützung und wäre das so erweitere ich die Frage mal heute überhaupt möglich? Fr.

65:54

Speaker A

Scherbacher, ich glaube, da können Sie ähm äh in ähm in den früheren Jahren, meinen Sie, na gut, in den früheren Zeiten gab es natürlich Stiftungen äh ausländische Stiftungen in Russland, also die viele Projekte unterstützt haben. Ähm es gab auch übrigens

66:12

Speaker A

russische Organisationen, es gab z.B. bei Hadarkowski Stiftung, bis er verhaftet worden ist, die auch einige Bildungsprojekte z.B. unterstützt hat oder Prochrefstiftung, die Kunstprojekte, Verlagsprojekte unterstützt hat und so weiter und so fort auch z.B. den Schülerwettbewehr. Also, es gab ja

66:38

Speaker A

ähm aber es war [schnauben] eine ganz andere es waren ganz andere Zeiten und was kritische Opposition anbetrifft, es gab ja wirklich auch Organisationen und auch Stiftungen, also nicht nur Deutsche, also die russische Zivilgesellschaft unterstützt haben. Ähm, es kamen

66:55

Speaker A

übrigens auch, das war ja nicht nur diese dieser Form der Unterstützung, es kam immer wieder Wahlbeobachter aus Europa, also unabhängige Journalisten und so, die dann zu den Wahlen zugelassen worden waren und so, aber das waren ähm das ähm ähm äh war ähm äh

67:17

Speaker A

das hatte eine in diesen 35 Jahren eine relativ lange Geschichte. Die andere Seite ist die Politik.

67:24

Speaker A

Und weil da hatte man noch nicht das Gefühl, äh, dass man äh irgendwie ernst genommen wird in unserer Kritik an ähm Regime und auch an Putin. Also, ich glaube, man hatte ähm lange Zeit äh würde ich sagen, irgendwelche

67:47

Speaker A

Illusionen gehabt, dass man und ich glaube hauptsächlich waren diese Illusionen, ich meine jetzt nicht natürlich die AfD Kontakte, also dass die sie sind einer anderen Art, aber ich meine also Kontakte zu den Parteien, also zu den Sozialdemokr aten

68:07

Speaker A

z.B. und so weiter und so fort, also und anderen ähm aus dem anderen vielleicht politischen Umfeld. Ähm man hat lange Illusion gehabt, dass man wie vielleicht in den Brechschniffzeiten als aber auch anders mit einem System zu tun hat.

68:27

Speaker A

Also, das ist sozusagen ein gewisses System und wenn man das alles vieles kritisch sieht und so und so, also es muss man auch äh wie soll man sagen, dass ich nach bestimmten Regeln äh funktioniert. Und ich glaube, also das war eine große

68:45

Speaker A

Täuschung, weil diese Regel gibt es nicht. Also, das heißt, das sind ja nur die Regeln, sie ähäh putzen und äh ein paar Leute um ihn herum äh sich vornehmen. Äh und wir haben das ähm relativ früh erkannt.

69:03

Speaker A

Es waren sehr viele sogenannten roten Linien längst überschritten worden, aber man wollte das doch irgendwie nicht wahrnehmen.

69:12

Speaker A

Ähm äh und ich glaube bis jetzt ist in Deutschland sind in Deutschland große Illusionen dann, wenn die NATO nicht vielleicht an den Grenzen, wenn man vielleicht nach Putin nicht nicht von oben herab äh [gelächter] geschaut hat und sonstige Sachen. Also da sie sind

69:31

Speaker A

noch sehr verbreitet und das und man man kann ja doch mit der Diplomatie so viel erreichen. Warum versucht man das nicht? und ähm äh als ob man jahrzehntelang das nicht versucht hat, also von den westlichen Politikern und auch und auch von den auch von den

69:50

Speaker A

deutschen Politikern. Ich glaube, da liegt äh da liegt der Hund begraben, also wie man wie man so sagt, also in dieser in dieser in dieser Wahrnehmung und in dieser Vorstellung und ähm äh das macht ja auch die Zukunft so gefährlich,

70:09

Speaker A

muss man ja sagen, die man so schwer voraussagen kann. Genauso schwer voraussagen. Frau Dornblüt, wäre es denn eine Option gegebenenfalls jetzt auf die Exil Journalisten beispielsweise unterstützend Zug zuugehen oder die Oppositionellen, die außerhalb Russlands äh leben, wo Unterstützung

70:27

Speaker A

wahrscheinlich einfacher zu organisieren wäre, ähm damit sie ihre Kontakte irgendwie nutzen können, also quasi übereck gespielt.

70:35

Speaker A

Ja, das ist sehr sehr wichtig. Wobei aber die Einwirkungsmöglichkeiten aus dem Exil dann wiederum auf äh die russische Gesellschaft äh und einen möglichen äh Wechsel der Regierung, das ist sehr sehr gering. Ich würde gerne auch noch zu der Frage der Unterstützung

70:52

Speaker A

äh der Opposition durch den Westen was sagen. Ich glaube, da muss man sehr stark differenzieren. Also erstmal in diesem Monat jährt sich die Ansprache Putins vom Bundestag 2001 zum 25. mal wo er ja Deutsch gesprochen hat und diese

71:08

Speaker A

Rede äh hält bis heute her als Beleg dafür für einen angeblich anderen Putin, den man enttäuscht habe und den man zurückgewiesen habe und so weiter. Das ist ein Bild von einem Putin, den sich viele gewünscht haben und bis heute

71:21

Speaker A

wünschen, aber den es nie gegeben hat. [japst] Und ähm ich stimme zu, ja, es äh es es gab z.B. viel viele Warnungen von Intellektuellen in Moskau, von aus Menschenrechtskreisen, auch von einzelnen Oppositionspolitikern, dass sich die ähm Aggression, die Repression

71:39

Speaker A

im Inneren eines Tages weiter ausdehnen wird zu einer Aggression gegen die Nachbarn und gegen das Äußere. Und das das ist nicht genug gehört worden. Daraus würde ich aber nicht schließen, dass ähm die der Westen alleine oder ich möchte

71:56

Speaker A

nicht drüber hinweggehen, dass dass auch die Oppositionspolitiker eine gewisse Mitverantwortung tragen für das, was jetzt äh passiert und passiert ist.

72:04

Speaker A

nämlich ähm gab es auch unter den Oppositionellen, also so sowas wie russischer Imperialismus ähm Missachten der der Belange der äh selbständigen äh Völker in der Nachbarschaft oder auch der Minderheiten, Regionen innerhalb Russlands und so weiter. Das war alles

72:23

Speaker A

kein Thema. Für viele endete die Demokratie wirklich mit dem Autobahnring ein Cut rund um Moskau und ähm da hat meiner Meinung nach haben auch die Oppositionellen ähm zu wenig geleistet, um die russische Bevölkerung für die Demokratie einzunehmen selber.

72:42

Speaker A

Eine Frage, die ich auch von Michael Geister noch aufnehmen will, ist ähm ich versuch sie mal ein bisschen anders zu formulieren, als er es getan hat, ähm zu schauen, wo gäbe es denn noch eine andere Quelle für Opposition? Er hat

72:53

Speaker A

beispielsweise die äh anderen Föderationssubjekte äh die sogenannten autonomen Republiken ins Spiel gebracht. Äh stehen die alle ähm hinter Putin oder ergä es da gegebenenfalls eine ein gewisses Potenzial, dass man entwickeln könnte, um äh eine Opposition zu organisieren?

73:10

Speaker A

In einer Diktatur äh ist das oft so, dass man ein Gefühl, das muss man ja auch als Historikerin sagen, in einer Diktatur äh scheint es ähäh alles äh eigentlich noch manchmal, also sehr fest äh und ähm sehr fest und äh und auch die

73:29

Speaker A

Zahlen und die Umfragen zeigen, also, dass man es trotz allem, na gut, es sind nicht 80, es sind 60%, aber nach wie vor, aber äh Die Geschichte zeigt uns, dass wenn es angefangen anfängt zu brodeln und zu brockeln, also plötzlich das alles sehr

73:47

Speaker A

schnell eigentlich auseinanderfällt. Ähm wie damals also ein russischer Philosoph gesagt hat, also 1917, also dieses äh glorreiche und große russischer Reich hat in drei Tagen abgedankt. Also er meinte Februar, Februar 19 und 17 und wirklich, also dieses riesige Imperium, also mit dem

74:11

Speaker A

Zarenreich und so, aber äh und das war ja auch 89 bis 91, wie die wie war die Sowjetunion so ein Imperium also zerfallen ist, also ganz ganz schnell und in dieser ersten Phase fast unblutig, nicht ganz natürlich, aber

74:30

Speaker A

wenigstens in dieser ersten Phase. Ja, deshalb es passiert dann nur manchmal und es gibt manchmal solche Auslöser, die dann die man dann also nicht voraus nicht voraussagen kann. Also, es ist äh manchmal so eine Ballung, die dann und

74:49

Speaker A

wann sie platzt, äh kann man äh nicht so einfach voraussagen. Aber eins kann man ja doch bei allen Skepsis und so ähm ähm also sagen, also Putin hat seine Ziele nicht erreicht. Es ist eindeutig die Krise, die sich er hat noch natürlich

75:09

Speaker A

Macht, er hat noch Möglichkeit auch diesen Krieg weiterzuführen. Darauf hofft er. Aber es ist er ist weit davon entfernt, also irgendeine und das ist mehr oder weniger für sogar für diejenigen, die ihn äh unterstützen, das ist keine äh

75:27

Speaker A

ähm schöne Zukunft dann vor ihnen steht. Also, und das übrigens, da sagen ja sehr oft auch ähm das wird oft in Dum gesagt, das wird oft von Walloden gesagt, das wird auch gesagt, wir sind ja jetzt im Krieg und der Krieg wird dauern, also

75:44

Speaker A

und das muss man ein bisschen soz sozusagen, indem man diesen Tod beschwört. Ja, man ist ja dazu da, um also den Vaterland zu sterben und das ist und die Hoffnung ist, dass das eigentlich die Menschen also nicht unbedingt, also dass es nicht viele

76:02

Speaker A

Menschen gibt, die das wirklich also die das wirklich unterstützen. Ähm äh und das ist äh und wirklich die Krise und die wirtschaftliche Krise, die trotz allem ähm etwas größer wird. ähm äh und Unzufriedenheit und Müdigkeit. Also das sind die Faktoren, also die kann man

76:24

Speaker A

nicht sogar Putzen muss zugeben. Also in ein in seinen einigen Reden hat er das fast zugegeben, ja, dass es so ist und das und das ist wahr, aber wie wann das äh umkibt und abgesehen davon die Zahlen die Zahlen im

76:42

Speaker A

Krieg gefallenen sind werden immer größer und größer und größer. Aber wann das wirklich umkippt, wann es wirklich zu brodeln beginnt, also weiß man nicht und was man außerhalb Russland machen soll. Also das hat schon Gesornblut gesagt, also Medien spielen eine große

77:01

Speaker A

Rolle, weil das ist eigentlich die einzige Quelle, die Menschen wirklich außer von dem, was sie sozusagen vor ihren Augen sehen, äh was die wahrnehmen. Ähm äh und ä ist eine das ist eine wichtige Aufgabe und wie gesagt n gut Geschichte lebt von Vergleichern,

77:21

Speaker A

also für Russland in den Brejn Zeiten hat äh äh auch ähm Radio hat eine ganz große Rolle, also diese westlichen Stimmen haben eine ganz große Rolle gespielt, also und sehr viele Menschen, also für viele Menschen war es nur die einzige die einzige Quelle, also

77:40

Speaker A

zur politischen zur politischen Realität und noch etwas ähm in Russland wird was vielleicht nicht Opposition, aber in wir in Russland wird jetzt vieles zerstört.

77:55

Speaker A

Institute, ähm Wirtschaft, Wissenschaft, weil äh die Kontakte abgebrochen werden, weil sehr viele Menschen haben ähm Russland verlassen und ähm das merkt man an den Universitäten äh und die man gleich schalten versucht, gleich zu schalten versucht, Schulen und so. Es werden Menschen gebraucht,

78:22

Speaker A

die und das ist immer meine Botschaft an die jüngeren Generation auch im Exil für junge Menschen, die manchmal verzweifelt sind, also nachdem sie Russland verlassen haben, ihre Heimat verloren haben, keine Perspektive sehen, also bald nach Russland zu zu gehen,

78:38

Speaker A

weil es gab äh das gab in der Geschichte auch in der Politik, dass Menschen zurück kommen könnten und dort gebraucht ähm werden können. Und das, also das ist äh vielleicht, also ist das eine zu optimistische zu optimistische Geschichte, aber wenn

78:58

Speaker A

man über irgendwelche Chancen für Russland denken kann, also also da da muss man eigentlich darauf nicht verzichten, äh sich das sich das auch in der Zukunft äh vorstellen, also, dass man äh wirklich weiterum weiter, also die diese zerissene Faden, also zur

79:18

Speaker A

westlichen Kultur Kultur eigentlich nicht nur Kultur zu Ethik. Mhm. [räuspern] Und so wieder irgendwie versucht herz wieder irgendwie versucht herzustellen, aber na ja, wie schnell wie schnell also wie schnell und wie schwierig dieser Weg sein wird, weiß momentan niemand.

79:38

Speaker A

Na, das ist die schwierige Nachricht auch das äh äh das tiefe Gift äh das eingesickert ist. Äh Gesine Domblöd hat mit Thomas Franke im Buch dazu geschrieben, wie tief das tatsächlich ja in der russischen Volksseele auch verankert ist, welche lange Zeit das

79:53

Speaker A

auch schon einsickert. Ähm und sie Frau Dr. Schubber haben ein Buch geschrieben. Der Schlüssel würde noch passen. Das ist quasi die schönste Zusammenfassung jetzt in diesem Moment. [gelächter] Doch wann dieser Schlüssel wieder ins Schloss gesteckt werden kann, das wissen wir

80:06

Speaker A

heute nicht. wollen wir der russischen Opposition, ob sie nun im Land äh gerade ähm im quasi Untergrund aktiv ist, aber auch außen ähm dann die Kraft wünschen, wenn sich eine solche Möglichkeit ergibt und hoffen wir, dass sie früher kommt

80:21

Speaker A

als später, um äh den Faden wieder aufnehmen zu können. Ich darf Ihnen beiden ganz ganz herzlich danken, dass Sie uns heute Rede und Antwort gestanden haben und diese Wahlen mitgenommen haben und ihre Auswirkung. Ihnen, meine Damen und Herren, danke für die spannenden

80:35

Speaker A

Fragen. Bleiben Sie uns gewogen. Wir werden sicherlich nicht das letzte Mal hier über Russland gesprochen haben, spätestens wenn es die nächsten Entwicklungen gibt oder wieder Wahlen anstehen.

Topics: Duma-Wahl 2026 Russland Opposition Politische Repression Friedrich-Naumann-Stiftung Putin Wahlkampf Menschenrechte Exilorganisation Politische Analyse


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