**Städte ohne Auto? Wie die Mobilitätswende aussehen könnte | DER SPIEGEL — Transcript & Summary | SozAI**
Source: https://sozai.app/transcript/cities-without-cars-mobility-transition/

Der SPIEGEL-Beitrag fragt, wie eine Mobilitätswende aussehen könnte: Er zeigt die Autoliebe von Hanna Schönwald und die Kritik der Autorin Katja Diehl am Autoprimat in Städten.

## Key Takeaways

- Das Auto ist in Deutschland gesellschaftlich tief verankert und wird oft als selbstverständlich angesehen.
- Die negativen Folgen des Autoverkehrs in Städten sind bekannt, doch die Mobilitätswende kommt nur langsam voran.
- Emotionale Bindung an das Auto (Unabhängigkeit, Fahrerlebnis) steht alternativen Mobilitätsformen im Weg.
- Kurze Alltagswege könnten großenteils zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden, was Veränderungen ermöglicht.

## What the video covers

- Einstieg: Das Auto wird als Symbol für Unabhängigkeit und Alltagswerkzeug beschrieben, zugleich als Sackgasse, in der Mobilität neu gedacht werden muss.
- Die Folgen des Autoverkehrs in Städten – Staus, Lärm, zugeparkte Wohnviertel – werden benannt.
- Die Frage, warum es noch keine umfassende Mobilitätswende gibt, wird aufgeworfen; das Auto genießt in Deutschland einen gesellschaftlichen Sonderstatus.
- Hanna Schönwald, 26, Industriedesignerin, schätzt ihren 38 Jahre alten Mercedes-Oldtimer, den sie selbst repariert, und das Fahrerlebnis.
- Im Praxistest fährt Schönwald mit dem Auto nach Hamburg: 1:05 Stunden statt 1:37 Stunden mit der Bahn.
- Die Autorin Katja Diehl (Buch »Autokorrektur«) stellt die Privilegien des Autos infrage und fordert ein grundsätzliches Umdenken.
- Diehl besitzt kein Auto und kein eigenes Fahrrad, nutzt Fuß, ÖPNV und Stadtrad.
- Diehl verweist darauf, dass im ländlichen Raum 50 Prozent der Wege unter fünf Kilometern mit dem Auto zurückgelegt werden.
- Diehl sieht Bequemlichkeit als Hindernis und plädiert dafür, die Komfortzone zu verlassen.
- Abschluss: Diehl auf Lesereise mit Klapprad, setzt sich für eine Stadt ein, die nicht vom Auto dominiert wird.

## Chapters

1. 00:00 Das Auto als Symbol der Unabhängigkeit
2. 01:18 Warum gibt es keine Mobilitätswende?
3. 01:31 Hanna Schönwald und ihr Oldtimer
4. 02:32 Die Fahrt nach Hamburg
5. 05:23 Katja Diehl und die Autokorrektur
6. 08:00 Bequemlichkeit und Komfortzone
7. 09:32 Unterwegs mit dem Stadtrad
8. 10:30 Lesereise und Ausblick

Answers

## Questions about this video

Warum hält Hanna Schönwald am Auto fest?

Für Hanna Schönwald ist das Auto mehr als ein Fortbewegungsmittel: Sie schätzt Unabhängigkeit, das Fahrerlebnis und die Möglichkeit, selbst daran zu schrauben. Sie fährt auch längere Strecken selbstverständlich mit dem Auto.

Welche Kritik äußert Katja Diehl am Autoverkehr?

Katja Diehl stellt die Privilegien des Autos infrage und fordert ein grundsätzliches Umdenken. Sie verweist darauf, dass viele kurze Wege im Auto zurückgelegt werden, obwohl sie zu Fuß oder mit dem Rad möglich wären.

Wie schneidet das Auto im Vergleich zur Bahn ab?

Im Beitrag dauert die Fahrt mit dem Auto nach Hamburg 1:05 Stunden, mit der Bahn wären es 1:37 Stunden. Das Auto ist auf dieser Strecke also deutlich schneller.

## Full Transcript — Download SRT & Markdown

00:07

Speaker A

Wenn ich an ein Auto denke, denke ich an Unabhängigkeit.

00:14

Speaker A

An die Reisen, die ich damit mache.

00:20

Speaker A

Oder die alltäglichen Fahrten, die ich damit mache. Das ist wie ein Werkzeug, das ich für mein alltägliches Leben brauche.

00:36

Speaker A

Daran denke ich.

00:42

Speaker A

Wenn ich an das Auto denke, denke ich an eine aktuelle Sackgasse, in der wir stecken, und wo wir vielleicht auch einige Regeln, die heute noch bestehen, umdrehen sollten, um rauszufinden und wieder Mobilität zu bauen.

00:49

Speaker A

Ob man es selbst nutzt oder nicht, sich der Präsenz des Autos zu entziehen, ist in der Stadt unmöglich.

00:57

Speaker A

Und das schien auch lange Zeit ganz selbstverständlich zu sein.

01:04

Speaker A

Dabei sind uns die Folgen ja bekannt: Staus, Lärmbelastung, zugeparkte Wohnviertel.

01:18

Speaker A

Und da fragt man sich schon: Warum haben wir nicht schon längst eine umfassende Mobilitätswende?

01:23

Speaker A

In Deutschland genießt das Auto gesellschaftlich einen Sonderstatus und ist für viele Menschen weitaus mehr als nur ein Fortbewegungsmittel.

01:31

Speaker A

So wie für Hanna Schönwald.

01:40

Speaker A

Wir treffen die 26-Jährige in der Werkstatt eines Freundes.

01:57

Speaker A

Hier kümmert sich die gelernte Industriedesignerin um Logos und andere Designaufgaben und kann dafür die Werkstatt zum Schrauben an ihrem Oldtimer nutzen.

02:06

Speaker A

Wir gehen einfach hier vorn ein bisschen was machen.

02:16

Speaker A

Was macht denn für dich ein Auto schön?

02:23

Speaker A

Was muss für dich ein Auto haben?

02:34

Speaker A

Also mittlerweile ist es so, wenn es genau die Funktion erfüllt, die ich brauche.

02:41

Speaker A

Wenn ich damals, zum Beispiel als Studentin, nicht die Kohle hatte, wusste ich: Okay, wenn ich ein paar Sachen selber fixen kann, dann ist das das perfekte Auto.

02:48

Speaker A

Und das, was mich ja auch am Autofahren so triggert, ist ja wirklich das Fahrerlebnis, dass man ein bisschen Arbeit hat.

03:03

Speaker A

Ich habe mir auch ein Auto gekauft, das ist ja auch irgendwie: Du besitzt ein Objekt, mit dem du Dinge erlebst, mit dem du wächst

03:15

Speaker A

oder dich entwickelst.

03:18

Speaker A

Wir lassen dich jetzt in Ruhe.

03:22

Speaker A

Was hast du denn als Letztes gemacht?

03:27

Speaker A

Stoßdämpfer und Antriebswelle waren das Letzte.

03:32

Speaker A

Und jetzt können wir mal gucken, wie er fährt.

03:38

Speaker A

Hannah hat heute noch einen Termin und nimmt uns in ihrem 38 Jahre alten Mercedes mit nach Hamburg.

03:49

Speaker A

Willkommen auf meinem Sofa.

03:54

Speaker A

Die Bahn würde 1:37 Stunden dauern.

04:02

Speaker A

Wir brauchen jetzt 1:05 Stunden.

04:17

Speaker A

Das geht ja gut los.

04:22

Speaker A

Lassen die einen hier rein?

04:36

Speaker A

Ja, mit dem Auto schon!

04:45

Speaker A

Ah, okay.

04:56

Speaker A

Ich verstehe.

05:03

Speaker A

Hannah fährt solche Strecken immer mit dem Auto.

05:13

Speaker A

Ob nach Hamburg oder zu Terminen ins Ausland.

05:21

Speaker A

Das Autofahren ist für sie ganz selbstverständlich.

05:30

Speaker A

Die Autorin Katja Diehl hingegen sieht in genau diesem Selbstverständnis das Problem.

05:40

Speaker A

In ihrem Buch »Autokorrektur« stellt sie die Privilegien des Autos infrage und fordert ein grundsätzliches Umdenken beim Thema Mobilität.

05:52

Speaker A

Guten Tag!

06:05

Speaker A

Hallo Katja!

06:15

Speaker A

Du siehst, wir haben uns hier an der Stadtradstation getroffen.

06:29

Speaker A

Hast du eine Ahnung, warum ich das hier als Treffpunkt vorgeschlagen habe?

06:40

Speaker A

Ich finde es vor allem gut, dass fast alle ausgeliehen sind.

06:56

Speaker A

Das sollte man auch nochmal betonen.

07:06

Speaker A

Das stimmt!

07:18

Speaker A

Und vor allem müssen wir uns hier treffen, weil ich gar kein Fahrrad habe.

07:30

Speaker A

Warum das denn nicht?

07:49

Speaker A

Es ist ein bisschen die Bequemlichkeit, glaube ich.

07:57

Speaker A

Aber du hast jetzt einen SUV?

08:08

Speaker A

Nein, ich habe nicht mal ein Auto.

08:17

Speaker A

Okay.

08:23

Speaker A

Gehst du viel zu Fuß und mit dem ÖPNV?

08:41

Speaker A

Genau, so ist es!

08:47

Speaker A

Aber glaubst du, dass die Bequemlichkeit ein Grund ist, dass wir alle ein bisschen mehr aus der Komfortzone rauskommen müssen?

08:51

Speaker A

Allein im ländlichen Raum sind 50 Prozent der Wege unter fünf Kilometern im Auto und zehn Prozent sogar unter einem Kilometer.

08:56

Speaker A

Also da will ich gar nicht die Abgasstatistik wissen, wenn man die Brötchen holt.

09:05

Speaker A

Also von daher: Raus aus der Komfortzone ist etwas, wo man auch wächst.

09:14

Speaker A

Von daher, ja, stimme ich dir zu.

09:19

Speaker A

Du hast heute Abend noch einen Auftritt in Lüneburg.

09:32

Speaker A

Ich würde sagen, ich habe mir jetzt mal eins der letzten zwei verbliebenen Stadträder genommen, und dann machen wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof.

09:50

Speaker A

Machen wir!

10:02

Speaker A

Eigentlich bist du als Radfahrerin in Hamburg immer im Mario-Kart-Modus.

10:12

Speaker A

Also du guckst ständig auf die Umgebung.

10:30

Speaker A

Katja liebt ihr Klapprad und hat es auf ihrer Lesereise quer durch Deutschland immer dabei.

10:38

Speaker A

Auf ihrer Tour versucht sie, Menschen zum Umdenken zu bewegen, und setzt sich für eine Stadt ein, die nicht mehr von Autos dominiert wird.

Topics: Mobilitätswende Autoverkehr Stadtverkehr ÖPNV Fahrrad Oldtimer Katja Diehl Autokorrektur Nachhaltigkeit Hamburg

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